Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 15. Juni 2022 / Überarbeitung angenommen: 28. November 2022

Eine Besonderheit des deutschen DRG-Systems


Einleitung


Der Ernährungssupport ist die „Bereitstellung von Nahrung bzw. Nährstoffen […] zum Zwecke der Verbesserung oder des Erhalts von Ernährungsstatus und Lebensqualität sowie zur Verbesserung des klinischen Outcomes“ [1]. Die Studienlage zeigt, dass die Umsetzung des Ernährungssupports im Krankenhaus einen positiven Einfluss auf die Mortalität und Lebensqualität, insbesondere bei mangelernährten PatientInnen, nehmen kann [2–6]. In internationalen Studien liegt die Prävalenz für Mangelernährung nach den Kriterien der Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM) [7] je nach PatientInnenkollektiv zwischen 23 % und 47 % [8–13]. Vergleichbare Daten konnten auch in deutschen Kliniken erhoben werden. Etwa 20 % der PatientInnen sind schwer mangelernährt, bei weiteren 15 % wurde eine mäßige Mangelernährung diagnostiziert [14].

Obwohl Mangelernährung mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, einem höherem Komplikations- und Mortalitätsrisiko und daraus entstehenden Kosten verbunden ist [15, 16], ist das Screening auf ein Risiko für Mangelernährung (fernab jeglicher Behandlungsansätze) bei der Aufnahme von PatientInnen in deutschen Krankenhäusern bisher nicht verpflichtend. ...

Abstract


Komplexbehandlungen gehören zu den hochspezialisierten Therapieformen, deren Inhalte und Bedingungen zur Durchführung im Katalog der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) definiert werden. Die seit 2019 definierte Prozedur mit dem OPS-Code 8-98j beschreibt die ernährungsmedizinische Komplexbehandlung (EMKB), die als zwingendes Strukturmerkmal ein fachärztlich geleitetes Ernährungsteam mit zumindest einer ernährungstherapeutischen Fachkraft (z. B. DiätassistentIn oder ÖkotrophologIn) voraussetzt. Prozessmerkmale sind unter anderem das Screening des Ernährungsstatus innerhalb der ersten 48 h nach der stationären Aufnahme, Bestimmungen der Körperzusammensetzung und Bedarfsermittlungen zum Energie- und Nährstoffbedarf. Zudem wird ein individueller Behandlungsplan entwickelt und gegebenenfalls im Rahmen von Verlaufskontrollen angepasst. Die EMKB eignet sich für alle PatientInnen, die ein differenziertes Ernährungsproblem aufweisen. Die klaren Struktur- und Prozessmerkmale dieser Therapie spiegeln international geforderte Kriterien zur Qualitätssicherung der Ernährungstherapie wider. Durch die Implementation dieser komplexen Therapie mit einer einheitlichen finanziellen Bewertung könnte zukünftig eine zusätzliche Grundlage für die Finanzierung von Ernährungsfachkräften in Ernährungsteams geschaffen und die Präsenz und Akzeptanz der Ernährungsmedizin und ihrer Leistungen gesteigert werden.

Schlüsselwörter: Stationäre Ernährungstherapie, Erlösrelevanz, Mangelernährung, Krankenhaus, Ernährungsteam, Ernährungsmedizin, Ernährungssupport, Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2023 auf den Seiten M224 bis M232.


Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 15. Juni 2022 / Überarbeitung angenommen: 28. November 2022

Eine Besonderheit des deutschen DRG-Systems


Einleitung


Der Ernährungssupport ist die „Bereitstellung von Nahrung bzw. Nährstoffen […] zum Zwecke der Verbesserung oder des Erhalts von Ernährungsstatus und Lebensqualität sowie zur Verbesserung des klinischen Outcomes“ [1]. Die Studienlage zeigt, dass die Umsetzung des Ernährungssupports im Krankenhaus einen positiven Einfluss auf die Mortalität und Lebensqualität, insbesondere bei mangelernährten PatientInnen, nehmen kann [2–6]. In internationalen Studien liegt die Prävalenz für Mangelernährung nach den Kriterien der Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM) [7] je nach PatientInnenkollektiv zwischen 23 % und 47 % [8–13]. Vergleichbare Daten konnten auch in deutschen Kliniken erhoben werden. Etwa 20 % der PatientInnen sind schwer mangelernährt, bei weiteren 15 % wurde eine mäßige Mangelernährung diagnostiziert [14].

Obwohl Mangelernährung mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, einem höherem Komplikations- und Mortalitätsrisiko und daraus entstehenden Kosten verbunden ist [15, 16], ist das Screening auf ein Risiko für Mangelernährung (fernab jeglicher Behandlungsansätze) bei der Aufnahme von PatientInnen in deutschen Krankenhäusern bisher nicht verpflichtend. ...

Abstract


Komplexbehandlungen gehören zu den hochspezialisierten Therapieformen, deren Inhalte und Bedingungen zur Durchführung im Katalog der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) definiert werden. Die seit 2019 definierte Prozedur mit dem OPS-Code 8-98j beschreibt die ernährungsmedizinische Komplexbehandlung (EMKB), die als zwingendes Strukturmerkmal ein fachärztlich geleitetes Ernährungsteam mit zumindest einer ernährungstherapeutischen Fachkraft (z. B. DiätassistentIn oder ÖkotrophologIn) voraussetzt. Prozessmerkmale sind unter anderem das Screening des Ernährungsstatus innerhalb der ersten 48 h nach der stationären Aufnahme, Bestimmungen der Körperzusammensetzung und Bedarfsermittlungen zum Energie- und Nährstoffbedarf. Zudem wird ein individueller Behandlungsplan entwickelt und gegebenenfalls im Rahmen von Verlaufskontrollen angepasst. Die EMKB eignet sich für alle PatientInnen, die ein differenziertes Ernährungsproblem aufweisen. Die klaren Struktur- und Prozessmerkmale dieser Therapie spiegeln international geforderte Kriterien zur Qualitätssicherung der Ernährungstherapie wider. Durch die Implementation dieser komplexen Therapie mit einer einheitlichen finanziellen Bewertung könnte zukünftig eine zusätzliche Grundlage für die Finanzierung von Ernährungsfachkräften in Ernährungsteams geschaffen und die Präsenz und Akzeptanz der Ernährungsmedizin und ihrer Leistungen gesteigert werden.

Schlüsselwörter: Stationäre Ernährungstherapie, Erlösrelevanz, Mangelernährung, Krankenhaus, Ernährungsteam, Ernährungsmedizin, Ernährungssupport, Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2023 auf den Seiten M224 bis M232.


Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.

Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung nach OPS Code 8-98j – Fortbildung

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 15. Juni 2022 / Überarbeitung angenommen: 28. November 2022

Eine Besonderheit des deutschen DRG-Systems
Einleitung

Der Ernährungssupport ist die „Bereitstellung von Nahrung bzw. Nährstoffen […] zum Zwecke der Verbesserung oder des Erhalts von Ernährungsstatus und Lebensqualität sowie zur Verbesserung des klinischen Outcomes“ [1]. Die Studienlage zeigt, dass die Umsetzung des Ernährungssupports im Krankenhaus einen positiven Einfluss auf die Mortalität und Lebensqualität, insbesondere bei mangelernährten PatientInnen, nehmen kann [2–6]. In internationalen Studien liegt die Prävalenz für Mangelernährung nach den Kriterien der Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM) [7] je nach PatientInnenkollektiv zwischen 23 % und 47 % [8–13]. Vergleichbare Daten konnten auch in deutschen Kliniken erhoben werden. Etwa 20 % der PatientInnen sind schwer mangelernährt, bei weiteren 15 % wurde eine mäßige Mangelernährung diagnostiziert [14].

Obwohl Mangelernährung mit einem längeren Krankenhausaufenthalt, einem höherem Komplikations- und Mortalitätsrisiko und daraus entstehenden Kosten verbunden ist [15, 16], ist das Screening auf ein Risiko für Mangelernährung (fernab jeglicher Behandlungsansätze) bei der Aufnahme von PatientInnen in deutschen Krankenhäusern bisher nicht verpflichtend. …

Abstract

Komplexbehandlungen gehören zu den hochspezialisierten Therapieformen, deren Inhalte und Bedingungen zur Durchführung im Katalog der Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) definiert werden. Die seit 2019 definierte Prozedur mit dem OPS-Code 8-98j beschreibt die ernährungsmedizinische Komplexbehandlung (EMKB), die als zwingendes Strukturmerkmal ein fachärztlich geleitetes Ernährungsteam mit zumindest einer ernährungstherapeutischen Fachkraft (z. B. DiätassistentIn oder ÖkotrophologIn) voraussetzt. Prozessmerkmale sind unter anderem das Screening des Ernährungsstatus innerhalb der ersten 48 h nach der stationären Aufnahme, Bestimmungen der Körperzusammensetzung und Bedarfsermittlungen zum Energie- und Nährstoffbedarf. Zudem wird ein individueller Behandlungsplan entwickelt und gegebenenfalls im Rahmen von Verlaufskontrollen angepasst. Die EMKB eignet sich für alle PatientInnen, die ein differenziertes Ernährungsproblem aufweisen. Die klaren Struktur- und Prozessmerkmale dieser Therapie spiegeln international geforderte Kriterien zur Qualitätssicherung der Ernährungstherapie wider. Durch die Implementation dieser komplexen Therapie mit einer einheitlichen finanziellen Bewertung könnte zukünftig eine zusätzliche Grundlage für die Finanzierung von Ernährungsfachkräften in Ernährungsteams geschaffen und die Präsenz und Akzeptanz der Ernährungsmedizin und ihrer Leistungen gesteigert werden.

Schlüsselwörter: Stationäre Ernährungstherapie, Erlösrelevanz, Mangelernährung, Krankenhaus, Ernährungsteam, Ernährungsmedizin, Ernährungssupport, Ernährungsmedizinische Komplexbehandlung


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2023 auf den Seiten M224 bis M232.

Wenn Sie den Artikel gelesen haben, kommen Sie hier zum Fragebogen. Loggen Sie sich bitte vorher ein, da die Online-Fragebogen nur eingeloggten Abonnenten zur Verfügung stehen. Nach Ablauf des Themas können Sie den Fragebogen weiterhin zu Übungszwecken nutzen.

News zum Thema des Artikels

Eine Frau misst ihren Bauchumfang mit einem Maßband; daneben sind digitale Symbole zu Gesundheit und Körpermaßen eingeblendet.

Online News: Adipositas: KI soll Erfolg einer Lebensstiländerung zur Gewichtsabnahme vorhersagen

Welche Patient*innen mit Adipositas von einer strukturierten Lebensstiltherapie zur Gewichtsabnahme profitieren, könnte sich künftig bereits vor Therapiebeginn abschätzen lassen. Forschende der Universität Hohenheim entwickelten ein KI-gestütztes Prognosemodell, das kli …
weiterlesen

älterer Mann mit kleiner Schüssel vor sich greift sich mit einer Hand an den Hals

Lesetipp Heft 8/2026: Schluckstörungen

Der Beitrag erläutert Ursachen von Schluckstörungen, gesundheitliche Folgen und praxisrelevante Maßnahmen für die Versorgung von Betroffenen mit Dysphagie …
weiterlesen

Schild mit Text "Plantbased Keto" drumherum ensprechende Lebensmittel wie Öl, Nüsse, Avocado

Lesetipp Heft 8/2026: Die Rolle pflanzlicher Lebensmittel bei ketogenen Ernährungstherapien

Der Beitrag von Christina Heidt et al. untersucht, welche Möglichkeiten pflanzliche Lebensmittel und moderne Alternativprodukte für die Erweiterung ketogener Ernährungstherapien bieten …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 12.04.2023

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

Mehr Ernährungstherapie auf Rezept

Es ist ein starkes Signal für die Diätassistent*innen und damit die Ernährungstherapie: Mit Zustimmung aller Fraktionen verabschiedete nämlich der Bayerische Landtag im Juni einstimmig mehrere Anträge zur Weiterentwicklung der Ernährungstherapie. Diesen Antrag „Präventi … weiterlesen

12.08.2026

Ketogene Ernährungstherapien im Wandel

Traditionell basiert die praktische Umsetzung ketogener Ernährungstherapien auf einem hohen Anteil tierischer Fett- und Proteinquellen. Zunehmend wächst jedoch das Interesse an pflanzenorientierten Formen der ketogenen Ernährung. weiterlesen

12.08.2026

Ernährungsmedizin: Kurzzeitige parenterale Gabe von n-3-Fettsäuren erhöht Risiko für Vorhofflimmern nicht

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) bewertet die kurzfristige parenterale Gabe von fischölhaltigen n-3-Fettsäuren bei kritisch kranken Patient*innen als sicher. Anlass der aktuellen Bewertung sind Warnhinweise aus dem Jahr 2023, die auf ein erhöhtes R … weiterlesen

Malnutrition Awareness Week 9.–13. November 2026

Auch in diesem Jahr macht die Malnutrition Awareness Week (MAW) vom 9. bis 13. November 2026 auf die Bedeutung der Prävention, einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Mangelernährung aufmerksam. Ziel der Aktionswoche ist es, das Bewusstsein für die medizinischen … weiterlesen

VDD-Bundeskongress 2026

Der diesjährige VDD-Bundeskongress Anfang Mai im Wolfsburger Congress-Park trug das Motto: „VDD & Friends – gemeinsam ist mehr drin“. Friends, welche den Kongress mitgestalteten, waren Vertreter*innen sowie Teilnehmende vom Berufsverband Deutscher Ernährungsmedizine … weiterlesen

15.07.2026

Lipödem zwischen Zellstress und Schmerz

Das Lipödem stellt Ernährungsfachkräfte vor eine besondere Herausforderung. Neben metabolischen Aspekten sind es insbesondere der chronische Schmerz als Leitsymptom, funktionelle Mobilitätseinschränkungen, eine oft lange Vorgeschichte nicht nachhaltiger Diätversuche und … weiterlesen

IDDSI – für eine einheitliche Terminologie im Dysphagiebereich

Eine von vielen Ursachen für Mangelernährung sind die oropharyngealen Dysphagien (OD). Dieser Oberbegriff bezeichnet multiple Schwierigkeiten in allen Phasen des Schluckvorgangs mit unterschiedlichsten Ursachen [1, 2]. Die Modifikation in der Textur von Speisen und Getr … weiterlesen

27.04.2026
Ahead of Print

Entwicklung eines Core-Assessment-Sets für die Ernährungstherapie in der Gastroenterologie und Hepatologie

Die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) und die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) gaben 2022 am Institut für Höhere Studien – Institute for Advanced Studies (IHS) eine Studie zum derzeitigen Stand der gastroenterologisch-hepatologis … weiterlesen