Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 10. Dezember 2020 / Überarbeitung angenommen: 28. Juni 2021

Eine Erhebung des Status Quo


Einleitung und Hintergrund


KrebspatientInnen mit einem Magenkarzinom zählen zu jenen, die am häufigsten von einer Mangelernährung betroffen sind [1–5]. Eine Prävalenzstudie mit 1 677 PatientInnen zeigt, dass 48 % der Betroffenen mit einem Tumor im oberen Gastrointestinaltrakt mangelernährt sind [1]. Eine kürzlich veröffentliche retrospektive Kohortenstudie mit 131 PatientInnen mit einem fortgeschrittenen Magenkarzinom, die eine Erstlinien-Chemotherapie erhalten, zeigt ähnliche Ergebnisse. 53 % der PatientInnen hatten einen Gewichtsverlust innerhalb der ersten 12 Wochen und nach 48 Wochen waren bereits 88 % der PatientInnen davon betroffen [4]. Programme zur präoperativen Konditionierung von RisikopatientInnen sind in vielen Krankenhäusern bereits etabliert, während die ernährungstherapeutische Nachbetreuung oftmals vernachlässigt wird. Leitlinien empfehlen ein prä- und postoperatives Ernährungsscreening und die ernährungstherapeutische Betreuung von RisikopatientInnen vor und nach größeren Operationen [6]. Zudem empfehlen ExpertInnen, dass alle KrebspatientInnen fortlaufend Ernährungsberatungen erhalten, um den Ernährungszustand zu verbessern oder aufrecht zu erhalten [7]. Anhand dieser Studie möchten wir den Ist-Zustand im Hinblick auf die Verfügbarkeit, Inanspruchnahme und Wahrnehmung einer Ernährungsberatung erheben, sowie den Bedarf einer Ernährungsintervention von KrebspatientInnen nach einer Magenresektion ermitteln. Zudem könnten die Erkenntnisse zur Durchführung von künftigen prospektiven Interventionsstudien in dieser Population beitragen.

Abstract


Hintergrund: KrebspatientInnen sind nach einer Magenresektion besonders häufig von einer Mangelernährung betroffen. ExpertInnen empfehlen daher Ernährungsinterventionen sowohl prä- als auch postoperativ.

Methodik: Ein strukturierter Fragebogen wurde an Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland versendet. Es wurden Informationen zur Inanspruchnahme eines Beratungsangebots, sowie dessen Nutzen erhoben. Zudem wurde der Ernährungszustand anhand des patientenbezogenen Ernährungsassessments (PG-SGA) ermittelt.

Ergebnisse: 39 der Befragten (81 %) hatten seit der Diagnose eine Ernährungsberatung in Anspruch genommen. Allerdings konnten davon mehr als die Hälfte (56 %) die Empfehlungen nicht zur Gänze umsetzen. 24 von 46 der Befragten (52 %) benötigten zum Zeitpunkt der Befragung eine Ernährungsintervention, obwohl die Magenresektion bei vielen der Befragten bereits länger als ein Jahr zurücklag.

Schlussfolgerung: Die Erhebung zeigt die Notwendigkeit für ein individualisiertes Ernährungskonzept, das frühzeitig und fortlaufend von qualifizierten Ernährungsfachkräften implementiert wird und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

Schlüsselwörter: Magenkrebs, Magenresektion, Mangelernährung, Ernährungsberatung, PG-SGA




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 10 December 2020 / Revision accepted: 28 June 2021

Nutrition counselling as an integral part of the treatment strategy among cancer patients with gastric tumor resection


Investigation of the status quo


Abstract


Background: Malnutrition is widespread among patients with gastric cancer undergoing surgery. Experts recommend addressing nutritional needs of cancer patients pre- and postoperative.

Methods: A structured questionnaire was sent to stomach cancer support groups across Germany. It contained questions regarding the utilization and perception of nutrition counselling as well as the Patient-Generated Subjective Global Assessment (PG-SGA).

Results: 39 respondents (81%) received nutrition counselling at any point after diagnosis, in particular during the rehabilitation phase. More than half of the patients who received counselling (56%) were not fully able to implement the dietary advice provided. According to the PG-SGA, 24 out of 46 respondents (52%) required nutrition intervention, despite the fact that many received their surgery over a year ago.

Conclusion: The results of the survey indicate the need for a more patient- centered concept in which early and continuous nutrition care is delivered by qualified professionals and adjusted to the patient’s individual needs.

Keywords: gastric cancer, gastric resection, malnutrition, nutrition counselling, PG-SGA

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode 




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2021 von Seite M636 bis M642.




Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 10. Dezember 2020 / Überarbeitung angenommen: 28. Juni 2021

Eine Erhebung des Status Quo


Einleitung und Hintergrund


KrebspatientInnen mit einem Magenkarzinom zählen zu jenen, die am häufigsten von einer Mangelernährung betroffen sind [1–5]. Eine Prävalenzstudie mit 1 677 PatientInnen zeigt, dass 48 % der Betroffenen mit einem Tumor im oberen Gastrointestinaltrakt mangelernährt sind [1]. Eine kürzlich veröffentliche retrospektive Kohortenstudie mit 131 PatientInnen mit einem fortgeschrittenen Magenkarzinom, die eine Erstlinien-Chemotherapie erhalten, zeigt ähnliche Ergebnisse. 53 % der PatientInnen hatten einen Gewichtsverlust innerhalb der ersten 12 Wochen und nach 48 Wochen waren bereits 88 % der PatientInnen davon betroffen [4]. Programme zur präoperativen Konditionierung von RisikopatientInnen sind in vielen Krankenhäusern bereits etabliert, während die ernährungstherapeutische Nachbetreuung oftmals vernachlässigt wird. Leitlinien empfehlen ein prä- und postoperatives Ernährungsscreening und die ernährungstherapeutische Betreuung von RisikopatientInnen vor und nach größeren Operationen [6]. Zudem empfehlen ExpertInnen, dass alle KrebspatientInnen fortlaufend Ernährungsberatungen erhalten, um den Ernährungszustand zu verbessern oder aufrecht zu erhalten [7]. Anhand dieser Studie möchten wir den Ist-Zustand im Hinblick auf die Verfügbarkeit, Inanspruchnahme und Wahrnehmung einer Ernährungsberatung erheben, sowie den Bedarf einer Ernährungsintervention von KrebspatientInnen nach einer Magenresektion ermitteln. Zudem könnten die Erkenntnisse zur Durchführung von künftigen prospektiven Interventionsstudien in dieser Population beitragen.

Abstract


Hintergrund: KrebspatientInnen sind nach einer Magenresektion besonders häufig von einer Mangelernährung betroffen. ExpertInnen empfehlen daher Ernährungsinterventionen sowohl prä- als auch postoperativ.

Methodik: Ein strukturierter Fragebogen wurde an Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland versendet. Es wurden Informationen zur Inanspruchnahme eines Beratungsangebots, sowie dessen Nutzen erhoben. Zudem wurde der Ernährungszustand anhand des patientenbezogenen Ernährungsassessments (PG-SGA) ermittelt.

Ergebnisse: 39 der Befragten (81 %) hatten seit der Diagnose eine Ernährungsberatung in Anspruch genommen. Allerdings konnten davon mehr als die Hälfte (56 %) die Empfehlungen nicht zur Gänze umsetzen. 24 von 46 der Befragten (52 %) benötigten zum Zeitpunkt der Befragung eine Ernährungsintervention, obwohl die Magenresektion bei vielen der Befragten bereits länger als ein Jahr zurücklag.

Schlussfolgerung: Die Erhebung zeigt die Notwendigkeit für ein individualisiertes Ernährungskonzept, das frühzeitig und fortlaufend von qualifizierten Ernährungsfachkräften implementiert wird und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

Schlüsselwörter: Magenkrebs, Magenresektion, Mangelernährung, Ernährungsberatung, PG-SGA




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 10 December 2020 / Revision accepted: 28 June 2021

Nutrition counselling as an integral part of the treatment strategy among cancer patients with gastric tumor resection


Investigation of the status quo


Abstract


Background: Malnutrition is widespread among patients with gastric cancer undergoing surgery. Experts recommend addressing nutritional needs of cancer patients pre- and postoperative.

Methods: A structured questionnaire was sent to stomach cancer support groups across Germany. It contained questions regarding the utilization and perception of nutrition counselling as well as the Patient-Generated Subjective Global Assessment (PG-SGA).

Results: 39 respondents (81%) received nutrition counselling at any point after diagnosis, in particular during the rehabilitation phase. More than half of the patients who received counselling (56%) were not fully able to implement the dietary advice provided. According to the PG-SGA, 24 out of 46 respondents (52%) required nutrition intervention, despite the fact that many received their surgery over a year ago.

Conclusion: The results of the survey indicate the need for a more patient- centered concept in which early and continuous nutrition care is delivered by qualified professionals and adjusted to the patient’s individual needs.

Keywords: gastric cancer, gastric resection, malnutrition, nutrition counselling, PG-SGA

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode 




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2021 von Seite M636 bis M642.


Ernährungsberatung als integraler Bestandteil in der Behandlung von KrebspatientInnen nach einer Gastrektomie

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 10. Dezember 2020 / Überarbeitung angenommen: 28. Juni 2021

Eine Erhebung des Status Quo
Einleitung und Hintergrund

KrebspatientInnen mit einem Magenkarzinom zählen zu jenen, die am häufigsten von einer Mangelernährung betroffen sind [1–5]. Eine Prävalenzstudie mit 1 677 PatientInnen zeigt, dass 48 % der Betroffenen mit einem Tumor im oberen Gastrointestinaltrakt mangelernährt sind [1]. Eine kürzlich veröffentliche retrospektive Kohortenstudie mit 131 PatientInnen mit einem fortgeschrittenen Magenkarzinom, die eine Erstlinien-Chemotherapie erhalten, zeigt ähnliche Ergebnisse. 53 % der PatientInnen hatten einen Gewichtsverlust innerhalb der ersten 12 Wochen und nach 48 Wochen waren bereits 88 % der PatientInnen davon betroffen [4]. Programme zur präoperativen Konditionierung von RisikopatientInnen sind in vielen Krankenhäusern bereits etabliert, während die ernährungstherapeutische Nachbetreuung oftmals vernachlässigt wird. Leitlinien empfehlen ein prä- und postoperatives Ernährungsscreening und die ernährungstherapeutische Betreuung von RisikopatientInnen vor und nach größeren Operationen [6]. Zudem empfehlen ExpertInnen, dass alle KrebspatientInnen fortlaufend Ernährungsberatungen erhalten, um den Ernährungszustand zu verbessern oder aufrecht zu erhalten [7]. Anhand dieser Studie möchten wir den Ist-Zustand im Hinblick auf die Verfügbarkeit, Inanspruchnahme und Wahrnehmung einer Ernährungsberatung erheben, sowie den Bedarf einer Ernährungsintervention von KrebspatientInnen nach einer Magenresektion ermitteln. Zudem könnten die Erkenntnisse zur Durchführung von künftigen prospektiven Interventionsstudien in dieser Population beitragen.

Abstract

Hintergrund: KrebspatientInnen sind nach einer Magenresektion besonders häufig von einer Mangelernährung betroffen. ExpertInnen empfehlen daher Ernährungsinterventionen sowohl prä- als auch postoperativ.

Methodik: Ein strukturierter Fragebogen wurde an Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland versendet. Es wurden Informationen zur Inanspruchnahme eines Beratungsangebots, sowie dessen Nutzen erhoben. Zudem wurde der Ernährungszustand anhand des patientenbezogenen Ernährungsassessments (PG-SGA) ermittelt.

Ergebnisse: 39 der Befragten (81 %) hatten seit der Diagnose eine Ernährungsberatung in Anspruch genommen. Allerdings konnten davon mehr als die Hälfte (56 %) die Empfehlungen nicht zur Gänze umsetzen. 24 von 46 der Befragten (52 %) benötigten zum Zeitpunkt der Befragung eine Ernährungsintervention, obwohl die Magenresektion bei vielen der Befragten bereits länger als ein Jahr zurücklag.

Schlussfolgerung: Die Erhebung zeigt die Notwendigkeit für ein individualisiertes Ernährungskonzept, das frühzeitig und fortlaufend von qualifizierten Ernährungsfachkräften implementiert wird und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

Schlüsselwörter: Magenkrebs, Magenresektion, Mangelernährung, Ernährungsberatung, PG-SGA


Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 10 December 2020 / Revision accepted: 28 June 2021

Nutrition counselling as an integral part of the treatment strategy among cancer patients with gastric tumor resection
Investigation of the status quo
Abstract

Background: Malnutrition is widespread among patients with gastric cancer undergoing surgery. Experts recommend addressing nutritional needs of cancer patients pre- and postoperative.

Methods: A structured questionnaire was sent to stomach cancer support groups across Germany. It contained questions regarding the utilization and perception of nutrition counselling as well as the Patient-Generated Subjective Global Assessment (PG-SGA).

Results: 39 respondents (81%) received nutrition counselling at any point after diagnosis, in particular during the rehabilitation phase. More than half of the patients who received counselling (56%) were not fully able to implement the dietary advice provided. According to the PG-SGA, 24 out of 46 respondents (52%) required nutrition intervention, despite the fact that many received their surgery over a year ago.

Conclusion: The results of the survey indicate the need for a more patient- centered concept in which early and continuous nutrition care is delivered by qualified professionals and adjusted to the patient’s individual needs.

Keywords: gastric cancer, gastric resection, malnutrition, nutrition counselling, PG-SGA

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode 


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2021 von Seite M636 bis M642.
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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 15.11.2021

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