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(umk) Auf zahlreichen Kongressvorträgen, aber auch im politischen Diskurs werden derzeit tatsächliche und vermeintliche Unterschiede zwischen den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Planetary Health Diet thematisiert – und möglicherweise auch als Vorwand für „Noch-Nicht-Handeln“ missbraucht. Nach dem Motto: Die ExpertInnen sind sich ja noch nicht einig…“.

Im aktuellen Public Health Nutrition Rundbrief [1] greift Dr. Peter von Philipsborn, Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Ergebnisse des aktuellen BMEL-Ernährungsreports [2] auf ( nächste Meldung "Ernährungsreport 2022: Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen"):

  • Immerhin 44 % der Befragten geben an, „ab und zu bewusst auf Fleisch zu verzichten“, 7 % geben an, sich vegetarisch zu ernähren, und 1 % stufen sich als VeganerInnen ein.
  • 47 % der telefonisch Befragten geben an, schon einmal pflanzliche Ersatzprodukte gekauft zu haben und
  • 90 % halten eine Reduktion von Lebensmittelabfällen, 82 % eine Reduktion des Fleischkonsums für sinnvoll „um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren“.


Die Herausforderung: Trotz dieser Aussagen ist der Fleischkonsum in Deutschland z. B. doppelt- bis dreimal so hoch wie sowohl von DGE als auch der Planetary Health Diet empfohlen. Vorrangig sei daher, so Philipsborn, nicht ein Angleichen der DGE-Empfehlungen an die Planetary Health Diet, sondern eine Veränderung der tatsächlichen Ernährungsweisen, auch durch das reale Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung – nicht zuletzt auf Basis der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. Als ERNÄHRUNGS UMSCHAU freut uns, dass im Rundbrief als vertiefende Lektüre der Beitrag [3] von Christina Breidenassel, Carolin Schäfer und KollegInnen zum „Vergleich der Planetary Health Diet mit den DGE-Empfehlungen und den tatsächlichen Ernährungsweisen in Deutschland“ verlinkt ist. Aufgrund seiner Bedeutung für die aktuelle Debatte ist der Beitrag open access, also auch für Nicht-AbonnentInnen, zugänglich.

Literatur


1. von Philipsborn P: BMEL-Ernährungsreport/ DGE vs. Planetary Health Diet. Rundbrief, vom 24.7.2022, abonnierbar über www.listserv.dfn.de/sympa/info/public-health-nutrition 

2. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Deutschland, wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2022. www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport-ueberblick.html  (last accessed on 26 July 2022).

3. Breidenassel C, Schäfer AC, Micka M, Richter M, Linseisen J, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE): The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE). A DGE statement. Ernahrungs Umschau 2022; 69(5): 56–72. e1–3. (Deutsche Version: www.ernaehrungs-umschau.de/printartikel/11-05-2022-einordnung-der-planetary-health-diet-anhand-einer-gegenueberstellung-mit-den-lebensmittelbezogenen-ernaehrungsempfehlungen-der/)




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2022 auf Seite M405.






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(umk) Auf zahlreichen Kongressvorträgen, aber auch im politischen Diskurs werden derzeit tatsächliche und vermeintliche Unterschiede zwischen den Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Planetary Health Diet thematisiert – und möglicherweise auch als Vorwand für „Noch-Nicht-Handeln“ missbraucht. Nach dem Motto: Die ExpertInnen sind sich ja noch nicht einig…“.

Im aktuellen Public Health Nutrition Rundbrief [1] greift Dr. Peter von Philipsborn, Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Ergebnisse des aktuellen BMEL-Ernährungsreports [2] auf ( nächste Meldung "Ernährungsreport 2022: Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen"):

  • Immerhin 44 % der Befragten geben an, „ab und zu bewusst auf Fleisch zu verzichten“, 7 % geben an, sich vegetarisch zu ernähren, und 1 % stufen sich als VeganerInnen ein.
  • 47 % der telefonisch Befragten geben an, schon einmal pflanzliche Ersatzprodukte gekauft zu haben und
  • 90 % halten eine Reduktion von Lebensmittelabfällen, 82 % eine Reduktion des Fleischkonsums für sinnvoll „um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren“.


Die Herausforderung: Trotz dieser Aussagen ist der Fleischkonsum in Deutschland z. B. doppelt- bis dreimal so hoch wie sowohl von DGE als auch der Planetary Health Diet empfohlen. Vorrangig sei daher, so Philipsborn, nicht ein Angleichen der DGE-Empfehlungen an die Planetary Health Diet, sondern eine Veränderung der tatsächlichen Ernährungsweisen, auch durch das reale Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung – nicht zuletzt auf Basis der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. Als ERNÄHRUNGS UMSCHAU freut uns, dass im Rundbrief als vertiefende Lektüre der Beitrag [3] von Christina Breidenassel, Carolin Schäfer und KollegInnen zum „Vergleich der Planetary Health Diet mit den DGE-Empfehlungen und den tatsächlichen Ernährungsweisen in Deutschland“ verlinkt ist. Aufgrund seiner Bedeutung für die aktuelle Debatte ist der Beitrag open access, also auch für Nicht-AbonnentInnen, zugänglich.

Literatur


1. von Philipsborn P: BMEL-Ernährungsreport/ DGE vs. Planetary Health Diet. Rundbrief, vom 24.7.2022, abonnierbar über www.listserv.dfn.de/sympa/info/public-health-nutrition 

2. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Deutschland, wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2022. www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport-ueberblick.html  (last accessed on 26 July 2022).

3. Breidenassel C, Schäfer AC, Micka M, Richter M, Linseisen J, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE): The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE). A DGE statement. Ernahrungs Umschau 2022; 69(5): 56–72. e1–3. (Deutsche Version: www.ernaehrungs-umschau.de/printartikel/11-05-2022-einordnung-der-planetary-health-diet-anhand-einer-gegenueberstellung-mit-den-lebensmittelbezogenen-ernaehrungsempfehlungen-der/)




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Public Health Nutrition: Ernährungsweise in Deutschland: keine Scheindebatten führen

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Im aktuellen Public Health Nutrition Rundbrief [1] greift Dr. Peter von Philipsborn, Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Ergebnisse des aktuellen BMEL-Ernährungsreports [2] auf ( nächste Meldung "Ernährungsreport 2022: Ess- und Einkaufsgewohnheiten der Deutschen"):

  • Immerhin 44 % der Befragten geben an, „ab und zu bewusst auf Fleisch zu verzichten“, 7 % geben an, sich vegetarisch zu ernähren, und 1 % stufen sich als VeganerInnen ein.
  • 47 % der telefonisch Befragten geben an, schon einmal pflanzliche Ersatzprodukte gekauft zu haben und
  • 90 % halten eine Reduktion von Lebensmittelabfällen, 82 % eine Reduktion des Fleischkonsums für sinnvoll „um eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren“.

Die Herausforderung: Trotz dieser Aussagen ist der Fleischkonsum in Deutschland z. B. doppelt- bis dreimal so hoch wie sowohl von DGE als auch der Planetary Health Diet empfohlen. Vorrangig sei daher, so Philipsborn, nicht ein Angleichen der DGE-Empfehlungen an die Planetary Health Diet, sondern eine Veränderung der tatsächlichen Ernährungsweisen, auch durch das reale Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung – nicht zuletzt auf Basis der DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung. Als ERNÄHRUNGS UMSCHAU freut uns, dass im Rundbrief als vertiefende Lektüre der Beitrag [3] von Christina Breidenassel, Carolin Schäfer und KollegInnen zum „Vergleich der Planetary Health Diet mit den DGE-Empfehlungen und den tatsächlichen Ernährungsweisen in Deutschland“ verlinkt ist. Aufgrund seiner Bedeutung für die aktuelle Debatte ist der Beitrag open access, also auch für Nicht-AbonnentInnen, zugänglich.

Literatur

1. von Philipsborn P: BMEL-Ernährungsreport/ DGE vs. Planetary Health Diet. Rundbrief, vom 24.7.2022, abonnierbar über www.listserv.dfn.de/sympa/info/public-health-nutrition 

2. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Deutschland, wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2022. www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/ernaehrungsreport-ueberblick.html  (last accessed on 26 July 2022).

3. Breidenassel C, Schäfer AC, Micka M, Richter M, Linseisen J, Watzl B for the German Nutrition Society (DGE): The Planetary Health Diet in contrast to the food-based dietary guidelines of the German Nutrition Society (DGE). A DGE statement. Ernahrungs Umschau 2022; 69(5): 56–72. e1–3. (Deutsche Version: www.ernaehrungs-umschau.de/printartikel/11-05-2022-einordnung-der-planetary-health-diet-anhand-einer-gegenueberstellung-mit-den-lebensmittelbezogenen-ernaehrungsempfehlungen-der/)


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Artikelfakten

Veröffentlicht: 12.08.2022

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