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Prof.Dr.Helmut ErbersdoblerOhnmacht der Ernährungswissenschaft, wissenschaftlicher Blindflug, sich widersprechende Studienergebnisse, das sind Schlagworte, die man in letzter Zeit vermehrt hört. Teilweise werden alle Empfehlungen der Wissenschaft angezweifelt – und dann eigene, all zu freizügige Ratschläge nachgeschoben. Wie kommt es zu dieser kritischen Einstellung und ist sie gerechtfertigt?
In der Tat überschlagen sich heute teilweise widersprüchliche Erfolgsmeldungen besonders im Bereich der epidemiologischen Forschung. So konnte man z. B. fast zeitgleich folgendes lesen: „Wirksamkeit von Ballaststoffen bei Dickdarmkrebs ungesichert“ [YD Park et al., JAMA 294, 2849–2857, 2005] und „Wirksamkeit von Ballaststoffen bestätigt“ [S Bingham, Proc. Nutr. Soc. 65, 19–23, 2006]. Worauf sind diese Diskrepanzen zurückzuführen und was kann, was darf man als Wissenschaftler, Journalist, Leser oder Verbraucher noch glauben?
Was lernen wir daraus? Zurückhaltung statt vorschnellen Jubelns über spektakuläre Ergebnisse ist sicher sinnvoll, Zufriedenheit mit dem Erreichten und Realitätssinn ebenfalls. Während man z. B. auf der einen Seite wegen allenfalls einer geringen Möglichkeit von Risiken die Gentechnik bei Lebensmitteln verwirft, hält man Empfehlungen auf Grund einer weit stärker gesicherten, wenn auch noch nicht hundertprozentigen, Evidenz – z. B. Wirkung der Ballaststoffe – für unseriös.
Soll, darf die Wissenschaft auf dieser Basis Empfehlungen aussprechen? Ich meine ja! Denn dies tatenlos anzusehen und zu sagen „Iss, was und wie viel Dir schmeckt“, wie es einige „Experten“ und Journalisten derzeit tun, ist bei dem überbordenden Angebot an wohlschmeckenden Lebensmitteln sicherlich nicht richtig. Wer Entscheidungen trifft, kann Fehler machen, wer nichts entscheidet, macht alles falsch.
Bleiben Sie gelassen, wie beim Aprilwetter!
Das wünscht Ihnen
Ihr
Helmut Erbersdobler


Prof.Dr.Helmut ErbersdoblerOhnmacht der Ernährungswissenschaft, wissenschaftlicher Blindflug, sich widersprechende Studienergebnisse, das sind Schlagworte, die man in letzter Zeit vermehrt hört. Teilweise werden alle Empfehlungen der Wissenschaft angezweifelt – und dann eigene, all zu freizügige Ratschläge nachgeschoben. Wie kommt es zu dieser kritischen Einstellung und ist sie gerechtfertigt?
In der Tat überschlagen sich heute teilweise widersprüchliche Erfolgsmeldungen besonders im Bereich der epidemiologischen Forschung. So konnte man z. B. fast zeitgleich folgendes lesen: „Wirksamkeit von Ballaststoffen bei Dickdarmkrebs ungesichert“ [YD Park et al., JAMA 294, 2849–2857, 2005] und „Wirksamkeit von Ballaststoffen bestätigt“ [S Bingham, Proc. Nutr. Soc. 65, 19–23, 2006]. Worauf sind diese Diskrepanzen zurückzuführen und was kann, was darf man als Wissenschaftler, Journalist, Leser oder Verbraucher noch glauben?
Was lernen wir daraus? Zurückhaltung statt vorschnellen Jubelns über spektakuläre Ergebnisse ist sicher sinnvoll, Zufriedenheit mit dem Erreichten und Realitätssinn ebenfalls. Während man z. B. auf der einen Seite wegen allenfalls einer geringen Möglichkeit von Risiken die Gentechnik bei Lebensmitteln verwirft, hält man Empfehlungen auf Grund einer weit stärker gesicherten, wenn auch noch nicht hundertprozentigen, Evidenz – z. B. Wirkung der Ballaststoffe – für unseriös.
Soll, darf die Wissenschaft auf dieser Basis Empfehlungen aussprechen? Ich meine ja! Denn dies tatenlos anzusehen und zu sagen „Iss, was und wie viel Dir schmeckt“, wie es einige „Experten“ und Journalisten derzeit tun, ist bei dem überbordenden Angebot an wohlschmeckenden Lebensmitteln sicherlich nicht richtig. Wer Entscheidungen trifft, kann Fehler machen, wer nichts entscheidet, macht alles falsch.
Bleiben Sie gelassen, wie beim Aprilwetter!
Das wünscht Ihnen
Ihr
Helmut Erbersdobler
Prof.Dr.Helmut ErbersdoblerOhnmacht der Ernährungswissenschaft, wissenschaftlicher Blindflug, sich widersprechende Studienergebnisse, das sind Schlagworte, die man in letzter Zeit vermehrt hört. Teilweise werden alle Empfehlungen der Wissenschaft angezweifelt – und dann eigene, all zu freizügige Ratschläge nachgeschoben. Wie kommt es zu dieser kritischen Einstellung und ist sie gerechtfertigt?
In der Tat überschlagen sich heute teilweise widersprüchliche Erfolgsmeldungen besonders im Bereich der epidemiologischen Forschung. So konnte man z. B. fast zeitgleich folgendes lesen: „Wirksamkeit von Ballaststoffen bei Dickdarmkrebs ungesichert“ [YD Park et al., JAMA 294, 2849–2857, 2005] und „Wirksamkeit von Ballaststoffen bestätigt“ [S Bingham, Proc. Nutr. Soc. 65, 19–23, 2006]. Worauf sind diese Diskrepanzen zurückzuführen und was kann, was darf man als Wissenschaftler, Journalist, Leser oder Verbraucher noch glauben?
Was lernen wir daraus? Zurückhaltung statt vorschnellen Jubelns über spektakuläre Ergebnisse ist sicher sinnvoll, Zufriedenheit mit dem Erreichten und Realitätssinn ebenfalls. Während man z. B. auf der einen Seite wegen allenfalls einer geringen Möglichkeit von Risiken die Gentechnik bei Lebensmitteln verwirft, hält man Empfehlungen auf Grund einer weit stärker gesicherten, wenn auch noch nicht hundertprozentigen, Evidenz – z. B. Wirkung der Ballaststoffe – für unseriös.
Soll, darf die Wissenschaft auf dieser Basis Empfehlungen aussprechen? Ich meine ja! Denn dies tatenlos anzusehen und zu sagen „Iss, was und wie viel Dir schmeckt“, wie es einige „Experten“ und Journalisten derzeit tun, ist bei dem überbordenden Angebot an wohlschmeckenden Lebensmitteln sicherlich nicht richtig. Wer Entscheidungen trifft, kann Fehler machen, wer nichts entscheidet, macht alles falsch.
Bleiben Sie gelassen, wie beim Aprilwetter!
Das wünscht Ihnen
Ihr
Helmut Erbersdobler