Die Ernährung in der frühen Kindheit kann das Risiko für Erkrankungen im späteren Leben beeinflussen. Zudem werden Ernährungs- und Essgewohnheiten in der frühen Kindheit unter Umständen langfristig geprägt. Besonders Kleinkinder sind aber hinsichtlich der Entwicklung ihrer Essfertigkeiten eine heterogene Gruppe.


Während manche Kinder am Ende des ersten Lebensjahres bereits selbstständig essen, fällt anderen das Kauen und Schlucken fester Nahrung noch schwer. Anhand von Daten der GRETA Studie (German Representative Study of Toddler Alimentation) 2008 wurde die Zufuhr von Energie und 18 Nährstoffen im Kleinkindalter ermittelt und anhand des Nährstoffqualitätsindex (NQI, Nutrient Quality Index) bewertet [1].

In die Auswertung wurden 525 plausible 7-Tage-Ernährungs- Schätzprotokolle sowie Fragebögen (254 Mädchen; 271 Jungen) von Kindern im Alter von 10 bis 36 Monaten eingeschlossen. Einflussfaktoren auf den NQI wurden mithilfe einer multiplen linearen Regressionsanalyse bestimmt.

Die ermittelte Energiezufuhr lag in allen Altersgruppen nahe dem Referenzwert für den Energiebedarf bei mittlerer körperlicher Aktivität. Die mittlere Zufuhr der meisten Vitamine und Mineralstoffe erreichte mit Ausnahme von Eisen, Jod und Vitamin D die altersspezifischen Referenzwerte, während die meisten Nährstoffdichten (mg/MJ) mit zunehmendem Alter sanken. Der NQI erreichte im Mittel 80 von 100 möglichen Punkten. Er sank signifikant mit zunehmendem Alter und war unabhängig von Geschlecht und sozioökonomischem Status. Die Verwendung von Fertigmilch (Anfangs-, Folgenahrung, Kleinkindmilch) zeigte jedoch positive Effekte: Kinder, die Fertigmilch bekamen, hatten einen signifikant höheren NQI als Kinder ohne diese Produkte.

Die Ernährungsqualität gemessen am Nährstoffqualitätsindex NQI ist bei Kleinkindern in Deutschland insgesamt hoch, nimmt aber mit zunehmendem Alter bzw. Anteil an der Familienernährung ab und ist unabhängig vom sozialen Status. Der positive Einfluss von Fertigmilch auf den NQI ist vermutlich mit der breiten Anreicherung dieser Produkte zu erklären. In Anbetracht der insgesamt guten Nährstoffzufuhr könnte sich die Anreicherung aber auf wenige kritische Nährstoffe beschränken.




Literatur: 1. Hilbig A, Drossard C, Kersting M, Alexy U (2015) Nutrient adequacy and associated factors in a nationwide sample of toddlers. JPGN: [Epub ahead of print]

Die Studie wurde mit finanzieller Förderung durch die Nestlé Nutrition GmbH durchgeführt.

Dr. Annett Hilbig

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund

Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn

Heinstück 11, 44225 Dortmund

E-Mail: hilbig@fke-do.de


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 05/15 auf Seite M252.




Die Ernährung in der frühen Kindheit kann das Risiko für Erkrankungen im späteren Leben beeinflussen. Zudem werden Ernährungs- und Essgewohnheiten in der frühen Kindheit unter Umständen langfristig geprägt. Besonders Kleinkinder sind aber hinsichtlich der Entwicklung ihrer Essfertigkeiten eine heterogene Gruppe.


Während manche Kinder am Ende des ersten Lebensjahres bereits selbstständig essen, fällt anderen das Kauen und Schlucken fester Nahrung noch schwer. Anhand von Daten der GRETA Studie (German Representative Study of Toddler Alimentation) 2008 wurde die Zufuhr von Energie und 18 Nährstoffen im Kleinkindalter ermittelt und anhand des Nährstoffqualitätsindex (NQI, Nutrient Quality Index) bewertet [1].

In die Auswertung wurden 525 plausible 7-Tage-Ernährungs- Schätzprotokolle sowie Fragebögen (254 Mädchen; 271 Jungen) von Kindern im Alter von 10 bis 36 Monaten eingeschlossen. Einflussfaktoren auf den NQI wurden mithilfe einer multiplen linearen Regressionsanalyse bestimmt.

Die ermittelte Energiezufuhr lag in allen Altersgruppen nahe dem Referenzwert für den Energiebedarf bei mittlerer körperlicher Aktivität. Die mittlere Zufuhr der meisten Vitamine und Mineralstoffe erreichte mit Ausnahme von Eisen, Jod und Vitamin D die altersspezifischen Referenzwerte, während die meisten Nährstoffdichten (mg/MJ) mit zunehmendem Alter sanken. Der NQI erreichte im Mittel 80 von 100 möglichen Punkten. Er sank signifikant mit zunehmendem Alter und war unabhängig von Geschlecht und sozioökonomischem Status. Die Verwendung von Fertigmilch (Anfangs-, Folgenahrung, Kleinkindmilch) zeigte jedoch positive Effekte: Kinder, die Fertigmilch bekamen, hatten einen signifikant höheren NQI als Kinder ohne diese Produkte.

Die Ernährungsqualität gemessen am Nährstoffqualitätsindex NQI ist bei Kleinkindern in Deutschland insgesamt hoch, nimmt aber mit zunehmendem Alter bzw. Anteil an der Familienernährung ab und ist unabhängig vom sozialen Status. Der positive Einfluss von Fertigmilch auf den NQI ist vermutlich mit der breiten Anreicherung dieser Produkte zu erklären. In Anbetracht der insgesamt guten Nährstoffzufuhr könnte sich die Anreicherung aber auf wenige kritische Nährstoffe beschränken.




Literatur: 1. Hilbig A, Drossard C, Kersting M, Alexy U (2015) Nutrient adequacy and associated factors in a nationwide sample of toddlers. JPGN: [Epub ahead of print]

Die Studie wurde mit finanzieller Förderung durch die Nestlé Nutrition GmbH durchgeführt.

Dr. Annett Hilbig

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund

Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn

Heinstück 11, 44225 Dortmund

E-Mail: hilbig@fke-do.de


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 05/15 auf Seite M252.


FKE News: Nährstoffzufuhr und Ernährungsqualität bei Kleinkindern in Deutschland

Die Ernährung in der frühen Kindheit kann das Risiko für Erkrankungen im späteren Leben beeinflussen. Zudem werden Ernährungs- und Essgewohnheiten in der frühen Kindheit unter Umständen langfristig geprägt. Besonders Kleinkinder sind aber hinsichtlich der Entwicklung ihrer Essfertigkeiten eine heterogene Gruppe.

Während manche Kinder am Ende des ersten Lebensjahres bereits selbstständig essen, fällt anderen das Kauen und Schlucken fester Nahrung noch schwer. Anhand von Daten der GRETA Studie (German Representative Study of Toddler Alimentation) 2008 wurde die Zufuhr von Energie und 18 Nährstoffen im Kleinkindalter ermittelt und anhand des Nährstoffqualitätsindex (NQI, Nutrient Quality Index) bewertet [1].

In die Auswertung wurden 525 plausible 7-Tage-Ernährungs- Schätzprotokolle sowie Fragebögen (254 Mädchen; 271 Jungen) von Kindern im Alter von 10 bis 36 Monaten eingeschlossen. Einflussfaktoren auf den NQI wurden mithilfe einer multiplen linearen Regressionsanalyse bestimmt.

Die ermittelte Energiezufuhr lag in allen Altersgruppen nahe dem Referenzwert für den Energiebedarf bei mittlerer körperlicher Aktivität. Die mittlere Zufuhr der meisten Vitamine und Mineralstoffe erreichte mit Ausnahme von Eisen, Jod und Vitamin D die altersspezifischen Referenzwerte, während die meisten Nährstoffdichten (mg/MJ) mit zunehmendem Alter sanken. Der NQI erreichte im Mittel 80 von 100 möglichen Punkten. Er sank signifikant mit zunehmendem Alter und war unabhängig von Geschlecht und sozioökonomischem Status. Die Verwendung von Fertigmilch (Anfangs-, Folgenahrung, Kleinkindmilch) zeigte jedoch positive Effekte: Kinder, die Fertigmilch bekamen, hatten einen signifikant höheren NQI als Kinder ohne diese Produkte.

Die Ernährungsqualität gemessen am Nährstoffqualitätsindex NQI ist bei Kleinkindern in Deutschland insgesamt hoch, nimmt aber mit zunehmendem Alter bzw. Anteil an der Familienernährung ab und ist unabhängig vom sozialen Status. Der positive Einfluss von Fertigmilch auf den NQI ist vermutlich mit der breiten Anreicherung dieser Produkte zu erklären. In Anbetracht der insgesamt guten Nährstoffzufuhr könnte sich die Anreicherung aber auf wenige kritische Nährstoffe beschränken.


Literatur: 1. Hilbig A, Drossard C, Kersting M, Alexy U (2015) Nutrient adequacy and associated factors in a nationwide sample of toddlers. JPGN: [Epub ahead of print]

Die Studie wurde mit finanzieller Förderung durch die Nestlé Nutrition GmbH durchgeführt.

Dr. Annett Hilbig

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund

Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn

Heinstück 11, 44225 Dortmund

E-Mail: hilbig@fke-do.de

Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 05/15 auf Seite M252.

News zum Thema des Artikels

Kind trinkt ein oranges Getränk mit einem Strohhalm aus einem Glas

Lesetipp Heft 8/2026: Zuckerzufuhr bei Kindern und Jugendlichen

Anhand der repräsentativen Verzehrsstudien KiESEL und EsKiMo II wurde die Zufuhr freier Zucker für Kinder und Jugendliche untersucht und die wichtigsten Lebensmittelquellen identifiziert …
weiterlesen

Glasflachen mit bunter Limonade gefüllt

Lesetipp Heft 6/2026: Süßgetränkesteuern und ihre Wirksamkeit aus wissenschaftlicher Sicht

Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern: Ein aktueller Beitrag ordnet die wissenschaftliche Evidenz zur Debatte in Deutschland ein …
weiterlesen

Teller mit Haferflocken, daneben Kinderhände mit einem Löffel.

Lesetipp Heft 6/2026: Mangan-, Molybdän- und Zinkzufuhr bei Kindern in Deutschland

Kinder in Deutschland sind über ihre Ernährung meist ausreichend mit Mangan, Molybdän und Zink versorgt. Das zeigen aktuelle Daten aus der BfR-MEAL- und KiESEL-Studie …
weiterlesen

Artikelfakten

Veröffentlicht: 08.05.2015

Themen des Artikels

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

12.08.2026

Zufuhr freier Zucker bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 1–17 Jahren in Deutschland

Eine hohe Zuckerzufuhr in Kindheit und Jugend kann Ernährungsgewohnheiten prägen [1] und bis ins Erwachsenenalter zu einem erhöhten Risiko für Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Adipositas, kardiovaskulären Erkrankungen und Karies führen [2, 3]. Nach Ergebnissen der Stud … weiterlesen

12.08.2026

Soziale Unterschiede in der nachhaltigen Ernährung junger Menschen in Deutschland

Die vorliegende Studie untersucht nachhaltige Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland unter der Fragestellung, welche Unterschiede es innerhalb der sogenannten jungen Generation insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr und -verzicht gibt. weiterlesen

Regionale Hülsenfrüchte in der Ernährung

Teil 1 Einführung: Mehr Hülsenfrüchte auf den Teller Es gibt viele Gründe, warum weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte auf dem Teller nachhaltig und gesund sind. Hülsenfrüchte liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß (nicht nur) für eine vegetarische oder vegane Ernähr … weiterlesen

15.09.2025

Lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche und Planetare Gesundheit

Update der Optimierten Mischkost Der globale Klimawandel erfordert einen Paradigmenwechsel in der Ernährung. In der vorliegenden Studie wurde die Nachhaltigkeit des lebensmittelbasierten Ernährungskonzepts der Optimierten Mischkost (OMK) für Kinder und Jugendliche unter … weiterlesen

15.09.2025

Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch

Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung Im Interview mit der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erläutern die Beiratsmitglieder Prof. Dr. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie, Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. D … weiterlesen

Der Bildungsort Esstisch

Gemeinsames Essen als Bildungsanlass  Mahlzeiten bieten Kindern die Möglichkeit für zahlreiche Lernerfahrungen. Sie lernen verschiedene Lebensmittel kennen und üben durch Ausprobieren und Selber-Machen, ihren Körper und dessen Bedürfnisse zu spüren. Wichtig ist ein … weiterlesen

13.08.2025

Alternative Ernährungsformen

Teil 3: Ernährungsformen mit Gesundheitsversprechen im Vordergrund In Teil 3 der Artikelreihe zu alternativen Ernährungsformen (AE) (Teile 1 [1] und 2 [2]) liegt der Fokus auf Ernährungsformen, bei denen Gesundheitsversprechen bzw. -aspekte im Vordergrund stehen. Im Geg … weiterlesen

13.08.2025

Umsetzung des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in einer Hochschule

free access to english version Peer-Review-Verfahren /  Manuskript (Original) eingereicht: 25.10.2024; Überarbeitung angenommen: 25.03.2025 Faktoren der (Nicht-)Verstetigung1 Hintergrund und Fragestellung Die Gemeinschaftsverpflegung in den verschiedenen Lebenswelt … weiterlesen