„Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht. Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose) ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome unerkannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudie ermöglicht die rechtzeitige Sensibilisierung und Schulung der Eltern und kann dadurch dazu beitragen, diesen teils lebensbedrohlichen Zustand zu vermeiden“, so Prof. Dr. Matthias Tschöp, CEO des Helmholtz Zentrums München zu Fr1da.

Das Screening wird kostenlos bayernweit bei teilnehmenden KinderärztInnen angeboten; etwa die Hälfte aller bayrischen KinderärztInnen unterstützen es. Aktuell wurde das 100 000. Kind untersucht, dazu reicht eine kleine Blutabnahme am Finger. Nachdem bisher nur Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren teilnehmen konnten, werden ab sofort unter dem Studiennamen „Fr1da-plus“ auch Kinder zwischen 9 und 10 Jahren aufgenommen.

Kinder, bei denen in der Fr1da-Studie ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, erhalten einen individuellen Vorsorgeplan. Die betroffenen Familien werden persönlich informiert, geschult und beraten. Die Chance, von der Präventionsstudie „Fr1da-Insulin-Intervention“ zu profitieren, ergriffen bisher 158 Familien.

In dieser Studie wird versucht, durch die orale Einnahme von Insulin das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Die Typ-1-Diabetes-Früherkennung hilft die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen und somit gut zu behandeln. Lebensbedrohliche Überzuckerungen werden vermieden. Die Familien können frühzeitig geschult und bestmöglich betreut werden. Zudem ist die Teilnahme an innovativen Präventionsstudien möglich.

Fr1da-Studie

Die „Fr1da-Studie: Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ ist die weltweit erste bevölkerungsweite Früherkennungsuntersuchung für Typ-1-Diabetes. Sind mehrere körpereigene diabetesspezifische Antikörper vorhanden, liegt ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium vor. Unterstützt wird die Fr1da-Studie mit Fördermitteln von der JDRF, der LifeScience-Stiftung, dem Bayerischen Gesundheitsministerium, der Deutschen Diabetes Hilfe, der B. Braun Stiftung, den BKK Betriebskrankenkassen und der Deutschen Diabetes-Stiftung.

Fr1da-Insulin-Interventions-Studie


In der „Fr1da-Insulin-Interventions“-Studie wird versucht, das Immunsystem so zu beeinflussen, dass die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in einem frühen Stadium von Typ-1-Diabetes verlangsamt oder ganz gestoppt wird. Das soll durch die tägliche Gabe von Insulinpulver zusammen mit einer Mahlzeit gelingen, denn das körpereigene Insulin ist oftmals das erste Ziel der Immunreaktion, die zu Typ-1-Diabetes führt. Über die Schleimhäute des Munds und des Verdauungstrakts aufgenommen, soll das Insulinpulver dem Immunsystem eine Toleranz gegenüber dem körpereigenen Insulin antrainieren und dadurch die Autoimmunreaktion aufhalten und bestenfalls beenden. Es dient nicht zur Senkung des Blutzuckers.



Quelle: Helmholtz Zentrum München, Pressemeldung vom 15.10.2019




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2019 auf Seite M637.


Unter dem Namen „Fr1da – Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ führt das Helmholtz Zentrum München seit 2015 Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern zum Diabetes mellitus Typ 1 durch.


„Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht. Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose) ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome unerkannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudie ermöglicht die rechtzeitige Sensibilisierung und Schulung der Eltern und kann dadurch dazu beitragen, diesen teils lebensbedrohlichen Zustand zu vermeiden“, so Prof. Dr. Matthias Tschöp, CEO des Helmholtz Zentrums München zu Fr1da.

Das Screening wird kostenlos bayernweit bei teilnehmenden KinderärztInnen angeboten; etwa die Hälfte aller bayrischen KinderärztInnen unterstützen es. Aktuell wurde das 100 000. Kind untersucht, dazu reicht eine kleine Blutabnahme am Finger. Nachdem bisher nur Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren teilnehmen konnten, werden ab sofort unter dem Studiennamen „Fr1da-plus“ auch Kinder zwischen 9 und 10 Jahren aufgenommen.

Kinder, bei denen in der Fr1da-Studie ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, erhalten einen individuellen Vorsorgeplan. Die betroffenen Familien werden persönlich informiert, geschult und beraten. Die Chance, von der Präventionsstudie „Fr1da-Insulin-Intervention“ zu profitieren, ergriffen bisher 158 Familien.

In dieser Studie wird versucht, durch die orale Einnahme von Insulin das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Die Typ-1-Diabetes-Früherkennung hilft die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen und somit gut zu behandeln. Lebensbedrohliche Überzuckerungen werden vermieden. Die Familien können frühzeitig geschult und bestmöglich betreut werden. Zudem ist die Teilnahme an innovativen Präventionsstudien möglich.

Fr1da-Studie

Die „Fr1da-Studie: Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ ist die weltweit erste bevölkerungsweite Früherkennungsuntersuchung für Typ-1-Diabetes. Sind mehrere körpereigene diabetesspezifische Antikörper vorhanden, liegt ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium vor. Unterstützt wird die Fr1da-Studie mit Fördermitteln von der JDRF, der LifeScience-Stiftung, dem Bayerischen Gesundheitsministerium, der Deutschen Diabetes Hilfe, der B. Braun Stiftung, den BKK Betriebskrankenkassen und der Deutschen Diabetes-Stiftung.

Fr1da-Insulin-Interventions-Studie


In der „Fr1da-Insulin-Interventions“-Studie wird versucht, das Immunsystem so zu beeinflussen, dass die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in einem frühen Stadium von Typ-1-Diabetes verlangsamt oder ganz gestoppt wird. Das soll durch die tägliche Gabe von Insulinpulver zusammen mit einer Mahlzeit gelingen, denn das körpereigene Insulin ist oftmals das erste Ziel der Immunreaktion, die zu Typ-1-Diabetes führt. Über die Schleimhäute des Munds und des Verdauungstrakts aufgenommen, soll das Insulinpulver dem Immunsystem eine Toleranz gegenüber dem körpereigenen Insulin antrainieren und dadurch die Autoimmunreaktion aufhalten und bestenfalls beenden. Es dient nicht zur Senkung des Blutzuckers.



Quelle: Helmholtz Zentrum München, Pressemeldung vom 15.10.2019




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2019 auf Seite M637.


Fr1da-Studie in Bayern: Früherkennungs-Screening des Diabetes mellitus Typ 1 bei Kindern

„Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht. Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose) ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome unerkannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudie ermöglicht die rechtzeitige Sensibilisierung und Schulung der Eltern und kann dadurch dazu beitragen, diesen teils lebensbedrohlichen Zustand zu vermeiden“, so Prof. Dr. Matthias Tschöp, CEO des Helmholtz Zentrums München zu Fr1da.

Das Screening wird kostenlos bayernweit bei teilnehmenden KinderärztInnen angeboten; etwa die Hälfte aller bayrischen KinderärztInnen unterstützen es. Aktuell wurde das 100 000. Kind untersucht, dazu reicht eine kleine Blutabnahme am Finger. Nachdem bisher nur Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren teilnehmen konnten, werden ab sofort unter dem Studiennamen „Fr1da-plus“ auch Kinder zwischen 9 und 10 Jahren aufgenommen.

Kinder, bei denen in der Fr1da-Studie ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes diagnostiziert wurde, erhalten einen individuellen Vorsorgeplan. Die betroffenen Familien werden persönlich informiert, geschult und beraten. Die Chance, von der Präventionsstudie „Fr1da-Insulin-Intervention“ zu profitieren, ergriffen bisher 158 Familien.

In dieser Studie wird versucht, durch die orale Einnahme von Insulin das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder ganz zu stoppen. Die Typ-1-Diabetes-Früherkennung hilft die Erkrankung in einem frühen Stadium zu erkennen und somit gut zu behandeln. Lebensbedrohliche Überzuckerungen werden vermieden. Die Familien können frühzeitig geschult und bestmöglich betreut werden. Zudem ist die Teilnahme an innovativen Präventionsstudien möglich.

Fr1da-Studie

Die „Fr1da-Studie: Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln“ ist die weltweit erste bevölkerungsweite Früherkennungsuntersuchung für Typ-1-Diabetes. Sind mehrere körpereigene diabetesspezifische Antikörper vorhanden, liegt ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium vor. Unterstützt wird die Fr1da-Studie mit Fördermitteln von der JDRF, der LifeScience-Stiftung, dem Bayerischen Gesundheitsministerium, der Deutschen Diabetes Hilfe, der B. Braun Stiftung, den BKK Betriebskrankenkassen und der Deutschen Diabetes-Stiftung.

Fr1da-Insulin-Interventions-Studie

In der „Fr1da-Insulin-Interventions“-Studie wird versucht, das Immunsystem so zu beeinflussen, dass die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen in einem frühen Stadium von Typ-1-Diabetes verlangsamt oder ganz gestoppt wird. Das soll durch die tägliche Gabe von Insulinpulver zusammen mit einer Mahlzeit gelingen, denn das körpereigene Insulin ist oftmals das erste Ziel der Immunreaktion, die zu Typ-1-Diabetes führt. Über die Schleimhäute des Munds und des Verdauungstrakts aufgenommen, soll das Insulinpulver dem Immunsystem eine Toleranz gegenüber dem körpereigenen Insulin antrainieren und dadurch die Autoimmunreaktion aufhalten und bestenfalls beenden. Es dient nicht zur Senkung des Blutzuckers.

Quelle: Helmholtz Zentrum München, Pressemeldung vom 15.10.2019


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2019 auf Seite M637.
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Artikelfakten

Veröffentlicht: 13.11.2019

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