Kritische Vitamine und Vitaminzufuhr in besonderen Lebenssituationen

Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Vitaminmangelkrankheiten kommen bei im Übrigen gesunden Erwachsenen in Deutschland äußerst selten vor. Während Teil 1 der Stellungnahme auf die Vitaminversorgung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen einging, schildert der vorliegende zweite Teil bestimmte Situationen, bei denen eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Nähr stoffen wie Vitaminen auch bei Gesunden gefährdet und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein kann.

Ein ungünstiges Ernährungsverhalten kann bei keiner Bevölkerungsgruppe durch Einnahme von Vitaminpräparaten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Dem fehlenden Nutzen steht das Risiko durch zu hohe, gesundheitlich bedenkliche Zufuhren gegen über, wenn hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt werden. Nur in bestimmten Situationen kann eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen (und anderen essenziellen Nährstoffen) auch bei Gesunden nicht gegeben und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen angezeigt sein.

Dies betrifft Neugeborene (orale Gabe von 3 x 2 mg Vitamin K), Säuglinge (täglich 10 μg Vitamin D und 0,25 mg Fluorid), Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten [täglich 400 μg Folsäure, möglichst schon vor der Konzeption (spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft) und während des ersten Drittels der Schwangerschaft], Schwangere und Stillende [nach Rücksprache mit dem Arzt Jodid (100[–150]) g pro Tag, bei nachgewiesenem Eisenmangel auch Eisen]. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen muss die wünschenswerte Vitamin-D-Versorgung (25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l) zusätzlich zur Ernährung über die endogene Synthese (mithilfe von UV-B-Licht in der Haut) und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates gedeckt werden.

Bei fehlender endogener Synthese ist die Einnahme einer täglichen Vitamin-D-Dosis notwendig, die die Differenz zwischen der Zufuhr mit der Ernährung (1 bis 2 μg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 μg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) und dem Schätzwert (20 μg pro Tag) ausgleicht. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Versorgung ohne Einnahme eines Vitamin-D-Präparates erreicht werden.

Schlüsselwörter: Vitaminversorgung, Referenzwerte, kritische Vitamine, besondere Lebenssituationen

DGE Statement: Evaluation of Vitamin Supplies in Germany, Part 2

Critical Vitamins and Vitamin Supplies in Special Situations


Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Dr. Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Germany is not a country with vitamin deficiency. In Germany, vitamin deficiency diseases are extremely rare in otherwise healthy adults. However, if a population group exhibits unhealthy nutritional behaviour, this can never be balanced by taking vitamin preparations or other food supplements.

On the one hand, there is the lack of benefit. On the other hand, there is a risk that excessive supplies may be a health risk, if high dose food supplements are taken together with enriched foods. It is only in specific situations that an adequate supply to healthy subjects of vitamins (and other essential nutrients) cannot be guaranteed; specific nutritional supplements may then be necessary. This is the case with neonates (oral administration of 3 x 2 mg vitamin K), babies (daily 10 g vitamin D and 0.25 mg fluoride), women who want to or can become pregnant [daily 400 μg folic acid, if at all possible before conception; not later than 4 weeks before the start of the pregnancy, and during the first third of the pregnancy], pregnant women and breast-feeding women [as agreed with the doctor, iodide (100[–150]) g per day, as well as iron, if iron deficiency has been demonstrated].

In children, adolescents and adults, the desired vitamin D supply (25-hydroxy-vitamin D serum concentration of at least 50 nmol/l) must be covered by a combination of nutrition and endogenous synthesis (supported by UV-B light in the skin), possibly together with ingestion of a vitamin D preparation. If there is no endogenous synthesis, a daily dose of vitamin D must be taken, which covers the difference between intake in food (1 to 2 μg per day in children, 2 to 4 μg per day in adolescents and adults) and the estimated required level (20 μg per day). If there is frequent sunshine, the desired supplies can be attained without taking a vitamin D preparation.

Keywords: Vitamin supplies, reference values, critical vitamins, special situations






Lesen hier die 
wissenschaftliche Stellungnahme der DGE zum Thema Beurteilung der Vitaminversorgung in Deutschland.

Read english version: http://www.dge.de/pdf/ws/130515-DGE-statement-vitamin-supply.pdf (PDF Download english)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 07/12 von Seite 396 bis 401.




Kritische Vitamine und Vitaminzufuhr in besonderen Lebenssituationen

Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Vitaminmangelkrankheiten kommen bei im Übrigen gesunden Erwachsenen in Deutschland äußerst selten vor. Während Teil 1 der Stellungnahme auf die Vitaminversorgung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen einging, schildert der vorliegende zweite Teil bestimmte Situationen, bei denen eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Nähr stoffen wie Vitaminen auch bei Gesunden gefährdet und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein kann.

Ein ungünstiges Ernährungsverhalten kann bei keiner Bevölkerungsgruppe durch Einnahme von Vitaminpräparaten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Dem fehlenden Nutzen steht das Risiko durch zu hohe, gesundheitlich bedenkliche Zufuhren gegen über, wenn hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt werden. Nur in bestimmten Situationen kann eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen (und anderen essenziellen Nährstoffen) auch bei Gesunden nicht gegeben und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen angezeigt sein.

Dies betrifft Neugeborene (orale Gabe von 3 x 2 mg Vitamin K), Säuglinge (täglich 10 μg Vitamin D und 0,25 mg Fluorid), Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten [täglich 400 μg Folsäure, möglichst schon vor der Konzeption (spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft) und während des ersten Drittels der Schwangerschaft], Schwangere und Stillende [nach Rücksprache mit dem Arzt Jodid (100[–150]) g pro Tag, bei nachgewiesenem Eisenmangel auch Eisen]. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen muss die wünschenswerte Vitamin-D-Versorgung (25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l) zusätzlich zur Ernährung über die endogene Synthese (mithilfe von UV-B-Licht in der Haut) und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates gedeckt werden.

Bei fehlender endogener Synthese ist die Einnahme einer täglichen Vitamin-D-Dosis notwendig, die die Differenz zwischen der Zufuhr mit der Ernährung (1 bis 2 μg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 μg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) und dem Schätzwert (20 μg pro Tag) ausgleicht. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Versorgung ohne Einnahme eines Vitamin-D-Präparates erreicht werden.

Schlüsselwörter: Vitaminversorgung, Referenzwerte, kritische Vitamine, besondere Lebenssituationen

DGE Statement: Evaluation of Vitamin Supplies in Germany, Part 2

Critical Vitamins and Vitamin Supplies in Special Situations


Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Dr. Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Germany is not a country with vitamin deficiency. In Germany, vitamin deficiency diseases are extremely rare in otherwise healthy adults. However, if a population group exhibits unhealthy nutritional behaviour, this can never be balanced by taking vitamin preparations or other food supplements.

On the one hand, there is the lack of benefit. On the other hand, there is a risk that excessive supplies may be a health risk, if high dose food supplements are taken together with enriched foods. It is only in specific situations that an adequate supply to healthy subjects of vitamins (and other essential nutrients) cannot be guaranteed; specific nutritional supplements may then be necessary. This is the case with neonates (oral administration of 3 x 2 mg vitamin K), babies (daily 10 g vitamin D and 0.25 mg fluoride), women who want to or can become pregnant [daily 400 μg folic acid, if at all possible before conception; not later than 4 weeks before the start of the pregnancy, and during the first third of the pregnancy], pregnant women and breast-feeding women [as agreed with the doctor, iodide (100[–150]) g per day, as well as iron, if iron deficiency has been demonstrated].

In children, adolescents and adults, the desired vitamin D supply (25-hydroxy-vitamin D serum concentration of at least 50 nmol/l) must be covered by a combination of nutrition and endogenous synthesis (supported by UV-B light in the skin), possibly together with ingestion of a vitamin D preparation. If there is no endogenous synthesis, a daily dose of vitamin D must be taken, which covers the difference between intake in food (1 to 2 μg per day in children, 2 to 4 μg per day in adolescents and adults) and the estimated required level (20 μg per day). If there is frequent sunshine, the desired supplies can be attained without taking a vitamin D preparation.

Keywords: Vitamin supplies, reference values, critical vitamins, special situations






Lesen hier die 
wissenschaftliche Stellungnahme der DGE zum Thema Beurteilung der Vitaminversorgung in Deutschland.

Read english version: http://www.dge.de/pdf/ws/130515-DGE-statement-vitamin-supply.pdf (PDF Download english)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ernährungs Umschau 07/12 von Seite 396 bis 401.


Beurteilung der Vitaminversorgung in Deutschland, Teil 2

Kritische Vitamine und Vitaminzufuhr in besonderen Lebenssituationen

Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Vitaminmangelkrankheiten kommen bei im Übrigen gesunden Erwachsenen in Deutschland äußerst selten vor. Während Teil 1 der Stellungnahme auf die Vitaminversorgung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen einging, schildert der vorliegende zweite Teil bestimmte Situationen, bei denen eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Nähr stoffen wie Vitaminen auch bei Gesunden gefährdet und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein kann.

Ein ungünstiges Ernährungsverhalten kann bei keiner Bevölkerungsgruppe durch Einnahme von Vitaminpräparaten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Dem fehlenden Nutzen steht das Risiko durch zu hohe, gesundheitlich bedenkliche Zufuhren gegen über, wenn hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt werden. Nur in bestimmten Situationen kann eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen (und anderen essenziellen Nährstoffen) auch bei Gesunden nicht gegeben und eine gezielte Ergänzung der Ernährung mit einzelnen Nährstoffen angezeigt sein.

Dies betrifft Neugeborene (orale Gabe von 3 x 2 mg Vitamin K), Säuglinge (täglich 10 μg Vitamin D und 0,25 mg Fluorid), Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten [täglich 400 μg Folsäure, möglichst schon vor der Konzeption (spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft) und während des ersten Drittels der Schwangerschaft], Schwangere und Stillende [nach Rücksprache mit dem Arzt Jodid (100[–150]) g pro Tag, bei nachgewiesenem Eisenmangel auch Eisen]. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen muss die wünschenswerte Vitamin-D-Versorgung (25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l) zusätzlich zur Ernährung über die endogene Synthese (mithilfe von UV-B-Licht in der Haut) und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparates gedeckt werden.

Bei fehlender endogener Synthese ist die Einnahme einer täglichen Vitamin-D-Dosis notwendig, die die Differenz zwischen der Zufuhr mit der Ernährung (1 bis 2 μg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 μg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) und dem Schätzwert (20 μg pro Tag) ausgleicht. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Versorgung ohne Einnahme eines Vitamin-D-Präparates erreicht werden.

Schlüsselwörter: Vitaminversorgung, Referenzwerte, kritische Vitamine, besondere Lebenssituationen

DGE Statement: Evaluation of Vitamin Supplies in Germany, Part 2

Critical Vitamins and Vitamin Supplies in Special Situations

Angela Bechthold, Vanessa Albrecht, Dr. Eva Leschik-Bonnet, Bonn; Helmut Heseker, Paderborn

Germany is not a country with vitamin deficiency. In Germany, vitamin deficiency diseases are extremely rare in otherwise healthy adults. However, if a population group exhibits unhealthy nutritional behaviour, this can never be balanced by taking vitamin preparations or other food supplements.

On the one hand, there is the lack of benefit. On the other hand, there is a risk that excessive supplies may be a health risk, if high dose food supplements are taken together with enriched foods. It is only in specific situations that an adequate supply to healthy subjects of vitamins (and other essential nutrients) cannot be guaranteed; specific nutritional supplements may then be necessary. This is the case with neonates (oral administration of 3 x 2 mg vitamin K), babies (daily 10 g vitamin D and 0.25 mg fluoride), women who want to or can become pregnant [daily 400 μg folic acid, if at all possible before conception; not later than 4 weeks before the start of the pregnancy, and during the first third of the pregnancy], pregnant women and breast-feeding women [as agreed with the doctor, iodide (100[–150]) g per day, as well as iron, if iron deficiency has been demonstrated].

In children, adolescents and adults, the desired vitamin D supply (25-hydroxy-vitamin D serum concentration of at least 50 nmol/l) must be covered by a combination of nutrition and endogenous synthesis (supported by UV-B light in the skin), possibly together with ingestion of a vitamin D preparation. If there is no endogenous synthesis, a daily dose of vitamin D must be taken, which covers the difference between intake in food (1 to 2 μg per day in children, 2 to 4 μg per day in adolescents and adults) and the estimated required level (20 μg per day). If there is frequent sunshine, the desired supplies can be attained without taking a vitamin D preparation.

Keywords: Vitamin supplies, reference values, critical vitamins, special situations


Lesen hier die wissenschaftliche Stellungnahme der DGE zum Thema Beurteilung der Vitaminversorgung in Deutschland.

Read english version: http://www.dge.de/pdf/ws/130515-DGE-statement-vitamin-supply.pdf (PDF Download english)

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DOI: 2012.969
Veröffentlicht: 19.06.2012

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