free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 07. Juli 2020 / Überarbeitung angenommen: 16. Januar 2021

Eine Inhaltsanalyse regionaler und überregionaler Zeitungen


Einleitung


Im Vergleich zu Printmedien sind Onlinemedien in der thematischen Bündelung ihrer Inhalte flexibler. Unterkategorien auf Nachrichtenplattformen, wie Gesundheit/Ernährung [1], Lifestyle/Food [2] und Wissen/Medizin [3] deuten auf eine hohe Dichte von ernährungsbezogenen Berichten hin. Social-Media-Kommunikation verstärkt zudem den Diskurs über Ernährungsformen und -trends. Eine von Deutschlands führenden Food-InfluencerInnen, „Sallys Welt“, erreicht über 60 000 Instagram-Follower [4] und 1,78 Millionen AbonnentInnen auf YouTube1. Soziale Netzwerke wie Instagram, die von visueller Ästhetik leben, werden bestimmt von Postings über Ernährung. BloggerInnen und InfluencerInnen teilen persönliche Erfahrungen und Meinungen, welche den öffentlichen Diskurs über Ernährung mitbestimmen und somit von anderen Medien aufgegriffen werden [5].

Nagler [6] zeigt Hinweise auf widersprüchliche Ernährungsbotschaften in Nachrichtenmedien. In der Folge leiden auch offizielle Ernährungsempfehlungen an Vertrauensverlust. Die Vielzahl traditioneller und online-basierter Medien führt zu einer Informationsflut, die die Fähigkeit der VerbraucherInnen beeinträchtigen kann, Wissen auf Entscheidungsprozesse anzuwenden. Jede Person steht täglich vor über 220 ernährungsrelevanten Entscheidungen, von denen die meisten unbewusst getroffen werden [8]. Auf kollektiver Ebene sind wirtschaftliche Interessen, politische Maßnahmen und kulturelle Praktiken starke Einflussfaktoren unserer Ernährungsgewohnheiten. Es ist daher nicht überraschend, dass Ernährung zu einem omnipräsenten Thema in den Medien geworden ist.

Abstract


Die Charakteristik deutscher medialer Berichte über Ernährungsthemen ist kaum erforscht. Die repräsentative Studie zielte daher auf die Faktoren Gestaltung, Quellenlage und Wertung ernährungsbezogener Berichte ab. Die quantitative Inhaltsanalyse von sechs Printmedien wurde über den Zeitraum von einem Jahr erhoben. Die Schlagwortsuche ergab einen Datensatz von 592 Artikeln. Die Definition des Begriffs Ernährung umfasste die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmittelproduktion, über Essgewohnheiten bis zu sozialen Normen. Die durchschnittliche Erscheinungsrate in der deutschen Presse betrug 1,9 Ernährungsthemen pro Ausgabe. Während Ernährung in überregionalen Medien vermehrt im Ressort Wissenschaft (72/329) und Wirtschaft (68/329) erschien, überwog das Ressort Ratgeber in Regionalzeitungen (59/263). Der Nachrichtenbericht war die häufigste Darstellungsform (298/592). Fünf Hauptthemen bestimmten die Berichterstattung: Restaurantbesuche, Konsum, Kochen, Krankheiten und Lebensmittelherstellung/ Tierhaltung.

Schlüsselwörter: mediale Berichte über Ernährung, Ernährungskommunikation, Inhaltsanalyse, nutriCARD




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 07 July 2020 / Revision accepted: 16 January 2021

Nutrition-related coverage in German press

A content analysis of regional and national newspapers


Abstract


The specifics of media coverage on nutrition in German press to date had little empirical investigation. The representative study aims at a distinct analysis of appearance, sources and valence of nutrition-related coverage. The quantitative content analysis combines a set of print media in the period of one year. The keyword search, based on a wide definition of the term nutrition, which includes the entire value chain of food and food production as well as eating habits and implied social norms, resulted into 592 coded articles. The average appearance rate of nutrition-related articles in German press is 1.9 per issue. While national publications subordinate nutrition mainly to the science (72/329) and business section (68/329), codings in regional media appear predominantly in sections advice (59/263). The main genre is news report (298/592). The data set shows a heterogeneous range of five main topics: restaurant visits, consumption, cooking, diseases, food production/animal husbandry.

Keywords: media coverage on nutrition, nutrition communication, content analysis, nutriCARD

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2021 von Seite M396 bis M405.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 07. Juli 2020 / Überarbeitung angenommen: 16. Januar 2021

Eine Inhaltsanalyse regionaler und überregionaler Zeitungen


Einleitung


Im Vergleich zu Printmedien sind Onlinemedien in der thematischen Bündelung ihrer Inhalte flexibler. Unterkategorien auf Nachrichtenplattformen, wie Gesundheit/Ernährung [1], Lifestyle/Food [2] und Wissen/Medizin [3] deuten auf eine hohe Dichte von ernährungsbezogenen Berichten hin. Social-Media-Kommunikation verstärkt zudem den Diskurs über Ernährungsformen und -trends. Eine von Deutschlands führenden Food-InfluencerInnen, „Sallys Welt“, erreicht über 60 000 Instagram-Follower [4] und 1,78 Millionen AbonnentInnen auf YouTube1. Soziale Netzwerke wie Instagram, die von visueller Ästhetik leben, werden bestimmt von Postings über Ernährung. BloggerInnen und InfluencerInnen teilen persönliche Erfahrungen und Meinungen, welche den öffentlichen Diskurs über Ernährung mitbestimmen und somit von anderen Medien aufgegriffen werden [5].

Nagler [6] zeigt Hinweise auf widersprüchliche Ernährungsbotschaften in Nachrichtenmedien. In der Folge leiden auch offizielle Ernährungsempfehlungen an Vertrauensverlust. Die Vielzahl traditioneller und online-basierter Medien führt zu einer Informationsflut, die die Fähigkeit der VerbraucherInnen beeinträchtigen kann, Wissen auf Entscheidungsprozesse anzuwenden. Jede Person steht täglich vor über 220 ernährungsrelevanten Entscheidungen, von denen die meisten unbewusst getroffen werden [8]. Auf kollektiver Ebene sind wirtschaftliche Interessen, politische Maßnahmen und kulturelle Praktiken starke Einflussfaktoren unserer Ernährungsgewohnheiten. Es ist daher nicht überraschend, dass Ernährung zu einem omnipräsenten Thema in den Medien geworden ist.

Abstract


Die Charakteristik deutscher medialer Berichte über Ernährungsthemen ist kaum erforscht. Die repräsentative Studie zielte daher auf die Faktoren Gestaltung, Quellenlage und Wertung ernährungsbezogener Berichte ab. Die quantitative Inhaltsanalyse von sechs Printmedien wurde über den Zeitraum von einem Jahr erhoben. Die Schlagwortsuche ergab einen Datensatz von 592 Artikeln. Die Definition des Begriffs Ernährung umfasste die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmittelproduktion, über Essgewohnheiten bis zu sozialen Normen. Die durchschnittliche Erscheinungsrate in der deutschen Presse betrug 1,9 Ernährungsthemen pro Ausgabe. Während Ernährung in überregionalen Medien vermehrt im Ressort Wissenschaft (72/329) und Wirtschaft (68/329) erschien, überwog das Ressort Ratgeber in Regionalzeitungen (59/263). Der Nachrichtenbericht war die häufigste Darstellungsform (298/592). Fünf Hauptthemen bestimmten die Berichterstattung: Restaurantbesuche, Konsum, Kochen, Krankheiten und Lebensmittelherstellung/ Tierhaltung.

Schlüsselwörter: mediale Berichte über Ernährung, Ernährungskommunikation, Inhaltsanalyse, nutriCARD




Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 07 July 2020 / Revision accepted: 16 January 2021

Nutrition-related coverage in German press

A content analysis of regional and national newspapers


Abstract


The specifics of media coverage on nutrition in German press to date had little empirical investigation. The representative study aims at a distinct analysis of appearance, sources and valence of nutrition-related coverage. The quantitative content analysis combines a set of print media in the period of one year. The keyword search, based on a wide definition of the term nutrition, which includes the entire value chain of food and food production as well as eating habits and implied social norms, resulted into 592 coded articles. The average appearance rate of nutrition-related articles in German press is 1.9 per issue. While national publications subordinate nutrition mainly to the science (72/329) and business section (68/329), codings in regional media appear predominantly in sections advice (59/263). The main genre is news report (298/592). The data set shows a heterogeneous range of five main topics: restaurant visits, consumption, cooking, diseases, food production/animal husbandry.

Keywords: media coverage on nutrition, nutrition communication, content analysis, nutriCARD

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2021 von Seite M396 bis M405.


Ernährungsbezogene Berichterstattung in deutschen Printmedien

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 07. Juli 2020 / Überarbeitung angenommen: 16. Januar 2021

Eine Inhaltsanalyse regionaler und überregionaler Zeitungen
Einleitung

Im Vergleich zu Printmedien sind Onlinemedien in der thematischen Bündelung ihrer Inhalte flexibler. Unterkategorien auf Nachrichtenplattformen, wie Gesundheit/Ernährung [1], Lifestyle/Food [2] und Wissen/Medizin [3] deuten auf eine hohe Dichte von ernährungsbezogenen Berichten hin. Social-Media-Kommunikation verstärkt zudem den Diskurs über Ernährungsformen und -trends. Eine von Deutschlands führenden Food-InfluencerInnen, „Sallys Welt“, erreicht über 60 000 Instagram-Follower [4] und 1,78 Millionen AbonnentInnen auf YouTube1. Soziale Netzwerke wie Instagram, die von visueller Ästhetik leben, werden bestimmt von Postings über Ernährung. BloggerInnen und InfluencerInnen teilen persönliche Erfahrungen und Meinungen, welche den öffentlichen Diskurs über Ernährung mitbestimmen und somit von anderen Medien aufgegriffen werden [5].

Nagler [6] zeigt Hinweise auf widersprüchliche Ernährungsbotschaften in Nachrichtenmedien. In der Folge leiden auch offizielle Ernährungsempfehlungen an Vertrauensverlust. Die Vielzahl traditioneller und online-basierter Medien führt zu einer Informationsflut, die die Fähigkeit der VerbraucherInnen beeinträchtigen kann, Wissen auf Entscheidungsprozesse anzuwenden. Jede Person steht täglich vor über 220 ernährungsrelevanten Entscheidungen, von denen die meisten unbewusst getroffen werden [8]. Auf kollektiver Ebene sind wirtschaftliche Interessen, politische Maßnahmen und kulturelle Praktiken starke Einflussfaktoren unserer Ernährungsgewohnheiten. Es ist daher nicht überraschend, dass Ernährung zu einem omnipräsenten Thema in den Medien geworden ist.

Abstract

Die Charakteristik deutscher medialer Berichte über Ernährungsthemen ist kaum erforscht. Die repräsentative Studie zielte daher auf die Faktoren Gestaltung, Quellenlage und Wertung ernährungsbezogener Berichte ab. Die quantitative Inhaltsanalyse von sechs Printmedien wurde über den Zeitraum von einem Jahr erhoben. Die Schlagwortsuche ergab einen Datensatz von 592 Artikeln. Die Definition des Begriffs Ernährung umfasste die gesamte Wertschöpfungskette von Lebensmittelproduktion, über Essgewohnheiten bis zu sozialen Normen. Die durchschnittliche Erscheinungsrate in der deutschen Presse betrug 1,9 Ernährungsthemen pro Ausgabe. Während Ernährung in überregionalen Medien vermehrt im Ressort Wissenschaft (72/329) und Wirtschaft (68/329) erschien, überwog das Ressort Ratgeber in Regionalzeitungen (59/263). Der Nachrichtenbericht war die häufigste Darstellungsform (298/592). Fünf Hauptthemen bestimmten die Berichterstattung: Restaurantbesuche, Konsum, Kochen, Krankheiten und Lebensmittelherstellung/ Tierhaltung.

Schlüsselwörter: mediale Berichte über Ernährung, Ernährungskommunikation, Inhaltsanalyse, nutriCARD


Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 07 July 2020 / Revision accepted: 16 January 2021

Nutrition-related coverage in German press

A content analysis of regional and national newspapers

Abstract

The specifics of media coverage on nutrition in German press to date had little empirical investigation. The representative study aims at a distinct analysis of appearance, sources and valence of nutrition-related coverage. The quantitative content analysis combines a set of print media in the period of one year. The keyword search, based on a wide definition of the term nutrition, which includes the entire value chain of food and food production as well as eating habits and implied social norms, resulted into 592 coded articles. The average appearance rate of nutrition-related articles in German press is 1.9 per issue. While national publications subordinate nutrition mainly to the science (72/329) and business section (68/329), codings in regional media appear predominantly in sections advice (59/263). The main genre is news report (298/592). The data set shows a heterogeneous range of five main topics: restaurant visits, consumption, cooking, diseases, food production/animal husbandry.

Keywords: media coverage on nutrition, nutrition communication, content analysis, nutriCARD

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 14.07.2021

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