Unter dem Titel „Der große Effekt und seine Grenzen“ befasst sich das Deutsche Ärzteblatt in der Rubrik Medizinreport mit Inkretinmimetika in der Adipositasbehandlung [1]. Die Autorinnen gehen kurz auf Wirkmechanismen der salopp als „Abnehmspritzen“ bezeichneten Medikamente ein und ordnen deren Wirksamkeit zur Therapie der Adipositas im Umfeld von multimodaler Adipositastherapie und chirurgischer Intervention ein. Auch positive wie unerwünschte Nebenwirkungen werden angesprochen. In der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erschien hierzu bereits eine Übersicht [2]. Der Beitrag im Ärzteblatt weitet den Blick auf die nicht zuletzt durch Social Media gepushten hohen Erwartungen an die medikamentöse Gewichtskontrolle (die oft weit über die belegbaren Effekte hinausgehen), gibt die Perspektive behandelnder Ärzt*innen wieder, nennt aber auch Gründe für die relativ hohe Rate der Therapieabbrüche (selbst bei Kostenerstattung) und beschreibt die in Europa uneinheitliche Situation der Kostenübernahme. Bei monatlich rund 300–500 € für die Erhaltungsdosis ein relevanter Posten. Als Fazit betonen die Autorinnen die Bedeutung der Einbettung dieser Therapieform in ein multimodales Konzept: Die Medikamente „bringen die Menschen in die Lage, eine Lebensstilintervention durchzuführen“ (Zitat Prof. Dr. Matthias Laudes, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein). Für die Beratungspraxis zitiert der Beitrag die 2025 in JAMA International erschienenen Tipps zu Bewegung, Muskelerhalt und spezifischen Ernährungstipps [3], darunter:
  • Ausreichende Bewegung mit 150 min Ausdauertraining sowie 2–3 halbstündige Kraftsporteinheiten pro Woche.
  • Zum Muskelerhalt sollten 20–30 g Protein pro Mahlzeit aus Fisch, Geflügel, Joghurt oder Bohnen aufgenommen werden.
  • Bei drastisch reduziertem Appetit können Proteinshakes (Proteinzufuhr) sowie Nüsse, Obst und Joghurt als Snacks (Energiezufuhr) eine Option sein.
  • Sodbrennen kann durch scharfes Essen provoziert werden; nach den Mahlzeiten nicht hinlegen, sondern in aufrechter Position bleiben.
  • Langsam verdauliche Lebensmittel wie Haferbrei, Süßkartoffeln und gesunde Fette (Olivenöl, Avocado) bevorzugen.
  • Erhöhte Ballaststoffzufuhr und ausreichende Flüssigkeitszufuhr  zur Vermeidung von Obstipation. Hier hilft auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2–3 L Wasser täglich und flüssigkeitsreiche Lebensmittel (Suppe, Gurke, Melone).
  • Um Übelkeit zu vermeiden, frittiertes Essen vermeiden und stattdessen mehr Vollkorn verzehren, auch Ingwer kann helfen.
Literatur
  1. Lanzke A, Schulze A: Der Große Effekt und seine Grenzen. Inkretinmimetika in der Adipositas-Behandlung. Dtsch Arztebl 2026; 123(10): A560–8.
  2. Hauner H: The role of nutritional therapy in the era of new weight-lowering drugs. Ernahrungs Umschau 2025; 72(3): 64–7.
  3. Mehrtash F, Dushay J, Manson JE: I am taking a GLP-1 weightloss medication – what should I know? JAMA Intern Med 2025; 185(9): 1180.

Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2026 auf Seite M388.
Unter dem Titel „Der große Effekt und seine Grenzen“ befasst sich das Deutsche Ärzteblatt in der Rubrik Medizinreport mit Inkretinmimetika in der Adipositasbehandlung [1]. Die Autorinnen gehen kurz auf Wirkmechanismen der salopp als „Abnehmspritzen“ bezeichneten Medikamente ein und ordnen deren Wirksamkeit zur Therapie der Adipositas im Umfeld von multimodaler Adipositastherapie und chirurgischer Intervention ein. Auch positive wie unerwünschte Nebenwirkungen werden angesprochen.
Unter dem Titel „Der große Effekt und seine Grenzen“ befasst sich das Deutsche Ärzteblatt in der Rubrik Medizinreport mit Inkretinmimetika in der Adipositasbehandlung [1]. Die Autorinnen gehen kurz auf Wirkmechanismen der salopp als „Abnehmspritzen“ bezeichneten Medikamente ein und ordnen deren Wirksamkeit zur Therapie der Adipositas im Umfeld von multimodaler Adipositastherapie und chirurgischer Intervention ein. Auch positive wie unerwünschte Nebenwirkungen werden angesprochen. In der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erschien hierzu bereits eine Übersicht [2]. Der Beitrag im Ärzteblatt weitet den Blick auf die nicht zuletzt durch Social Media gepushten hohen Erwartungen an die medikamentöse Gewichtskontrolle (die oft weit über die belegbaren Effekte hinausgehen), gibt die Perspektive behandelnder Ärzt*innen wieder, nennt aber auch Gründe für die relativ hohe Rate der Therapieabbrüche (selbst bei Kostenerstattung) und beschreibt die in Europa uneinheitliche Situation der Kostenübernahme. Bei monatlich rund 300–500 € für die Erhaltungsdosis ein relevanter Posten. Als Fazit betonen die Autorinnen die Bedeutung der Einbettung dieser Therapieform in ein multimodales Konzept: Die Medikamente „bringen die Menschen in die Lage, eine Lebensstilintervention durchzuführen“ (Zitat Prof. Dr. Matthias Laudes, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein). Für die Beratungspraxis zitiert der Beitrag die 2025 in JAMA International erschienenen Tipps zu Bewegung, Muskelerhalt und spezifischen Ernährungstipps [3], darunter:
  • Ausreichende Bewegung mit 150 min Ausdauertraining sowie 2–3 halbstündige Kraftsporteinheiten pro Woche.
  • Zum Muskelerhalt sollten 20–30 g Protein pro Mahlzeit aus Fisch, Geflügel, Joghurt oder Bohnen aufgenommen werden.
  • Bei drastisch reduziertem Appetit können Proteinshakes (Proteinzufuhr) sowie Nüsse, Obst und Joghurt als Snacks (Energiezufuhr) eine Option sein.
  • Sodbrennen kann durch scharfes Essen provoziert werden; nach den Mahlzeiten nicht hinlegen, sondern in aufrechter Position bleiben.
  • Langsam verdauliche Lebensmittel wie Haferbrei, Süßkartoffeln und gesunde Fette (Olivenöl, Avocado) bevorzugen.
  • Erhöhte Ballaststoffzufuhr und ausreichende Flüssigkeitszufuhr  zur Vermeidung von Obstipation. Hier hilft auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2–3 L Wasser täglich und flüssigkeitsreiche Lebensmittel (Suppe, Gurke, Melone).
  • Um Übelkeit zu vermeiden, frittiertes Essen vermeiden und stattdessen mehr Vollkorn verzehren, auch Ingwer kann helfen.
Literatur
  1. Lanzke A, Schulze A: Der Große Effekt und seine Grenzen. Inkretinmimetika in der Adipositas-Behandlung. Dtsch Arztebl 2026; 123(10): A560–8.
  2. Hauner H: The role of nutritional therapy in the era of new weight-lowering drugs. Ernahrungs Umschau 2025; 72(3): 64–7.
  3. Mehrtash F, Dushay J, Manson JE: I am taking a GLP-1 weightloss medication – what should I know? JAMA Intern Med 2025; 185(9): 1180.

Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2026 auf Seite M388.

Adipositastherapie: Adipositas und Inkretinmimetika – eine Situationsbeschreibung

Unter dem Titel „Der große Effekt und seine Grenzen“ befasst sich das Deutsche Ärzteblatt in der Rubrik Medizinreport mit Inkretinmimetika in der Adipositasbehandlung [1]. Die Autorinnen gehen kurz auf Wirkmechanismen der salopp als „Abnehmspritzen“ bezeichneten Medikamente ein und ordnen deren Wirksamkeit zur Therapie der Adipositas im Umfeld von multimodaler Adipositastherapie und chirurgischer Intervention ein. Auch positive wie unerwünschte Nebenwirkungen werden angesprochen.

In der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erschien hierzu bereits eine Übersicht [2]. Der Beitrag im Ärzteblatt weitet den Blick auf die nicht zuletzt durch Social Media gepushten hohen Erwartungen an die medikamentöse Gewichtskontrolle (die oft weit über die belegbaren Effekte hinausgehen), gibt die Perspektive behandelnder Ärzt*innen wieder, nennt aber auch Gründe für die relativ hohe Rate der Therapieabbrüche (selbst bei Kostenerstattung) und beschreibt die in Europa uneinheitliche Situation der Kostenübernahme. Bei monatlich rund 300–500 € für die Erhaltungsdosis ein relevanter Posten.
Als Fazit betonen die Autorinnen die Bedeutung der Einbettung dieser Therapieform in ein multimodales Konzept: Die Medikamente „bringen die Menschen in die Lage, eine Lebensstilintervention durchzuführen“ (Zitat Prof. Dr. Matthias Laudes, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein).
Für die Beratungspraxis zitiert der Beitrag die 2025 in JAMA International erschienenen Tipps zu Bewegung, Muskelerhalt und spezifischen Ernährungstipps [3], darunter:

  • Ausreichende Bewegung mit 150 min Ausdauertraining sowie 2–3 halbstündige Kraftsporteinheiten pro Woche.
  • Zum Muskelerhalt sollten 20–30 g Protein pro Mahlzeit aus Fisch, Geflügel, Joghurt oder Bohnen aufgenommen werden.
  • Bei drastisch reduziertem Appetit können Proteinshakes (Proteinzufuhr) sowie Nüsse, Obst und Joghurt als Snacks (Energiezufuhr) eine Option sein.
  • Sodbrennen kann durch scharfes Essen provoziert werden; nach den Mahlzeiten nicht hinlegen, sondern in aufrechter Position bleiben.
  • Langsam verdauliche Lebensmittel wie Haferbrei, Süßkartoffeln und gesunde Fette (Olivenöl, Avocado) bevorzugen.
  • Erhöhte Ballaststoffzufuhr und ausreichende Flüssigkeitszufuhr  zur Vermeidung von Obstipation. Hier hilft auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: 2–3 L Wasser täglich und flüssigkeitsreiche Lebensmittel (Suppe, Gurke, Melone).
  • Um Übelkeit zu vermeiden, frittiertes Essen vermeiden und stattdessen mehr Vollkorn verzehren, auch Ingwer kann helfen.

Literatur

  1. Lanzke A, Schulze A: Der Große Effekt und seine Grenzen. Inkretinmimetika in der Adipositas-Behandlung. Dtsch Arztebl 2026; 123(10): A560–8.
  2. Hauner H: The role of nutritional therapy in the era of new weight-lowering drugs. Ernahrungs Umschau 2025; 72(3): 64–7.
  3. Mehrtash F, Dushay J, Manson JE: I am taking a GLP-1 weightloss medication – what should I know? JAMA Intern Med 2025; 185(9): 1180.


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Veröffentlicht: 15.07.2026

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