Die COVID-19-Pandemie hat weltweit die Situation für Kinder und Jugendliche in vielerlei Hinsicht verschlimmert. Der Lockdown zu Hause, geschlossene Schulen und Freizeiteinrichtungen haben Sitz- und Bildschirmzeiten erhöht. Die unausgewogene Zusammenstellung von Snacks und erhöhte Nutzung zuckergesüßter Getränke (SSB, sugar sweetened beverages) wirken unmittelbar auf Wohlbefinden und mittelbar über den Weg des Übergewichtes auf die Gesundheit ein. Die Pandemie hat die Bedeutung eines konzentrierten Managemenst der Non-communicable Diseases (NCD) in allen Altersgruppen erhöht, insbesondere unter Gruppen mit Vorerkrankungen und/oder Übergewicht und Adipositas. Kinder und Jugendliche gehören dazu. Sie sind zu vulnerablen Gruppen geworden.
Die tägliche Routine des Wassertrinkens wirkt der Entwicklung von Übergewicht und Adipositas evident entgegen. Eine inadäquate Wasserversorgung des Stoffwechsels erhöht bei Erwachsenen im Vergleich zur adäquaten Versorgung den durchschnittlichen BMI im Mittel um 1,32 kg/m2 und die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens übergewichtig zu werden, um 59 %1. Insgesamt präsentierten während des Symposiums fünf Referenten markante Fakten und Zahlen rund um das Wassertrinken, zum Beispiel:
- Mit Übergewicht lebende Menschen trinken häufig zu wenig.
- Kinder mit Übergewicht erreichen die EFSA-Empfehlungen für die tägliche Flüssigkeitszufuhr2 nicht.
- Ein Tag ohne Wasser als Getränk kann mit ca. 845 kcal zur Tagesenergiezufuhr von Erwachsenen beitragen, da energiehaltige Getränke dann eine größere Rolle einnehmen (Beispiel: Frühstück: gesüßter Tee und Orangensaft, Arbeitsweg: Large Cappuccino to go, Vormittags: Gesüßter Tee, Mittags: 1 Dose Colagetränk, Nachmittags: Gesüßter Tee, Arbeitsweg: Erfrischungsdrink, Abends: 2 Gläser Wein)
- Die neue Six Liq.In7Survey3 identifiziert sechs Trinkmuster unter 4 bis 17-Jährigen Kindern. Die Nutzung von Wasser als Getränk oder zuckergesüßte Getränke sind die relevanten Treiber dieser Cluster. Die Faktoren „Sitzzeit“, „Heimatland“ und „sozioökonomischer Status“ prägen das Trinkverhalten am meisten.
- Mehr als 70 Prozent der spanischen Kinder und Jugendlichen erfüllen die EFSA-Empfehlung für die Flüssigkeitsaufnahme nicht. In der Schule trinken viele Kinder mehr SSB als Wasser. Die durchschnittliche Wasserzufuhr in der Schule liegt unterhalb eines halben Glases.
- Während des Lockdowns stieg laut Europeans-Studie (EURopean Obesity PatiEnt pANdemic Survey) der SSB Konsum viel stärker an als der von Wassers. („Ich denke, ich trinke mehr Softdrinks, wenn ich im home office arbeite und leichter an die Dosen in meinem Kühlschrank komme.“)
Die psychologische Sicht auf das Wassertrinken zeigt: Im beschäftigen Alltag regelmäßig Wasser zu trinken, ist nicht einfach. Man denkt nicht daran oder hat keine Zeit. Oft ist direkt am Arbeitsplatz oder Sitzplatz in der Schulklasse kein Wasser verfügbar und man scheut den Weg oder die Trinkpause. In Flaschen gefülltes Wasser bei sich zu haben, ist hilfreich, aber häufig nicht im Alltag etabliert. Künftig braucht es mehr „automatische“ Routinen und vor allem gedankliche Belohnung mit positiven Effekten, die Wasser auf den Stoffwechsel hat.
Mehr darüber unter: Link: https://www.hydrationforhealth.com
Download Info "How to encourage healthy hydration?"
1 Chang et al (2016): Inadequate Hydration, BMI, and Obesity Among US Adults: NHANES 2009–2012. The Annals of Family Medicine Jul 2016, 14 (4) 320-324; DOI: 10.1370/afm.1951 EFSA. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for water.
2 EFSA J. 2010;8(3):2–3.
3 https://www.hydrationforhealth.com/en/hydration-science/hydration-lab/





