Margrit Richter, Anja Kroke, Dorle Grünewald-Funk, Helmut Heseker, Kiran Virmani, Bernhard Watzl für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
Einleitung
Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zu veganer Ernährung stammt aus dem Jahr 2016 [1]. Das Fazit dieser Position lautete, dass bei einer veganen Ernährung (ohne Supplementation potenziell kritischer Nährstoffe) eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich ist. Für eine bedarfsdeckende Ernährung sollten Menschen, die sich vegan ernähren möchten, daher die Versorgung mit den (potenziell) kritischen Nährstoffen, insbesondere Vitamin B12, sicherstellen. Dies kann durch eine gezielte Auswahl an nährstoffdichten und ggf. mit Nährstoffen angereicherten Lebensmitteln und/oder die Einnahme von Nährstoffpräparaten, eine regelmäßige ärztliche Kontrolle sowie ggf. eine Beratung durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft sichergestellt werden (siehe Richter et al. 2016 [1]).
Bei Bevölkerungsgruppen mit besonderem Anspruch an die Nährstoffversorgung ist das Risiko für eine Nährstoffunterversorgung bzw. einen Nährstoffmangel bei einer veganen Ernährung höher als bei gesunden Erwachsenen mit dieser Ernährungsweise. Zu diesen Bevölkerungsgruppen gehören Kinder vom Säuglingsalter an über die gesamte Wachstumsphase bis hin zu Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden [2]. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Positionspapiers fehlten zur umfassenden Beurteilung der Versorgungssituation dieser genannten Risikogruppen aktuelle aussagekräftige Studien. Daher wurde eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindes- und Jugendalter von der DGE nicht empfohlen. Für diejenigen, die sich oder ihre Kinder dennoch vegan ernähren möchten, wurden entsprechende Hinweise zu Vermeidung von Nährstoffdefiziten gegeben (siehe [1]).
Vor dem Hintergrund, dass seit Veröffentlichung des Positionspapiers der DGE zur veganen Ernährung inzwischen weitere Publikationen zu diesem Thema vorliegen, wurde eine ergänzende systematische Literaturrecherche mit Blick auf die genannten Risikogruppen durchgeführt.
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