Peer-Review-Verfahren
Manuskript (Original) eingereicht: 13.06.2025; Überarbeitung angenommen: 04.12.2025
Ergebnisse aus der BfR-MEAL-Studie und der KiESEL-Studie
Einleitung
Expositionsschätzungen sind ein zentraler Bestandteil der Risikobewertung, um das Risiko als Funktion von Gefahr und Aufnahme eines Stoffes zu beschreiben [1]. Hierfür ist eine möglichst realistische Darstellung der Exposition erforderlich. Eine belastbare Schätzung der Zufuhr setzt sowohl repräsentative Verzehrdaten als auch detaillierte und verlässliche Gehaltsdaten der verzehrten Lebensmittel und Getränke voraus. Eine fundierte Grundlage für die Expositionsschätzung der Spurenelemente Mangan, Molybdän und Zink bei Kindern unter 6 Jahren bieten die Gehaltsdaten aus der BfR-MEAL-Studie (Mahlzeiten für die Expositionsschätzung und Analytik von Lebensmitteln) [2] und die Verzehrdaten aus der KiESEL-Studie (Kinder-Ernährungsstudie zur Erfassung des Lebensmittelverzehrs) [3]. Somit liegen in Deutschland umfassende Daten vor, auf deren Basis die Zufuhrschätzung für die genannten Spurenelemente durchgeführt werden kann.
Bei lebensmittelbedingten Expositionsschätzungen ist die Berücksichtigung von Säuglingen, Kleinkindern und Vorschulkindern besonders wichtig, da diese Bevölkerungsgruppen aufgrund ihres schnellen Wachstums und ihres höheren Nährstoffbedarfs und Lebensmittelverzehrs bezogen auf das Körpergewicht als besonders vulnerabel gelten. Zusätzlich unterscheiden sich ihre Ernährungsgewohnheiten deutlich von denen Erwachsener [4], weshalb speziell auf Kinder zugeschnittene Zufuhrschätzungen unerlässlich sind. …
Abstract
Eine angemessene Zufuhr von essenziellen Spurenelementen bei gleichzeitigem Schutz vor zu hohen Aufnahmen ist besonders für Kinder von Bedeutung. Vor diesem Hintergrund war es Ziel dieser Arbeit, die Zufuhr der Spurenelemente Mangan, Molybdän und Zink bei 0,5- bis 5-jährigen Kindern zu schätzen. Dafür wurden Gehaltsdaten aus der ersten deutschen Total-Diet-Studie (BfR-MEAL-Studie) mit Verzehrdaten aus der KiESEL-Studie kombiniert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder im Median adäquate Mengen an Mangan, Molybdän und Zink über die Nahrung aufnehmen. Im 95. Zufuhrperzentil werden die tolerierbaren Tageshöchstmengen (Tolerable Upper Intake Level, UL) bzw. sicheren Zufuhrmengen je nach Alter und Szenario zu 47–96 % ausgeschöpft. Die höchsten Überschreitungen des UL ergeben sich bei Molybdän im Szenario mit vorwiegend biologischer Lebensmittelauswahl: Hier überschreiten 12 % der 1- bis 3-Jährigen den UL. Dagegen sind es in anderen Szenarien und bei Mangan und Zink jeweils unter 3 %.
Die Literatur zu diesem Artikel finden Sie im eSupplement.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2026 auf den Seiten M330 bis M339.