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Viele Menschen mit Diabetes mellitus bemerken einen verspäteten Blutglukoseanstieg nach sehr fett- und proteinreichen Mahlzeiten. Dass neben der korrekten Kohlenhydratberechnung (=> Teil 1 in Ernährungs Umschau 4/2018) auch die Abschätzung des Fett- und Proteingehalts einen hohen Stellenwert in der Beratungspraxis bei Diabetes hat, zeigen Diabetesberaterin DDG Joana GREINER und Ökotrophologin Patricia KIRSCHKE. Sie stellen vor, wie sich die sog. Fett-Protein-Einheit auf die Blutglukosekonzentration auswirkt, wie sie berechnet und ggf. korrigiert wird. Zudem gehen sie auf weitere beratungsrelevante Aspekte ein, z. B. die Auswirkungen von Alkohol oder den Low Carb-Trend.
Neben kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln können auch Fette und Proteine einen Blutglukoseanstieg bewirken. Bei einem Glukosemangel kann das aus Fett abgespaltene Glycerin in der Glukoneogenese zu Glukose aufgebaut werden, zusätzlich werden aus dem Proteinabbau glukogene Aminosäuren sowie Lactat eingeschleust [6]. Somit ist auch Stunden nach dem Verzehr (wichtig: nicht direkt) von fett- und/oder proteinreicher Nahrung ein relevanter Anstieg der Blutglukosekonzentration möglich.
Dieser verspätete Glukoseanstieg stellt eine Herausforderung für die richtige Insulindosierung des prandialen Insulins dar. Eine präprandiale Insulindosierung kann bei einer fett- und proteinreichen Mahlzeit aufgrund der verzögerten Verdauung der Nährstoffe zu einer ausgeprägten Hypoglykämie führen. Wird jedoch kein Insulin für Fett und Protein injiziert, kann es zu späten Anstiegen der Blutglukose führen.