Warum ist das so? Weil Wissen eben nicht dort ankommt, wo die Probleme bzw. die Ursprünge sitzen: im Unterbewusstsein und im Körper. Klient*innen bringen zusätzlich zu ihrem Ernährungsproblem einen riesigen Rucksack mit in die Beratung: ein bestimmtes Mindset, ein dysreguliertes Nervensystem, ihr soziales Umfeld, psychische Erkrankungen, Ess- und Familiengeschichte, Traumata, geringe zeitliche und motivationale Ressourcen oder Ernährungskompetenz u. v. m. Ernährungsfachkräfte werden in der alltäglichen Praxis also mit viel mehr konfrontiert als „reinen Ernährungsproblemen“. Diesem Bedarf mit zusätzlicher Beratungskompetenz zu begegnen kann herausfordernd sein, sind doch die Psyche und das Unbewusste ein weites Feld.

Im Special dieser Ausgabe ab  Seite M562 fragt Peter Linsel daher zu Recht: Wie gelingt es Ernährungsfachkräften, im Grenzbereich zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu agieren? Wo liegen rechtliche und fachliche Grenzen? Und wie sinnvoll ist eine Weiterbildung in dem Bereich? Im Anschluss berichtet Silvana Maibüchen in einem Interview ab Seite M569, wie es im Beratungsalltag gelingt, zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu jonglieren und welche Voraussetzungen und Kompetenzen dies braucht.

Die möglichen Auswirkungen dieser Arbeit auf die Berater*innen verdeutlicht der Peer-Review-Beitrag von Franziska Puzik et al. Bekannt ist, dass Berufsgruppen, welche mit traumatisierten Menschen arbeiten, diverse Belastungsrisiken tragen. Inwiefern sich die Traumata von Klient*innen auf Ernährungsberater*innen auswirken können, untersucht die Autorin in einer qualitativen Studie ab Seite M542.

Auch die – ausgebuchte – 6. Tagung der ERNÄHRUNGS UMSCHAU im Oktober widmet sich der Ernährungspsychologie. Wir tauchen „Bewusst ins Unbewusste“ und freuen uns auf einen spannenden Tag mit vielen Expert*innen und Teilnehmer*innen in Frankfurt am Main.

Es ist an der Zeit, die „Rucksäcke“ unserer Klient*innen zu sehen und in die Beratung einzubeziehen. So werden auch wir als ERNÄHRUNG UMSCHAU in Zukunft immer wieder ernährungspsychologische Fragen in den Fokus nehmen – schreiben Sie uns gerne an eu-redaktion@mpm-online.de, welche Themenwünsche Sie haben!

Ihre Lisa Hahn




Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M529.


„Eigentlich wissen sie es doch. Sie wissen, welche Lebensmittel in welcher Menge für sie günstig sind. Sie wissen doch, dass sie mehr Sport machen sollten. Ich habe doch genau erklärt, wie sie sich optimalerweise gesundheitsfördernd verhalten sollten. Und trotzdem klappt es nicht. Mein*e Klient*in scheitert am Alltag!“ Vielleicht kennen Sie diese oder ähnliche Gedanken aus Ihrem Beratungsalltag? Ernährungsberatung bringt in vielen Fällen nicht die gewünschten Langzeiteffekte oder wirkt sogar kontraproduktiv. Klient*innen fallen schnell in alte Muster, sind überfordert und geben auf.


Warum ist das so? Weil Wissen eben nicht dort ankommt, wo die Probleme bzw. die Ursprünge sitzen: im Unterbewusstsein und im Körper. Klient*innen bringen zusätzlich zu ihrem Ernährungsproblem einen riesigen Rucksack mit in die Beratung: ein bestimmtes Mindset, ein dysreguliertes Nervensystem, ihr soziales Umfeld, psychische Erkrankungen, Ess- und Familiengeschichte, Traumata, geringe zeitliche und motivationale Ressourcen oder Ernährungskompetenz u. v. m. Ernährungsfachkräfte werden in der alltäglichen Praxis also mit viel mehr konfrontiert als „reinen Ernährungsproblemen“. Diesem Bedarf mit zusätzlicher Beratungskompetenz zu begegnen kann herausfordernd sein, sind doch die Psyche und das Unbewusste ein weites Feld.

Im Special dieser Ausgabe ab  Seite M562 fragt Peter Linsel daher zu Recht: Wie gelingt es Ernährungsfachkräften, im Grenzbereich zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu agieren? Wo liegen rechtliche und fachliche Grenzen? Und wie sinnvoll ist eine Weiterbildung in dem Bereich? Im Anschluss berichtet Silvana Maibüchen in einem Interview ab Seite M569, wie es im Beratungsalltag gelingt, zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu jonglieren und welche Voraussetzungen und Kompetenzen dies braucht.

Die möglichen Auswirkungen dieser Arbeit auf die Berater*innen verdeutlicht der Peer-Review-Beitrag von Franziska Puzik et al. Bekannt ist, dass Berufsgruppen, welche mit traumatisierten Menschen arbeiten, diverse Belastungsrisiken tragen. Inwiefern sich die Traumata von Klient*innen auf Ernährungsberater*innen auswirken können, untersucht die Autorin in einer qualitativen Studie ab Seite M542.

Auch die – ausgebuchte – 6. Tagung der ERNÄHRUNGS UMSCHAU im Oktober widmet sich der Ernährungspsychologie. Wir tauchen „Bewusst ins Unbewusste“ und freuen uns auf einen spannenden Tag mit vielen Expert*innen und Teilnehmer*innen in Frankfurt am Main.

Es ist an der Zeit, die „Rucksäcke“ unserer Klient*innen zu sehen und in die Beratung einzubeziehen. So werden auch wir als ERNÄHRUNG UMSCHAU in Zukunft immer wieder ernährungspsychologische Fragen in den Fokus nehmen – schreiben Sie uns gerne an eu-redaktion@mpm-online.de, welche Themenwünsche Sie haben!

Ihre Lisa Hahn




Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M529.


Editorial 9/2023: Der Rucksack meiner Klient*innen

Warum ist das so? Weil Wissen eben nicht dort ankommt, wo die Probleme bzw. die Ursprünge sitzen: im Unterbewusstsein und im Körper. Klient*innen bringen zusätzlich zu ihrem Ernährungsproblem einen riesigen Rucksack mit in die Beratung: ein bestimmtes Mindset, ein dysreguliertes Nervensystem, ihr soziales Umfeld, psychische Erkrankungen, Ess- und Familiengeschichte, Traumata, geringe zeitliche und motivationale Ressourcen oder Ernährungskompetenz u. v. m. Ernährungsfachkräfte werden in der alltäglichen Praxis also mit viel mehr konfrontiert als „reinen Ernährungsproblemen“. Diesem Bedarf mit zusätzlicher Beratungskompetenz zu begegnen kann herausfordernd sein, sind doch die Psyche und das Unbewusste ein weites Feld.

Im Special dieser Ausgabe ab  Seite M562 fragt Peter Linsel daher zu Recht: Wie gelingt es Ernährungsfachkräften, im Grenzbereich zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu agieren? Wo liegen rechtliche und fachliche Grenzen? Und wie sinnvoll ist eine Weiterbildung in dem Bereich? Im Anschluss berichtet Silvana Maibüchen in einem Interview ab Seite M569, wie es im Beratungsalltag gelingt, zwischen Ernährungsberatung und psychologischer Beratung zu jonglieren und welche Voraussetzungen und Kompetenzen dies braucht.

Die möglichen Auswirkungen dieser Arbeit auf die Berater*innen verdeutlicht der Peer-Review-Beitrag von Franziska Puzik et al. Bekannt ist, dass Berufsgruppen, welche mit traumatisierten Menschen arbeiten, diverse Belastungsrisiken tragen. Inwiefern sich die Traumata von Klient*innen auf Ernährungsberater*innen auswirken können, untersucht die Autorin in einer qualitativen Studie ab Seite M542.

Auch die – ausgebuchte – 6. Tagung der ERNÄHRUNGS UMSCHAU im Oktober widmet sich der Ernährungspsychologie. Wir tauchen „Bewusst ins Unbewusste“ und freuen uns auf einen spannenden Tag mit vielen Expert*innen und Teilnehmer*innen in Frankfurt am Main.

Es ist an der Zeit, die „Rucksäcke“ unserer Klient*innen zu sehen und in die Beratung einzubeziehen. So werden auch wir als ERNÄHRUNG UMSCHAU in Zukunft immer wieder ernährungspsychologische Fragen in den Fokus nehmen – schreiben Sie uns gerne an eu-redaktion@mpm-online.de, welche Themenwünsche Sie haben!

Ihre Lisa Hahn


Dieses Editorial finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2023 auf Seite M529.
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Artikelfakten

Rubrik: Editorial
Veröffentlicht: 13.09.2023

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