Der Mensch isst nicht allein – vielfältigste Bakterien im Darm leisten ihm dabei Gesellschaft. Im optimalen Fall bewirken sie Gutes im Stoffwechsel. Unter ungünstigen Bedingungen können die Bakterien des Darm-Mikrobioms ihr Potenzial nicht nutzen. Wie die Referenten bestätigten, kann eine geeignete Ernährung helfen das Mikrobiom und die Gesundheit zu verbessern.
„Nahrung hinterlässt einen Fingerabdruck im Mikrobiom.“ Prof. Dirk Haller
Dirk Haller erforscht an der TU München, wie Ernährung und Lebensmittel das Mikrobiom prägen und welche Konsequenzen dies für den Stoffwechsel hat. Mit Hilfe moderner Analyseverfahren können Wissenschaftler derzeit gut aufzeigen, wie divers die Besiedelung des Darmes von Kindern und Erwachsenen – je nach Nation, Regionen und Nahrung – ist. Fest steht: Die Ernährung verändert die Mikrobiota eines Menschen und beeinflusst das angeborene Immunsystem nachhaltig. Dass das Mikrobiom eines Menschen als individueller Fingerabdruck der Stoffwechselsituation verstanden werden kann, wird heute aus seiner Sicht nicht mehr bezweifelt.
„Mikrobiota, Darmepithel und intestinales Immunsystem interagieren.“ Prof. Philip Calder
Philip Calder, Universität Southampton, ist Spezialist für die Interaktion des Mikrobioms mit dem Immunsystem. Nach ihm ist ein gut funktionierendes Immunsystem der Schlüssel zu einer guten Abwehr von pathogenen Organismen. Viele Humanstudien sprechen laut Calder dafür, dass Präbiotika und Probiotika stammspezifisch die Immunantworten des Körpers auf äußere Reize verbessern. Probiotika kommen einerseits der Ansiedlung von pathogenen Darmbakterien zuvor. Andererseits verbessern sie auch funktionelle Abläufe des Immunsystems und verteidigen den Wirt gegen Bakterien und Viren. Beide Wirkmechanismen haben schließlich einen gemeinsamen Effekt: Sie verringern Infektionen. Studien, die verbesserte Immunantworten und reduzierte Infektionen zeigten, nutzen in der Regel Lactobazillen und Bifidobakterien.
„Die 3 Ps beachten: Präbiotika, Probiotika, Polyphenole.“ Prof. Sandra Holasek
Für Sandra Holasek, Medizinische Universität Graz, untermauert das neue Wissen, dass die Diversität des Mikrobioms für die Gesundheit entscheidend ist. Menschen erreichen sie nur über möglichst diverse Nahrung. Die offiziellen Empfehlungen der Fachinstitutionen für Ernährung raten täglich zu dieser Vielfalt. Wichtig für ein gesundes Mikrobiom sind auch Präbiotika (z.B. Ballaststoffe), Probiotika und Polyphenole. Mit Hilfe der Planetary Health Diet sind diese Empfehlungen gut umzusetzen, vor allem mit einem täglichen Anteil an Milchprodukten und einer hohen Priorität für pflanzliche Lebensmittel.
Fazit des Symposiums:
Das Mikrobiom beeinflusst die Gesundheit des Wirtes. Der Rat an Gesunde – „Verbessern Sie Ihr Mikrobiom!“ – ist heute eine präventive, wissenschaftlich abgesicherte Handlungsoption.





