Lange hielt sich die Empfehlung, besser mehrere kleine Mahlzeiten anstatt drei großer einzuplanen. Aktuelle Studienergebnisse sprechen nun dafür, auf Zwischenmahlzeiten weitestgehend zu verzichten. Gegen gelegentlichen Genuss zwischendurch ist nichts einzuwenden. Entscheidend für die Gesundheit der Leber ist jedoch nicht nur, was gegessen wird – sondern wann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Eine aktuelle Studie zeigt, dass unregelmäßige Nahrungsaufnahme den biologischen Rhythmus der Leber messbar verändern kann – mit möglichen Folgen für zentrale Stoffwechselprozesse. Eine internationale Arbeitsgruppe [1] berichtet, dass der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine zentrale Rolle für die Regulation des Leberstoffwechsels spielt. Untersucht wurden dazu u. a. Blutproteine bei Menschen sowie experimentelle Modelle mit veränderter innerer Uhr. Die Ergebnisse zeigen: Der Glucosestoffwechsel in der Leber wirkt als Taktgeber für die tageszeitliche Rhythmik der Proteinproduktion fort. Wird dieser durch häufige Nahrungszufuhr oder unregelmäßige Essenszeiten gestört, verliert die Leber ihren natürlichen Rhythmus. „Unsere Leber arbeitet nicht gleichmäßig über den Tag hinweg, sondern folgt einer klar strukturierten inneren Uhr. Dass diese zirkadianen Rhythmen zentrale Stoffwechselprozesse in der Leber steuern, ist seit Längerem bekannt. Neuere Studien zeigen darüber hinaus, dass die innere Uhr auch bei der Entstehung von Lebererkrankungen eine wichtige Rolle spielt – etwa bei der Entwicklung von Leberfibrose“, erklärt Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Die Studie zeigt, dass insbesondere der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme diesen Rhythmus maßgeblich beeinflusst.  Regelmäßige Mahlzeiten stabilisieren die Abläufe, während ständiges Essen und Snacken sie aus dem Takt bringen kann.“ Besonders deutlich wird der Effekt bei kontinuierlicher Nahrungsaufnahme: In der Studie verloren Proband*innen, die über den Tag verteilt regelmäßig kleine Mengen zu sich nahmen, die physiologische Rhythmik der Leberfunktion. Dagegen blieb sie bei festen Mahlzeiten erhalten. Auch unregelmäßige Tagesabläufe – etwa durch Schichtarbeit – können diesen Effekt verstärken. „Das bedeutet nicht, dass einzelne Snacks per se problematisch sind“, betont Wedemeyer. „Entscheidend ist das Muster über den Tag hinweg. Eine dauerhaft ungeordnete Nahrungsaufnahme kann die fein abgestimmten Stoffwechselprozesse der Leber beeinträchtigen.“ Die Ergebnisse geben klare Hinweise für die Prävention: Ein strukturierter Essrhythmus mit regelmäßigen Mahlzeiten unterstützt die physiologischen Abläufe der Leber. Dauerhafte Unterbrechungen dieses Rhythmus – etwa durch häufiges Snacken oder stark variierende Essenszeiten – können ihn stören. Es gilt: Langfristig ist ein regelmäßiger Essrhythmus mit längeren Pausen dazwischen erstrebenswert. Parallel dazu zeigen aktuelle Arbeiten, dass die Leber nicht nur durch Stoffwechselprozesse, sondern auch über neuronale Signale reguliert wird. So kann etwa ein saurer Geschmacksreiz die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe beeinflussen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind – und damit positiv auf die Lebergesundheit wirken. Diese Befunde unterstreichen die enge Verbindung zwischen Ernährung, Nervensystem und Leberfunktion. Literatur 1. Weger B, et al.: Feeding-regulated glycogen metabolism drives rhythmic liver protein secretion. Nat Metab 2026; 8: 327–49. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e. V., Pressemeldung vom 06.05.2026
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2026 auf Seite M328.
Lange hielt sich die Empfehlung, besser mehrere kleine Mahlzeiten anstatt drei großer einzuplanen. Aktuelle Studienergebnisse sprechen nun dafür, auf Zwischenmahlzeiten weitestgehend zu verzichten. Gegen gelegentlichen Genuss zwischendurch ist nichts einzuwenden. Entscheidend für die Gesundheit der Leber ist jedoch nicht nur, was gegessen wird – sondern wann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Eine aktuelle Studie zeigt, dass unregelmäßige Nahrungsaufnahme den biologischen Rhythmus der Leber messbar verändern kann – mit möglichen Folgen für zentrale Stoffwechselprozesse.
Lange hielt sich die Empfehlung, besser mehrere kleine Mahlzeiten anstatt drei großer einzuplanen. Aktuelle Studienergebnisse sprechen nun dafür, auf Zwischenmahlzeiten weitestgehend zu verzichten. Gegen gelegentlichen Genuss zwischendurch ist nichts einzuwenden. Entscheidend für die Gesundheit der Leber ist jedoch nicht nur, was gegessen wird – sondern wann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Eine aktuelle Studie zeigt, dass unregelmäßige Nahrungsaufnahme den biologischen Rhythmus der Leber messbar verändern kann – mit möglichen Folgen für zentrale Stoffwechselprozesse. Eine internationale Arbeitsgruppe [1] berichtet, dass der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine zentrale Rolle für die Regulation des Leberstoffwechsels spielt. Untersucht wurden dazu u. a. Blutproteine bei Menschen sowie experimentelle Modelle mit veränderter innerer Uhr. Die Ergebnisse zeigen: Der Glucosestoffwechsel in der Leber wirkt als Taktgeber für die tageszeitliche Rhythmik der Proteinproduktion fort. Wird dieser durch häufige Nahrungszufuhr oder unregelmäßige Essenszeiten gestört, verliert die Leber ihren natürlichen Rhythmus. „Unsere Leber arbeitet nicht gleichmäßig über den Tag hinweg, sondern folgt einer klar strukturierten inneren Uhr. Dass diese zirkadianen Rhythmen zentrale Stoffwechselprozesse in der Leber steuern, ist seit Längerem bekannt. Neuere Studien zeigen darüber hinaus, dass die innere Uhr auch bei der Entstehung von Lebererkrankungen eine wichtige Rolle spielt – etwa bei der Entwicklung von Leberfibrose“, erklärt Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Die Studie zeigt, dass insbesondere der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme diesen Rhythmus maßgeblich beeinflusst.  Regelmäßige Mahlzeiten stabilisieren die Abläufe, während ständiges Essen und Snacken sie aus dem Takt bringen kann.“ Besonders deutlich wird der Effekt bei kontinuierlicher Nahrungsaufnahme: In der Studie verloren Proband*innen, die über den Tag verteilt regelmäßig kleine Mengen zu sich nahmen, die physiologische Rhythmik der Leberfunktion. Dagegen blieb sie bei festen Mahlzeiten erhalten. Auch unregelmäßige Tagesabläufe – etwa durch Schichtarbeit – können diesen Effekt verstärken. „Das bedeutet nicht, dass einzelne Snacks per se problematisch sind“, betont Wedemeyer. „Entscheidend ist das Muster über den Tag hinweg. Eine dauerhaft ungeordnete Nahrungsaufnahme kann die fein abgestimmten Stoffwechselprozesse der Leber beeinträchtigen.“ Die Ergebnisse geben klare Hinweise für die Prävention: Ein strukturierter Essrhythmus mit regelmäßigen Mahlzeiten unterstützt die physiologischen Abläufe der Leber. Dauerhafte Unterbrechungen dieses Rhythmus – etwa durch häufiges Snacken oder stark variierende Essenszeiten – können ihn stören. Es gilt: Langfristig ist ein regelmäßiger Essrhythmus mit längeren Pausen dazwischen erstrebenswert. Parallel dazu zeigen aktuelle Arbeiten, dass die Leber nicht nur durch Stoffwechselprozesse, sondern auch über neuronale Signale reguliert wird. So kann etwa ein saurer Geschmacksreiz die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe beeinflussen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind – und damit positiv auf die Lebergesundheit wirken. Diese Befunde unterstreichen die enge Verbindung zwischen Ernährung, Nervensystem und Leberfunktion. Literatur 1. Weger B, et al.: Feeding-regulated glycogen metabolism drives rhythmic liver protein secretion. Nat Metab 2026; 8: 327–49. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e. V., Pressemeldung vom 06.05.2026
Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 6/2026 auf Seite M328.

Lebergesundheit: Feste Routine statt Zwischenmahlzeiten tut der Leber gut

Lange hielt sich die Empfehlung, besser mehrere kleine Mahlzeiten anstatt drei großer einzuplanen. Aktuelle Studienergebnisse sprechen nun dafür, auf Zwischenmahlzeiten weitestgehend zu verzichten. Gegen gelegentlichen Genuss zwischendurch ist nichts einzuwenden. Entscheidend für die Gesundheit der Leber ist jedoch nicht nur, was gegessen wird – sondern wann. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Eine aktuelle Studie zeigt, dass unregelmäßige Nahrungsaufnahme den biologischen Rhythmus der Leber messbar verändern kann – mit möglichen Folgen für zentrale Stoffwechselprozesse.

Eine internationale Arbeitsgruppe [1] berichtet, dass der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme eine zentrale Rolle für die Regulation des Leberstoffwechsels spielt. Untersucht wurden dazu u. a. Blutproteine bei Menschen sowie experimentelle Modelle mit veränderter innerer Uhr. Die Ergebnisse zeigen: Der Glucosestoffwechsel in der Leber wirkt als Taktgeber für die tageszeitliche Rhythmik der Proteinproduktion fort. Wird dieser durch häufige Nahrungszufuhr oder unregelmäßige Essenszeiten gestört, verliert die Leber ihren natürlichen Rhythmus. „Unsere Leber arbeitet nicht gleichmäßig über den Tag hinweg, sondern folgt einer klar strukturierten inneren Uhr. Dass diese zirkadianen Rhythmen zentrale Stoffwechselprozesse in der Leber steuern, ist seit Längerem bekannt. Neuere Studien zeigen darüber hinaus, dass die innere Uhr auch bei der Entstehung von Lebererkrankungen eine wichtige Rolle spielt – etwa bei der Entwicklung von Leberfibrose“, erklärt Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer, Präsident der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. „Die Studie zeigt, dass insbesondere der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme diesen Rhythmus maßgeblich beeinflusst.  Regelmäßige Mahlzeiten stabilisieren die Abläufe, während ständiges Essen und Snacken sie aus dem Takt bringen kann.“
Besonders deutlich wird der Effekt bei kontinuierlicher Nahrungsaufnahme: In der Studie verloren Proband*innen, die über den Tag verteilt regelmäßig kleine Mengen zu sich nahmen, die physiologische Rhythmik der Leberfunktion. Dagegen blieb sie bei festen Mahlzeiten erhalten. Auch unregelmäßige Tagesabläufe – etwa durch Schichtarbeit – können diesen Effekt verstärken. „Das bedeutet nicht, dass einzelne Snacks per se problematisch sind“, betont Wedemeyer. „Entscheidend ist das Muster über den Tag hinweg. Eine dauerhaft ungeordnete Nahrungsaufnahme kann die fein abgestimmten Stoffwechselprozesse der Leber beeinträchtigen.“
Die Ergebnisse geben klare Hinweise für die Prävention: Ein strukturierter Essrhythmus mit regelmäßigen Mahlzeiten unterstützt die physiologischen Abläufe der Leber. Dauerhafte Unterbrechungen dieses Rhythmus – etwa durch häufiges Snacken oder stark variierende Essenszeiten – können ihn stören. Es gilt: Langfristig ist ein regelmäßiger Essrhythmus mit längeren Pausen dazwischen erstrebenswert.
Parallel dazu zeigen aktuelle Arbeiten, dass die Leber nicht nur durch Stoffwechselprozesse, sondern auch über neuronale Signale reguliert wird. So kann etwa ein saurer Geschmacksreiz die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe beeinflussen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind – und damit positiv auf die Lebergesundheit wirken. Diese Befunde unterstreichen die enge Verbindung zwischen Ernährung, Nervensystem und Leberfunktion.

Literatur
1. Weger B, et al.: Feeding-regulated glycogen metabolism drives rhythmic liver protein secretion. Nat Metab 2026; 8: 327–49.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e. V., Pressemeldung vom 06.05.2026


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Veröffentlicht: 15.06.2026

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