free access to english version + Supplement



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 24. Juni 2020 / Überarbeitung angenommen: 11. September 2020

Implikationen für die Reform des Berufsgesetzes


Hintergrund


DiätassistentInnen stellen den einzigen gesetzlich reglementierten Gesundheitsfachberuf in der Ernährungstherapie und -prävention dar. Gemäß Ausbildungsziel (§ 3) des Gesetzes über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG), befähigt die Ausbildung zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen und zur Mitwirkung bei der Prävention und Therapie von Krankheiten [1].


Diese gesetzliche Regelung in einem Bundesgesetz ist von hoher Bedeutung, da neben der Gewährleistung von PatientInnen- und VerbraucherInnenschutz von staatlicher Seite Einfluss auf Ausbildungsinhalte (u. a. Definition des Ausbildungsziels, einheitliche Ausbildungs- und Prüfungsverordnung) und die Verankerung im Gesundheitssystem (z. B. durch einen Therapievorbehalt) genommen werden kann. So ist es möglich, auf ein sich wandelndes Krankheitsspektrum, die zunehmende Komplexität von Erkrankungen und deren Therapien zu reagieren und den daraus resultierenden erhöhten Anforderungen an die Berufsgruppe der DiätassistentInnen nachzukommen [2]. Strukturelle Änderungen der Krankenhausversorgung (u. a. Trägerschaft, Bettenzahl), die Verkürzung der Verweildauer und die Verlagerung von Therapieangeboten vom stationären in den ambulanten Sektor [3, 4] haben Auswirkungen auf die Tätigkeit der Berufsgruppe [2].

Abstract


Das Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG 1994) sichert staatlichen Einfluss, um PatientInnenschutz zu gewährleisten und den Beruf an erhöhte Anforderungen, z. B. zunehmende Komplexität von Erkrankungen und strukturelle Änderungen der Gesundheitsversorgung, anzupassen. Eine aktuelle Online-Querschnitterhebung, anknüpfend an die 2010 erfolgte Berufs- und Tätigkeitsfeldanalyse, erfasste Berufsfelder, Art und Umfang der Tätigkeiten, Fort- und Weiterbildungen, Studienabschlüsse, Berufszufriedenheit sowie demografische Daten. Im Februar 2020 fand mit einem von einer ExpertInnengruppe erstellten Fragebogen eine Onlinebefragung statt. 1 256 Rückläufe von DiätassistentInnen (DA) erfolgten. Tätigkeitsschwerpunkte von DA fokussieren danach auf patientennahe Aufgaben. Verglichen mit den Daten von 2010 erhöhte sich der Anteil der in der Ernährungstherapie Tätigen; im Verpflegungsmanagement arbeiten weniger DA, gleichzeitig nahmen Tätigkeiten mit Anleitungs-, Steuerungsund Überwachungsfunktion zu, ernährungsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung sind zu einem relevanten Tätigkeitsfeld geworden. Einen (bevorstehenden) Bachelorabschluss weisen 1/5 der Befragten auf. Die Befragungsergebnisse sprechen für einen Reformbedarf des Berufsgesetzes und stützen die Forderungen des Berufsverbandes VDD nach neuem Berufstitel und Vollakademisierung.

Schlüsselwörter: DiätassistentInnen, Ernährungstherapie, Ernährungsintervention, VDD Berufsfeldanalyse 2020

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel samt Online-Supplement kostenfrei!






Peer-reviewed
/ Manuscript (original) submitted: 24 June 2020 / Revision accepted: 11 September 2020

Dietitians 2020: Analyses of the dietetic workforce in Germany

Implications for the revision of the German Dietitian Law


Abstract


The German Dietitian Law (Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten—DiatAssG 1994) is designed to ensure that the state can influence the education of dietitians in order to guarantee that patients are protected. It also ensures that the profession can be adapted to meet increasing demands, such as the increasing complexity of diseases and structural changes in the healthcare sector.

This online, cross-sectional survey, which follows on from the 2010 analyses of the dietetic workforce in Germany, recorded professional fields, type and scope of activities, further and education and training, academic qualifications, job satisfaction and demographic data. In February 2020, an online survey was conducted using a questionnaire prepared by a group of experts. There were 1,256 dietitians who responded.

According to the results, dietitians’ work mainly focuses on activities that involve patient contact. Compared to the data from 2010, the percentage of those working in nutrition therapy increased, whereas fewer dietitians are now working in catering management. At the same time, activities associated with instruction, control and monitoring functions increased, and nutrition- related measures for disease prevention and health promotion have become an important area of activity. One fifth of the respondents have a bachelor’s degree or are on the way to obtaining one.

The survey results indicate that there is a need for a reform of the German Dietitian Law and they support the rationality of the VDD’s call for a new professional title for dietitians in Germany and full academization of the profession.

Keywords: dietitian, dietetics, nutrition therapy, nutrition intervention, profession, VDD Analyses of the Dietetic Workforce in Germany 2020

Full text PDF (free version) + Supplement








Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 12/2020 von Seite M718 bis M727.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 24. Juni 2020 / Überarbeitung angenommen: 11. September 2020

Implikationen für die Reform des Berufsgesetzes


Hintergrund


DiätassistentInnen stellen den einzigen gesetzlich reglementierten Gesundheitsfachberuf in der Ernährungstherapie und -prävention dar. Gemäß Ausbildungsziel (§ 3) des Gesetzes über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG), befähigt die Ausbildung zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen und zur Mitwirkung bei der Prävention und Therapie von Krankheiten [1].


Diese gesetzliche Regelung in einem Bundesgesetz ist von hoher Bedeutung, da neben der Gewährleistung von PatientInnen- und VerbraucherInnenschutz von staatlicher Seite Einfluss auf Ausbildungsinhalte (u. a. Definition des Ausbildungsziels, einheitliche Ausbildungs- und Prüfungsverordnung) und die Verankerung im Gesundheitssystem (z. B. durch einen Therapievorbehalt) genommen werden kann. So ist es möglich, auf ein sich wandelndes Krankheitsspektrum, die zunehmende Komplexität von Erkrankungen und deren Therapien zu reagieren und den daraus resultierenden erhöhten Anforderungen an die Berufsgruppe der DiätassistentInnen nachzukommen [2]. Strukturelle Änderungen der Krankenhausversorgung (u. a. Trägerschaft, Bettenzahl), die Verkürzung der Verweildauer und die Verlagerung von Therapieangeboten vom stationären in den ambulanten Sektor [3, 4] haben Auswirkungen auf die Tätigkeit der Berufsgruppe [2].

Abstract


Das Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG 1994) sichert staatlichen Einfluss, um PatientInnenschutz zu gewährleisten und den Beruf an erhöhte Anforderungen, z. B. zunehmende Komplexität von Erkrankungen und strukturelle Änderungen der Gesundheitsversorgung, anzupassen. Eine aktuelle Online-Querschnitterhebung, anknüpfend an die 2010 erfolgte Berufs- und Tätigkeitsfeldanalyse, erfasste Berufsfelder, Art und Umfang der Tätigkeiten, Fort- und Weiterbildungen, Studienabschlüsse, Berufszufriedenheit sowie demografische Daten. Im Februar 2020 fand mit einem von einer ExpertInnengruppe erstellten Fragebogen eine Onlinebefragung statt. 1 256 Rückläufe von DiätassistentInnen (DA) erfolgten. Tätigkeitsschwerpunkte von DA fokussieren danach auf patientennahe Aufgaben. Verglichen mit den Daten von 2010 erhöhte sich der Anteil der in der Ernährungstherapie Tätigen; im Verpflegungsmanagement arbeiten weniger DA, gleichzeitig nahmen Tätigkeiten mit Anleitungs-, Steuerungsund Überwachungsfunktion zu, ernährungsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung sind zu einem relevanten Tätigkeitsfeld geworden. Einen (bevorstehenden) Bachelorabschluss weisen 1/5 der Befragten auf. Die Befragungsergebnisse sprechen für einen Reformbedarf des Berufsgesetzes und stützen die Forderungen des Berufsverbandes VDD nach neuem Berufstitel und Vollakademisierung.

Schlüsselwörter: DiätassistentInnen, Ernährungstherapie, Ernährungsintervention, VDD Berufsfeldanalyse 2020

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Peer-reviewed
/ Manuscript (original) submitted: 24 June 2020 / Revision accepted: 11 September 2020

Dietitians 2020: Analyses of the dietetic workforce in Germany

Implications for the revision of the German Dietitian Law


Abstract


The German Dietitian Law (Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten—DiatAssG 1994) is designed to ensure that the state can influence the education of dietitians in order to guarantee that patients are protected. It also ensures that the profession can be adapted to meet increasing demands, such as the increasing complexity of diseases and structural changes in the healthcare sector.

This online, cross-sectional survey, which follows on from the 2010 analyses of the dietetic workforce in Germany, recorded professional fields, type and scope of activities, further and education and training, academic qualifications, job satisfaction and demographic data. In February 2020, an online survey was conducted using a questionnaire prepared by a group of experts. There were 1,256 dietitians who responded.

According to the results, dietitians’ work mainly focuses on activities that involve patient contact. Compared to the data from 2010, the percentage of those working in nutrition therapy increased, whereas fewer dietitians are now working in catering management. At the same time, activities associated with instruction, control and monitoring functions increased, and nutrition- related measures for disease prevention and health promotion have become an important area of activity. One fifth of the respondents have a bachelor’s degree or are on the way to obtaining one.

The survey results indicate that there is a need for a reform of the German Dietitian Law and they support the rationality of the VDD’s call for a new professional title for dietitians in Germany and full academization of the profession.

Keywords: dietitian, dietetics, nutrition therapy, nutrition intervention, profession, VDD Analyses of the Dietetic Workforce in Germany 2020

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Implikationen für die Reform des Berufsgesetzes
Hintergrund
DiätassistentInnen stellen den einzigen gesetzlich reglementierten Gesundheitsfachberuf in der Ernährungstherapie und -prävention dar. Gemäß Ausbildungsziel (§ 3) des Gesetzes über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG), befähigt die Ausbildung zur eigenverantwortlichen Durchführung diättherapeutischer und ernährungsmedizinischer Maßnahmen und zur Mitwirkung bei der Prävention und Therapie von Krankheiten [1].

Diese gesetzliche Regelung in einem Bundesgesetz ist von hoher Bedeutung, da neben der Gewährleistung von PatientInnen- und VerbraucherInnenschutz von staatlicher Seite Einfluss auf Ausbildungsinhalte (u. a. Definition des Ausbildungsziels, einheitliche Ausbildungs- und Prüfungsverordnung) und die Verankerung im Gesundheitssystem (z. B. durch einen Therapievorbehalt) genommen werden kann. So ist es möglich, auf ein sich wandelndes Krankheitsspektrum, die zunehmende Komplexität von Erkrankungen und deren Therapien zu reagieren und den daraus resultierenden erhöhten Anforderungen an die Berufsgruppe der DiätassistentInnen nachzukommen [2]. Strukturelle Änderungen der Krankenhausversorgung (u. a. Trägerschaft, Bettenzahl), die Verkürzung der Verweildauer und die Verlagerung von Therapieangeboten vom stationären in den ambulanten Sektor [3, 4] haben Auswirkungen auf die Tätigkeit der Berufsgruppe [2].

Abstract

Das Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten (DiatAssG 1994) sichert staatlichen Einfluss, um PatientInnenschutz zu gewährleisten und den Beruf an erhöhte Anforderungen, z. B. zunehmende Komplexität von Erkrankungen und strukturelle Änderungen der Gesundheitsversorgung, anzupassen. Eine aktuelle Online-Querschnitterhebung, anknüpfend an die 2010 erfolgte Berufs- und Tätigkeitsfeldanalyse, erfasste Berufsfelder, Art und Umfang der Tätigkeiten, Fort- und Weiterbildungen, Studienabschlüsse, Berufszufriedenheit sowie demografische Daten. Im Februar 2020 fand mit einem von einer ExpertInnengruppe erstellten Fragebogen eine Onlinebefragung statt. 1 256 Rückläufe von DiätassistentInnen (DA) erfolgten. Tätigkeitsschwerpunkte von DA fokussieren danach auf patientennahe Aufgaben. Verglichen mit den Daten von 2010 erhöhte sich der Anteil der in der Ernährungstherapie Tätigen; im Verpflegungsmanagement arbeiten weniger DA, gleichzeitig nahmen Tätigkeiten mit Anleitungs-, Steuerungsund Überwachungsfunktion zu, ernährungsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung sind zu einem relevanten Tätigkeitsfeld geworden. Einen (bevorstehenden) Bachelorabschluss weisen 1/5 der Befragten auf. Die Befragungsergebnisse sprechen für einen Reformbedarf des Berufsgesetzes und stützen die Forderungen des Berufsverbandes VDD nach neuem Berufstitel und Vollakademisierung.

Schlüsselwörter: DiätassistentInnen, Ernährungstherapie, Ernährungsintervention, VDD Berufsfeldanalyse 2020

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Peer-reviewed / Manuscript (original) submitted: 24 June 2020 / Revision accepted: 11 September 2020

Dietitians 2020: Analyses of the dietetic workforce in Germany

Implications for the revision of the German Dietitian Law

Abstract

The German Dietitian Law (Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten—DiatAssG 1994) is designed to ensure that the state can influence the education of dietitians in order to guarantee that patients are protected. It also ensures that the profession can be adapted to meet increasing demands, such as the increasing complexity of diseases and structural changes in the healthcare sector.

This online, cross-sectional survey, which follows on from the 2010 analyses of the dietetic workforce in Germany, recorded professional fields, type and scope of activities, further and education and training, academic qualifications, job satisfaction and demographic data. In February 2020, an online survey was conducted using a questionnaire prepared by a group of experts. There were 1,256 dietitians who responded.

According to the results, dietitians’ work mainly focuses on activities that involve patient contact. Compared to the data from 2010, the percentage of those working in nutrition therapy increased, whereas fewer dietitians are now working in catering management. At the same time, activities associated with instruction, control and monitoring functions increased, and nutrition- related measures for disease prevention and health promotion have become an important area of activity. One fifth of the respondents have a bachelor’s degree or are on the way to obtaining one.

The survey results indicate that there is a need for a reform of the German Dietitian Law and they support the rationality of the VDD’s call for a new professional title for dietitians in Germany and full academization of the profession.

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 14.12.2020

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