Antibiotika bekämpfen bakterielle Infektionen effektiv. Gleichzeitig greifen sie nicht nur krankmachenden Keime, sondern auch nützliche Bakterien im Darm an, wodurch sie (kurzfristig) erhebliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom haben. Störungen des Darmmikrobioms stehen in Zusammenhang mit kardiometabolischen Störungen und anderen gesundheitlichen Folgen. Eine aktuelle Langzeitstudie der Universität Uppsala, Schweden, untersuchte nun, wie lange die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie verändert ist und wie schnell sie sich wieder regeneriert [1]. Dafür werteten sie über acht Jahre hinweg Daten zum Gesundheitszustand und zur Antibiotikaeinnahme von 14979 Erwachsenen in Schweden aus. Zusätzlich analysierten sie Stuhlproben dieser Testpersonen, um die Zusammensetzung ihrer Darmflora zu bestimmen. Ergebnis: „Wir sehen, dass eine vier bis acht Jahre zurückliegende Antibiotikaeinnahme mit der heutigen Zusammensetzung des Darmmikrobioms einer Person zusammenhängt. Schon eine einzige Behandlung mit bestimmten Antibiotika hinterlässt Spuren“, sagt Dr. Gabriel Baldanzi von der Universität Uppsala. Die Studie zeigt auch, dass der Einfluss auf das Mikrobiom stark vom Wirkstoff abhängt.  Relativ häufig verschriebene Wirkstoffe wie Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim hinterließen kaum längerfristige Spuren im Darmmikrobiom. Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin  führten dagegen zu signifikanten Veränderungen, die auch noch vier bis acht Jahre später nachweisbar seien. Die Analysen zeigen, dass die Veränderungen der Darmflora tatsächlich einige Bakteriengruppen begünstigten, die als mögliche Mitverursacher von Übergewicht, hohen Cholesterinspiegeln, entzündlichen Darmerkrankungen und Typ-2-Diabetes gelten. Der Anteil dieser Bakteriengruppen war nach der Antibiotikabehandlung nach Aussage des Teams erhöht. Die Artenvielfalt und Zahl einiger gesundheitsfördernder Bakteriengruppen war hingegen verringert. Literatur 1. Baldanzi G, Larsson A, Sayols-Baixeras S, et al.: Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals. Nat Med 2026. Quellen:
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2026 auf Seite M202.
Antibiotika bekämpfen bakterielle Infektionen effektiv. Gleichzeitig greifen sie nicht nur krankmachenden Keime, sondern auch nützliche Bakterien im Darm an, wodurch sie (kurzfristig) erhebliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom haben. Störungen des Darmmikrobioms stehen in Zusammenhang mit kardiometabolischen Störungen und anderen gesundheitlichen Folgen.
Antibiotika bekämpfen bakterielle Infektionen effektiv. Gleichzeitig greifen sie nicht nur krankmachenden Keime, sondern auch nützliche Bakterien im Darm an, wodurch sie (kurzfristig) erhebliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom haben. Störungen des Darmmikrobioms stehen in Zusammenhang mit kardiometabolischen Störungen und anderen gesundheitlichen Folgen. Eine aktuelle Langzeitstudie der Universität Uppsala, Schweden, untersuchte nun, wie lange die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie verändert ist und wie schnell sie sich wieder regeneriert [1]. Dafür werteten sie über acht Jahre hinweg Daten zum Gesundheitszustand und zur Antibiotikaeinnahme von 14979 Erwachsenen in Schweden aus. Zusätzlich analysierten sie Stuhlproben dieser Testpersonen, um die Zusammensetzung ihrer Darmflora zu bestimmen. Ergebnis: „Wir sehen, dass eine vier bis acht Jahre zurückliegende Antibiotikaeinnahme mit der heutigen Zusammensetzung des Darmmikrobioms einer Person zusammenhängt. Schon eine einzige Behandlung mit bestimmten Antibiotika hinterlässt Spuren“, sagt Dr. Gabriel Baldanzi von der Universität Uppsala. Die Studie zeigt auch, dass der Einfluss auf das Mikrobiom stark vom Wirkstoff abhängt.  Relativ häufig verschriebene Wirkstoffe wie Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim hinterließen kaum längerfristige Spuren im Darmmikrobiom. Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin  führten dagegen zu signifikanten Veränderungen, die auch noch vier bis acht Jahre später nachweisbar seien. Die Analysen zeigen, dass die Veränderungen der Darmflora tatsächlich einige Bakteriengruppen begünstigten, die als mögliche Mitverursacher von Übergewicht, hohen Cholesterinspiegeln, entzündlichen Darmerkrankungen und Typ-2-Diabetes gelten. Der Anteil dieser Bakteriengruppen war nach der Antibiotikabehandlung nach Aussage des Teams erhöht. Die Artenvielfalt und Zahl einiger gesundheitsfördernder Bakteriengruppen war hingegen verringert. Literatur 1. Baldanzi G, Larsson A, Sayols-Baixeras S, et al.: Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals. Nat Med 2026. Quellen:
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2026 auf Seite M202.

Medizin: Antibiotika können die Darmflora länger schädigen als angenommen

Antibiotika bekämpfen bakterielle Infektionen effektiv. Gleichzeitig greifen sie nicht nur krankmachenden Keime, sondern auch nützliche Bakterien im Darm an, wodurch sie (kurzfristig) erhebliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom haben. Störungen des Darmmikrobioms stehen in Zusammenhang mit kardiometabolischen Störungen und anderen gesundheitlichen Folgen.

Eine aktuelle Langzeitstudie der Universität Uppsala, Schweden, untersuchte nun, wie lange die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie verändert ist und wie schnell sie sich wieder regeneriert [1]. Dafür werteten sie über acht Jahre hinweg Daten zum Gesundheitszustand und zur Antibiotikaeinnahme von 14979 Erwachsenen in Schweden aus. Zusätzlich analysierten sie Stuhlproben dieser Testpersonen, um die Zusammensetzung ihrer Darmflora zu bestimmen.
Ergebnis: „Wir sehen, dass eine vier bis acht Jahre zurückliegende Antibiotikaeinnahme mit der heutigen Zusammensetzung des Darmmikrobioms einer Person zusammenhängt. Schon eine einzige Behandlung mit bestimmten Antibiotika hinterlässt Spuren“, sagt Dr. Gabriel Baldanzi von der Universität Uppsala.
Die Studie zeigt auch, dass der Einfluss auf das Mikrobiom stark vom Wirkstoff abhängt.  Relativ häufig verschriebene Wirkstoffe wie Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim hinterließen kaum längerfristige Spuren im Darmmikrobiom. Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin  führten dagegen zu signifikanten Veränderungen, die auch noch vier bis acht Jahre später nachweisbar seien.
Die Analysen zeigen, dass die Veränderungen der Darmflora tatsächlich einige Bakteriengruppen begünstigten, die als mögliche Mitverursacher von Übergewicht, hohen Cholesterinspiegeln, entzündlichen
Darmerkrankungen und Typ-2-Diabetes gelten. Der Anteil dieser Bakteriengruppen war nach der Antibiotikabehandlung nach Aussage des Teams erhöht. Die Artenvielfalt und Zahl einiger gesundheitsfördernder
Bakteriengruppen war hingegen verringert.

Literatur
1. Baldanzi G, Larsson A, Sayols-Baixeras S, et al.: Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals. Nat Med 2026.

Quellen:



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Veröffentlicht: 15.04.2026

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