Britta Renner+, Ulrike Arens-Azevêdo+, Bernhard Watzl, Margrit Richter, Kiran Virmani, Jakob Linseisen für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
Hintergründe
Nachhaltigkeit ist weltweit zu einem zentralen Begriff gesellschaftlichen Handelns und gesellschaftlicher Verantwortung geworden. Der Begriff ist komplex und vielschichtig und benötigt schon deshalb eine Erklärung. Als Meilenstein im Verständnis von Nachhaltigkeit wird der sogenannte Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung gesehen. Hierin wird „Nachhaltigkeit“ als eine Entwicklung bezeichnet, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ [1]. Ein weiterer Meilenstein wurde 1972 durch den Club of Rome gesetzt. Mit den „Grenzen des Wachstums“ wurden erstmals das Bewusstsein für die Endlichkeit natürlicher Ressourcen geschaffen und die Forderung nach einer internationalen Umweltpolitik laut [2].
2015 einigten sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen in ihrer Generalvollversammlung auf die Agenda 2030, in der die notwendige Transformation der Welt an ökologische, soziale und ökonomische Ziele geknüpft wird. Hierzu wurden 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals (SDGs) – beschrieben, denen 169 Unterziele zugeordnet wurden [3]. Auch die Europäische Union hat sich zur Agenda 2030 verpflichtet [4]. Nachfolgend entwickelte Deutschland eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die alle zwei Jahre aktualisiert und deren Zielerreichung regelmäßig anhand von Indikatoren überprüft wird [5]. Die Ergebnisse des Monitorings, das aktuell 231 Indikatoren umfasst, werden durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht [6, 7].
Eine nachhaltige Ernährung (sustainable diets)1 ist wesentlicher Teil einer nachhaltigen Entwicklung. Mit Blick auf die unterschiedlichen Ausgangslagen und Bedingungen der Länder dieser Welt formulierte die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) gemeinsam mit Biodiversity International: „Nachhaltige Ernährung ist eine Ernährung mit geringen Umweltauswirkungen, die zur Ernährungssicherheit und zum gesunden Leben heutiger und künftiger Generationen beiträgt. Nachhaltige Ernährung schützt und respektiert die biologische Vielfalt und die Ökosysteme, ist kulturell akzeptabel, zugänglich, wirtschaftlich fair und erschwinglich, ernährungsphysiologisch angemessen, sicher und gesund und optimiert gleichzeitig die natürlichen und menschlichen Ressourcen“ [8]. Auf europäischer Ebene sind eine nachhaltige Lebensmittelproduktion und Ernährung eingebettet in den sogenannten „Green Deal“, durch den Europa bis 2050 als eine der ersten Regionen zur Klimaneutralität geführt werden soll.
Open Access! Den vollständigen Artikel finden Sie hier.






