Ernährung als Kernthema unserer Fachzeitschrift ist dabei zugleich Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen (Beispiel: Fleischkonsum in Industrie- und Schwellenländern), Auslöser für Debatten und Konflikte (Beispiel: Lebensmittelpreise), Indikator für Verteilungsgerechtigkeit (Beispiel Ernährungsarmut) aber zugleich auch mächtiger Hebel für Lösungsansätze (Beispiel: Nachhaltigkeit).

Wie kaum ein anderes Themengebiet ist daher Ernährungsforschung auch durch eine enorme Vielfalt von Forschungsansätzen in unterschiedlichsten Disziplinen gekennzeichnet: von den Kultur- und Sozialwissenschaften über Biochemie, Physiologie, Molekularbiologie, Diätetik und Medizin bis hin zur Psychologie und Verhaltensforschung. Auch Klimatologie, Agrarwissenschaft, Züchtungsforschung und Lebensmitteltechnologie gehören zum Portfolio, mit dem die Herausforderung Welternährung beforscht wird.

Und da auch im Ernährungsbereich Entwicklungen einzelner Sektoren oft zugleich Fluch und Segen sein können (Beispiele: Mineraldünger, hochverarbeitete Lebensmittel), kann der begleitende kritische Blick aus den jeweils anderen Forschungssektoren ein wichtiges Regulativ sein. So können Fehlentwicklungen erkannt und Gegenmaßnahmen formuliert werden.

Ab hier ist dann die Politik am Zug: Nutzt sie die in großer Zahl erstellten Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte und Beratungsgremien und zieht aus Berichten und Positionspapieren der Fachgesellschaften die richtigen Schlüsse? Oder lässt sie sich von populistischen Blender*innen der TikTok- und Talkshow-Kultur oder der Boulevard-Medien treiben? Letztendlich zeigt auch unsere Entscheidung an den Wahlurnen und das eigene gesellschaftliche Engagement, wen wir „belohnen“: die polarisierenden Politiker*innen mit vermeintlich einfachen Lösungen oder eher die abwägenden?

Ernährungsfachkräfte haben hier wichtige Aufgaben: Im unmittelbaren Kontakt mit Klient*innen bzw. Patient*innen, aber auch im beruflichen und privaten Umfeld können Sie Fake News zu Ernährung entgegentreten, Ernährungsmythen entlarven und den Menschen solide Ernährungsinformationen vermitteln. Auch im 72. Jahrgang der ERNÄHRUNGS UMSCHAU stellen wir daher für weit über 8000 Leser*innen begutachtete und redaktionell aufbereitete Beiträge für Ernährungsfachkräfte und Multiplikator*innen zusammen und bereiten diese für Fortbildungen auf. Wo nötig, kommentieren wir und ordnen ein.

Hier einige Themen-Spoiler der kommenden Ausgaben der ERNÄHRUNGS UMSCHAU: Wir werden die Situation der Lebensmittelweitergabe durch Tafeln ebenso beleuchten wie die teilweise futuristisch anmutenden Forschungsprojekte zu NewFoodSystems. Zubereitungsverfahren stehen im Zentrum einer neuen Beitragsserie und die Diätetik ist u. a. in Artikeln zu Lebererkrankungen, Gestationsdiabetes und Krebsnachsorge vertreten.

Prof. Dr. Helmut Heseker Prof. Dr. Helmut Erbersdobler Dr. Udo Maid-Kohnert

Herausgeber Ehrenherausgeber Redaktionsleitung

DOI: 10.4455/eu.2025.001



English text PDF

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2025 auf Seite M13.


Nach dem turbulenten Jahr 2024 mit seinen vielfältigen nationalen und internationalen politischen Konflikten und Umbrüchen nimmt 2025 langsam Fahrt auf. Schon jetzt ist klar, dass die Herausforderungen eher größer werden.


Ernährung als Kernthema unserer Fachzeitschrift ist dabei zugleich Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen (Beispiel: Fleischkonsum in Industrie- und Schwellenländern), Auslöser für Debatten und Konflikte (Beispiel: Lebensmittelpreise), Indikator für Verteilungsgerechtigkeit (Beispiel Ernährungsarmut) aber zugleich auch mächtiger Hebel für Lösungsansätze (Beispiel: Nachhaltigkeit).

Wie kaum ein anderes Themengebiet ist daher Ernährungsforschung auch durch eine enorme Vielfalt von Forschungsansätzen in unterschiedlichsten Disziplinen gekennzeichnet: von den Kultur- und Sozialwissenschaften über Biochemie, Physiologie, Molekularbiologie, Diätetik und Medizin bis hin zur Psychologie und Verhaltensforschung. Auch Klimatologie, Agrarwissenschaft, Züchtungsforschung und Lebensmitteltechnologie gehören zum Portfolio, mit dem die Herausforderung Welternährung beforscht wird.

Und da auch im Ernährungsbereich Entwicklungen einzelner Sektoren oft zugleich Fluch und Segen sein können (Beispiele: Mineraldünger, hochverarbeitete Lebensmittel), kann der begleitende kritische Blick aus den jeweils anderen Forschungssektoren ein wichtiges Regulativ sein. So können Fehlentwicklungen erkannt und Gegenmaßnahmen formuliert werden.

Ab hier ist dann die Politik am Zug: Nutzt sie die in großer Zahl erstellten Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte und Beratungsgremien und zieht aus Berichten und Positionspapieren der Fachgesellschaften die richtigen Schlüsse? Oder lässt sie sich von populistischen Blender*innen der TikTok- und Talkshow-Kultur oder der Boulevard-Medien treiben? Letztendlich zeigt auch unsere Entscheidung an den Wahlurnen und das eigene gesellschaftliche Engagement, wen wir „belohnen“: die polarisierenden Politiker*innen mit vermeintlich einfachen Lösungen oder eher die abwägenden?

Ernährungsfachkräfte haben hier wichtige Aufgaben: Im unmittelbaren Kontakt mit Klient*innen bzw. Patient*innen, aber auch im beruflichen und privaten Umfeld können Sie Fake News zu Ernährung entgegentreten, Ernährungsmythen entlarven und den Menschen solide Ernährungsinformationen vermitteln. Auch im 72. Jahrgang der ERNÄHRUNGS UMSCHAU stellen wir daher für weit über 8000 Leser*innen begutachtete und redaktionell aufbereitete Beiträge für Ernährungsfachkräfte und Multiplikator*innen zusammen und bereiten diese für Fortbildungen auf. Wo nötig, kommentieren wir und ordnen ein.

Hier einige Themen-Spoiler der kommenden Ausgaben der ERNÄHRUNGS UMSCHAU: Wir werden die Situation der Lebensmittelweitergabe durch Tafeln ebenso beleuchten wie die teilweise futuristisch anmutenden Forschungsprojekte zu NewFoodSystems. Zubereitungsverfahren stehen im Zentrum einer neuen Beitragsserie und die Diätetik ist u. a. in Artikeln zu Lebererkrankungen, Gestationsdiabetes und Krebsnachsorge vertreten.

Prof. Dr. Helmut Heseker Prof. Dr. Helmut Erbersdobler Dr. Udo Maid-Kohnert

Herausgeber Ehrenherausgeber Redaktionsleitung

DOI: 10.4455/eu.2025.001



English text PDF

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2025 auf Seite M13.


Editorial: Ernährung im Zentrum gesellschaftlicher Herausforderungen

Ernährung als Kernthema unserer Fachzeitschrift ist dabei zugleich Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen (Beispiel: Fleischkonsum in Industrie- und Schwellenländern), Auslöser für Debatten und Konflikte (Beispiel: Lebensmittelpreise), Indikator für Verteilungsgerechtigkeit (Beispiel Ernährungsarmut) aber zugleich auch mächtiger Hebel für Lösungsansätze (Beispiel: Nachhaltigkeit).

Wie kaum ein anderes Themengebiet ist daher Ernährungsforschung auch durch eine enorme Vielfalt von Forschungsansätzen in unterschiedlichsten Disziplinen gekennzeichnet: von den Kultur- und Sozialwissenschaften über Biochemie, Physiologie, Molekularbiologie, Diätetik und Medizin bis hin zur Psychologie und Verhaltensforschung. Auch Klimatologie, Agrarwissenschaft, Züchtungsforschung und Lebensmitteltechnologie gehören zum Portfolio, mit dem die Herausforderung Welternährung beforscht wird.

Und da auch im Ernährungsbereich Entwicklungen einzelner Sektoren oft zugleich Fluch und Segen sein können (Beispiele: Mineraldünger, hochverarbeitete Lebensmittel), kann der begleitende kritische Blick aus den jeweils anderen Forschungssektoren ein wichtiges Regulativ sein. So können Fehlentwicklungen erkannt und Gegenmaßnahmen formuliert werden.

Ab hier ist dann die Politik am Zug: Nutzt sie die in großer Zahl erstellten Gutachten der wissenschaftlichen Beiräte und Beratungsgremien und zieht aus Berichten und Positionspapieren der Fachgesellschaften die richtigen Schlüsse? Oder lässt sie sich von populistischen Blender*innen der TikTok- und Talkshow-Kultur oder der Boulevard-Medien treiben? Letztendlich zeigt auch unsere Entscheidung an den Wahlurnen und das eigene gesellschaftliche Engagement, wen wir „belohnen“: die polarisierenden Politiker*innen mit vermeintlich einfachen Lösungen oder eher die abwägenden?

Ernährungsfachkräfte haben hier wichtige Aufgaben: Im unmittelbaren Kontakt mit Klient*innen bzw. Patient*innen, aber auch im beruflichen und privaten Umfeld können Sie Fake News zu Ernährung entgegentreten, Ernährungsmythen entlarven und den Menschen solide Ernährungsinformationen vermitteln. Auch im 72. Jahrgang der ERNÄHRUNGS UMSCHAU stellen wir daher für weit über 8000 Leser*innen begutachtete und redaktionell aufbereitete Beiträge für Ernährungsfachkräfte und Multiplikator*innen zusammen und bereiten diese für Fortbildungen auf. Wo nötig, kommentieren wir und ordnen ein.

Hier einige Themen-Spoiler der kommenden Ausgaben der ERNÄHRUNGS UMSCHAU: Wir werden die Situation der Lebensmittelweitergabe durch Tafeln ebenso beleuchten wie die teilweise futuristisch anmutenden Forschungsprojekte zu NewFoodSystems. Zubereitungsverfahren stehen im Zentrum einer neuen Beitragsserie und die Diätetik ist u. a. in Artikeln zu Lebererkrankungen, Gestationsdiabetes und Krebsnachsorge vertreten.

Prof. Dr. Helmut Heseker Prof. Dr. Helmut Erbersdobler Dr. Udo Maid-Kohnert

Herausgeber Ehrenherausgeber Redaktionsleitung

DOI: 10.4455/eu.2025.001

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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 14.01.2025

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