Fachartikel aus ERNÄHRUNGS UMSCHAU Ausgabe Januar 2017
Nordische Kost mit Inspirationen aus dem Süden
Marjukka Kolehmainen
Derzeit besteht ein anhaltend großes Interesse an einem „neuen“ Ernährungskonzept, das mitunter als „Nordic Diet“1, „Healthy Nordic Diet“, „New Nordic Diet“ oder „Baltic Sea Diet“ bezeichnet wird. Verstärkt wird dieses Interesse durch neue Hinweise auf mögliche positive gesundheitliche Auswirkungen dieses Ernährungsmusters sowie bestimmter Lebensmittel, die in der nordischen Kost besonders stark vertreten sind. In diesem kurzen Übersichtsartikel wird erläutert, wie sich eine „Nordic Diet“ zusammensetzt und wie die gesundheitliche Bewertung ist.
Konzept und Zusammensetzung der „Nordic Diet“ Vor einigen Jahrzehnten war die „Nordic Diet“, also die nordische Ernährungsweise, insbesondere in der in Finnland üblichen Form, mit einer hohen Sterberate infolge chronischer Krankheiten verbunden. Die Seven Countries-Studie [1] (-> www.sevencountriesstudy.com) brachte eklatante Unterschiede bezüglich des Verzehrs gesättigter Fette innerhalb Europas zum Vorschein: Dies war eng assoziiert mit dem Verzehr gesättigter Fette und der Inzidenz der koronaren Herzkrankheit (KHK).
In Ostfinnland waren der Verzehr von gesättigten Fetten und die Inzidenz von KHK gegenüber den anderen Ländern der Studie am höchsten [1]. Die daraufhin im Rahmen des Nordkarelien-Projekts unternommenen Maßnahmen – u. a. Aufklärung zu einer gesunden Lebensweise – bewirkten innerhalb einer Zeitspanne von 40 Jahren einen starken Rückgang der Inzidenz von KHK und der damit verbundenen Sterberaten um 82 % bei der männlichen und um 84 % bei der weiblichen Bevölkerung in Ostfinnland [2].
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1 Dieser Artikel ist eine Kurzübersicht auf Basis der Präsentation bei der VFED-Konferenz in Aachen im September 2015.
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