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Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, die weit verbreitet sind und nicht selten lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Essen bzw. Nicht-Essen ist dabei nur vordergründig das Problem, vielmehr ist es ein Problemlöseversuch für hintergründige Konflikte, die die Betroffenen aktuell anders nicht zu lösen vermögen. Entsprechend wird in Beratung und Therapie einerseits am konkreten Essverhalten angesetzt, andererseits an den bio-psycho-sozialen Hintergründen der Erkrankung. Neben den klassischen Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung, gibt es weitere atypische Formen sowie Fütterstörungen wie die sogenannte Störung mit Vermeidung oder Einschränkung der Nahrungsaufnahme (ARFID).
Formen und Merkmale von Essstörungen
Unterschieden werden in den neuesten Versionen der Diagnosesysteme DSM-5 [1] und ICD-11 (auf Deutsch noch in der Entwurfsfassung; [2]) drei Hauptformen von Essstörungen: die Anorexia nervosa, die Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung.
Essstörungen werden oft von komorbiden psychischen Störungen begleitet, etwa Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Persönlichkeitsstörungen sowie selbstschädigendem Verhalten, auch Substanzmissbrauch und Sucht, AD(H)S sowie Autismus-Spektrum-Störungen treten vermehrt auf.
Anorexia nervosa
Die Anorexia nervosa (auf Deutsch: „psychisch bedingte Appetitlosigkeit“) wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts klinisch definiert. Der Begriff ist dabei ebenso irreführend wie die gängige Bezeichnung „Magersucht“: Viele Betroffene verspüren sehr wohl Hunger und Appetit und Essstörungen haben zwar durchaus Ähnlichkeiten mit Suchterkrankungen, sind
diesen jedoch nicht zuzurechnen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 3/2026 auf den Seiten M158 bis M164.