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Gemeinsames Statement von DGE, VDD, VDOE, VFED und QUETHEB
Warum Ernährungsberatung und Ernährungstherapie gestärkt werden müssen
Nichtübertragbare Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, bestimmte Tumorerkrankungen sowie Mangelernährung gehören zu den zentralen ernährungsmitbedingten gesundheitlichen Herausforderungen in Deutschland. Sie verursachen eine erhebliche individuelle
Krankheitslast sowie hohe direkte und indirekte gesellschaftliche Kosten [1, 2].
Die OECD-Daten zeigen: Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben, erreicht jedoch nur eine durchschnittliche Lebenserwartung [3]. Diese Diskrepanz weist auf strukturelle Fehlsteuerungen hin. Das Gesundheitssystem ist weiterhin stark kurativ ausgerichtet, während gesundheitsförderliche, präventive und krankheitsmodifizierende Interventionen nicht in vergleichbarer Weise priorisiert werden. Ernährung als zentraler Aspekt für Lebensqualität, aber auch als Risikofaktor und therapeutischer Hebel bleibt dabei unterrepräsentiert. …
Abstract
Ernährung ist ein zentraler modifizierbarer Einflussfaktor für zahlreiche nichtübertragbare Erkrankungen. Deutschland weist im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohe Gesundheitsausgaben auf, erreicht jedoch im OECD-Vergleich lediglich eine durchschnittliche Lebenserwartung. Diese Diskrepanz verdeutlicht die Notwendigkeit, gesundheitsförderliche, präventive und krankheitsmodifizierende Maßnahmen systematisch zu stärken. Ernährungsbezogene Interventionen sollten dabei eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung einnehmen und in den Fokus rücken. Leitlinien empfehlen ernährungstherapeutische Interventionen bei zahlreichen Indikationen als integralen Bestandteil der Behandlung. Dennoch ist die strukturelle, finanzielle und wissenschaftliche Verankerung der Ernährungsberatung und Ernährungstherapie im deutschen Gesundheitssystem weiterhin unzureichend. Mit der Aufnahme der Ernährungstherapie in die Heilmittel-Richtlinie im Jahr 2018 wurde ein wichtiger Schritt vollzogen; die Anerkennung ist jedoch bislang auf wenige Indikationen beschränkt.
DGE, VDD, VDOE, VFED und QUETHEB fordern daher eine systematische Weiterentwicklung, u. a. durch:
Ernährungsberatung und Ernährungstherapie sind zwei komplementäre Ansätze einer modernen Gesundheitsversorgung. Gesundheitsförderung und Prävention schützen, indem sie das Risiko für Erkrankungen und Progression verringern; Therapie stabilisiert, behandelt und reduziert Komplikationen. Beide müssen strukturell und politisch gemeinsam gedacht werden.
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2026 auf den Seiten M315 bis M319.
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