Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Bedeutung für die
Ernährungstherapie
Die Wechseljahre stellen einen natürlichen biologischen Übergang dar, der mit tiefgreifenden hormonellen, metabolischen und funktionellen Veränderungen verbunden ist. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung verbringen Frauen heute rund ein Drittel ihres Lebens nach der Menopause. Die menopausale Transition gewinnt dadurch als präventives Zeitfenster (window of opportunity) für die langfristige Frauengesundheit zunehmend an Bedeutung, auch im Bereich der Ernährung. Der vorliegende Übersichtsartikel fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammen, leitet daraus praxisrelevante Empfehlungen für eine evidenzbasierte, patientenzentrierte und individualisierte Ernährungstherapie während und nach den Wechseljahren ab.
Physiologische Veränderungen während der Wechseljahre
Die Wechseljahre sind durch einen fortschreitenden Rückgang der ovariellen Hormonproduktion gekennzeichnet. Insbesondere der Abfall der Östrogenspiegel sowie Veränderungen weiterer hormoneller Regulationsmechanismen führen zu Anpassungsprozessen in zahlreichen Organsystemen. Neben der Reproduktionsfunktion beeinflussen sie den Energie- und Glucosestoffwechsel, die Fettverteilung, den Knochen- und Muskelstoffwechsel sowie das Herz-Kreislauf-System (♦ Abbildung 1) [1, 2, 4, 5].
Die hormonellen Veränderungen verlaufen individuell unterschiedlich und entwickeln sich meist über mehrere Jahre. Während die Serumkonzentrationen von Östradiol und
Progesteron kontinuierlich abnehmen, steigen die Gonadotropine, insbesondere das follikelstimulierende Hormon (FSH), an. Diese Veränderungen bilden die Grundlage vielfältiger physiologischer Anpassungen mit unterschiedlich ausgeprägten klinischen Auswirkungen [1, 2]. …
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 9/2026 auf den Seiten M546 bis M558.