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Durch den obligatorisch erhöhten Zusatz von DHA entsteht eine ganz neuartige Zusammensetzung von Säuglingsnahrungen, deren Eignung und Sicherheit bisher nicht in klinischen Studien belegt wurden. Deshalb hielt die gemeinnützige Stiftung Kindergesundheit in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie für Pädiatrie einen Workshop mit meinungsbildenden internationalen WissenschaftlerInnen auf diesem Gebiet und VertreterInnen von Elternorganisationen, um die bestehenden Fragen zu diskutieren. Die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Empfehlungen wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht [2].
Die ExpertInnen betonen, dass Muttermilch die erste Wahl in der Ernährung am Lebensanfang ist und auch als Goldstandard für die Wahl der Inhaltsstoffe von Flaschennahrung gilt. Muttermilch liefert immer sowohl DHA als auch Arachidonsäure. Weltweit sind in der Muttermilch die Arachidonsäurekonzentrationen meist deutlich höher als die von DHA. Studien haben Säuglingsnahrungen mit verschiedenen Gehalten verglichen. Sie zeigen bei hoher DHA-Konzentration aber niedrigem Arachidonsäuregehalt Nachteile der kindlichen Entwicklung bis zum Alter von 9 Jahren und bei Tieren auch eine Verminderung des normalen Arachidonsäuregehalts im Gehirngewebe.
Die neuen Empfehlungen raten dringend dazu, für nicht oder nicht vollgestillte Säuglinge nur solche Säuglingsnahrungen zu verwenden, die neben DHA auch mindestens die gleiche Menge Arachidonsäure enthalten.
Quelle: Stiftung Kindergesundheit, Pressemeldung vom 28.10.2019