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Im Rahmen der Redebeiträge wurde auf die gesellschaftliche Bedeutung von Haus- und Sorgetätigkeiten im privaten Haushalt sowie der Zeit, die für diese eingeräumt wird, verwiesen. Um Zeit für solche Tätigkeiten zu gewinnen, könne die Arbeitsteilung zwischen den Haushaltsmitgliedern angeglichen und ein Teil dieser Tätigkeiten an qualifizierte Kräfte abgegeben werden. Hierzu bedürfe es einer Professionalisierung von Berufen im Feld der haushaltsnahen Dienstleistungen und ihrer Aufwertung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung, damit diese vom Preis-/Lohndruck befreit würden, unter dem sie aktuell stehen.
Prof.‘in Uta MEIER-GRÄWE sieht diese Aufwertung als ein zentrales Thema zukünftiger Arbeits- und Sozialpolitik. Diese sollte sich der Kernfrage stellen, wie künftig, im Kontext der strukturellen Veränderungen in der Gesellschaft, die Haus- und Sorgearbeit gewährleistet und organisiert werden könne. Daneben definierte sie auch die soziale Absicherung der Personen, die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit übernehmen, sowie die Verbesserung der Vereinbarkeit von Haus- und Sorgearbeitet mit der Erwerbsarbeit als wesentliche Ziele einer solchen Politik.
Quelle: Bröcheler M, Niersbach S, Meldung vom 08.11.2017
Die Veranstaltung war zugleich ein Festkolloquium anlässlich des 65. Geburtstages von Prof.‘in Dr. Uta MEIER-GRÄWE sowie ihrer bevorstehenden Emeritierung im März 2018. 1994 wurde die Soziologin auf den Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Neben ihrer engagierten Lehre vertritt MEIER-GRÄWE ihr Fach in zahlreichen Expertenkommissionen und Beiräten, u. a. für die deutsche Bundesregierung. Unter der Devise „Alltagskompetenzen sind genauso wichtig wie Mathe“ setzt sie sich für die Professionalisierung und Wertschätzung der Leistungen privater Haushalte ein.