free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 11.03.2024; Überarbeitung angenommen: 28.08.2024

Repräsentative Online-Befragung zu Stellenwert und Nutzung



Einleitung


Bei jungen Menschen findet die Informationsnutzung überwiegend in sozialen Medien1 statt, demnach wird diesen eine zunehmende Relevanz als Informationsquelle zugeschrieben [1]. Auch für das Ernährungshandeln spielen Inhalte aus sozialen Medien eine wichtige Rolle [2–4]. Die Zugriffszahlen auf Informationsangebote, zu denen Personen durch soziale Medien gelangt sind, stieg bspw. im Jahr 2021 in Deutschland in der Altersgruppe ab 14 Jahren um 13,4 % an [1]. Anwendungen wie YouTube, Facebook und Instagram spielten dabei die größte Rolle [1].

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit der Bedeutung von sozialen Medien für das ernährungsbezogene Informationsverhalten. Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Stellenwert haben soziale Medien bei der Informationssuche nach Ernährungsthemen?“ Zu dieser Frage wurde eine explorative Online-Befragung durchgeführt. Das Forschungsziel war, allgemein zu erörtern, welchen Stellenwert soziale Medien neben anderen Informationsquellen haben, welche sozialen Medien sich für Ernährungsthemen warum besonders gut eignen und welche Funktionen für das Informationsverhalten relevant sind. Die vorliegende Studie leistet damit einen Beitrag zum Diskurs um soziale Medien im Forschungsfeld der Ernährungskommunikation. ...

Abstract


Aufgrund der allgemein hohen Relevanz sozialer Medien innerhalb der Gesellschaft stellt sich die Frage, inwieweit und auf welche Weise sich auch das ernährungsbezogene Informationsverhalten verändert hat. Die für Deutschland repräsentative, explorative Online-Studie (n = 1030) zeigt, welchen Stellenwert im Erhebungsjahr 2021 soziale Medien für deren Hauptnutzer*innen (18–49 Jahre) neben anderen Informationsquellen hatten und welche Anwendungen sowie technischen Funktionen für die Suche zu Ernährungsthemen relevant sind. Die Ergebnisse zeigen, dass nach wie vor der Bedarf an konkreten, alltagsrelevanten Informationen besteht sowie soziale Kontakte als Informationsquellen relevant sind. Auch kann gezeigt werden, dass unter den analogen Informationsquellen Freunde bzw. Peers häufig genannt werden und Online-Quellen klassische Informationsquellen wie das Fernsehen ablösen. Technische Funktionen sozialer Medien wie Hashtags helfen im Umgang mit der Informationsflut und fördern eine interaktive Kommunikation. Die Studie weist auf eine gesellschaftliche Ernährungskommunikation hin, die sich von der zweckorientierten Informationsübermittlung hin zu einem Verständigungsprozess über Ernährungsweisen, -möglichkeiten und -identitäten entwickelt hat.




Food-related information-seeking behaviour in social media


Representative online survey on usage and perceived value


Abstract


Considering the pervasive influence of social media in contemporary society, it is pertinent to examine the extent to which food-related information-seeking behaviour has consequently been transformed. The exploratory online survey (n = 1030) used in this study, which is representative of the German population in 2021, demonstrates the significance of social media as a source of information for its primary users (aged 18–49 years) and identifies applications and technical features that are relevant for researching food-related topics online. The results demonstrate that there is an ongoing demand for specific, pertinent information that is applicable to everyday life, and that social contacts serve as a valuable source of information. The findings indicate that while friends or peers are frequently mentioned as analogue sources of information, online sources are becoming a prominent alternative to traditional sources of information such as television. Technical features of social media such as hashtags facilitate the management of vast quantities of information and encourage interactive communication. The study indicates that social food communication has evolved from the purposeful transmission of information to a process of communication about eating habits, options, and identities.

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2025 auf den Seiten M74 bis M85.




free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 11.03.2024; Überarbeitung angenommen: 28.08.2024

Repräsentative Online-Befragung zu Stellenwert und Nutzung



Einleitung


Bei jungen Menschen findet die Informationsnutzung überwiegend in sozialen Medien1 statt, demnach wird diesen eine zunehmende Relevanz als Informationsquelle zugeschrieben [1]. Auch für das Ernährungshandeln spielen Inhalte aus sozialen Medien eine wichtige Rolle [2–4]. Die Zugriffszahlen auf Informationsangebote, zu denen Personen durch soziale Medien gelangt sind, stieg bspw. im Jahr 2021 in Deutschland in der Altersgruppe ab 14 Jahren um 13,4 % an [1]. Anwendungen wie YouTube, Facebook und Instagram spielten dabei die größte Rolle [1].

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit der Bedeutung von sozialen Medien für das ernährungsbezogene Informationsverhalten. Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Stellenwert haben soziale Medien bei der Informationssuche nach Ernährungsthemen?“ Zu dieser Frage wurde eine explorative Online-Befragung durchgeführt. Das Forschungsziel war, allgemein zu erörtern, welchen Stellenwert soziale Medien neben anderen Informationsquellen haben, welche sozialen Medien sich für Ernährungsthemen warum besonders gut eignen und welche Funktionen für das Informationsverhalten relevant sind. Die vorliegende Studie leistet damit einen Beitrag zum Diskurs um soziale Medien im Forschungsfeld der Ernährungskommunikation. ...

Abstract


Aufgrund der allgemein hohen Relevanz sozialer Medien innerhalb der Gesellschaft stellt sich die Frage, inwieweit und auf welche Weise sich auch das ernährungsbezogene Informationsverhalten verändert hat. Die für Deutschland repräsentative, explorative Online-Studie (n = 1030) zeigt, welchen Stellenwert im Erhebungsjahr 2021 soziale Medien für deren Hauptnutzer*innen (18–49 Jahre) neben anderen Informationsquellen hatten und welche Anwendungen sowie technischen Funktionen für die Suche zu Ernährungsthemen relevant sind. Die Ergebnisse zeigen, dass nach wie vor der Bedarf an konkreten, alltagsrelevanten Informationen besteht sowie soziale Kontakte als Informationsquellen relevant sind. Auch kann gezeigt werden, dass unter den analogen Informationsquellen Freunde bzw. Peers häufig genannt werden und Online-Quellen klassische Informationsquellen wie das Fernsehen ablösen. Technische Funktionen sozialer Medien wie Hashtags helfen im Umgang mit der Informationsflut und fördern eine interaktive Kommunikation. Die Studie weist auf eine gesellschaftliche Ernährungskommunikation hin, die sich von der zweckorientierten Informationsübermittlung hin zu einem Verständigungsprozess über Ernährungsweisen, -möglichkeiten und -identitäten entwickelt hat.




Food-related information-seeking behaviour in social media


Representative online survey on usage and perceived value


Abstract


Considering the pervasive influence of social media in contemporary society, it is pertinent to examine the extent to which food-related information-seeking behaviour has consequently been transformed. The exploratory online survey (n = 1030) used in this study, which is representative of the German population in 2021, demonstrates the significance of social media as a source of information for its primary users (aged 18–49 years) and identifies applications and technical features that are relevant for researching food-related topics online. The results demonstrate that there is an ongoing demand for specific, pertinent information that is applicable to everyday life, and that social contacts serve as a valuable source of information. The findings indicate that while friends or peers are frequently mentioned as analogue sources of information, online sources are becoming a prominent alternative to traditional sources of information such as television. Technical features of social media such as hashtags facilitate the management of vast quantities of information and encourage interactive communication. The study indicates that social food communication has evolved from the purposeful transmission of information to a process of communication about eating habits, options, and identities.

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2025 auf den Seiten M74 bis M85.


Ernährungsbezogenes Informationsverhalten in sozialen Medien

free access to english version

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 11.03.2024; Überarbeitung angenommen: 28.08.2024

Repräsentative Online-Befragung zu Stellenwert und Nutzung

Einleitung

Bei jungen Menschen findet die Informationsnutzung überwiegend in sozialen Medien1 statt, demnach wird diesen eine zunehmende Relevanz als Informationsquelle zugeschrieben [1]. Auch für das Ernährungshandeln spielen Inhalte aus sozialen Medien eine wichtige Rolle [2–4]. Die Zugriffszahlen auf Informationsangebote, zu denen Personen durch soziale Medien gelangt sind, stieg bspw. im Jahr 2021 in Deutschland in der Altersgruppe ab 14 Jahren um 13,4 % an [1]. Anwendungen wie YouTube, Facebook und Instagram spielten dabei die größte Rolle [1].

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der vorliegende Beitrag mit der Bedeutung von sozialen Medien für das ernährungsbezogene Informationsverhalten. Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Stellenwert haben soziale Medien bei der Informationssuche nach Ernährungsthemen?“ Zu dieser Frage wurde eine explorative Online-Befragung durchgeführt. Das Forschungsziel war, allgemein zu erörtern, welchen Stellenwert soziale Medien neben anderen Informationsquellen haben, welche sozialen Medien sich für Ernährungsthemen warum besonders gut eignen und welche Funktionen für das Informationsverhalten relevant sind. Die vorliegende Studie leistet damit einen Beitrag zum Diskurs um soziale Medien im Forschungsfeld der Ernährungskommunikation. …

Abstract

Aufgrund der allgemein hohen Relevanz sozialer Medien innerhalb der Gesellschaft stellt sich die Frage, inwieweit und auf welche Weise sich auch das ernährungsbezogene Informationsverhalten verändert hat. Die für Deutschland repräsentative, explorative Online-Studie (n = 1030) zeigt, welchen Stellenwert im Erhebungsjahr 2021 soziale Medien für deren Hauptnutzer*innen (18–49 Jahre) neben anderen Informationsquellen hatten und welche Anwendungen sowie technischen Funktionen für die Suche zu Ernährungsthemen relevant sind. Die Ergebnisse zeigen, dass nach wie vor der Bedarf an konkreten, alltagsrelevanten Informationen besteht sowie soziale Kontakte als Informationsquellen relevant sind. Auch kann gezeigt werden, dass unter den analogen Informationsquellen Freunde bzw. Peers häufig genannt werden und Online-Quellen klassische Informationsquellen wie das Fernsehen ablösen. Technische Funktionen sozialer Medien wie Hashtags helfen im Umgang mit der Informationsflut und fördern eine interaktive Kommunikation. Die Studie weist auf eine gesellschaftliche Ernährungskommunikation hin, die sich von der zweckorientierten Informationsübermittlung hin zu einem Verständigungsprozess über Ernährungsweisen, -möglichkeiten und -identitäten entwickelt hat.


Food-related information-seeking behaviour in social media
Representative online survey on usage and perceived value
Abstract

Considering the pervasive influence of social media in contemporary society, it is pertinent to examine the extent to which food-related information-seeking behaviour has consequently been transformed. The exploratory online survey (n = 1030) used in this study, which is representative of the German population in 2021, demonstrates the significance of social media as a source of information for its primary users (aged 18–49 years) and identifies applications and technical features that are relevant for researching food-related topics online. The results demonstrate that there is an ongoing demand for specific, pertinent information that is applicable to everyday life, and that social contacts serve as a valuable source of information. The findings indicate that while friends or peers are frequently mentioned as analogue sources of information, online sources are becoming a prominent alternative to traditional sources of information such as television. Technical features of social media such as hashtags facilitate the management of vast quantities of information and encourage interactive communication. The study indicates that social food communication has evolved from the purposeful transmission of information to a process of communication about eating habits, options, and identities.

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2025 auf den Seiten M74 bis M85.

News zum Thema des Artikels

Person mit Stethoskop um den Hals trägt Tablett mit Obst und Gemüse

Lesetipp Heft 4/2026: Stärkung von Ernährungskompetenz im Medizinstudium

Ein neues vorklinisches Wahlfach innerhalb des Culinary-Medicine-Lehrkonzepts kann die ernährungsmedizinischen Kompetenzen von Medizinstudierenden deutlich verbessern …
weiterlesen

Influecerin sitzt vor einer Kamera und präsentiert Nahrungsergänzungsmitteln in der Dose.

Online News: Fehl- und Desinformation zu Nahrungsergänzungsmitteln in sozialen Medien

In sozialen Medien finden sich zahlreiche Beiträge zu Nahrungsergänzungsmitteln – oft ohne wissenschaftliche Grundlage und mit kommerziellem Hintergrund …
weiterlesen

Online News: Social Media-Analyse zu Essstörungen bei männlichen Content-Creatoren

Eine aktuelle Social Media-Analyse von 26 männlichen Content-Creatoren auf Instagram und TikTok zeigt, dass 23 % die ICD-11-Kriterien für Anorexia nervosa erfüllten, nach geschlechtsspezifisch adaptierten Kriterien wiesen sogar fast 60 % Anzeichen eines gestörten Ess- o …
weiterlesen

Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 12.02.2025

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

15.10.2025

Nachschlag 10/2025: Unsoziale Medien

Inzwischen sind Social-Media-Plattformen wie TikTok, YouTube und Instagram zu wichtigen Quellen für Gesundheits- und Ernährungsinformationen besonders für junge Nutzer*innen geworden. Ihre milliardenstarke globale Nutzergemeinde macht sie zu einem leistungsstarken Instr … weiterlesen

Stärkung des Themenbereichs Ernährung in der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung: Das Projekt STErnE

In den letzten Jahren ist in den Kitas die Bedeutung des Themenbereichs Ernährung mit seinen vielfältigen Facetten rund um Essen und Trinken, Mahlzeitengestaltung, Ernährungsbildung und Verpflegung stark gestiegen. Pädagogische Fachkräfte benötigen deshalb mehr Professi … weiterlesen

14.05.2025

Kinder erleben die Schlachtung eines Nutztieres: Kritische Reflexionen zu einem Projekt

Im Sinne der kritischen Verbraucher*innenbildung braucht es Lernanlässe für junge Menschen zur Auseinandersetzung mit den Produktionsbedingungen tierischer Lebensmittel. Allerdings wird das Schlachten oft ausgeklammert und tabuisiert und bleibt ein umstrittenes Bildungs … weiterlesen

14.05.2025

Editorial 5/2025: Tägliche(s) Schlachten

Jetzt in der wärmeren Jahreszeit ziehen wieder Duftgemische von Holzkohle, Propangasbrennern, Smokern und Grillgut durch Gärten und öffentliche Parks. Metzgereien/Fleischereien haben Hochkonjunktur beim Zubereiten von Grillfackeln, -schnecken, -steaks und vielen anderen … weiterlesen

12.02.2025

Social Media: Hochschulen und Forschungsinstitutionen verlassen Plattform X

Mehr als 60 deutschsprachige Hochschulen und Forschungsinstitutionen haben angekündigt, ihre Aktivitäten auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) einzustellen. weiterlesen

14.08.2024

Nachschlag 8/2024: Ashwa…was? Ashwagandha!

In letzter Zeit ist TikTok ganz wild auf Ashwagandha – ein vermeintliches Wunderpräparat, von dem Influencer*innen schwören, dass es alle möglichen/magischen Wirkungen auf Körper und Geist hat. Aber da in Social Media fast täglich neue Gesundheitshacks und -trends aufko … weiterlesen

14.08.2024

Social-Media-Diskurse über Fleischkonsum

free access to english version Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 21.07.2023; Überarbeitung angenommen: 18.01.2024 Neuaushandlung und Inszenierung von Mensch-Tier-Beziehungen Einleitung Das seit Anfang der 1990er Jahre jährlich stattfindende … weiterlesen

12.06.2024

Ernährungskommunikation

Bildung und Beratung im Spektrum der Zeit Kommunikation zum Thema Essen und Gesundheit fand bereits in der griechischen Antike (500–336 v. Chr.) statt. Erste institutionelle Ernährungsempfehlungen gab es 1941 in den USA. Die ersten deutschen Empfehlungen folgten mit dem … weiterlesen