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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 26.09.2019 / Überarbeitung angenommen: 14.01.2020

Eine Analyse der Rahmenvorgaben der Bundesländer für den fachbezogenen Unterricht


Einleitung


Ernährungsbildung hat zum Ziel, Menschen zu befähigen, ihre eigene Ernährung politisch mündig, sozial verantwortlich und demokratisch teilhabend zu entwickeln und zu gestalten [1]. Damit stellt Ernährungsbildung eine Grundbildung für die alltägliche Lebensgestaltung dar und ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe [2]. Ernährungsbildung ist ein aktiver, lebensbegleitender Prozess, der zu Hause und, aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Ganztagsschulen, auch vermehrt in Schulen stattfinden sollte [1]. Die Chancen für Ernährungsbildung in der Schule sind vielfältig: Sie kann sowohl informell über das Verpflegungsangebot der Schule, als auch formal im Unterricht oder in schulischen Arbeitsgruppen stattfinden und dabei Kinder und Jugendliche aus allen Bildungsgruppen erreichen.


Die Weichen für die individuelle Gesundheit werden schon im Kindes- und Jugendalter gestellt und einmal erworbene gesundheitsbezogene Verhaltensweisen bleiben oftmals bis ins Erwachsenenalter hinein bestehen [3]. Daher ist es von zentraler Bedeutung, Kindern und Jugendlichen eine solide Basis aus Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, auch im Hinblick auf ihr Ernährungshandeln, mit auf den Lebensweg zu geben. Erste systematische Bewertungen von Untersuchungen des Einflusses von schulischen Interventionen auf Ernährung, Bewegung und Verhalten auf die Kognition und schulischen Leistungen [4, 5], von schulbasierten Ernährungsprogrammen auf die Ernährungsqualität und Gesundheit [6] sowie von mehrfachen Interventionsansätzen mit entsprechender Dauer (≥ 6 Monate) [7] zeigen, dass Verbesserungen in der Ernährungsbildung in vielerlei Hinsicht erfolgreich sein können.

Abstract


In der Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“ wurde im Rahmen einer Dokumentenanalyse u. a. untersucht, inwiefern Ernährungsbildung in den Lehr- und Bildungsplänen der Bundesländer verankert und welcher Stundenumfang für die identifizierten Fächer mit Ernährungsbezug vorgesehen ist. An Grundschulen kann Sachunterricht als Leitfach für Ernährungsbildung definiert werden. An den weiterführenden Schulen sind Ernährungsthemen v. a. in den Lehrplänen für Biologie/ Naturwissenschaften verankert, wobei hauptsächlich die naturwissenschaftliche Perspektive betrachtet wird. Darüber hinaus werden an den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe 1 bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug angeboten, die Ernährungsthemen im entsprechenden Lehr- und Bildungsplan mehrperspektivisch abbilden. Diese werden allerdings oft in ausgewählten Jahrgangsstufen und/oder als Wahlpflichtfach angeboten. Eine kontinuierliche und mehrperspektivische Verankerung von Ernährungsbildung in der Schullaufbahn für alle SchülerInnen ist somit nicht gewährleistet. Hierfür sind zum einen Inhalte der Ernährungsbildung in den bestehenden Fächern zu sichern und zum anderen sollten bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug in der Sekundarstufe 1 an allen Schulformen fest verankert werden.

Schlüsselwörter: Schule, Ernährungsbildung, Lehrpläne, Bildungspläne

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Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 26 September 2019 / Revision accepted: 14 January 2020

Food and nutrition literacy in general schools

An analysis of the framework conditions of the federal states for subject-related lessons


Abstract


In the study “Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen” (Nutrition-related educational work in day-care centres and schools), a document analysis was carried out to examine the extent to which food and nutrition literacy is anchored in the curricula of the federal states. Furthermore, the amount of lesson-hours allocated to the identified subjects with a nutritional reference was investigated. At primary schools, Sachunterricht can be defined as the leading subject for food and nutrition literacy. At secondary level 1 schools, nutritional topics are anchored especially in the curricula for biology/natural sciences, whereby the natural science perspective is mainly considered. In addition, secondary level 1 schools offer federal-state-specific-subjects with nutritional reference. In the curriculum of these subjects, nutritional topics are anchored in a multi-perspective manner. However, these are often offered in single grades and/or as an elective subject. Therefore, continuous and multi-perspective food and nutrition literacy in school for all pupils is not guaranteed. For this purpose, on the one hand, food and nutrition literacy in the existing subjects has to be ensured and, on the other hand, federal-state-specific-subjects with nutritional reference should be firmly anchored in all school types at secondary level 1.

Keywords: school, food and nutrition literacy, curricula

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Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2020 von Seite M458 bis M466.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 26.09.2019 / Überarbeitung angenommen: 14.01.2020

Eine Analyse der Rahmenvorgaben der Bundesländer für den fachbezogenen Unterricht


Einleitung


Ernährungsbildung hat zum Ziel, Menschen zu befähigen, ihre eigene Ernährung politisch mündig, sozial verantwortlich und demokratisch teilhabend zu entwickeln und zu gestalten [1]. Damit stellt Ernährungsbildung eine Grundbildung für die alltägliche Lebensgestaltung dar und ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe [2]. Ernährungsbildung ist ein aktiver, lebensbegleitender Prozess, der zu Hause und, aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Ganztagsschulen, auch vermehrt in Schulen stattfinden sollte [1]. Die Chancen für Ernährungsbildung in der Schule sind vielfältig: Sie kann sowohl informell über das Verpflegungsangebot der Schule, als auch formal im Unterricht oder in schulischen Arbeitsgruppen stattfinden und dabei Kinder und Jugendliche aus allen Bildungsgruppen erreichen.


Die Weichen für die individuelle Gesundheit werden schon im Kindes- und Jugendalter gestellt und einmal erworbene gesundheitsbezogene Verhaltensweisen bleiben oftmals bis ins Erwachsenenalter hinein bestehen [3]. Daher ist es von zentraler Bedeutung, Kindern und Jugendlichen eine solide Basis aus Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, auch im Hinblick auf ihr Ernährungshandeln, mit auf den Lebensweg zu geben. Erste systematische Bewertungen von Untersuchungen des Einflusses von schulischen Interventionen auf Ernährung, Bewegung und Verhalten auf die Kognition und schulischen Leistungen [4, 5], von schulbasierten Ernährungsprogrammen auf die Ernährungsqualität und Gesundheit [6] sowie von mehrfachen Interventionsansätzen mit entsprechender Dauer (≥ 6 Monate) [7] zeigen, dass Verbesserungen in der Ernährungsbildung in vielerlei Hinsicht erfolgreich sein können.

Abstract


In der Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“ wurde im Rahmen einer Dokumentenanalyse u. a. untersucht, inwiefern Ernährungsbildung in den Lehr- und Bildungsplänen der Bundesländer verankert und welcher Stundenumfang für die identifizierten Fächer mit Ernährungsbezug vorgesehen ist. An Grundschulen kann Sachunterricht als Leitfach für Ernährungsbildung definiert werden. An den weiterführenden Schulen sind Ernährungsthemen v. a. in den Lehrplänen für Biologie/ Naturwissenschaften verankert, wobei hauptsächlich die naturwissenschaftliche Perspektive betrachtet wird. Darüber hinaus werden an den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe 1 bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug angeboten, die Ernährungsthemen im entsprechenden Lehr- und Bildungsplan mehrperspektivisch abbilden. Diese werden allerdings oft in ausgewählten Jahrgangsstufen und/oder als Wahlpflichtfach angeboten. Eine kontinuierliche und mehrperspektivische Verankerung von Ernährungsbildung in der Schullaufbahn für alle SchülerInnen ist somit nicht gewährleistet. Hierfür sind zum einen Inhalte der Ernährungsbildung in den bestehenden Fächern zu sichern und zum anderen sollten bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug in der Sekundarstufe 1 an allen Schulformen fest verankert werden.

Schlüsselwörter: Schule, Ernährungsbildung, Lehrpläne, Bildungspläne

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Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 26 September 2019 / Revision accepted: 14 January 2020

Food and nutrition literacy in general schools

An analysis of the framework conditions of the federal states for subject-related lessons


Abstract


In the study “Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen” (Nutrition-related educational work in day-care centres and schools), a document analysis was carried out to examine the extent to which food and nutrition literacy is anchored in the curricula of the federal states. Furthermore, the amount of lesson-hours allocated to the identified subjects with a nutritional reference was investigated. At primary schools, Sachunterricht can be defined as the leading subject for food and nutrition literacy. At secondary level 1 schools, nutritional topics are anchored especially in the curricula for biology/natural sciences, whereby the natural science perspective is mainly considered. In addition, secondary level 1 schools offer federal-state-specific-subjects with nutritional reference. In the curriculum of these subjects, nutritional topics are anchored in a multi-perspective manner. However, these are often offered in single grades and/or as an elective subject. Therefore, continuous and multi-perspective food and nutrition literacy in school for all pupils is not guaranteed. For this purpose, on the one hand, food and nutrition literacy in the existing subjects has to be ensured and, on the other hand, federal-state-specific-subjects with nutritional reference should be firmly anchored in all school types at secondary level 1.

Keywords: school, food and nutrition literacy, curricula

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Ernährungsbildung in allgemeinbildenden Schulen

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 26.09.2019 / Überarbeitung angenommen: 14.01.2020

Eine Analyse der Rahmenvorgaben der Bundesländer für den fachbezogenen Unterricht
Einleitung
Ernährungsbildung hat zum Ziel, Menschen zu befähigen, ihre eigene Ernährung politisch mündig, sozial verantwortlich und demokratisch teilhabend zu entwickeln und zu gestalten [1]. Damit stellt Ernährungsbildung eine Grundbildung für die alltägliche Lebensgestaltung dar und ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe [2]. Ernährungsbildung ist ein aktiver, lebensbegleitender Prozess, der zu Hause und, aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Ganztagsschulen, auch vermehrt in Schulen stattfinden sollte [1]. Die Chancen für Ernährungsbildung in der Schule sind vielfältig: Sie kann sowohl informell über das Verpflegungsangebot der Schule, als auch formal im Unterricht oder in schulischen Arbeitsgruppen stattfinden und dabei Kinder und Jugendliche aus allen Bildungsgruppen erreichen.

Die Weichen für die individuelle Gesundheit werden schon im Kindes- und Jugendalter gestellt und einmal erworbene gesundheitsbezogene Verhaltensweisen bleiben oftmals bis ins Erwachsenenalter hinein bestehen [3]. Daher ist es von zentraler Bedeutung, Kindern und Jugendlichen eine solide Basis aus Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen, auch im Hinblick auf ihr Ernährungshandeln, mit auf den Lebensweg zu geben. Erste systematische Bewertungen von Untersuchungen des Einflusses von schulischen Interventionen auf Ernährung, Bewegung und Verhalten auf die Kognition und schulischen Leistungen [4, 5], von schulbasierten Ernährungsprogrammen auf die Ernährungsqualität und Gesundheit [6] sowie von mehrfachen Interventionsansätzen mit entsprechender Dauer (≥ 6 Monate) [7] zeigen, dass Verbesserungen in der Ernährungsbildung in vielerlei Hinsicht erfolgreich sein können.

Abstract

In der Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“ wurde im Rahmen einer Dokumentenanalyse u. a. untersucht, inwiefern Ernährungsbildung in den Lehr- und Bildungsplänen der Bundesländer verankert und welcher Stundenumfang für die identifizierten Fächer mit Ernährungsbezug vorgesehen ist. An Grundschulen kann Sachunterricht als Leitfach für Ernährungsbildung definiert werden. An den weiterführenden Schulen sind Ernährungsthemen v. a. in den Lehrplänen für Biologie/ Naturwissenschaften verankert, wobei hauptsächlich die naturwissenschaftliche Perspektive betrachtet wird. Darüber hinaus werden an den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe 1 bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug angeboten, die Ernährungsthemen im entsprechenden Lehr- und Bildungsplan mehrperspektivisch abbilden. Diese werden allerdings oft in ausgewählten Jahrgangsstufen und/oder als Wahlpflichtfach angeboten. Eine kontinuierliche und mehrperspektivische Verankerung von Ernährungsbildung in der Schullaufbahn für alle SchülerInnen ist somit nicht gewährleistet. Hierfür sind zum einen Inhalte der Ernährungsbildung in den bestehenden Fächern zu sichern und zum anderen sollten bundeslandspezifische Fächer mit Ernährungsbezug in der Sekundarstufe 1 an allen Schulformen fest verankert werden.

Schlüsselwörter: Schule, Ernährungsbildung, Lehrpläne, Bildungspläne

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Peer reviewed / Manuscript (original) submitted: 26 September 2019 / Revision accepted: 14 January 2020

Food and nutrition literacy in general schools

An analysis of the framework conditions of the federal states for subject-related lessons

Abstract

In the study “Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen” (Nutrition-related educational work in day-care centres and schools), a document analysis was carried out to examine the extent to which food and nutrition literacy is anchored in the curricula of the federal states. Furthermore, the amount of lesson-hours allocated to the identified subjects with a nutritional reference was investigated. At primary schools, Sachunterricht can be defined as the leading subject for food and nutrition literacy. At secondary level 1 schools, nutritional topics are anchored especially in the curricula for biology/natural sciences, whereby the natural science perspective is mainly considered. In addition, secondary level 1 schools offer federal-state-specific-subjects with nutritional reference. In the curriculum of these subjects, nutritional topics are anchored in a multi-perspective manner. However, these are often offered in single grades and/or as an elective subject. Therefore, continuous and multi-perspective food and nutrition literacy in school for all pupils is not guaranteed. For this purpose, on the one hand, food and nutrition literacy in the existing subjects has to be ensured and, on the other hand, federal-state-specific-subjects with nutritional reference should be firmly anchored in all school types at secondary level 1.

Keywords: school, food and nutrition literacy, curricula

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Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 13.08.2020

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