Ernährungsprobleme systematisch lösen


Der German-Nutrition Care Process1 (G-NCP) stellt eine Struktur bereit, um professionelles Handeln in der Ernährungstherapie, Ernährungsprävention sowie der ernährungsbezogenen Gesundheitsförderung systematisch, adressatengerecht, transparent und für Dritte nachvollziehbar zu ermöglichen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Entstehung des German-Nutrition Care Process, stellt seinen Aufbau vor und erläutert das prozessgeleitete Handeln in der Ernährungsberatung anhand eines Fallbeispiels und des G-NCP-Modells.

Einleitung


In verschiedenen europäischen Ländern und in den USA entwickelten Diätassistenten2 Prozessmodelle, um ihr Handeln transparenter und vergleichbarer zu gestalten. Bereits in den 1980er Jahren entstand in den Niederlanden mit dem Dietistisch Methodisch Handelen [1] das vermutlich erste Prozessmodell in der Diätetik in Europa. Im Jahr 2003 veröffentlichte die Academy of Nutrition and Dietetics (AND) in den USA den Nutrition Care Process [2], dessen Entstehungsgeschichte sich auf die 1970er Jahre zurückverfolgen lässt. Im deutschsprachigen Raum wurde 2006 der Diätologische Prozess verpflichtend in die Ausbildung in Österreich eingeführt [3], im gleichen Jahr publizierte auch die British Dietetic Association (BDA) den Dietetic and Nutrition Care Process [4]. Damit folgten die Diätassistenten den Pflegeberufen, bei denen die Entwicklung handlungsfeldspezifischer Prozessmodelle schon in den 1950er Jahren stattfand.

Seit 2009 setzte sich auch der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) mit dem prozessgeleiteten Handeln auseinander [5]. Dabei wurde in Deutschland zunächst das US-amerikanische Prozessmodell favorisiert, da es bereits etabliert und evaluiert ist und die Kontextbedingungen, in denen ernährungsbezogene Maßnahmen stattfinden, einbezieht [6]. Da es aber nicht möglich war, den US-amerikanischen Nutrition Care Process uneingeschränkt auf Deutschland zu übertragen, wurde 2013 im VDD eine Arbeitsgruppe gebildet, als deren Ergebnis der German-Nutrition Care Process entstand und 2015 in einem Manual erstveröffentlicht wurde [6].

1 Dieser Beitrag ist eine überarbeitete und erweiterte Version des Beitrags „Der German- Nutrition Care Process (G-NCP) mit besonderem Fokus auf die Ernährungsberatung“ aus dem Sonderheft „Ernährungsmedizin und Diätetik“ (2017) der ERNÄHRUNGS UMSCHAU.

2 Für eine leichtere Lesbarkeit wird im Beitrag nur die männliche Form verwendet, gemeint sind jeweils beide Geschlechter.




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 10/17 von Seite M568 bis M579.


Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.



Ernährungsprobleme systematisch lösen


Der German-Nutrition Care Process1 (G-NCP) stellt eine Struktur bereit, um professionelles Handeln in der Ernährungstherapie, Ernährungsprävention sowie der ernährungsbezogenen Gesundheitsförderung systematisch, adressatengerecht, transparent und für Dritte nachvollziehbar zu ermöglichen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Entstehung des German-Nutrition Care Process, stellt seinen Aufbau vor und erläutert das prozessgeleitete Handeln in der Ernährungsberatung anhand eines Fallbeispiels und des G-NCP-Modells.

Einleitung


In verschiedenen europäischen Ländern und in den USA entwickelten Diätassistenten2 Prozessmodelle, um ihr Handeln transparenter und vergleichbarer zu gestalten. Bereits in den 1980er Jahren entstand in den Niederlanden mit dem Dietistisch Methodisch Handelen [1] das vermutlich erste Prozessmodell in der Diätetik in Europa. Im Jahr 2003 veröffentlichte die Academy of Nutrition and Dietetics (AND) in den USA den Nutrition Care Process [2], dessen Entstehungsgeschichte sich auf die 1970er Jahre zurückverfolgen lässt. Im deutschsprachigen Raum wurde 2006 der Diätologische Prozess verpflichtend in die Ausbildung in Österreich eingeführt [3], im gleichen Jahr publizierte auch die British Dietetic Association (BDA) den Dietetic and Nutrition Care Process [4]. Damit folgten die Diätassistenten den Pflegeberufen, bei denen die Entwicklung handlungsfeldspezifischer Prozessmodelle schon in den 1950er Jahren stattfand.

Seit 2009 setzte sich auch der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) mit dem prozessgeleiteten Handeln auseinander [5]. Dabei wurde in Deutschland zunächst das US-amerikanische Prozessmodell favorisiert, da es bereits etabliert und evaluiert ist und die Kontextbedingungen, in denen ernährungsbezogene Maßnahmen stattfinden, einbezieht [6]. Da es aber nicht möglich war, den US-amerikanischen Nutrition Care Process uneingeschränkt auf Deutschland zu übertragen, wurde 2013 im VDD eine Arbeitsgruppe gebildet, als deren Ergebnis der German-Nutrition Care Process entstand und 2015 in einem Manual erstveröffentlicht wurde [6].

1 Dieser Beitrag ist eine überarbeitete und erweiterte Version des Beitrags „Der German- Nutrition Care Process (G-NCP) mit besonderem Fokus auf die Ernährungsberatung“ aus dem Sonderheft „Ernährungsmedizin und Diätetik“ (2017) der ERNÄHRUNGS UMSCHAU.

2 Für eine leichtere Lesbarkeit wird im Beitrag nur die männliche Form verwendet, gemeint sind jeweils beide Geschlechter.




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 10/17 von Seite M568 bis M579.


Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.

Der German-Nutrition Care Process

Ernährungsprobleme systematisch lösen

Der German-Nutrition Care Process1 (G-NCP) stellt eine Struktur bereit, um professionelles Handeln in der Ernährungstherapie, Ernährungsprävention sowie der ernährungsbezogenen Gesundheitsförderung systematisch, adressatengerecht, transparent und für Dritte nachvollziehbar zu ermöglichen. Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über die Entstehung des German-Nutrition Care Process, stellt seinen Aufbau vor und erläutert das prozessgeleitete Handeln in der Ernährungsberatung anhand eines Fallbeispiels und des G-NCP-Modells.

Einleitung

In verschiedenen europäischen Ländern und in den USA entwickelten Diätassistenten2 Prozessmodelle, um ihr Handeln transparenter und vergleichbarer zu gestalten. Bereits in den 1980er Jahren entstand in den Niederlanden mit dem Dietistisch Methodisch Handelen [1] das vermutlich erste Prozessmodell in der Diätetik in Europa. Im Jahr 2003 veröffentlichte die Academy of Nutrition and Dietetics (AND) in den USA den Nutrition Care Process [2], dessen Entstehungsgeschichte sich auf die 1970er Jahre zurückverfolgen lässt. Im deutschsprachigen Raum wurde 2006 der Diätologische Prozess verpflichtend in die Ausbildung in Österreich eingeführt [3], im gleichen Jahr publizierte auch die British Dietetic Association (BDA) den Dietetic and Nutrition Care Process [4]. Damit folgten die Diätassistenten den Pflegeberufen, bei denen die Entwicklung handlungsfeldspezifischer Prozessmodelle schon in den 1950er Jahren stattfand.

Seit 2009 setzte sich auch der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD) mit dem prozessgeleiteten Handeln auseinander [5]. Dabei wurde in Deutschland zunächst das US-amerikanische Prozessmodell favorisiert, da es bereits etabliert und evaluiert ist und die Kontextbedingungen, in denen ernährungsbezogene Maßnahmen stattfinden, einbezieht [6]. Da es aber nicht möglich war, den US-amerikanischen Nutrition Care Process uneingeschränkt auf Deutschland zu übertragen, wurde 2013 im VDD eine Arbeitsgruppe gebildet, als deren Ergebnis der German-Nutrition Care Process entstand und 2015 in einem Manual erstveröffentlicht wurde [6].

1 Dieser Beitrag ist eine überarbeitete und erweiterte Version des Beitrags „Der German- Nutrition Care Process (G-NCP) mit besonderem Fokus auf die Ernährungsberatung“ aus dem Sonderheft „Ernährungsmedizin und Diätetik“ (2017) der ERNÄHRUNGS UMSCHAU.

2 Für eine leichtere Lesbarkeit wird im Beitrag nur die männliche Form verwendet, gemeint sind jeweils beide Geschlechter.


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 10/17 von Seite M568 bis M579.

Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.

News zum Thema des Artikels

Zwei Personen sitzen am Tisch und prüfen ein Schriftstück

Online News: Leopoldina veröffentlicht Positionspapier zur Prävention und Therapie von Adipositas

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat einen Policy Brief zur Eindämmung der Adipositas-Epidemie in Deutschland veröffentlicht. Darin empfiehlt sie Strategien zur Prävention und Therapie von Adipositas …
weiterlesen

5 Grafiken von Menschen in unetrschiedlichen Essumgebungen

Lesetipp Heft 2/2026: Wie Ernährungsumgebungen in grafischen Modellen dargestellt werden

Das Konzept der Ernährungsumgebungen versucht die verschieden Einflussebenen auf das individuelle Ernährungsverhalten zu verdeutlichen. Der Special Beitrag stellt verschiedene Modelle mit ihren Stärken und Limitationen für Public Health-Aufgaben vor …
weiterlesen

Online News: Pflanzenbasierte Ernährung kann das Risiko von Multimorbidität senken

In einer groß angelegten multinationalen Studie mit mehr als 400.000 Personen wurden Ernährungsgewohnheiten und Krankheitsverläufe analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass eine vorwiegend pflanzliche Ernährungsweise mit einem geringeren Risiko für Krebs, Diabetes mellitu …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 11.10.2017

Themen des Artikels

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

Regionale Hülsenfrüchte in der Ernährung

Teil 1 Einführung: Mehr Hülsenfrüchte auf den Teller Es gibt viele Gründe, warum weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte auf dem Teller nachhaltig und gesund sind. Hülsenfrüchte liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß (nicht nur) für eine vegetarische oder vegane Ernähr … weiterlesen

15.09.2025

Lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche und Planetare Gesundheit

Update der Optimierten Mischkost Der globale Klimawandel erfordert einen Paradigmenwechsel in der Ernährung. In der vorliegenden Studie wurde die Nachhaltigkeit des lebensmittelbasierten Ernährungskonzepts der Optimierten Mischkost (OMK) für Kinder und Jugendliche unter … weiterlesen

15.09.2025

Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch

Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung Im Interview mit der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erläutern die Beiratsmitglieder Prof. Dr. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie, Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. D … weiterlesen

Der Bildungsort Esstisch

Gemeinsames Essen als Bildungsanlass  Mahlzeiten bieten Kindern die Möglichkeit für zahlreiche Lernerfahrungen. Sie lernen verschiedene Lebensmittel kennen und üben durch Ausprobieren und Selber-Machen, ihren Körper und dessen Bedürfnisse zu spüren. Wichtig ist ein … weiterlesen

13.08.2025

Alternative Ernährungsformen

Teil 3: Ernährungsformen mit Gesundheitsversprechen im Vordergrund In Teil 3 der Artikelreihe zu alternativen Ernährungsformen (AE) (Teile 1 [1] und 2 [2]) liegt der Fokus auf Ernährungsformen, bei denen Gesundheitsversprechen bzw. -aspekte im Vordergrund stehen. Im Geg … weiterlesen

13.08.2025

Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in einer Hochschule

free access to english version Peer-Review-Verfahren /  Manuskript (Original) eingereicht: 25.10.2024; Überarbeitung angenommen: 25.03.2025 Faktoren der (Nicht-)Verstetigung1 Hintergrund und Fragestellung Die Gemeinschaftsverpflegung in den verschiedenen Lebenswelt … weiterlesen

14.07.2025

Pflanzliche Speisefette und -öle, Teil 10

Teil 10: Leindotteröl Leindotteröl ist in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten, obwohl es sich um ein wertvolles, heimisches Öl handelt. Die wirtschaftliche und ernährungsphysiologische Bedeutung sowie die Besonderheiten dieses Öls werden im vorliegend … weiterlesen

14.07.2025

Hitze in der stationären Gesundheitsversorgung

Ernährungsbasierte Hitzeschutzmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen Der fortschreitende Klimawandel stellt eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. In Deutschland ist Hitze mit aktuell rund 3000 Todesfällen im Jahr die tödlichste Folgeerscheinung. A … weiterlesen