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Um die planetaren Ressourcen zu schützen, ist unter anderem eine Umstellung auf nachhaltigere Ernährungsgewohnheiten erforderlich. Eine neue Studie hat kürzlich untersucht, wie sich die Einführung pflanzenbasierter milchähnlicher Produkte (in der Originalstudie PBDL = plant based dairy like products1) auf die Ernährungsqualität der Teilnehmenden auswirkt.
Ziel der Studie war es, die potenzielle Rolle von pflanzlichen "milchähnlichen" Produkten in einer nachhaltigen Ernährung zu untersuchen. Ausgehend von den durchschnittlichen Verzehrsmengen der repräsentativen Nationalen Verzehrsstudie Frankreichs (Erhebung 2006–2007; n = 1816) wurde für französische Erwachsene in der aktuellen Studie eine optimierte, nachhaltigere Ernährung modelliert. Kriterien der Modellierung waren (1) eine ausreichende Nährstoffzufuhr gemessen an den offiziellen Empfehlungen, (2) eine um 30 % reduzierte Kohlenstoffbelastung und (3) eine isokalorische Energieversorgung. Der Schwerpunkt der Auswertungen lag studienbedingt auf Molkerei- und PBDL-Produkten. Die Auswertung der Ergebnisse konzentrierte sich auf Frauen. Männer wurden auf Grund eines zu geringen Verzehrs an PBDL-Produkten in der Studie von 2007 von der Auswertung ausgeschlossen.
Ausgehend von 7,3 % der PBDL-Produkte an der täglich verzehrten Menge in Gramm (7 g/d) im Jahr 2007, wurden die pflanzlichen Alternativen auf 55,7 % (48 g/d) in der optimierten Diät (Jahr 2021) gesteigert. Diese Veränderung war statistisch signifikant. Die Tabelle zeigt, wie sich diese Maßnahme auf die Ernährungsqualität bei Konsumierenden von PBDL auswirken würde.
Konsequenzen der Neu-Einführung von PBDL-Produkten auf die Ernährungsqualität (Modellierung)
(* studienbedingt, Stand Juli 2022)
Die isokalorische Einführung der PBDL-Produkte bewirkte in der Modellrechnung eine Reduktion des Verzehrs von tierischen Fleisch (exklusive Milch) sowie gesüßten und gesalzenen Produkten. Bei den Molkereiprodukten nahm im optimierten Modell der Verzehr von Käse ab und der von Milch zu. Der Joghurt-Konsum blieb zwischen der tatsächlichen und der optimierten Ernährung konstant (87 g/Tag). Zudem verzehrten die PBDL-Teilnehmenden mehr Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Kartoffeln, Trinkwasser und andere Getränke.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass angereicherte PBDL-Produkte als Ergänzung zu Milch und Milchprodukten eine positive Rolle für eine nachhaltigere Ernährung spielen. Wie diese Studie zeigt, wären die Merkmale einer derart optimierten Ernährung bei französischen Erwachsenen:
- mehr pflanzliche Produkte und weniger Fleisch
- einen erhöhten Konsum von Milch
- gleichbleibenden Verzehr von Joghurt
- und einer Reduktion von Käse
Eine nachhaltigere Ernährung mit PBDL-Produkten kann demnach ohne eine Verringerung des Milchkonsums und unter Beibehaltung des Joghurtkonsums erreicht werden. Gemäß dieser Studie würde sich das Konsumprofil auf Kosten von Fleisch sowie gesüßten und gesalzenen Produkten verschieben. Angereicherte PBDL-Produkte können die allgemeine Ernährungsqualität verbessern, unterstützen eine flexitarische Ernährung und mindern dadurch die CO2-Belastung.
Eine wichtige Limitation dieser Studie liegt in den 14 Jahre alten Studiendaten als Vergleichsbasis der Modellierung. Andere bevölkerungsrepräsentative Studiendaten lagen in Frankreich zum aktuellen Studienzeitpunkt nicht vor.
Die Autoren haben erklärt, dass die Studie von Danone finanziert wurde. Die Autoren der Studie sind Mitarbeiter der MS Nutrition in Marseille (einem Start up für statistische Modellierung, angegliedert an die medizinische Fakultät der Universität Marseille), Danone Research und ALPRO.
Zur Studie:
Gazan, Rozenn; Vieux, Florent; Lluch, Anne et al.: Individual diet optimization in French adults shows that plant-based "dairy-like" products may complement dairy in sustainable diets [2022] Sustainability, MDPI, 2022; 14(5): 18
1 Unterteilt in pflanzliche Drinks, Desserts und andere pflanzliche Alternativen (soja-basierter Natur- und Fruchtjoghurt)





