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Detox-Trend

Detox im Faktencheck (ERNÄHRUNGS UMSCHAU 05/2019): Wissenschaftliche Bewertung von Detox-Lebensmitteln, Entgiftungskuren und „Schlacken“-Mythen – kritisch, evidenzbasiert und praxisnah.

Fachartikel aus ERNÄHRUNGS UMSCHAU Ausgabe Mai 2019

Fragwürdige Detox-Lebensmittel für Schönheit und Gesundheit
Sigrid Röchter, Angela Clausen

Das Modewort heißt „Detox“ und findet sich auf jeder zweiten Zeitschrift zu Essen und Gesundheit, in Internetblogs, auf Tees, Smoothies und Nahrungsergänzungsmitteln. Mithilfe entsprechender Kuren, Kapseln oder Pulver sollen vermeintliche oder echte Giftansammlungen im Körper abgebaut bzw. ausgeschieden werden und – laut Herstellern – zu mehr Energie führen, das Immunsystem stärken, das Gewicht reduzieren und ganz allgemein das Wohlbefinden steigern. MedizinerInnen und ErnährungswissenschaftlerInnen halten dem allerdings entgegen, dass es schädliche Ablagerungen und Schlacken im Körper nicht gibt. Was ist also dran an diesem Trend?

Was verbirgt sich hinter dem Detox-Trend?

Hintergrund des Detox-Trends ist die Annahme, dass heutzutage viele Gifte und Schadstoffe aufgenommen werden und unser Körper sie nicht mehr vollständig ausscheiden kann. Diese Gifte, auch Schlacken genannt, reicherten sich im Körper an und sollen die Ursache für Abgespanntheit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Übergewicht und sogar Krankheiten wie Krebs oder Demenz sein. Die dabei aufgeführten Gifte und Schadstoffe, mit denen wir in Berührung kommen, kommen u. a. aus der Nahrung. Hier werden Schwermetalle wie Cadmium, Blei, Arsen oder Quecksilber aus Fleisch bzw. Fisch, Aflatoxine und Alkaloide aus Getreide oder Gemüse, Acrylamid aus Gebackenem, Pestizide aus Gemüse und Obst, Konservierungsmittel oder auch Weichmacher genannt – die Liste ist lang. Aber auch eine unausgewogene Ernährung mit viel Fleisch, Wurst und Zucker wird häufig als Ursache für die Einlagerung sogenannter „Schlacken“ angeführt. Darüber hinaus soll eine unausgewogene Ernährung zu einem Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt führen, was eine Anreicherung von Säuren im Körper zur Folge habe.

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