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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 05.05.2020 / Überarbeitung angenommen: 25.09.2020

Einleitung


Die Prävalenz und Schwere von Adipositas haben in Deutschland kontinuierlich zugenommen: 47 % der Frauen und 62 % der Männer in Deutschland sind in dem Untersuchungszeitraum von 2014–2015 übergewichtig oder adipös [1], was weitreichende Folgen im gesundheitlichen und ökonomischen Bereich hat [2]. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2015 zählt Übergewicht (BMI ≥ 25) zu den Risikofaktoren für chronische Erkrankungen [3]. Adipositas (BMI ≥ 30) führt zu einem erhöhten Risiko für weitere medizinische Risikofaktoren wie Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und koronare Herzerkrankung [4].


Häufig geht Adipositas mit einer Essstörung wie der Binge-Eating-Störung (BES) einher. Bei dieser handelt es sich um eine durch Essanfälle gekennzeichnete Störung, bei der das gestörte Essverhalten, die damit verbundenen Emotionen, Konflikte und das gestörte Bewegungsverhalten im Vordergrund einer Therapie stehen sollten [5]. BES ist die am stärksten verbreitete Essstörung. Das Risiko für Adipositas ist hier 3- bis 6-mal höher als für Menschen ohne BES [6]. Was den starken Zusammenhang zwischen Adipositas und BES ursächlich beeinflusst, ist bisher nicht bekannt. Die Behandlung von Adipositas sollte auf realistische Therapieziele mit langfristiger Gewichtsreduzierung und -stabilisierung angelegt sein [7]. Gerade wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt, reicht es weder aus, die Behandlung nur auf die Gewichtsreduktion auszurichten, noch einseitig auf die Psychopathologie der Essstörung, wie in dem aktuellen Review von Agüera et al. [8] deutlich wird. Die AutorInnen erklären die hohe Abbruchrate in den empirisch wirksamen BES-Behandlungen (Kognitive Verhaltenstherapie [CBT] und Interpersonelle Therapie [IPT]) mit dem weiterhin bestehenden hohen Gewicht und der Unzufriedenheit damit.

Abstract


Für die Behandlung adipöser PatientInnen wird ein ganzheitliches Therapiekonzept empfohlen, das neben Ernährungs- und Bewegungstherapie auch Psychotherapie beinhaltet, insbesondere, wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt. Untersucht wurde die Wirkung einer tagesklinisch-multimodalen Behandlung für 91 essgestörte, stark adipöse PatientInnen im Eigenwartegruppen-Design sechs Wochen vor Behandlung, bei Aufnahme, Entlassung und ein halbes Jahr danach. Der mittlere BMI betrug 46 beim Erstkontakt und nahm in der Behandlungszeit, ebenso wie die Essstörungssymptomatik (Fragebogen zum Essverhalten FEV), signifikant stärker ab als in der Wartezeit. Im Prä-Post-Vergleich kam es in allen Parametern (BMI, FEV, psychische Gesamtbelastung BSI) zu signifikanten Besserungen, die im Follow-Up weitgehend wertestabil blieben. Je höher das psychische Wohlbefinden und die Kontrolle des Essverhaltens war, desto stärker profitierten die Betroffenen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit ganzheitlicher Therapien.

Schlüsselwörter: Adipositas, Tagesklinik, Psychosomatik, Essstörung, Übergewicht, Ernährungstherapie




Peer Reviewed / Manuscript (original contribution) received: May 05, 2020 / Revision accepted: September 25, 2020

Evaluation of a day clinic psychosomatic treatment for eating disorders and obesity


Abstract


The recommended approach for the treatment of obese patients is a holistic treatment concept including not only nutrition and exercise therapy, but also psychotherapy, particularly if there is also an eating disorder. This study examined the effect of a multimodal day clinic treatment on 91 severely obese patients with disturbed eating patterns in a specific waiting group design 6 weeks before treatment, upon admission, upon discharge and 6 months later. The average BMI was 46 upon initial contact and this, like the symptoms of the eating disorder ('Fragebogen zum Essverhalten', FEV), reduced significantly more during the treatment period than during the waiting period. In the pre/post comparison there was a significant improvement in all parameters (BMI, FEV, overall mental health, BSI) and these values remained largely stable in the follow-up examinations. The better psychological well-being and control of eating habits the patients displayed, the more benefit the patients derived. The results underline the need for holistic therapies.

Keywords: obesity, day clinic, psychosomatic, eating disorder, overweight, nutrition therapy

Full text PDF (free version)

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2021 von Seite M78 bis M85.




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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 05.05.2020 / Überarbeitung angenommen: 25.09.2020

Einleitung


Die Prävalenz und Schwere von Adipositas haben in Deutschland kontinuierlich zugenommen: 47 % der Frauen und 62 % der Männer in Deutschland sind in dem Untersuchungszeitraum von 2014–2015 übergewichtig oder adipös [1], was weitreichende Folgen im gesundheitlichen und ökonomischen Bereich hat [2]. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2015 zählt Übergewicht (BMI ≥ 25) zu den Risikofaktoren für chronische Erkrankungen [3]. Adipositas (BMI ≥ 30) führt zu einem erhöhten Risiko für weitere medizinische Risikofaktoren wie Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und koronare Herzerkrankung [4].


Häufig geht Adipositas mit einer Essstörung wie der Binge-Eating-Störung (BES) einher. Bei dieser handelt es sich um eine durch Essanfälle gekennzeichnete Störung, bei der das gestörte Essverhalten, die damit verbundenen Emotionen, Konflikte und das gestörte Bewegungsverhalten im Vordergrund einer Therapie stehen sollten [5]. BES ist die am stärksten verbreitete Essstörung. Das Risiko für Adipositas ist hier 3- bis 6-mal höher als für Menschen ohne BES [6]. Was den starken Zusammenhang zwischen Adipositas und BES ursächlich beeinflusst, ist bisher nicht bekannt. Die Behandlung von Adipositas sollte auf realistische Therapieziele mit langfristiger Gewichtsreduzierung und -stabilisierung angelegt sein [7]. Gerade wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt, reicht es weder aus, die Behandlung nur auf die Gewichtsreduktion auszurichten, noch einseitig auf die Psychopathologie der Essstörung, wie in dem aktuellen Review von Agüera et al. [8] deutlich wird. Die AutorInnen erklären die hohe Abbruchrate in den empirisch wirksamen BES-Behandlungen (Kognitive Verhaltenstherapie [CBT] und Interpersonelle Therapie [IPT]) mit dem weiterhin bestehenden hohen Gewicht und der Unzufriedenheit damit.

Abstract


Für die Behandlung adipöser PatientInnen wird ein ganzheitliches Therapiekonzept empfohlen, das neben Ernährungs- und Bewegungstherapie auch Psychotherapie beinhaltet, insbesondere, wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt. Untersucht wurde die Wirkung einer tagesklinisch-multimodalen Behandlung für 91 essgestörte, stark adipöse PatientInnen im Eigenwartegruppen-Design sechs Wochen vor Behandlung, bei Aufnahme, Entlassung und ein halbes Jahr danach. Der mittlere BMI betrug 46 beim Erstkontakt und nahm in der Behandlungszeit, ebenso wie die Essstörungssymptomatik (Fragebogen zum Essverhalten FEV), signifikant stärker ab als in der Wartezeit. Im Prä-Post-Vergleich kam es in allen Parametern (BMI, FEV, psychische Gesamtbelastung BSI) zu signifikanten Besserungen, die im Follow-Up weitgehend wertestabil blieben. Je höher das psychische Wohlbefinden und die Kontrolle des Essverhaltens war, desto stärker profitierten die Betroffenen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit ganzheitlicher Therapien.

Schlüsselwörter: Adipositas, Tagesklinik, Psychosomatik, Essstörung, Übergewicht, Ernährungstherapie




Peer Reviewed / Manuscript (original contribution) received: May 05, 2020 / Revision accepted: September 25, 2020

Evaluation of a day clinic psychosomatic treatment for eating disorders and obesity


Abstract


The recommended approach for the treatment of obese patients is a holistic treatment concept including not only nutrition and exercise therapy, but also psychotherapy, particularly if there is also an eating disorder. This study examined the effect of a multimodal day clinic treatment on 91 severely obese patients with disturbed eating patterns in a specific waiting group design 6 weeks before treatment, upon admission, upon discharge and 6 months later. The average BMI was 46 upon initial contact and this, like the symptoms of the eating disorder ('Fragebogen zum Essverhalten', FEV), reduced significantly more during the treatment period than during the waiting period. In the pre/post comparison there was a significant improvement in all parameters (BMI, FEV, overall mental health, BSI) and these values remained largely stable in the follow-up examinations. The better psychological well-being and control of eating habits the patients displayed, the more benefit the patients derived. The results underline the need for holistic therapies.

Keywords: obesity, day clinic, psychosomatic, eating disorder, overweight, nutrition therapy

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https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2021 von Seite M78 bis M85.


Evaluation einer tagesklinisch-psychosomatischen Behandlung für Essstörungen und Adipositas

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Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 05.05.2020 / Überarbeitung angenommen: 25.09.2020

Einleitung
Die Prävalenz und Schwere von Adipositas haben in Deutschland kontinuierlich zugenommen: 47 % der Frauen und 62 % der Männer in Deutschland sind in dem Untersuchungszeitraum von 2014–2015 übergewichtig oder adipös [1], was weitreichende Folgen im gesundheitlichen und ökonomischen Bereich hat [2]. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2015 zählt Übergewicht (BMI ≥ 25) zu den Risikofaktoren für chronische Erkrankungen [3]. Adipositas (BMI ≥ 30) führt zu einem erhöhten Risiko für weitere medizinische Risikofaktoren wie Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen und koronare Herzerkrankung [4].

Häufig geht Adipositas mit einer Essstörung wie der Binge-Eating-Störung (BES) einher. Bei dieser handelt es sich um eine durch Essanfälle gekennzeichnete Störung, bei der das gestörte Essverhalten, die damit verbundenen Emotionen, Konflikte und das gestörte Bewegungsverhalten im Vordergrund einer Therapie stehen sollten [5]. BES ist die am stärksten verbreitete Essstörung. Das Risiko für Adipositas ist hier 3- bis 6-mal höher als für Menschen ohne BES [6]. Was den starken Zusammenhang zwischen Adipositas und BES ursächlich beeinflusst, ist bisher nicht bekannt. Die Behandlung von Adipositas sollte auf realistische Therapieziele mit langfristiger Gewichtsreduzierung und -stabilisierung angelegt sein [7]. Gerade wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt, reicht es weder aus, die Behandlung nur auf die Gewichtsreduktion auszurichten, noch einseitig auf die Psychopathologie der Essstörung, wie in dem aktuellen Review von Agüera et al. [8] deutlich wird. Die AutorInnen erklären die hohe Abbruchrate in den empirisch wirksamen BES-Behandlungen (Kognitive Verhaltenstherapie [CBT] und Interpersonelle Therapie [IPT]) mit dem weiterhin bestehenden hohen Gewicht und der Unzufriedenheit damit.

Abstract

Für die Behandlung adipöser PatientInnen wird ein ganzheitliches Therapiekonzept empfohlen, das neben Ernährungs- und Bewegungstherapie auch Psychotherapie beinhaltet, insbesondere, wenn zusätzlich eine Essstörung vorliegt. Untersucht wurde die Wirkung einer tagesklinisch-multimodalen Behandlung für 91 essgestörte, stark adipöse PatientInnen im Eigenwartegruppen-Design sechs Wochen vor Behandlung, bei Aufnahme, Entlassung und ein halbes Jahr danach. Der mittlere BMI betrug 46 beim Erstkontakt und nahm in der Behandlungszeit, ebenso wie die Essstörungssymptomatik (Fragebogen zum Essverhalten FEV), signifikant stärker ab als in der Wartezeit. Im Prä-Post-Vergleich kam es in allen Parametern (BMI, FEV, psychische Gesamtbelastung BSI) zu signifikanten Besserungen, die im Follow-Up weitgehend wertestabil blieben. Je höher das psychische Wohlbefinden und die Kontrolle des Essverhaltens war, desto stärker profitierten die Betroffenen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit ganzheitlicher Therapien.

Schlüsselwörter: Adipositas, Tagesklinik, Psychosomatik, Essstörung, Übergewicht, Ernährungstherapie


Peer Reviewed / Manuscript (original contribution) received: May 05, 2020 / Revision accepted: September 25, 2020

Evaluation of a day clinic psychosomatic treatment for eating disorders and obesity
Abstract

The recommended approach for the treatment of obese patients is a holistic treatment concept including not only nutrition and exercise therapy, but also psychotherapy, particularly if there is also an eating disorder. This study examined the effect of a multimodal day clinic treatment on 91 severely obese patients with disturbed eating patterns in a specific waiting group design 6 weeks before treatment, upon admission, upon discharge and 6 months later. The average BMI was 46 upon initial contact and this, like the symptoms of the eating disorder (‘Fragebogen zum Essverhalten’, FEV), reduced significantly more during the treatment period than during the waiting period. In the pre/post comparison there was a significant improvement in all parameters (BMI, FEV, overall mental health, BSI) and these values remained largely stable in the follow-up examinations. The better psychological well-being and control of eating habits the patients displayed, the more benefit the patients derived. The results underline the need for holistic therapies.

Keywords: obesity, day clinic, psychosomatic, eating disorder, overweight, nutrition therapy

Full text PDF (free version)

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Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 15.02.2021

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