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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 30.05.2016 | Angenommen: 16.01.2017


Eine explorative Erhebung anhand ausgewählter Beispiel-Apps


Hintergrund


Moderne Ernährungskommunikation


Nach einer Statistik aus dem Jahr 2015 nutzen 63 % der über 14-jährigen Deutschen ein Smartphone, die Tendenz ist zunehmend [1]. Damit verbunden ist ein steigendes Angebot mobiler Applikationen (Apps), die Gesundheitsinformationen vermitteln [2]. Es gibt ein rasch wachsendes Angebot von Gesundheits-Apps, insbesondere Ernährungs-Apps, die immer mehr Menschen mit einer neuen Art der Ernährungskommunikation erreichen. Weltweit werden in den App Stores iTunes (Apple) und Google Play etwa 4 Millionen Apps angeboten, wovon etwa 3 % das Thema „Gesundheit und Fitness“ aufgreifen [3].


Apps mit Ernährungsbezug können inhaltlich sowohl der Kategorie „Gesundheit & Fitness“ als auch der Kategorie „Medizin“ zugeordnet werden. Apps wie die EateryApp, MyMealMate, MyFitnessPal und FatSecret klingen vielversprechend und können mit ihren Funktionen wie z. B. dem „Zählen von Kalorien“ und dem Führen von Ernährungstagebüchern supportiv in der Ernährungstherapie eingesetzt werden. Es existieren jedoch relevante Hürden wie z. B. die Einbeziehung von nicht evidenzbasierten Informationen sowie ungeklärte Fragen hinsichtlich des Datenschutzes.

In Deutschland gibt es derzeit kaum standardisierte Kriterien für die Bewertung und Zertifizierung von Apps, weshalb die Vertrauenswürdigkeit vieler Ernährungs-Apps bei z. B. fehlenden Angaben zu den Datenquellen und Anbietern kritisch hinterfragt werden muss. Eine von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Untersuchung beschreibt den App-Markt als intransparent und bezeichnet die Marktentwicklung als stark angebots- und wenig bedarfsorientiert [4]. Dennoch erfreut sich die Nutzung von Apps v. a. auch zu Ernährungsthemen großer Beliebtheit, weil sie schnell und einfach zu bedienen sowie überall verfügbar sind. Viele Ernährungs-Apps sind kostenfrei, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöht.

Abstract


Es gibt ein großes Angebot an Ernährungs-Applikationen (Apps), die zur Selbstbeobachtung und zur Anleitung für eine gesundheitsförderliche Ernährung eingesetzt werden. Die Funktionen der Apps sind sehr unterschiedlich und reichen vom Führen von Ernährungsprotokollen bis hin zu konkreten Ernährungsempfehlungen. Zur Bewertung und Evaluierung von Apps mit Ernährungsbezug gibt es bisher kaum anerkannte und standardisierte Kriterien. Zudem fehlt meist die Transparenz hinsichtlich Datenschutz und Informationsquellen. Die in dieser Arbeit exemplarisch betrachteten Apps waren im Hinblick auf definierte Funktionen und Informationsqualität limitiert. Der Vergleich der Energie- und Nährwertangaben für Lebensmittel mit den Angaben einer auf der Datenbasis des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) basierenden Ernährungssoftware ergab, dass einzelne Nährstoffwerte um mehr als 50 % abwichen. Dennoch können die getesteten Apps den Anwendern eine Orientierungshilfe für den Energie- und Makronährstoffgehalt von Lebensmitteln geben.

Schlüsselwörter: Mobile Applikation (App), Selftracking, Gewichtsmanagement, Ernährungskommunikation, Datenschutz






Peer-Reviewed | Manuscript received: May 30, 2016 | Revision accepted: January 16, 2017


Nutrition apps: Quality and limitations


An explorative investigation on the basis of selected apps


Abstract


There is a large selection of nutrition applications (apps) which are used for self-tracking and as instructional tools for a healthy diet. These apps offer a great variety of functions ranging from keeping food diaries to providing concrete nutritional recommendations. To date, there are very few recognized and standardized criteria for evaluating nutrition apps. In addition, there is usually a lack of transparency about data protection and sources of information. The apps examined in this work were limited in terms of defined functions and quality of information. A comparison of energy content and nutritional values of foods with the information of a nutrition software based on the information provided by the German Food Database (Bundeslebensmittelschlüssel, BLS) revealed that individual values deviated by as much as 50%. Nevertheless, the tested apps can provide the user with orientation regarding the energy and macronutrient content of different foods.

Keywords: mobile application (app), self-tracking, weight management, nutrition communication, data protection

Full text PDF (free access)






Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 5/17 von Seite M260 bis M269.




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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 30.05.2016 | Angenommen: 16.01.2017


Eine explorative Erhebung anhand ausgewählter Beispiel-Apps


Hintergrund


Moderne Ernährungskommunikation


Nach einer Statistik aus dem Jahr 2015 nutzen 63 % der über 14-jährigen Deutschen ein Smartphone, die Tendenz ist zunehmend [1]. Damit verbunden ist ein steigendes Angebot mobiler Applikationen (Apps), die Gesundheitsinformationen vermitteln [2]. Es gibt ein rasch wachsendes Angebot von Gesundheits-Apps, insbesondere Ernährungs-Apps, die immer mehr Menschen mit einer neuen Art der Ernährungskommunikation erreichen. Weltweit werden in den App Stores iTunes (Apple) und Google Play etwa 4 Millionen Apps angeboten, wovon etwa 3 % das Thema „Gesundheit und Fitness“ aufgreifen [3].


Apps mit Ernährungsbezug können inhaltlich sowohl der Kategorie „Gesundheit & Fitness“ als auch der Kategorie „Medizin“ zugeordnet werden. Apps wie die EateryApp, MyMealMate, MyFitnessPal und FatSecret klingen vielversprechend und können mit ihren Funktionen wie z. B. dem „Zählen von Kalorien“ und dem Führen von Ernährungstagebüchern supportiv in der Ernährungstherapie eingesetzt werden. Es existieren jedoch relevante Hürden wie z. B. die Einbeziehung von nicht evidenzbasierten Informationen sowie ungeklärte Fragen hinsichtlich des Datenschutzes.

In Deutschland gibt es derzeit kaum standardisierte Kriterien für die Bewertung und Zertifizierung von Apps, weshalb die Vertrauenswürdigkeit vieler Ernährungs-Apps bei z. B. fehlenden Angaben zu den Datenquellen und Anbietern kritisch hinterfragt werden muss. Eine von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Untersuchung beschreibt den App-Markt als intransparent und bezeichnet die Marktentwicklung als stark angebots- und wenig bedarfsorientiert [4]. Dennoch erfreut sich die Nutzung von Apps v. a. auch zu Ernährungsthemen großer Beliebtheit, weil sie schnell und einfach zu bedienen sowie überall verfügbar sind. Viele Ernährungs-Apps sind kostenfrei, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöht.

Abstract


Es gibt ein großes Angebot an Ernährungs-Applikationen (Apps), die zur Selbstbeobachtung und zur Anleitung für eine gesundheitsförderliche Ernährung eingesetzt werden. Die Funktionen der Apps sind sehr unterschiedlich und reichen vom Führen von Ernährungsprotokollen bis hin zu konkreten Ernährungsempfehlungen. Zur Bewertung und Evaluierung von Apps mit Ernährungsbezug gibt es bisher kaum anerkannte und standardisierte Kriterien. Zudem fehlt meist die Transparenz hinsichtlich Datenschutz und Informationsquellen. Die in dieser Arbeit exemplarisch betrachteten Apps waren im Hinblick auf definierte Funktionen und Informationsqualität limitiert. Der Vergleich der Energie- und Nährwertangaben für Lebensmittel mit den Angaben einer auf der Datenbasis des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) basierenden Ernährungssoftware ergab, dass einzelne Nährstoffwerte um mehr als 50 % abwichen. Dennoch können die getesteten Apps den Anwendern eine Orientierungshilfe für den Energie- und Makronährstoffgehalt von Lebensmitteln geben.

Schlüsselwörter: Mobile Applikation (App), Selftracking, Gewichtsmanagement, Ernährungskommunikation, Datenschutz






Peer-Reviewed | Manuscript received: May 30, 2016 | Revision accepted: January 16, 2017


Nutrition apps: Quality and limitations


An explorative investigation on the basis of selected apps


Abstract


There is a large selection of nutrition applications (apps) which are used for self-tracking and as instructional tools for a healthy diet. These apps offer a great variety of functions ranging from keeping food diaries to providing concrete nutritional recommendations. To date, there are very few recognized and standardized criteria for evaluating nutrition apps. In addition, there is usually a lack of transparency about data protection and sources of information. The apps examined in this work were limited in terms of defined functions and quality of information. A comparison of energy content and nutritional values of foods with the information of a nutrition software based on the information provided by the German Food Database (Bundeslebensmittelschlüssel, BLS) revealed that individual values deviated by as much as 50%. Nevertheless, the tested apps can provide the user with orientation regarding the energy and macronutrient content of different foods.

Keywords: mobile application (app), self-tracking, weight management, nutrition communication, data protection

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Ernährungs-Apps: Qualität und Limitationen

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Peer-Review-Verfahren | Eingereicht: 30.05.2016 | Angenommen: 16.01.2017

Eine explorative Erhebung anhand ausgewählter Beispiel-Apps
Hintergrund
Moderne Ernährungskommunikation
Nach einer Statistik aus dem Jahr 2015 nutzen 63 % der über 14-jährigen Deutschen ein Smartphone, die Tendenz ist zunehmend [1]. Damit verbunden ist ein steigendes Angebot mobiler Applikationen (Apps), die Gesundheitsinformationen vermitteln [2]. Es gibt ein rasch wachsendes Angebot von Gesundheits-Apps, insbesondere Ernährungs-Apps, die immer mehr Menschen mit einer neuen Art der Ernährungskommunikation erreichen. Weltweit werden in den App Stores iTunes (Apple) und Google Play etwa 4 Millionen Apps angeboten, wovon etwa 3 % das Thema „Gesundheit und Fitness“ aufgreifen [3].

Apps mit Ernährungsbezug können inhaltlich sowohl der Kategorie „Gesundheit & Fitness“ als auch der Kategorie „Medizin“ zugeordnet werden. Apps wie die EateryApp, MyMealMate, MyFitnessPal und FatSecret klingen vielversprechend und können mit ihren Funktionen wie z. B. dem „Zählen von Kalorien“ und dem Führen von Ernährungstagebüchern supportiv in der Ernährungstherapie eingesetzt werden. Es existieren jedoch relevante Hürden wie z. B. die Einbeziehung von nicht evidenzbasierten Informationen sowie ungeklärte Fragen hinsichtlich des Datenschutzes.

In Deutschland gibt es derzeit kaum standardisierte Kriterien für die Bewertung und Zertifizierung von Apps, weshalb die Vertrauenswürdigkeit vieler Ernährungs-Apps bei z. B. fehlenden Angaben zu den Datenquellen und Anbietern kritisch hinterfragt werden muss. Eine von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Untersuchung beschreibt den App-Markt als intransparent und bezeichnet die Marktentwicklung als stark angebots- und wenig bedarfsorientiert [4]. Dennoch erfreut sich die Nutzung von Apps v. a. auch zu Ernährungsthemen großer Beliebtheit, weil sie schnell und einfach zu bedienen sowie überall verfügbar sind. Viele Ernährungs-Apps sind kostenfrei, was ihre Attraktivität zusätzlich erhöht.

Abstract

Es gibt ein großes Angebot an Ernährungs-Applikationen (Apps), die zur Selbstbeobachtung und zur Anleitung für eine gesundheitsförderliche Ernährung eingesetzt werden. Die Funktionen der Apps sind sehr unterschiedlich und reichen vom Führen von Ernährungsprotokollen bis hin zu konkreten Ernährungsempfehlungen. Zur Bewertung und Evaluierung von Apps mit Ernährungsbezug gibt es bisher kaum anerkannte und standardisierte Kriterien. Zudem fehlt meist die Transparenz hinsichtlich Datenschutz und Informationsquellen. Die in dieser Arbeit exemplarisch betrachteten Apps waren im Hinblick auf definierte Funktionen und Informationsqualität limitiert. Der Vergleich der Energie- und Nährwertangaben für Lebensmittel mit den Angaben einer auf der Datenbasis des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) basierenden Ernährungssoftware ergab, dass einzelne Nährstoffwerte um mehr als 50 % abwichen. Dennoch können die getesteten Apps den Anwendern eine Orientierungshilfe für den Energie- und Makronährstoffgehalt von Lebensmitteln geben.

Schlüsselwörter: Mobile Applikation (App), Selftracking, Gewichtsmanagement, Ernährungskommunikation, Datenschutz


Peer-Reviewed | Manuscript received: May 30, 2016 | Revision accepted: January 16, 2017

Nutrition apps: Quality and limitations
An explorative investigation on the basis of selected apps
Abstract

There is a large selection of nutrition applications (apps) which are used for self-tracking and as instructional tools for a healthy diet. These apps offer a great variety of functions ranging from keeping food diaries to providing concrete nutritional recommendations. To date, there are very few recognized and standardized criteria for evaluating nutrition apps. In addition, there is usually a lack of transparency about data protection and sources of information. The apps examined in this work were limited in terms of defined functions and quality of information. A comparison of energy content and nutritional values of foods with the information of a nutrition software based on the information provided by the German Food Database (Bundeslebensmittelschlüssel, BLS) revealed that individual values deviated by as much as 50%. Nevertheless, the tested apps can provide the user with orientation regarding the energy and macronutrient content of different foods.

Keywords: mobile application (app), self-tracking, weight management, nutrition communication, data protection

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Veröffentlicht: 12.05.2017

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