Ernährungsmedizin ist ein Querschnittfach, das nicht nur viele Krankheiten betrifft, sondern auch fachübergreifend in allen ärztlichen Fachdisziplinen Bedeutung hat. Doch die Ernährungsmedizin ist in der ärztlichen Ausbildung nicht ausreichend verankert. Neben der Weiterbildung Ernährungsmedizin braucht es auch eine Ausbildung junger Mediziner*innen im Studium an den Universitäten. Der Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM) setzen sich für die Schaffung von weiteren Lehrstühlen für Ernährungsmedizin ein. Schwerpunkte der Ernährungsmedizin sind insbesondere die Früherkennung, Diagnostik und Therapie ernährungsbedingter und ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie Maßnahmen zur Prävention dieser Erkrankungen. Dies muss nach Prof. Dr. Matthias Pirlich, Präsident der DGEM, auf Basis von Leitlinien, evidenzbasierter Medizin und in europäischer Abstimmung erfolgen.

In der hausärztlichen Praxis betrifft dies z. B. das metabolische Syndrom: Adipositas und Übergewicht sind mit rund 60 %, Diabetes mellitus mit 7 %, Hyperlipoproteinämie mit 65 % und die arterielle Hypertonie mit 31 % die häufigsten Erkrankungen. Auch die Mangelernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Folgekosten ernährungsabhängiger Erkrankungen werden in Deutschland auf ca. 100 Mrd. €/Jahr geschätzt (die Gesamtkosten des deutschen Gesundheitssystems liegen bei mehr als 470 Mrd. €/Jahr). Diagnostik, Therapie und Prävention dieser Erkrankungen sind primär ärztliche Aufgabe.

Prof. Dr. Peter Stehle, Präsident der DAEM, betont die Bedeutung von strukturierter Weiterbildung durch zertifizierte Kurse in der Ernährungsmedizin. Eine wissenschaftlich fundierte Aus- und Weiterbildung in der Ernährungsmedizin entsprechend der Weiterbildungsordnung gewährleisten Expertise auf diesem Fachgebiet, die in der Diagnostik und der Therapie evidenzbasiert und leitliniengerecht im Interesse der Patient*innen in den Praxen eingesetzt wird.

Quellen:






Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2023 auf Seite M476.


In Deutschland sind im Medizinstudium ernährungsmedizinische Inhalte und Zusammenhänge bis heute kaum institutionalisiert. 2019 hat der Deutsche Ärztetag die Aufnahme der Ernährungsmedizin in die Weiterbildungsordnung für Ärzte und Ärztinnen beschlossen. Bundesärztekammer und Landesärztekammer setzen diesen Beschluss nun in die Praxis um.


Ernährungsmedizin ist ein Querschnittfach, das nicht nur viele Krankheiten betrifft, sondern auch fachübergreifend in allen ärztlichen Fachdisziplinen Bedeutung hat. Doch die Ernährungsmedizin ist in der ärztlichen Ausbildung nicht ausreichend verankert. Neben der Weiterbildung Ernährungsmedizin braucht es auch eine Ausbildung junger Mediziner*innen im Studium an den Universitäten. Der Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM) setzen sich für die Schaffung von weiteren Lehrstühlen für Ernährungsmedizin ein. Schwerpunkte der Ernährungsmedizin sind insbesondere die Früherkennung, Diagnostik und Therapie ernährungsbedingter und ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie Maßnahmen zur Prävention dieser Erkrankungen. Dies muss nach Prof. Dr. Matthias Pirlich, Präsident der DGEM, auf Basis von Leitlinien, evidenzbasierter Medizin und in europäischer Abstimmung erfolgen.

In der hausärztlichen Praxis betrifft dies z. B. das metabolische Syndrom: Adipositas und Übergewicht sind mit rund 60 %, Diabetes mellitus mit 7 %, Hyperlipoproteinämie mit 65 % und die arterielle Hypertonie mit 31 % die häufigsten Erkrankungen. Auch die Mangelernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Folgekosten ernährungsabhängiger Erkrankungen werden in Deutschland auf ca. 100 Mrd. €/Jahr geschätzt (die Gesamtkosten des deutschen Gesundheitssystems liegen bei mehr als 470 Mrd. €/Jahr). Diagnostik, Therapie und Prävention dieser Erkrankungen sind primär ärztliche Aufgabe.

Prof. Dr. Peter Stehle, Präsident der DAEM, betont die Bedeutung von strukturierter Weiterbildung durch zertifizierte Kurse in der Ernährungsmedizin. Eine wissenschaftlich fundierte Aus- und Weiterbildung in der Ernährungsmedizin entsprechend der Weiterbildungsordnung gewährleisten Expertise auf diesem Fachgebiet, die in der Diagnostik und der Therapie evidenzbasiert und leitliniengerecht im Interesse der Patient*innen in den Praxen eingesetzt wird.

Quellen:






Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2023 auf Seite M476.


Ernährungsmedizin in der ärztlichen Praxis: Expert*innen fordern Lehrstühle für eine bessere Versorgung

Ernährungsmedizin ist ein Querschnittfach, das nicht nur viele Krankheiten betrifft, sondern auch fachübergreifend in allen ärztlichen Fachdisziplinen Bedeutung hat. Doch die Ernährungsmedizin ist in der ärztlichen Ausbildung nicht ausreichend verankert. Neben der Weiterbildung Ernährungsmedizin braucht es auch eine Ausbildung junger Mediziner*innen im Studium an den Universitäten. Der Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) und die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM) setzen sich für die Schaffung von weiteren Lehrstühlen für Ernährungsmedizin ein. Schwerpunkte der Ernährungsmedizin sind insbesondere die Früherkennung, Diagnostik und Therapie ernährungsbedingter und ernährungsabhängiger Erkrankungen sowie Maßnahmen zur Prävention dieser Erkrankungen. Dies muss nach Prof. Dr. Matthias Pirlich, Präsident der DGEM, auf Basis von Leitlinien, evidenzbasierter Medizin und in europäischer Abstimmung erfolgen.

In der hausärztlichen Praxis betrifft dies z. B. das metabolische Syndrom: Adipositas und Übergewicht sind mit rund 60 %, Diabetes mellitus mit 7 %, Hyperlipoproteinämie mit 65 % und die arterielle Hypertonie mit 31 % die häufigsten Erkrankungen. Auch die Mangelernährung gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Folgekosten ernährungsabhängiger Erkrankungen werden in Deutschland auf ca. 100 Mrd. €/Jahr geschätzt (die Gesamtkosten des deutschen Gesundheitssystems liegen bei mehr als 470 Mrd. €/Jahr). Diagnostik, Therapie und Prävention dieser Erkrankungen sind primär ärztliche Aufgabe.

Prof. Dr. Peter Stehle, Präsident der DAEM, betont die Bedeutung von strukturierter Weiterbildung durch zertifizierte Kurse in der Ernährungsmedizin. Eine wissenschaftlich fundierte Aus- und Weiterbildung in der Ernährungsmedizin entsprechend der Weiterbildungsordnung gewährleisten Expertise auf diesem Fachgebiet, die in der Diagnostik und der Therapie evidenzbasiert und leitliniengerecht im Interesse der Patient*innen in den Praxen eingesetzt wird.

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Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 8/2023 auf Seite M476.
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Veröffentlicht: 15.08.2023

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