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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 31.07.2018 / Überarbeitung angenommen: 07.02.2019

Teil 2: In welcher Weise werden Entscheidungsprozesse durch Werte beeinflusst?


Einleitung


Die Leitidee einer Nachhaltigen Entwicklung (NE) ist insbesondere seit der Rio-Konferenz von 1992 mit einer globalen Ethik verknüpft [44]. Auch die aktuellen Ziele der Agenda 2030 implizieren moralische Ziele wie etwa eine weltweite Achtung von Gerechtigkeit und Gleichheit [45]. Im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Ernährung wurde Anfang 2019 in der Öffentlichkeit intensiv über die Einführung eines „Tierwohl-Labels“ diskutiert, an dem VerbraucherInnen die jeweilige Haltung von Tieren erkennen und somit Tierwohl und davon betroffene moralische Aspekte beim Einkauf berücksichtigen können [46].


Eine nachhaltige Ernährung impliziert allerdings auch zahlreiche andere Werte bzw. ethische und moralische Fragen, wie etwa, inwieweit wir Verantwortung tragen müssen für die möglichen Folgen, die unsere aktuelle Ernährungsweise für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern hat oder für die nachfolgenden Generationen [47–49].

Allen voran spielen selbstverständlich hedonistische Werte, v. a. der Genuss beim Essen, bei den Konsumierenden eine wichtige Rolle [48]. So liegt nahe, dass Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung durch Werte beeinflusst sind und dass sich eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Entscheidungskompetenz im Kontext von Ernährung aufbauen möchte, auch mit der Überlegung befasst, wie im Unterricht moralische Fragen und Werte der Lernenden angesprochen werden können [50].

Abstract


Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung sind häufig mit moralischen Aspekten verknüpft. Das im folgenden Beitrag präsentierte explorative Forschungsprojekt geht u. a. der Frage nach, welche Rolle Wertorientierungen und Werte von Kindern (11–12 Jahre) bei deren Entscheidungen spielen. Anhand von Einzelinterviews zu einer alltagsnahen Entscheidungssituation (Methode Lautes Denken, n = 27) wird deutlich, dass vorab ermittelte Wertorientierungen der Kinder die Abfolge und Qualität ihrer Entscheidungsschritte nicht beeinflussen, jedoch die Wertbezüge, insbesondere Hedonismus und Universalismus mit dem Fokus Ökologie, eine wesentliche Rolle in den Prozessen spielen. Wissen wird hierbei in unterstützender Funktion eingesetzt und zudem dann, wenn eine gewisse Expertise entwickelt wurde. Für den Unterricht bedeutet dies, Lehr-Lern-Arrangements zu konzipieren, die die Vielfalt von Werten mit Blick auf Nachhaltige Entwicklung deutlich machen und eine Verbindung von Wissen mit Werten fördern.

Schlüsselwörter: nachhaltige Ernährung, Entscheidungskompetenz, Werte, Kinder und Jugendliche, Nachhaltige Entwicklung, Ernährungsbildung




Peer-reviewed / Manuscript (original contribution) received: July 31, 2018 / Revision accepted: February 07, 2019

Decision-making processes of children in the context of sustainable diets


Part 2: The role of values in decision-making processes


Abstract


Decisions in the context of sustainable diets are often associated with moral factors. The investigations carried out in the explorative research project presented in this article included the role that the value orientations and values play in the decisions of children (11–12 years old). Based on individual interviews about a realistic decision-making situation (using the thinking aloud method, n = 27), it was found that the previously recorded value orientations of the children did not affect the sequence or quality of their decision-making steps, but drawing on their values, particularly hedonism and universalism with a focus on ecology, played a major role in the processes. Here, knowledge is used in a supporting capacity and is also used once a certain level of expertise has been developed. In terms of lessons, what this means is that we need to design learning-teaching arrangements that make clear how diverse people’s values can be with regard to sustainable development and we need to encourage the combining of knowledge with values.

Keywords: sustainable diet, decision-making skills, values, children and adolescents, sustainable development, nutrition education

Full text PDF (free version)




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2019 von Seite M516 bis M524.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 31.07.2018 / Überarbeitung angenommen: 07.02.2019

Teil 2: In welcher Weise werden Entscheidungsprozesse durch Werte beeinflusst?


Einleitung


Die Leitidee einer Nachhaltigen Entwicklung (NE) ist insbesondere seit der Rio-Konferenz von 1992 mit einer globalen Ethik verknüpft [44]. Auch die aktuellen Ziele der Agenda 2030 implizieren moralische Ziele wie etwa eine weltweite Achtung von Gerechtigkeit und Gleichheit [45]. Im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Ernährung wurde Anfang 2019 in der Öffentlichkeit intensiv über die Einführung eines „Tierwohl-Labels“ diskutiert, an dem VerbraucherInnen die jeweilige Haltung von Tieren erkennen und somit Tierwohl und davon betroffene moralische Aspekte beim Einkauf berücksichtigen können [46].


Eine nachhaltige Ernährung impliziert allerdings auch zahlreiche andere Werte bzw. ethische und moralische Fragen, wie etwa, inwieweit wir Verantwortung tragen müssen für die möglichen Folgen, die unsere aktuelle Ernährungsweise für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern hat oder für die nachfolgenden Generationen [47–49].

Allen voran spielen selbstverständlich hedonistische Werte, v. a. der Genuss beim Essen, bei den Konsumierenden eine wichtige Rolle [48]. So liegt nahe, dass Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung durch Werte beeinflusst sind und dass sich eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Entscheidungskompetenz im Kontext von Ernährung aufbauen möchte, auch mit der Überlegung befasst, wie im Unterricht moralische Fragen und Werte der Lernenden angesprochen werden können [50].

Abstract


Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung sind häufig mit moralischen Aspekten verknüpft. Das im folgenden Beitrag präsentierte explorative Forschungsprojekt geht u. a. der Frage nach, welche Rolle Wertorientierungen und Werte von Kindern (11–12 Jahre) bei deren Entscheidungen spielen. Anhand von Einzelinterviews zu einer alltagsnahen Entscheidungssituation (Methode Lautes Denken, n = 27) wird deutlich, dass vorab ermittelte Wertorientierungen der Kinder die Abfolge und Qualität ihrer Entscheidungsschritte nicht beeinflussen, jedoch die Wertbezüge, insbesondere Hedonismus und Universalismus mit dem Fokus Ökologie, eine wesentliche Rolle in den Prozessen spielen. Wissen wird hierbei in unterstützender Funktion eingesetzt und zudem dann, wenn eine gewisse Expertise entwickelt wurde. Für den Unterricht bedeutet dies, Lehr-Lern-Arrangements zu konzipieren, die die Vielfalt von Werten mit Blick auf Nachhaltige Entwicklung deutlich machen und eine Verbindung von Wissen mit Werten fördern.

Schlüsselwörter: nachhaltige Ernährung, Entscheidungskompetenz, Werte, Kinder und Jugendliche, Nachhaltige Entwicklung, Ernährungsbildung




Peer-reviewed / Manuscript (original contribution) received: July 31, 2018 / Revision accepted: February 07, 2019

Decision-making processes of children in the context of sustainable diets


Part 2: The role of values in decision-making processes


Abstract


Decisions in the context of sustainable diets are often associated with moral factors. The investigations carried out in the explorative research project presented in this article included the role that the value orientations and values play in the decisions of children (11–12 years old). Based on individual interviews about a realistic decision-making situation (using the thinking aloud method, n = 27), it was found that the previously recorded value orientations of the children did not affect the sequence or quality of their decision-making steps, but drawing on their values, particularly hedonism and universalism with a focus on ecology, played a major role in the processes. Here, knowledge is used in a supporting capacity and is also used once a certain level of expertise has been developed. In terms of lessons, what this means is that we need to design learning-teaching arrangements that make clear how diverse people’s values can be with regard to sustainable development and we need to encourage the combining of knowledge with values.

Keywords: sustainable diet, decision-making skills, values, children and adolescents, sustainable development, nutrition education

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Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2019 von Seite M516 bis M524.


Entscheidungsprozesse von Kindern und Jugendlichen im Bereich einer nachhaltigen Ernährung

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 31.07.2018 / Überarbeitung angenommen: 07.02.2019

Teil 2: In welcher Weise werden Entscheidungsprozesse durch Werte beeinflusst?
Einleitung
Die Leitidee einer Nachhaltigen Entwicklung (NE) ist insbesondere seit der Rio-Konferenz von 1992 mit einer globalen Ethik verknüpft [44]. Auch die aktuellen Ziele der Agenda 2030 implizieren moralische Ziele wie etwa eine weltweite Achtung von Gerechtigkeit und Gleichheit [45]. Im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Ernährung wurde Anfang 2019 in der Öffentlichkeit intensiv über die Einführung eines „Tierwohl-Labels“ diskutiert, an dem VerbraucherInnen die jeweilige Haltung von Tieren erkennen und somit Tierwohl und davon betroffene moralische Aspekte beim Einkauf berücksichtigen können [46].

Eine nachhaltige Ernährung impliziert allerdings auch zahlreiche andere Werte bzw. ethische und moralische Fragen, wie etwa, inwieweit wir Verantwortung tragen müssen für die möglichen Folgen, die unsere aktuelle Ernährungsweise für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern hat oder für die nachfolgenden Generationen [47–49].

Allen voran spielen selbstverständlich hedonistische Werte, v. a. der Genuss beim Essen, bei den Konsumierenden eine wichtige Rolle [48]. So liegt nahe, dass Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung durch Werte beeinflusst sind und dass sich eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Entscheidungskompetenz im Kontext von Ernährung aufbauen möchte, auch mit der Überlegung befasst, wie im Unterricht moralische Fragen und Werte der Lernenden angesprochen werden können [50].

Abstract

Entscheidungen im Kontext einer nachhaltigen Ernährung sind häufig mit moralischen Aspekten verknüpft. Das im folgenden Beitrag präsentierte explorative Forschungsprojekt geht u. a. der Frage nach, welche Rolle Wertorientierungen und Werte von Kindern (11–12 Jahre) bei deren Entscheidungen spielen. Anhand von Einzelinterviews zu einer alltagsnahen Entscheidungssituation (Methode Lautes Denken, n = 27) wird deutlich, dass vorab ermittelte Wertorientierungen der Kinder die Abfolge und Qualität ihrer Entscheidungsschritte nicht beeinflussen, jedoch die Wertbezüge, insbesondere Hedonismus und Universalismus mit dem Fokus Ökologie, eine wesentliche Rolle in den Prozessen spielen. Wissen wird hierbei in unterstützender Funktion eingesetzt und zudem dann, wenn eine gewisse Expertise entwickelt wurde. Für den Unterricht bedeutet dies, Lehr-Lern-Arrangements zu konzipieren, die die Vielfalt von Werten mit Blick auf Nachhaltige Entwicklung deutlich machen und eine Verbindung von Wissen mit Werten fördern.

Schlüsselwörter: nachhaltige Ernährung, Entscheidungskompetenz, Werte, Kinder und Jugendliche, Nachhaltige Entwicklung, Ernährungsbildung


Peer-reviewed / Manuscript (original contribution) received: July 31, 2018 / Revision accepted: February 07, 2019

Decision-making processes of children in the context of sustainable diets
Part 2: The role of values in decision-making processes
Abstract

Decisions in the context of sustainable diets are often associated with moral factors. The investigations carried out in the explorative research project presented in this article included the role that the value orientations and values play in the decisions of children (11–12 years old). Based on individual interviews about a realistic decision-making situation (using the thinking aloud method, n = 27), it was found that the previously recorded value orientations of the children did not affect the sequence or quality of their decision-making steps, but drawing on their values, particularly hedonism and universalism with a focus on ecology, played a major role in the processes. Here, knowledge is used in a supporting capacity and is also used once a certain level of expertise has been developed. In terms of lessons, what this means is that we need to design learning-teaching arrangements that make clear how diverse people’s values can be with regard to sustainable development and we need to encourage the combining of knowledge with values.

Keywords: sustainable diet, decision-making skills, values, children and adolescents, sustainable development, nutrition education

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 11.09.2019

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