Ernährungsforschung ist derzeit in Deutschland überwiegend naturwissenschaftlich ausgerichtet, bildet aber die gesellschaftliche Bedeutung und Komplexität des Phänomens Ernährung nicht ausreichend ab. Möglicherweise liegt hier ein Grund dafür, dass trotz intensiver Forschung ökologische Fehlentwicklungen im Ernährungssektor und ernährungsmitbedingte Gesundheitsprobleme in einzelnen Bevölkerungsgruppen weiterhin zunehmen. Der Beitrag ermutigt zu mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Ernährungsforschung.


Gesellschaftliche Problemperspektiven


Ernährung ist ein Grundbedürfnis aller Menschen; sie müssen sich ernähren, um zu überleben. Dabei scheint die existenzielle Bedeutung der Ernährung in der Wohlstandsgesellschaft nahezu vergessen, denn in westlichen Industrieländern ist heute nicht nur die ausreichende Verfügbarkeit an Lebensmitteln für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung als Problem gelöst. Ebenso ist es Normalität, dass räumliche und zeitliche Restriktionen des Essens außer Kraft gesetzt sind. So kann in den urbanen Zentren der westlichen Welt nahezu rund um die Uhr gegessen werden. Wurde Ernährung bis in die 1960er Jahre in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern noch vorrangig unter dem Fokus von Nahrungssicherung diskutiert, so hat die Thematisierung von Ernährung in den letzten Dekaden eine deutliche Veränderung erfahren [1].

Im westlichen Kontext geht es heute weniger um die Grundsicherung der Ernährung der Bevölkerung. Vielmehr werden die Folgen der industrialisierten Erzeugung von Lebensmitteln mit Primat auf Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Agrarmarkt diskutiert, die anstelle des Mangels ein Überangebot von Nahrung schaffen. Hiermit sind einerseits Fragen des Umgangs mit Nahrungswohlstand und Verschwendung bis hin zu Problemen der so genannten Fehlernährung durch Überernährung berührt und andererseits gravierende ökologische Folgewirkungen westlicher Ernährungsstile angesprochen [2].




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 8/17 von Seite M436 bis M443.




Ernährungsforschung ist derzeit in Deutschland überwiegend naturwissenschaftlich ausgerichtet, bildet aber die gesellschaftliche Bedeutung und Komplexität des Phänomens Ernährung nicht ausreichend ab. Möglicherweise liegt hier ein Grund dafür, dass trotz intensiver Forschung ökologische Fehlentwicklungen im Ernährungssektor und ernährungsmitbedingte Gesundheitsprobleme in einzelnen Bevölkerungsgruppen weiterhin zunehmen. Der Beitrag ermutigt zu mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Ernährungsforschung.


Gesellschaftliche Problemperspektiven


Ernährung ist ein Grundbedürfnis aller Menschen; sie müssen sich ernähren, um zu überleben. Dabei scheint die existenzielle Bedeutung der Ernährung in der Wohlstandsgesellschaft nahezu vergessen, denn in westlichen Industrieländern ist heute nicht nur die ausreichende Verfügbarkeit an Lebensmitteln für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung als Problem gelöst. Ebenso ist es Normalität, dass räumliche und zeitliche Restriktionen des Essens außer Kraft gesetzt sind. So kann in den urbanen Zentren der westlichen Welt nahezu rund um die Uhr gegessen werden. Wurde Ernährung bis in die 1960er Jahre in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern noch vorrangig unter dem Fokus von Nahrungssicherung diskutiert, so hat die Thematisierung von Ernährung in den letzten Dekaden eine deutliche Veränderung erfahren [1].

Im westlichen Kontext geht es heute weniger um die Grundsicherung der Ernährung der Bevölkerung. Vielmehr werden die Folgen der industrialisierten Erzeugung von Lebensmitteln mit Primat auf Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Agrarmarkt diskutiert, die anstelle des Mangels ein Überangebot von Nahrung schaffen. Hiermit sind einerseits Fragen des Umgangs mit Nahrungswohlstand und Verschwendung bis hin zu Problemen der so genannten Fehlernährung durch Überernährung berührt und andererseits gravierende ökologische Folgewirkungen westlicher Ernährungsstile angesprochen [2].




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 8/17 von Seite M436 bis M443.


Den Ernährungsalltag verstehen: Ein Beitrag der Ernährungssoziologie für eine interdisziplinäre Ernährungsforschung

Ernährungsforschung ist derzeit in Deutschland überwiegend naturwissenschaftlich ausgerichtet, bildet aber die gesellschaftliche Bedeutung und Komplexität des Phänomens Ernährung nicht ausreichend ab. Möglicherweise liegt hier ein Grund dafür, dass trotz intensiver Forschung ökologische Fehlentwicklungen im Ernährungssektor und ernährungsmitbedingte Gesundheitsprobleme in einzelnen Bevölkerungsgruppen weiterhin zunehmen. Der Beitrag ermutigt zu mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Natur-, Kultur- und Sozialwissenschaften in der Ernährungsforschung.
Gesellschaftliche Problemperspektiven

Ernährung ist ein Grundbedürfnis aller Menschen; sie müssen sich ernähren, um zu überleben. Dabei scheint die existenzielle Bedeutung der Ernährung in der Wohlstandsgesellschaft nahezu vergessen, denn in westlichen Industrieländern ist heute nicht nur die ausreichende Verfügbarkeit an Lebensmitteln für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung als Problem gelöst. Ebenso ist es Normalität, dass räumliche und zeitliche Restriktionen des Essens außer Kraft gesetzt sind. So kann in den urbanen Zentren der westlichen Welt nahezu rund um die Uhr gegessen werden. Wurde Ernährung bis in die 1960er Jahre in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern noch vorrangig unter dem Fokus von Nahrungssicherung diskutiert, so hat die Thematisierung von Ernährung in den letzten Dekaden eine deutliche Veränderung erfahren [1].

Im westlichen Kontext geht es heute weniger um die Grundsicherung der Ernährung der Bevölkerung. Vielmehr werden die Folgen der industrialisierten Erzeugung von Lebensmitteln mit Primat auf Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Agrarmarkt diskutiert, die anstelle des Mangels ein Überangebot von Nahrung schaffen. Hiermit sind einerseits Fragen des Umgangs mit Nahrungswohlstand und Verschwendung bis hin zu Problemen der so genannten Fehlernährung durch Überernährung berührt und andererseits gravierende ökologische Folgewirkungen westlicher Ernährungsstile angesprochen [2].


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 8/17 von Seite M436 bis M443.

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Rubrik: Special
Veröffentlicht: 15.08.2017

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