(stg) Am 19. Oktober 2021 stellten WissenschaftlerInnen in einer Online-Pressekonferenz den Food Environment Policy Index 2021 für Deutschland vor. Der Food EPI 2021 zeigt den Status Quo der deutschen Ernährungspolitik und gibt Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Ausrichtung – denn: Die deutsche Ernährungspolitik bleibt weiter hinter internationalen Best Practices zurück und ist dringend reformbedürftig.

Neben ihrer zentralen Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität ist eine ausgewogene Ernährung auch essenziell für den Schutz von Klima und Umwelt. Von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung über Regeln für die Nährwertkennzeichnung bis hin zur Lebensmittelbesteuerung: Politische Rahmensetzungen beeinflussen unsere Ernährung umfassend und tiefgreifend. Eine fachlich fundierte Politik kann helfen, die gesunde Wahl zur einfachen Wahl zu machen und eine ausgewogene Ernährung für alle zu ermöglichen. Deutsche Ernährungspolitik liegt im Vergleich aktuell weit zurück.





Status Quo


Der Food EPI 2021 gliedert politische Maßnahmen und Regeln für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik in 13 Domänen mit insgesamt 47 Indikatoren. Die Erhebung hat die Ausgangslage für alle 47 Indikatoren erfasst und mit internationalen Best Practices verglichen. Maßstab der Bewertung war also das, was in anderen Ländern bereits praktisch erreicht wurde – kein theoretisches Optimum.

Nur in zwei Bereichen erreicht Deutschland eine mittlere Bewertung (grün); in sieben Bereichen ist der Umsetzungsgrad überwiegend niedrig (orange) und in drei Bereichen sehr niedrig (rot) (♦ Abbildung 1). Im Einzelnen: Für 18 Indikatoren wurde der Umsetzungsgrad als sehr niedrig bewertet, für 21 als niedrig, für 8 als mittel und für keinen als hoch. Die niedrigsten Bewertungen erhielten die Bereiche „Regulierung von Lebensmittelwerbung und -marketing“, „Lebensmittelpreisgestaltung“, „Förderung eines gesunden Lebensmittelangebots in Einzelhandel und Gastronomie“ und „Sektorenübergreifende Ansätze“. Die höchste Bewertung erhielten die Bereiche „Politische Führungsrolle und offizielle Ernährungsempfehlungen“ sowie „Datensammlung, -auswertung und -nutzung“.











Empfehlungen für Reformoptionen


Der Food EPI 2021 benennt 28 Reformoptionen. Diese wurden anhand wissenschaftlicher Studien und Empfehlungen von internationalen und nationalen Fachorganisationen identifiziert. Die beteiligten ExpertInnen bewerteten die Reformoptionen nach drei Kriterien, jeweils angewandt auf die konkrete Situation in Deutschland:

  • Beitrag zur Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung
  • Erreichbarkeit bzw. praktische Umsetzbarkeit
  • Beitrag zum Abbau von sozialen Ungleichheiten im Ernährungsstatus


Die höchste Bewertung erhielten fünf Reformoptionen:

  1. Verbindliche, flächendeckende, steuerfinanzierte Umsetzung von Qualitätsstandards für die Schul- und Kitaverpflegung wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entwickelt wurden

    Primäre Zuständigkeit: Länder, Kommunen, Bund
  2. Gesundheitsförderliche Mehrwertsteuerreform

    Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf gesunde Lebensmittel (z. B. Gemüse, Obst), Ende der Mehrwertsteuervergünstigung für ungesunde Lebensmittel

    Primäre Zuständigkeit: Bund, EU
  3. Herstellerabgabe auf Softdrinks

    Nach dem Zuckergehalt gestaffelte Abgabe sollte eingeführt und die Einnahmen für die Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung verwendet werden

    Primäre Zuständigkeit: Bund
  4. Effektive gesetzliche Regulierung von Kinder-Lebensmittelmarketing

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder
  5. Verbindliche Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung in weiteren öffentlichen Einrichtungen, darunter Behörden, Hochschulen, Kliniken, Senioreneinrichtungen

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder, Kommunen




Weitere empfohlene Maßnahmen:


  • Aktionsplan Trinkwasser
  • Schulobst- und -gemüseprogramm
  • Ernährungsbildung in Kindergärten und Schulen
  • verbindliche Einführung des Nutri-Score
  • effektive Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel (inkl. verbindlicher Vorgaben)
  • Verbesserung der Betriebsverpflegung in privaten Unternehmen
  • Maßnahmen kommunaler Ernährungspolitik
  • Regulierung von Lebensmittelwerbung im Allgemeinen
  • Vorgaben für den Einzelhandel
  • kleinere Portions- und Verpackungsgrößen
  • effektive Regulierung von Health Claims
  • verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf Speisekarten
  • Qualitätsstandards für Kindergerichte in Restaurants


Daneben untersuchten die am Food EPI 2021 beteiligten WissenschaftlerInnen auch, wie die Voraussetzungen für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik durch strukturelle Maßnahmen langfristig verbessert werden können. Die höchsten Bewertungen erhielten diese drei Ansätze: Evaluation von Maßnahmen, Sammlung und Analyse von Ernährungsdaten sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch. Nächste Schritte umfassen sowohl Reformen auf EU- und Bundesebene aber auch die Umsetzung auf Länder- und kommunaler Ebene.





Quellen:

  • von Philipsborn P, Geffert K, Klinger C et al. für das Policy Evaluation Network (PEN): Politik für eine gesunde Ernährung: Ausgangslage und Reformvorschläge. Der Food Environment Policy Index (Food-EPI) Ergebnisbericht für Deutschland. Oktober 2021
  • Online-Pressekonferenz der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München) und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS gemeinsam mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), Pressemappe, 19.10.2021





Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2022 auf den Seiten M6-M7.










(stg) Am 19. Oktober 2021 stellten WissenschaftlerInnen in einer Online-Pressekonferenz den Food Environment Policy Index 2021 für Deutschland vor. Der Food EPI 2021 zeigt den Status Quo der deutschen Ernährungspolitik und gibt Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Ausrichtung – denn: Die deutsche Ernährungspolitik bleibt weiter hinter internationalen Best Practices zurück und ist dringend reformbedürftig.

Neben ihrer zentralen Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität ist eine ausgewogene Ernährung auch essenziell für den Schutz von Klima und Umwelt. Von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung über Regeln für die Nährwertkennzeichnung bis hin zur Lebensmittelbesteuerung: Politische Rahmensetzungen beeinflussen unsere Ernährung umfassend und tiefgreifend. Eine fachlich fundierte Politik kann helfen, die gesunde Wahl zur einfachen Wahl zu machen und eine ausgewogene Ernährung für alle zu ermöglichen. Deutsche Ernährungspolitik liegt im Vergleich aktuell weit zurück.





Status Quo


Der Food EPI 2021 gliedert politische Maßnahmen und Regeln für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik in 13 Domänen mit insgesamt 47 Indikatoren. Die Erhebung hat die Ausgangslage für alle 47 Indikatoren erfasst und mit internationalen Best Practices verglichen. Maßstab der Bewertung war also das, was in anderen Ländern bereits praktisch erreicht wurde – kein theoretisches Optimum.

Nur in zwei Bereichen erreicht Deutschland eine mittlere Bewertung (grün); in sieben Bereichen ist der Umsetzungsgrad überwiegend niedrig (orange) und in drei Bereichen sehr niedrig (rot) (♦ Abbildung 1). Im Einzelnen: Für 18 Indikatoren wurde der Umsetzungsgrad als sehr niedrig bewertet, für 21 als niedrig, für 8 als mittel und für keinen als hoch. Die niedrigsten Bewertungen erhielten die Bereiche „Regulierung von Lebensmittelwerbung und -marketing“, „Lebensmittelpreisgestaltung“, „Förderung eines gesunden Lebensmittelangebots in Einzelhandel und Gastronomie“ und „Sektorenübergreifende Ansätze“. Die höchste Bewertung erhielten die Bereiche „Politische Führungsrolle und offizielle Ernährungsempfehlungen“ sowie „Datensammlung, -auswertung und -nutzung“.











Empfehlungen für Reformoptionen


Der Food EPI 2021 benennt 28 Reformoptionen. Diese wurden anhand wissenschaftlicher Studien und Empfehlungen von internationalen und nationalen Fachorganisationen identifiziert. Die beteiligten ExpertInnen bewerteten die Reformoptionen nach drei Kriterien, jeweils angewandt auf die konkrete Situation in Deutschland:

  • Beitrag zur Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung
  • Erreichbarkeit bzw. praktische Umsetzbarkeit
  • Beitrag zum Abbau von sozialen Ungleichheiten im Ernährungsstatus


Die höchste Bewertung erhielten fünf Reformoptionen:

  1. Verbindliche, flächendeckende, steuerfinanzierte Umsetzung von Qualitätsstandards für die Schul- und Kitaverpflegung wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entwickelt wurden

    Primäre Zuständigkeit: Länder, Kommunen, Bund
  2. Gesundheitsförderliche Mehrwertsteuerreform

    Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf gesunde Lebensmittel (z. B. Gemüse, Obst), Ende der Mehrwertsteuervergünstigung für ungesunde Lebensmittel

    Primäre Zuständigkeit: Bund, EU
  3. Herstellerabgabe auf Softdrinks

    Nach dem Zuckergehalt gestaffelte Abgabe sollte eingeführt und die Einnahmen für die Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung verwendet werden

    Primäre Zuständigkeit: Bund
  4. Effektive gesetzliche Regulierung von Kinder-Lebensmittelmarketing

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder
  5. Verbindliche Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung in weiteren öffentlichen Einrichtungen, darunter Behörden, Hochschulen, Kliniken, Senioreneinrichtungen

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder, Kommunen




Weitere empfohlene Maßnahmen:


  • Aktionsplan Trinkwasser
  • Schulobst- und -gemüseprogramm
  • Ernährungsbildung in Kindergärten und Schulen
  • verbindliche Einführung des Nutri-Score
  • effektive Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel (inkl. verbindlicher Vorgaben)
  • Verbesserung der Betriebsverpflegung in privaten Unternehmen
  • Maßnahmen kommunaler Ernährungspolitik
  • Regulierung von Lebensmittelwerbung im Allgemeinen
  • Vorgaben für den Einzelhandel
  • kleinere Portions- und Verpackungsgrößen
  • effektive Regulierung von Health Claims
  • verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf Speisekarten
  • Qualitätsstandards für Kindergerichte in Restaurants


Daneben untersuchten die am Food EPI 2021 beteiligten WissenschaftlerInnen auch, wie die Voraussetzungen für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik durch strukturelle Maßnahmen langfristig verbessert werden können. Die höchsten Bewertungen erhielten diese drei Ansätze: Evaluation von Maßnahmen, Sammlung und Analyse von Ernährungsdaten sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch. Nächste Schritte umfassen sowohl Reformen auf EU- und Bundesebene aber auch die Umsetzung auf Länder- und kommunaler Ebene.





Quellen:

  • von Philipsborn P, Geffert K, Klinger C et al. für das Policy Evaluation Network (PEN): Politik für eine gesunde Ernährung: Ausgangslage und Reformvorschläge. Der Food Environment Policy Index (Food-EPI) Ergebnisbericht für Deutschland. Oktober 2021
  • Online-Pressekonferenz der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München) und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS gemeinsam mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), Pressemappe, 19.10.2021





Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2022 auf den Seiten M6-M7.


Food EPI 2021: Deutsche Ernährungspolitik reformbedürftig

(stg) Am 19. Oktober 2021 stellten WissenschaftlerInnen in einer Online-Pressekonferenz den Food Environment Policy Index 2021 für Deutschland vor. Der Food EPI 2021 zeigt den Status Quo der deutschen Ernährungspolitik und gibt Empfehlungen für eine gesundheitsförderliche Ausrichtung – denn: Die deutsche Ernährungspolitik bleibt weiter hinter internationalen Best Practices zurück und ist dringend reformbedürftig.

Neben ihrer zentralen Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität ist eine ausgewogene Ernährung auch essenziell für den Schutz von Klima und Umwelt. Von Qualitätsstandards für die Schulverpflegung über Regeln für die Nährwertkennzeichnung bis hin zur Lebensmittelbesteuerung: Politische Rahmensetzungen beeinflussen unsere Ernährung umfassend und tiefgreifend. Eine fachlich fundierte Politik kann helfen, die gesunde Wahl zur einfachen Wahl zu machen und eine ausgewogene Ernährung für alle zu ermöglichen. Deutsche Ernährungspolitik liegt im Vergleich aktuell weit zurück.

Status Quo

Der Food EPI 2021 gliedert politische Maßnahmen und Regeln für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik in 13 Domänen mit insgesamt 47 Indikatoren. Die Erhebung hat die Ausgangslage für alle 47 Indikatoren erfasst und mit internationalen Best Practices verglichen. Maßstab der Bewertung war also das, was in anderen Ländern bereits praktisch erreicht wurde – kein theoretisches Optimum.

Nur in zwei Bereichen erreicht Deutschland eine mittlere Bewertung (grün); in sieben Bereichen ist der Umsetzungsgrad überwiegend niedrig (orange) und in drei Bereichen sehr niedrig (rot) (♦ Abbildung 1). Im Einzelnen: Für 18 Indikatoren wurde der Umsetzungsgrad als sehr niedrig bewertet, für 21 als niedrig, für 8 als mittel und für keinen als hoch. Die niedrigsten Bewertungen erhielten die Bereiche „Regulierung von Lebensmittelwerbung und -marketing“, „Lebensmittelpreisgestaltung“, „Förderung eines gesunden Lebensmittelangebots in Einzelhandel und Gastronomie“ und „Sektorenübergreifende Ansätze“. Die höchste Bewertung erhielten die Bereiche „Politische Führungsrolle und offizielle Ernährungsempfehlungen“ sowie „Datensammlung, -auswertung und -nutzung“.

Empfehlungen für Reformoptionen

Der Food EPI 2021 benennt 28 Reformoptionen. Diese wurden anhand wissenschaftlicher Studien und Empfehlungen von internationalen und nationalen Fachorganisationen identifiziert. Die beteiligten ExpertInnen bewerteten die Reformoptionen nach drei Kriterien, jeweils angewandt auf die konkrete Situation in Deutschland:

  • Beitrag zur Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung
  • Erreichbarkeit bzw. praktische Umsetzbarkeit
  • Beitrag zum Abbau von sozialen Ungleichheiten im Ernährungsstatus

Die höchste Bewertung erhielten fünf Reformoptionen:

  1. Verbindliche, flächendeckende, steuerfinanzierte Umsetzung von Qualitätsstandards für die Schul- und Kitaverpflegung wie sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entwickelt wurden

    Primäre Zuständigkeit: Länder, Kommunen, Bund

  2. Gesundheitsförderliche Mehrwertsteuerreform

    Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf gesunde Lebensmittel (z. B. Gemüse, Obst), Ende der Mehrwertsteuervergünstigung für ungesunde Lebensmittel

    Primäre Zuständigkeit: Bund, EU

  3. Herstellerabgabe auf Softdrinks

    Nach dem Zuckergehalt gestaffelte Abgabe sollte eingeführt und die Einnahmen für die Verbesserung der Kita- und Schulverpflegung verwendet werden

    Primäre Zuständigkeit: Bund

  4. Effektive gesetzliche Regulierung von Kinder-Lebensmittelmarketing

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder

  5. Verbindliche Umsetzung der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung in weiteren öffentlichen Einrichtungen, darunter Behörden, Hochschulen, Kliniken, Senioreneinrichtungen

    Primäre Zuständigkeit: Bund, Länder, Kommunen

Weitere empfohlene Maßnahmen:

  • Aktionsplan Trinkwasser
  • Schulobst- und -gemüseprogramm
  • Ernährungsbildung in Kindergärten und Schulen
  • verbindliche Einführung des Nutri-Score
  • effektive Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel (inkl. verbindlicher Vorgaben)
  • Verbesserung der Betriebsverpflegung in privaten Unternehmen
  • Maßnahmen kommunaler Ernährungspolitik
  • Regulierung von Lebensmittelwerbung im Allgemeinen
  • Vorgaben für den Einzelhandel
  • kleinere Portions- und Verpackungsgrößen
  • effektive Regulierung von Health Claims
  • verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf Speisekarten
  • Qualitätsstandards für Kindergerichte in Restaurants

Daneben untersuchten die am Food EPI 2021 beteiligten WissenschaftlerInnen auch, wie die Voraussetzungen für eine gesundheitsförderliche Ernährungspolitik durch strukturelle Maßnahmen langfristig verbessert werden können. Die höchsten Bewertungen erhielten diese drei Ansätze: Evaluation von Maßnahmen, Sammlung und Analyse von Ernährungsdaten sowie Wissens- und Erfahrungsaustausch. Nächste Schritte umfassen sowohl Reformen auf EU- und Bundesebene aber auch die Umsetzung auf Länder- und kommunaler Ebene.

Quellen:

  • von Philipsborn P, Geffert K, Klinger C et al. für das Policy Evaluation Network (PEN): Politik für eine gesunde Ernährung: Ausgangslage und Reformvorschläge. Der Food Environment Policy Index (Food-EPI) Ergebnisbericht für Deutschland. Oktober 2021
  • Online-Pressekonferenz der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU München) und des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS gemeinsam mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), Pressemappe, 19.10.2021

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Veröffentlicht: 12.01.2022

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