© alicjane/iStock/Getty Images Plus

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Bei zunehmend mehr Menschen führt ein Apfel roh verzehrt zu Symptomen, die für eine Apfelallergie typisch sind. Oft sind es die alten Apfelzüchtungen, die bei einer Apfelallergie von vielen Betroffenen deutlich besser vertragen werden. In den neuen konnten Forschende die Hauptursachen für allergische Reaktionen ermitteln und für ApfelallergikerInnen verträglichere Sorten entwickeln.

Verantwortlich für die Entwicklung der neuen Apfelsorten ist Prof. Werner Dierend, Leiter des Fachgebiets Obstbau an der Hochschule Osnabrück, in Zusammenarbeit mit der ZIN. „Da bekannt ist, dass verschiedene Sorten ein unterschiedliches Allergenpotenzial aufweisen, war bei uns die Zuversicht groß, dass wir in diesem Sortenpool eine oder vielleicht auch mehrere allergikerfreundliche Sorten finden werden“, erklärt Dierend. Im nächsten Schritt wurden die Proben aus Osnabrück zur Technischen Universität München (TUM) versandt, denn hier fand die Laboruntersuchung der Äpfel auf Allergene statt.

Der Erfolg des Forschungsprojekts basiert auf der Expertise der unterschiedlichen Fachbereiche. Für die Entwicklung der neuen Apfelsorten konnten die WissenschaftlerInnen auf über 700 Sorten aus dem Züchtungsprogramm der ZIN zurückgreifen. Hintergrund ist, dass die Mehrzahl der ApfelallergikerInnen in Europa sowie Nordamerika auf das Allergen Mal d 1 reagieren, da dieses Protein eine sehr ähnliche Molekülstruktur hat wie das Aller- Bet v 1 in Birkenpollen, so Prof. Wilfried Schwab, Professor für Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM. Das heißt, BirkenpollenallergikerInnen spüren häufig auch unangenehme Nebenwirkungen beim Verzehr von Äpfeln. Auf Basis dieser Information untersuchten Schwab und sein Team 700 verschiedene ZIN-Sorten auf ihren Mal-d1-Gehalt.

Die Apfelsorten, die einen besonders geringen Allergengehalt hatten, wurden an Prof. Karl-Christian Bergmann, Charité – Universitätsmedizin Berlin, verschickt. Bergmann und Team führten orale Provokationstests durch ApfelallergikerInnen verzehrten unter medizinischer Aufsicht verschiedene Apfelproben. Auftretende Symptome wurden in einer dreistufigen Intensitäts-Skala bewertet. Da verschiedene ApfelallergikerInnen individuell reagieren, mussten die Tests über einen Zeitraum von mehreren Jahren wiederholt werden. Die neuen allergikerfreundlichen Apfelsorten, die aktuell noch ZIN 168 und ZIN 186 heißen, haben eine rote Fruchtoberfläche. Die Äpfel der ZIN-Sorte 168 sind mittelgroß mit einem festen und knackigen Fruchtfleisch.

„Trotz der genauen Untersuchungen wird es nie möglich sein, komplett allergenfreie Äpfel zu entwickeln – allergikerfreundliche Äpfel sind aber schon für viele Allergikerinnen und Allergiker erstmals wieder eine Möglichkeit, ohne Folgen in einen Apfel beißen zu können“, sagt Prof. Schwab. Die WissenschaftlerInnen sind optimistisch, dass die beiden allergikerfreundlichen Apfelsorten im Jahr 2025 oder 2026 in den Regalen der Supermärkte ausliegen werden.

Quellen:

• Technische Universität München, Pressemeldung vom 30.03.2022

• Infothek Gesundheit, Pressemeldung vom 30.03.22. https://infothek-gesundheit.de/apfelallergie-viele-alte-sorten-sind-vertraeglich/ 






Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2022 auf Seite M298.


Bereits in wenigen Jahren wird es offiziell anerkannte allergikerfreundliche Äpfel zu kaufen geben. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, welches auf der Expertise unterschiedlicher Fachbereiche basiert. Es ist in Zusammenarbeit mit der Züchtungsinitiative Niederelbe (ZIN) gelungen, zwei allergikerfreundliche Apfelsorten zu entwickeln. Hierfür hat die Europäische Stiftung für Allergieforschung zum ersten Mal das ECARF-Siegel für Apfelsorten vergeben.




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Bei zunehmend mehr Menschen führt ein Apfel roh verzehrt zu Symptomen, die für eine Apfelallergie typisch sind. Oft sind es die alten Apfelzüchtungen, die bei einer Apfelallergie von vielen Betroffenen deutlich besser vertragen werden. In den neuen konnten Forschende die Hauptursachen für allergische Reaktionen ermitteln und für ApfelallergikerInnen verträglichere Sorten entwickeln.

Verantwortlich für die Entwicklung der neuen Apfelsorten ist Prof. Werner Dierend, Leiter des Fachgebiets Obstbau an der Hochschule Osnabrück, in Zusammenarbeit mit der ZIN. „Da bekannt ist, dass verschiedene Sorten ein unterschiedliches Allergenpotenzial aufweisen, war bei uns die Zuversicht groß, dass wir in diesem Sortenpool eine oder vielleicht auch mehrere allergikerfreundliche Sorten finden werden“, erklärt Dierend. Im nächsten Schritt wurden die Proben aus Osnabrück zur Technischen Universität München (TUM) versandt, denn hier fand die Laboruntersuchung der Äpfel auf Allergene statt.

Der Erfolg des Forschungsprojekts basiert auf der Expertise der unterschiedlichen Fachbereiche. Für die Entwicklung der neuen Apfelsorten konnten die WissenschaftlerInnen auf über 700 Sorten aus dem Züchtungsprogramm der ZIN zurückgreifen. Hintergrund ist, dass die Mehrzahl der ApfelallergikerInnen in Europa sowie Nordamerika auf das Allergen Mal d 1 reagieren, da dieses Protein eine sehr ähnliche Molekülstruktur hat wie das Aller- Bet v 1 in Birkenpollen, so Prof. Wilfried Schwab, Professor für Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM. Das heißt, BirkenpollenallergikerInnen spüren häufig auch unangenehme Nebenwirkungen beim Verzehr von Äpfeln. Auf Basis dieser Information untersuchten Schwab und sein Team 700 verschiedene ZIN-Sorten auf ihren Mal-d1-Gehalt.

Die Apfelsorten, die einen besonders geringen Allergengehalt hatten, wurden an Prof. Karl-Christian Bergmann, Charité – Universitätsmedizin Berlin, verschickt. Bergmann und Team führten orale Provokationstests durch ApfelallergikerInnen verzehrten unter medizinischer Aufsicht verschiedene Apfelproben. Auftretende Symptome wurden in einer dreistufigen Intensitäts-Skala bewertet. Da verschiedene ApfelallergikerInnen individuell reagieren, mussten die Tests über einen Zeitraum von mehreren Jahren wiederholt werden. Die neuen allergikerfreundlichen Apfelsorten, die aktuell noch ZIN 168 und ZIN 186 heißen, haben eine rote Fruchtoberfläche. Die Äpfel der ZIN-Sorte 168 sind mittelgroß mit einem festen und knackigen Fruchtfleisch.

„Trotz der genauen Untersuchungen wird es nie möglich sein, komplett allergenfreie Äpfel zu entwickeln – allergikerfreundliche Äpfel sind aber schon für viele Allergikerinnen und Allergiker erstmals wieder eine Möglichkeit, ohne Folgen in einen Apfel beißen zu können“, sagt Prof. Schwab. Die WissenschaftlerInnen sind optimistisch, dass die beiden allergikerfreundlichen Apfelsorten im Jahr 2025 oder 2026 in den Regalen der Supermärkte ausliegen werden.

Quellen:

• Technische Universität München, Pressemeldung vom 30.03.2022

• Infothek Gesundheit, Pressemeldung vom 30.03.22. https://infothek-gesundheit.de/apfelallergie-viele-alte-sorten-sind-vertraeglich/ 






Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2022 auf Seite M298.


Ernährungsforschung: Allergikerfreundliche Apfelsorten in wenigen Jahren marktreif

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Bei zunehmend mehr Menschen führt ein Apfel roh verzehrt zu Symptomen, die für eine Apfelallergie typisch sind. Oft sind es die alten Apfelzüchtungen, die bei einer Apfelallergie von vielen Betroffenen deutlich besser vertragen werden. In den neuen konnten Forschende die Hauptursachen für allergische Reaktionen ermitteln und für ApfelallergikerInnen verträglichere Sorten entwickeln.

Verantwortlich für die Entwicklung der neuen Apfelsorten ist Prof. Werner Dierend, Leiter des Fachgebiets Obstbau an der Hochschule Osnabrück, in Zusammenarbeit mit der ZIN. „Da bekannt ist, dass verschiedene Sorten ein unterschiedliches Allergenpotenzial aufweisen, war bei uns die Zuversicht groß, dass wir in diesem Sortenpool eine oder vielleicht auch mehrere allergikerfreundliche Sorten finden werden“, erklärt Dierend. Im nächsten Schritt wurden die Proben aus Osnabrück zur Technischen Universität München (TUM) versandt, denn hier fand die Laboruntersuchung der Äpfel auf Allergene statt.

Der Erfolg des Forschungsprojekts basiert auf der Expertise der unterschiedlichen Fachbereiche. Für die Entwicklung der neuen Apfelsorten konnten die WissenschaftlerInnen auf über 700 Sorten aus dem Züchtungsprogramm der ZIN zurückgreifen. Hintergrund ist, dass die Mehrzahl der ApfelallergikerInnen in Europa sowie Nordamerika auf das Allergen Mal d 1 reagieren, da dieses Protein eine sehr ähnliche Molekülstruktur hat wie das Aller- Bet v 1 in Birkenpollen, so Prof. Wilfried Schwab, Professor für Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM. Das heißt, BirkenpollenallergikerInnen spüren häufig auch unangenehme Nebenwirkungen beim Verzehr von Äpfeln. Auf Basis dieser Information untersuchten Schwab und sein Team 700 verschiedene ZIN-Sorten auf ihren Mal-d1-Gehalt.

Die Apfelsorten, die einen besonders geringen Allergengehalt hatten, wurden an Prof. Karl-Christian Bergmann, Charité – Universitätsmedizin Berlin, verschickt. Bergmann und Team führten orale Provokationstests durch ApfelallergikerInnen verzehrten unter medizinischer Aufsicht verschiedene Apfelproben. Auftretende Symptome wurden in einer dreistufigen Intensitäts-Skala bewertet. Da verschiedene ApfelallergikerInnen individuell reagieren, mussten die Tests über einen Zeitraum von mehreren Jahren wiederholt werden. Die neuen allergikerfreundlichen Apfelsorten, die aktuell noch ZIN 168 und ZIN 186 heißen, haben eine rote Fruchtoberfläche. Die Äpfel der ZIN-Sorte 168 sind mittelgroß mit einem festen und knackigen Fruchtfleisch.

„Trotz der genauen Untersuchungen wird es nie möglich sein, komplett allergenfreie Äpfel zu entwickeln – allergikerfreundliche Äpfel sind aber schon für viele Allergikerinnen und Allergiker erstmals wieder eine Möglichkeit, ohne Folgen in einen Apfel beißen zu können“, sagt Prof. Schwab. Die WissenschaftlerInnen sind optimistisch, dass die beiden allergikerfreundlichen Apfelsorten im Jahr 2025 oder 2026 in den Regalen der Supermärkte ausliegen werden.

Quellen:

• Technische Universität München, Pressemeldung vom 30.03.2022

• Infothek Gesundheit, Pressemeldung vom 30.03.22. https://infothek-gesundheit.de/apfelallergie-viele-alte-sorten-sind-vertraeglich/ 


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Veröffentlicht: 15.06.2022

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