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Ernährungstherapeutische Herausforderungen auf der Corona-Station

Hintergrund:

Mangelernährungsrisiko durch COVID-19

Das Risiko, eine Mangelernährung zu bekommen, ist vielseitig und kann zahlreiche Gründe haben. Sowohl die Aufnahme in ein Krankenhaus als auch eine COVID-19-Infektion erhöhen dieses Risiko deutlich. PatientInnen mit hämatologischen bzw. metastasierten Krebserkrankungen, höherem Lebensalter und nach großen operativen Eingriffen haben der aktuellen 4. Auflage des COVID-19-Kompendiums zufolge ein deutlich erhöhtes Risiko, durch die Infektion mit SARS-CoV-2 zu versterben [1]. Diese PatientInnengruppen sind bereits in Bezug auf die Ausbildung einer Mangelernährung prädisponiert. Ihre Grunderkrankung ist ein wichtiger Faktor für die ernährungstherapeutischen Herausforderungen in der Betreuung von COVID-19.

Viele der in der S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID [2] genannten Symptome einer COVID-19-Infektion können zudem ebenfalls eine Mangelernährung verursachen oder verstärken (• Übersicht 1) [1–3]. Geruchs- und Geschmacksstörungen sind häufig als Symptome bei COVID-19-PatientInnen beschrieben. Mehr als 40 % der Erkrankten leiden an diesem Phänomen [2]. Riechstörungen bspw. wirken sich hinsichtlich der Gefahrenerkennung im Alltag aus und können zu Lebensmittelvergiftungen führen, da die Wahrnehmung von verdorbenen Lebensmitteln eingeschränkt ist. Auch der Genuss von Lebensmitteln und damit die Freude am Essen sind durch Geruchs- und Geschmacksstörungen massiv beeinträchtigt. Dies führt zu einer verringerten oralen Nahrungsaufnahme und damit zur verringerten Energie- und Nährstoffaufnahme. Wenn PatientInnen ihren Geschmacks- und Geruchssinn verlieren, kann dies daher für den Ernährungszustand schnell dramatische Auswirkungen haben und den klinischen Verlauf stark beeinflussen.

Auch psychische Beschwerden haben einen starken Einfluss auf das Ernährungsverhalten. Als Spätfolgen von COVID-19 sind hier Symptome wie generalisierte Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen und Schlafstörungen publiziert. Für etwa ein Drittel der PatientInnen werden depressive Verstimmungen beschrieben, die eine „Kommunikation“ der Düfte und damit eine emotionale Bindung zum Beispiel zu Familienmitgliedern vermindern oder gar zu einer veränderten Sexualität führen können [2]. …


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 5/2022 von Seite S33 bis S39.

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Artikelfakten

Veröffentlicht: 11.05.2022

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