Interview mit Prof. Matthias Blüher

Wie der Beitrag von Raab und Stier in diesem Special zeigt, haben sich die Techniken für adipositas-chirurgische Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Weil die Operationen auch die Folgeerkrankungen des schweren Übergewichts wie Diabetes mellitus Typ 2 positiv beeinflussen, werden sie auch als metabolische Operationen bezeichnet. Gerade in den letzten 15 Jahren hat vor diesem Hintergrund die Anzahl der durchgeführten OPs stark zugenommen. Die ERNÄHRUNGS UMSCHAU hat zu diesem Thema mit Prof. Matthias Blüher gesprochen. Er ist Leiter der AdipositasAmbulanz für Erwachsene am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig und beantwortete Fragen zur Positionierung von Operationen in der Adipositas-Therapie, über Nutzen, Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten bei metabolischen Operationen sowie in der Vor- und Nachbetreuung der Patienten1.

Herr Prof. Blüher, die Zahl der Menschen mit Adipositas in Deutschland nimmt immer noch zu und die vorhandenen Studien zeigen eine Überlegenheit im Therapieerfolg der OPs gegenüber der konservativen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Wo sehen Sie aktuell die Position der Chirurgie im Gesamtkonzept der Adipositas-Therapie in Deutschland?


Zunächst möchte ich sagen, dass Adipositas als chronische, fortschreitende Erkrankung angesehen werden muss. Daraus ergibt sich, dass die Therapie der Adipositas eine lebenslange Aufgabe darstellt, weil Adipositas nicht „heilbar“ zu sein scheint.

Adipositas wird im Rahmen einer eskalierenden Stufentherapie behandelt. Basismaßnahmen sind Verhaltensänderungen vor allem in Bezug auf eine gesunde und kalorienreduzierte Ernährung, Steigerung der körperlichen Aktivität und, falls erforderlich, psychologische Unterstützung. Als zweite Stufe, die auf diesen Maßnahmen aufbaut, sind niedrigkalorische Formuladiäten für einen Zeitraum bis zu drei Monaten sinnvoll. Bei nicht ausreichendem Therapieerfolg dieser Therapien können Medikamente zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Falls auch dadurch die individuellen Gewichtsreduktionsziele nicht erreicht werden, kann die Adipositas-Chirurgie ein sehr effektiver Baustein der lebenslangen Adipositas-Therapie sein. Bei Menschen, die einen Body Mass Index von über 50 kg/m² haben, kann die chirurgische Adipositas-Therapie auch der erste Schritt sein, wir sprechen hier von einer „Primärindikation“ für die Adipositas- Chirurgie.

Das vollständige Interview können Sie kostenfrei lesen!




Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2021 von Seite M341 bis M343.




Interview mit Prof. Matthias Blüher

Wie der Beitrag von Raab und Stier in diesem Special zeigt, haben sich die Techniken für adipositas-chirurgische Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Weil die Operationen auch die Folgeerkrankungen des schweren Übergewichts wie Diabetes mellitus Typ 2 positiv beeinflussen, werden sie auch als metabolische Operationen bezeichnet. Gerade in den letzten 15 Jahren hat vor diesem Hintergrund die Anzahl der durchgeführten OPs stark zugenommen. Die ERNÄHRUNGS UMSCHAU hat zu diesem Thema mit Prof. Matthias Blüher gesprochen. Er ist Leiter der AdipositasAmbulanz für Erwachsene am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig und beantwortete Fragen zur Positionierung von Operationen in der Adipositas-Therapie, über Nutzen, Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten bei metabolischen Operationen sowie in der Vor- und Nachbetreuung der Patienten1.

Herr Prof. Blüher, die Zahl der Menschen mit Adipositas in Deutschland nimmt immer noch zu und die vorhandenen Studien zeigen eine Überlegenheit im Therapieerfolg der OPs gegenüber der konservativen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Wo sehen Sie aktuell die Position der Chirurgie im Gesamtkonzept der Adipositas-Therapie in Deutschland?


Zunächst möchte ich sagen, dass Adipositas als chronische, fortschreitende Erkrankung angesehen werden muss. Daraus ergibt sich, dass die Therapie der Adipositas eine lebenslange Aufgabe darstellt, weil Adipositas nicht „heilbar“ zu sein scheint.

Adipositas wird im Rahmen einer eskalierenden Stufentherapie behandelt. Basismaßnahmen sind Verhaltensänderungen vor allem in Bezug auf eine gesunde und kalorienreduzierte Ernährung, Steigerung der körperlichen Aktivität und, falls erforderlich, psychologische Unterstützung. Als zweite Stufe, die auf diesen Maßnahmen aufbaut, sind niedrigkalorische Formuladiäten für einen Zeitraum bis zu drei Monaten sinnvoll. Bei nicht ausreichendem Therapieerfolg dieser Therapien können Medikamente zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Falls auch dadurch die individuellen Gewichtsreduktionsziele nicht erreicht werden, kann die Adipositas-Chirurgie ein sehr effektiver Baustein der lebenslangen Adipositas-Therapie sein. Bei Menschen, die einen Body Mass Index von über 50 kg/m² haben, kann die chirurgische Adipositas-Therapie auch der erste Schritt sein, wir sprechen hier von einer „Primärindikation“ für die Adipositas- Chirurgie.

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Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2021 von Seite M341 bis M343.


Die Operation: ein Baustein der Adipositas-Therapie

Interview mit Prof. Matthias Blüher

Wie der Beitrag von Raab und Stier in diesem Special zeigt, haben sich die Techniken für adipositas-chirurgische Maßnahmen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert. Weil die Operationen auch die Folgeerkrankungen des schweren Übergewichts wie Diabetes mellitus Typ 2 positiv beeinflussen, werden sie auch als metabolische Operationen bezeichnet. Gerade in den letzten 15 Jahren hat vor diesem Hintergrund die Anzahl der durchgeführten OPs stark zugenommen. Die ERNÄHRUNGS UMSCHAU hat zu diesem Thema mit Prof. Matthias Blüher gesprochen. Er ist Leiter der AdipositasAmbulanz für Erwachsene am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig und beantwortete Fragen zur Positionierung von Operationen in der Adipositas-Therapie, über Nutzen, Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten bei metabolischen Operationen sowie in der Vor- und Nachbetreuung der Patienten1.

Herr Prof. Blüher, die Zahl der Menschen mit Adipositas in Deutschland nimmt immer noch zu und die vorhandenen Studien zeigen eine Überlegenheit im Therapieerfolg der OPs gegenüber der konservativen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Wo sehen Sie aktuell die Position der Chirurgie im Gesamtkonzept der Adipositas-Therapie in Deutschland?

Zunächst möchte ich sagen, dass Adipositas als chronische, fortschreitende Erkrankung angesehen werden muss. Daraus ergibt sich, dass die Therapie der Adipositas eine lebenslange Aufgabe darstellt, weil Adipositas nicht „heilbar“ zu sein scheint.

Adipositas wird im Rahmen einer eskalierenden Stufentherapie behandelt. Basismaßnahmen sind Verhaltensänderungen vor allem in Bezug auf eine gesunde und kalorienreduzierte Ernährung, Steigerung der körperlichen Aktivität und, falls erforderlich, psychologische Unterstützung. Als zweite Stufe, die auf diesen Maßnahmen aufbaut, sind niedrigkalorische Formuladiäten für einen Zeitraum bis zu drei Monaten sinnvoll. Bei nicht ausreichendem Therapieerfolg dieser Therapien können Medikamente zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Falls auch dadurch die individuellen Gewichtsreduktionsziele nicht erreicht werden, kann die Adipositas-Chirurgie ein sehr effektiver Baustein der lebenslangen Adipositas-Therapie sein. Bei Menschen, die einen Body Mass Index von über 50 kg/m² haben, kann die chirurgische Adipositas-Therapie auch der erste Schritt sein, wir sprechen hier von einer „Primärindikation“ für die Adipositas- Chirurgie.

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Das vollständige Interview finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2021 von Seite M341 bis M343.
Verschlagwortet mit: metabolische Operation

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Rubrik: Special
Veröffentlicht: 15.06.2021

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