(H)Ort für gesundes Essen


„Jeder Garten ist ein imaginiertes Paradies“ (Nadine OLONETZKY) [1] Seit jeher ist der Garten ein Projektionsort und ein Ort für den Anbau von Nahrungsmitteln. Was macht einen Garten aus? Wasser, Boden, Wärme, Licht, einen oder mehrere Menschen, die Pflanzen kultivieren, eine Umfriedung – das sind die Grundelemente eines Gartens. Die Geschichte des Gartens ist vor allem auch Kulturgeschichte der Menschen. Was macht den Menschen zum Menschen? Tiere fressen, Menschen gärtnern, Tiere finden Nahrung in ihrem jeweiligen Habitat, Menschen kultivieren Pflanzen und bereiten diese Produkte anschließend als Essen zu. Doch obgleich das Kochen ebenfalls eine vom Menschen initiierte Metamorphose von Rohstoffen zu einem Kulturgut vollbringt, wie es auch beim Gärtnern geschieht, ist das Gärtnern niemals ohne die Beachtung der natürlichen und klimatisch-topografischen Gegebenheiten denkbar. Das Gärtnern ist licht- und temperaturabhängig und an Bewässerung gebunden, ohne die kein Garten denkbar ist.


Eine Kurzgeschichte der Gartenkunst


Die Anfänge der ersten Gärten liegen, wie es archäologische Quellen aufzeigen, im Zweistromland, Vorderasien, zwischen Euphrat und Tigris. Für den „Landschaftsgarten“, den kleinen, umgrenzten Garten gibt es erste Belege um ca. 4 000 v. Chr. [2].

Die ersten Gärten dienten vorrangig der Nahrungsversorgung und weniger den ästhetischen Bedürfnissen der Menschen. Grabfunde aus dem Niltal zeigen, dass Gartenbau im Niltal in kleinen, rechteckig ummauerten Arealen stattfand, die jährlich regelmäßig überflutet und so mit dem wertvollen und fruchtbaren Nilschlamm versorgt wurden.

Funde von über 6 000 Jahre alten Keilschrifttafeln zeigen, dass die Idee eines Paradieses schon in Mesopotamien zu finden war. Der Begriff „Paradies“ stammt aus dem altpersischen pairidaeza, was so viel bedeutet wie pairi „rund herum“ und aeza „Mauer“. Unter Xenophon, 5. Jh. v. Chr., wurde das persische Wort ins Griechische paradeios überführt. Die Perser hatten die Grundstruktur ihrer Gärten von den Ägyptern übernommen, die Hebräer wiederum übernahmen die Gartenkultur von den Persern und formten daraus den pairidaeza, das irdische Abbild des Garten Eden.




Den Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 11/17 auf den Seiten S47 bis S50.




(H)Ort für gesundes Essen


„Jeder Garten ist ein imaginiertes Paradies“ (Nadine OLONETZKY) [1] Seit jeher ist der Garten ein Projektionsort und ein Ort für den Anbau von Nahrungsmitteln. Was macht einen Garten aus? Wasser, Boden, Wärme, Licht, einen oder mehrere Menschen, die Pflanzen kultivieren, eine Umfriedung – das sind die Grundelemente eines Gartens. Die Geschichte des Gartens ist vor allem auch Kulturgeschichte der Menschen. Was macht den Menschen zum Menschen? Tiere fressen, Menschen gärtnern, Tiere finden Nahrung in ihrem jeweiligen Habitat, Menschen kultivieren Pflanzen und bereiten diese Produkte anschließend als Essen zu. Doch obgleich das Kochen ebenfalls eine vom Menschen initiierte Metamorphose von Rohstoffen zu einem Kulturgut vollbringt, wie es auch beim Gärtnern geschieht, ist das Gärtnern niemals ohne die Beachtung der natürlichen und klimatisch-topografischen Gegebenheiten denkbar. Das Gärtnern ist licht- und temperaturabhängig und an Bewässerung gebunden, ohne die kein Garten denkbar ist.


Eine Kurzgeschichte der Gartenkunst


Die Anfänge der ersten Gärten liegen, wie es archäologische Quellen aufzeigen, im Zweistromland, Vorderasien, zwischen Euphrat und Tigris. Für den „Landschaftsgarten“, den kleinen, umgrenzten Garten gibt es erste Belege um ca. 4 000 v. Chr. [2].

Die ersten Gärten dienten vorrangig der Nahrungsversorgung und weniger den ästhetischen Bedürfnissen der Menschen. Grabfunde aus dem Niltal zeigen, dass Gartenbau im Niltal in kleinen, rechteckig ummauerten Arealen stattfand, die jährlich regelmäßig überflutet und so mit dem wertvollen und fruchtbaren Nilschlamm versorgt wurden.

Funde von über 6 000 Jahre alten Keilschrifttafeln zeigen, dass die Idee eines Paradieses schon in Mesopotamien zu finden war. Der Begriff „Paradies“ stammt aus dem altpersischen pairidaeza, was so viel bedeutet wie pairi „rund herum“ und aeza „Mauer“. Unter Xenophon, 5. Jh. v. Chr., wurde das persische Wort ins Griechische paradeios überführt. Die Perser hatten die Grundstruktur ihrer Gärten von den Ägyptern übernommen, die Hebräer wiederum übernahmen die Gartenkultur von den Persern und formten daraus den pairidaeza, das irdische Abbild des Garten Eden.




Den Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 11/17 auf den Seiten S47 bis S50.


Der Küchengarten

(H)Ort für gesundes Essen
„Jeder Garten ist ein imaginiertes Paradies“ (Nadine OLONETZKY) [1] Seit jeher ist der Garten ein Projektionsort und ein Ort für den Anbau von Nahrungsmitteln. Was macht einen Garten aus? Wasser, Boden, Wärme, Licht, einen oder mehrere Menschen, die Pflanzen kultivieren, eine Umfriedung – das sind die Grundelemente eines Gartens. Die Geschichte des Gartens ist vor allem auch Kulturgeschichte der Menschen. Was macht den Menschen zum Menschen? Tiere fressen, Menschen gärtnern, Tiere finden Nahrung in ihrem jeweiligen Habitat, Menschen kultivieren Pflanzen und bereiten diese Produkte anschließend als Essen zu. Doch obgleich das Kochen ebenfalls eine vom Menschen initiierte Metamorphose von Rohstoffen zu einem Kulturgut vollbringt, wie es auch beim Gärtnern geschieht, ist das Gärtnern niemals ohne die Beachtung der natürlichen und klimatisch-topografischen Gegebenheiten denkbar. Das Gärtnern ist licht- und temperaturabhängig und an Bewässerung gebunden, ohne die kein Garten denkbar ist.
Eine Kurzgeschichte der Gartenkunst

Die Anfänge der ersten Gärten liegen, wie es archäologische Quellen aufzeigen, im Zweistromland, Vorderasien, zwischen Euphrat und Tigris. Für den „Landschaftsgarten“, den kleinen, umgrenzten Garten gibt es erste Belege um ca. 4 000 v. Chr. [2].

Die ersten Gärten dienten vorrangig der Nahrungsversorgung und weniger den ästhetischen Bedürfnissen der Menschen. Grabfunde aus dem Niltal zeigen, dass Gartenbau im Niltal in kleinen, rechteckig ummauerten Arealen stattfand, die jährlich regelmäßig überflutet und so mit dem wertvollen und fruchtbaren Nilschlamm versorgt wurden.

Funde von über 6 000 Jahre alten Keilschrifttafeln zeigen, dass die Idee eines Paradieses schon in Mesopotamien zu finden war. Der Begriff „Paradies“ stammt aus dem altpersischen pairidaeza, was so viel bedeutet wie pairi „rund herum“ und aeza „Mauer“. Unter Xenophon, 5. Jh. v. Chr., wurde das persische Wort ins Griechische paradeios überführt. Die Perser hatten die Grundstruktur ihrer Gärten von den Ägyptern übernommen, die Hebräer wiederum übernahmen die Gartenkultur von den Persern und formten daraus den pairidaeza, das irdische Abbild des Garten Eden.


Den Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 11/17 auf den Seiten S47 bis S50.

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Artikelfakten

Veröffentlicht: 14.11.2017

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