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„Glücklicherweise haben wir in Deutschland noch nicht das Problem, dass Krankenkassen mehr Geld verlangen können, wenn jemand krank ist“, erklärt Pascal BERRANG, Doktorand am CISPA. In den USA sei dies anders. Dort finde ein regelrechter Handel mit Krankendaten statt. Selbst medizinische Studien seien nicht sicher.
So genannte microRNA, kurze Ribonukleinsäure-Moleküle, gelten bei Ärzten als ein neuer Typ von Biomarkern für zahlreiche Erkrankungen. Mit gleich zwei unterschiedlichen Angriffsmethoden konnten die Saarbrücker Informatiker die Anonymität der Studienteilnehmer einer Modellstudie knacken und ihre microRNA-Daten auswerten. „Wenn man die Auswertungen veröffentlicht und eine Krankenkasse das microRNA- Profil eines ihrer Mitglieder kennt, kann sie herausfinden, an welcher Krankheit er leidet”, erläutert BERRANG.
Die CISPA-Informatiker entwickelten daher mögliche Gegenmaßnahmen, um die sensiblen medizinischen Daten von Teilnehmern medizinischer Studien zu schützen. Dies erwies sich als nicht einfach – das Einfügen von weiteren Daten als „Hintergrundrauschen“ zur Verschleierung der relevanten Daten für mögliche Hacker war möglich, erschwerte die Arbeit der Studiendurchführenden aber erheblich. Die Forscher empfehlen daher, die Daten nur minimal zu verrauschen und auf hohe Teilnehmerzahlen zu achten.
Das CISPA wurde im Oktober 2011 mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit an der Universität des Saarlandes gegründet.
Quelle: Universität des Saarlandes, Pressemeldung vom 16.03.2017