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Peer-Review-Verfahren / Positionspapiere unterliegen in der Ernährung ERNÄHRUNGS UMSCHAU, wie auch in vielen anderen Fachzeitschriften, nicht dem Peer-Review-Verfahren, weil es sich bei Positionspapieren bereits um vielfach durch ExpertInnen (Peers) bewertete, diskutierte und auf breiter Basis konsentierte Texte handelt.

Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.


Einleitung


Das Thema „gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung“ steht bereits seit mehreren Jahren auf der Agenda verschiedener internationaler Institutionen [1–5]. Der EAT-Lancet-Commission Report, erstellt von internationalen ExpertInnen, ist der erste Bericht, der eine universelle Referenzernährung (Planetary Health Diet) unter Angaben von Lebensmittelmengen für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise benennt. Mit dieser sollen eine zukünftige Weltbevölkerung von 10 Mrd. Menschen im Jahr 2050 innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde (planetare Grenzen) versorgt sowie weltweit etwa 11 Mio. vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindert werden [6, 7]. Die AutorInnen beschreiben, dass die derzeitige globale Lebensmittelproduktion die Stabilität des Klimas sowie die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen beeinträchtigt und dass die Lebensmittelproduktion die planetaren Grenzen zu überschreiten droht. Daneben stellen ernährungsmitbedingte Erkrankungen eine große Belastung für die Gesellschaft dar. Ausgehend von den globalen Empfehlungen der Planetary Health Diet sollten Anpassungen der Mengenangaben und der Lebensmittelauswahl an die Esskulturen der Länder vorgenommen werden. Lokal vorhandene Ressourcen wie Weideflächen, Wasservorräte und Niederschlagsmengen sind dabei zu berücksichtigen [6, 7].

Die Planetary Health Diet erhielt als erster Bericht, der konkrete Zahlen zu einer möglichen globalen Referenzernährung lieferte, sehr große Aufmerksamkeit. Sie wird international von vielen ExpertInnen als Referenzernährung für eine nachhaltige Ernährungsweise herangezogen. Gleichzeitig äußern WissenschaftlerInnen Kritik an der Vorgehensweise zur Ableitung der Empfehlungen, an deren ernährungsphysiologischen Konsequenzen sowie an den Kosten auf individueller und gesellschaftlicher Ebene [8–15]. ...

Abstract


Die Planetary Health Diet wurde als globales Konzept für eine gesundheitsfördernde Ernährung unter Einhaltung der planetaren Grenzen entwickelt. Die Publikation erhielt große Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind die Methoden zur Ableitung, die Aussagen der Planetary Health Diet sowie deren praktische Umsetzung im wissenschaftlichen Diskurs zu bewerten. Dazu werden in dieser Stellungnahme der DGE die vorgeschlagenen Lebensmittelmengen der Planetary Health Diet den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE gegenübergestellt und mit Verzehrdaten aus Deutschland verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Planetary Health Diet als auch die DGE-Empfehlungen als pflanzenbetonte Ernährungsweisen breite Übereinstimmung aufweisen. Unterschiede bestehen v. a. bei Milch und Milchprodukten. Für die praktische Umsetzung der Planetary Health Diet bedarf es der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten wie dies bei den Empfehlungen der DGE realisiert ist. Die Ernährungswirklichkeit in Deutschland steht im deutlichen Kontrast zu beiden Empfehlungen.

Schlüsselwörter: Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen, Planetary Health Diet, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverzehr, Deutschland

Den gesamten Artikel lesen Sie hier kostenfrei!

Supplement zum Artikel





Peer review process / Position papers in ERNÄHRUNGS UMSCHAU, as in many other journals, are not subject to the peer review process, because position papers have already been discussed, evaluated, peer-reviewed and are broadly consented texts.

The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE)


A DGE statement


Abstract


The Planetary Health Diet was developed as a global concept for a health-promoting diet that stays within planetary boundaries. It received a great deal of attention when it was published. However, the methods used to derive the Planetary Health Diet, its statements, and its feasibility in terms of practical implementation nevertheless need to be evaluated through scientific discourse. To this end, this German Nutrition Society statement compares the recommended food quantities of the Planetary Health Diet with the German Nutrition Society’s food-based dietary guidelines and with data on actual food intakes in Germany. The results show that there is broad agreement between the Planetary Health Diet and the German Nutrition Society’s recommendations as they are both plant-based diets. The main differences are in the recommendations for milk and dairy products. The practical implementation of the Planetary Health Diet requires that regional conditions are taken into account as an additional step. The German Nutrition Society’s recommendations already consider regional conditions. The nutritional reality in Germany sharply contrasts with both recommendations.

Keywords: Food-Based Dietary Guidelines, Planetary Health Diet, sustainability, food intake, Germany

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2022 auf den Seiten M252 bis M268.




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Peer-Review-Verfahren / Positionspapiere unterliegen in der Ernährung ERNÄHRUNGS UMSCHAU, wie auch in vielen anderen Fachzeitschriften, nicht dem Peer-Review-Verfahren, weil es sich bei Positionspapieren bereits um vielfach durch ExpertInnen (Peers) bewertete, diskutierte und auf breiter Basis konsentierte Texte handelt.

Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.


Einleitung


Das Thema „gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung“ steht bereits seit mehreren Jahren auf der Agenda verschiedener internationaler Institutionen [1–5]. Der EAT-Lancet-Commission Report, erstellt von internationalen ExpertInnen, ist der erste Bericht, der eine universelle Referenzernährung (Planetary Health Diet) unter Angaben von Lebensmittelmengen für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise benennt. Mit dieser sollen eine zukünftige Weltbevölkerung von 10 Mrd. Menschen im Jahr 2050 innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde (planetare Grenzen) versorgt sowie weltweit etwa 11 Mio. vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindert werden [6, 7]. Die AutorInnen beschreiben, dass die derzeitige globale Lebensmittelproduktion die Stabilität des Klimas sowie die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen beeinträchtigt und dass die Lebensmittelproduktion die planetaren Grenzen zu überschreiten droht. Daneben stellen ernährungsmitbedingte Erkrankungen eine große Belastung für die Gesellschaft dar. Ausgehend von den globalen Empfehlungen der Planetary Health Diet sollten Anpassungen der Mengenangaben und der Lebensmittelauswahl an die Esskulturen der Länder vorgenommen werden. Lokal vorhandene Ressourcen wie Weideflächen, Wasservorräte und Niederschlagsmengen sind dabei zu berücksichtigen [6, 7].

Die Planetary Health Diet erhielt als erster Bericht, der konkrete Zahlen zu einer möglichen globalen Referenzernährung lieferte, sehr große Aufmerksamkeit. Sie wird international von vielen ExpertInnen als Referenzernährung für eine nachhaltige Ernährungsweise herangezogen. Gleichzeitig äußern WissenschaftlerInnen Kritik an der Vorgehensweise zur Ableitung der Empfehlungen, an deren ernährungsphysiologischen Konsequenzen sowie an den Kosten auf individueller und gesellschaftlicher Ebene [8–15]. ...

Abstract


Die Planetary Health Diet wurde als globales Konzept für eine gesundheitsfördernde Ernährung unter Einhaltung der planetaren Grenzen entwickelt. Die Publikation erhielt große Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind die Methoden zur Ableitung, die Aussagen der Planetary Health Diet sowie deren praktische Umsetzung im wissenschaftlichen Diskurs zu bewerten. Dazu werden in dieser Stellungnahme der DGE die vorgeschlagenen Lebensmittelmengen der Planetary Health Diet den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE gegenübergestellt und mit Verzehrdaten aus Deutschland verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Planetary Health Diet als auch die DGE-Empfehlungen als pflanzenbetonte Ernährungsweisen breite Übereinstimmung aufweisen. Unterschiede bestehen v. a. bei Milch und Milchprodukten. Für die praktische Umsetzung der Planetary Health Diet bedarf es der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten wie dies bei den Empfehlungen der DGE realisiert ist. Die Ernährungswirklichkeit in Deutschland steht im deutlichen Kontrast zu beiden Empfehlungen.

Schlüsselwörter: Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen, Planetary Health Diet, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverzehr, Deutschland

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Peer review process / Position papers in ERNÄHRUNGS UMSCHAU, as in many other journals, are not subject to the peer review process, because position papers have already been discussed, evaluated, peer-reviewed and are broadly consented texts.

The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE)


A DGE statement


Abstract


The Planetary Health Diet was developed as a global concept for a health-promoting diet that stays within planetary boundaries. It received a great deal of attention when it was published. However, the methods used to derive the Planetary Health Diet, its statements, and its feasibility in terms of practical implementation nevertheless need to be evaluated through scientific discourse. To this end, this German Nutrition Society statement compares the recommended food quantities of the Planetary Health Diet with the German Nutrition Society’s food-based dietary guidelines and with data on actual food intakes in Germany. The results show that there is broad agreement between the Planetary Health Diet and the German Nutrition Society’s recommendations as they are both plant-based diets. The main differences are in the recommendations for milk and dairy products. The practical implementation of the Planetary Health Diet requires that regional conditions are taken into account as an additional step. The German Nutrition Society’s recommendations already consider regional conditions. The nutritional reality in Germany sharply contrasts with both recommendations.

Keywords: Food-Based Dietary Guidelines, Planetary Health Diet, sustainability, food intake, Germany

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Einordnung der Planetary Health Diet anhand einer Gegenüberstellung mit den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE

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Peer-Review-Verfahren / Positionspapiere unterliegen in der Ernährung ERNÄHRUNGS UMSCHAU, wie auch in vielen anderen Fachzeitschriften, nicht dem Peer-Review-Verfahren, weil es sich bei Positionspapieren bereits um vielfach durch ExpertInnen (Peers) bewertete, diskutierte und auf breiter Basis konsentierte Texte handelt.

Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.
Einleitung

Das Thema „gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung“ steht bereits seit mehreren Jahren auf der Agenda verschiedener internationaler Institutionen [1–5]. Der EAT-Lancet-Commission Report, erstellt von internationalen ExpertInnen, ist der erste Bericht, der eine universelle Referenzernährung (Planetary Health Diet) unter Angaben von Lebensmittelmengen für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise benennt. Mit dieser sollen eine zukünftige Weltbevölkerung von 10 Mrd. Menschen im Jahr 2050 innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde (planetare Grenzen) versorgt sowie weltweit etwa 11 Mio. vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindert werden [6, 7]. Die AutorInnen beschreiben, dass die derzeitige globale Lebensmittelproduktion die Stabilität des Klimas sowie die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen beeinträchtigt und dass die Lebensmittelproduktion die planetaren Grenzen zu überschreiten droht. Daneben stellen ernährungsmitbedingte Erkrankungen eine große Belastung für die Gesellschaft dar. Ausgehend von den globalen Empfehlungen der Planetary Health Diet sollten Anpassungen der Mengenangaben und der Lebensmittelauswahl an die Esskulturen der Länder vorgenommen werden. Lokal vorhandene Ressourcen wie Weideflächen, Wasservorräte und Niederschlagsmengen sind dabei zu berücksichtigen [6, 7].

Die Planetary Health Diet erhielt als erster Bericht, der konkrete Zahlen zu einer möglichen globalen Referenzernährung lieferte, sehr große Aufmerksamkeit. Sie wird international von vielen ExpertInnen als Referenzernährung für eine nachhaltige Ernährungsweise herangezogen. Gleichzeitig äußern WissenschaftlerInnen Kritik an der Vorgehensweise zur Ableitung der Empfehlungen, an deren ernährungsphysiologischen Konsequenzen sowie an den Kosten auf individueller und gesellschaftlicher Ebene [8–15]. …

Abstract

Die Planetary Health Diet wurde als globales Konzept für eine gesundheitsfördernde Ernährung unter Einhaltung der planetaren Grenzen entwickelt. Die Publikation erhielt große Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind die Methoden zur Ableitung, die Aussagen der Planetary Health Diet sowie deren praktische Umsetzung im wissenschaftlichen Diskurs zu bewerten. Dazu werden in dieser Stellungnahme der DGE die vorgeschlagenen Lebensmittelmengen der Planetary Health Diet den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE gegenübergestellt und mit Verzehrdaten aus Deutschland verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Planetary Health Diet als auch die DGE-Empfehlungen als pflanzenbetonte Ernährungsweisen breite Übereinstimmung aufweisen. Unterschiede bestehen v. a. bei Milch und Milchprodukten. Für die praktische Umsetzung der Planetary Health Diet bedarf es der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten wie dies bei den Empfehlungen der DGE realisiert ist. Die Ernährungswirklichkeit in Deutschland steht im deutlichen Kontrast zu beiden Empfehlungen.

Schlüsselwörter: Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen, Planetary Health Diet, Nachhaltigkeit, Lebensmittelverzehr, Deutschland

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Peer review process / Position papers in ERNÄHRUNGS UMSCHAU, as in many other journals, are not subject to the peer review process, because position papers have already been discussed, evaluated, peer-reviewed and are broadly consented texts.

The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE)
A DGE statement
Abstract

The Planetary Health Diet was developed as a global concept for a health-promoting diet that stays within planetary boundaries. It received a great deal of attention when it was published. However, the methods used to derive the Planetary Health Diet, its statements, and its feasibility in terms of practical implementation nevertheless need to be evaluated through scientific discourse. To this end, this German Nutrition Society statement compares the recommended food quantities of the Planetary Health Diet with the German Nutrition Society’s food-based dietary guidelines and with data on actual food intakes in Germany. The results show that there is broad agreement between the Planetary Health Diet and the German Nutrition Society’s recommendations as they are both plant-based diets. The main differences are in the recommendations for milk and dairy products. The practical implementation of the Planetary Health Diet requires that regional conditions are taken into account as an additional step. The German Nutrition Society’s recommendations already consider regional conditions. The nutritional reality in Germany sharply contrasts with both recommendations.

Keywords: Food-Based Dietary Guidelines, Planetary Health Diet, sustainability, food intake, Germany

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 11.05.2022

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