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Interview mit Priv. Doz. Dr. Sabrina Mörkl, Graz
Psychische Erkrankungen sind immer multifaktoriell, d. h. sie müssen auch multifaktoriell behandelt werden. In meiner Praxis versuche ich biopsychosozial auf mehreren Ebenen vorzugehen. Dies braucht natürlich Zeit: In der ersten Einheit verbringen die Patientinnen und Patienten oft bis zu zwei Stunden in meiner Praxis. Eine genaue Anamnese und Untersuchung sind jedoch unverzichtbar, um die Behandlung zielgerichtet auf die Bedürfnisse und die individuelle Situation abzustimmen. Die Patientinnen und Patienten verlassen meine Praxis mit einem ausführlichen Befund, der sowohl gemeinsam erarbeitete Ziele und auch mögliche Schritte dorthin beschreibt, z. B. verhaltenstherapeutische Interventionen zur Anpassung des gegenwärtigen Ernährungsstils, Steuerung des Essverhaltens, gezielte Supplementation bei Nährstoffdefiziten und wenn notwendig selbstverständlich auch Psychopharmaka. Um den Teufelskreis zu durchbrechen muss man also multifaktoriell ansetzen: Ernährungsberatung und Psychoedukation, Erstellung individueller Ernährungspläne, Integration psychotherapeutischer Methoden, Monitoring und Follow up und optimal auch Kollaboration mit einem interdisziplinären Team. …