Dr. Carmen Priefer, Leiterin des Arbeitsbereichs „Nachhaltige Ernährung“ am Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe, führte in den aktuellen Stand der Forschung ein. Herausforderungen wie die Unterrepräsentation der sozialen Dimension in der Ernährungsforschung sowie der Mangel an handlungsorientiertem Wissen für gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigerer Ernährung standen im Mittelpunkt. Am MRI selbst werden u. a. soziale Auswirkungen der Ernährung untersucht sowie durch transformationsorientierte Forschung Veränderungsprozesse unterstützt.

Stephanie Wunder, Leiterin des Teams Ernährung/Sustainable Food bei Agora Agrar (Teil des Agora Thinktank), erläuterte die Chancen und Herausforderungen bei der Transformation des Ernährungssystems. Den Fokus legte sie auf bisherige Herausforderungen in der Ernährungspolitik, z. B. dass es kaum sektorenübergreifende Politikansätze gibt, wenig ambitionierte Maßnahmen und fehlende Evaluationen. Ein Paradigmenwechsel ist notwendig: Weg vom mündigen Verbrauchenden hin zur Gestaltung der Ernährungsumgebung. „Entscheidend ist, die gute und nachhaltige Wahl zur leichten Wahl zu machen“, so Stephanie Wunder.

Edwina Ludewig, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung an der Europa Universität Flensburg und PHN-Absolventin, erläuterte anhand eigener Forschungsergebnisse, wie Jugendliche erreicht und zu einer nachhaltigeren Ernährung aktiviert werden können. Insbesondere das soziale Umfeld, Unterstützung in Peer-Groups und Familien sowie Bezugspersonen als Vorbilder können förderlich sein. Auch die Adressierung von lebensnahen und interessanten Argumenten für nachhaltige Ernährung scheint ein Schlüsselfaktor für die Zielgruppe zu sein. Ebenfalls sollten die individuellen Hindernisse der Zielgruppe ernst genommen werden. „Nachhaltige Ernährung muss kostengünstig, einfach und geschmacklich akzeptabel sein“, so Edwina Ludewig.

Ole Oßenbrink, Arbeitsgruppe Growing Knowledge sowie AG Grün, Gesellschaft und Gesundheit der Hochschule Osnabrück, führte in die urbane AgriKultur als Möglichkeit für resiliente Stadtentwicklung und Nahrungsmittelversorgung ein. Zentral hierbei: partizipative Ansätze zur Einbindung verschiedener Stakeholder. Dass innovative Projekte eine transdisziplinäre Arbeitsweise, einen hohen Kommunikationsbedarf sowie die Unterstützung verschiedener Behörden, PolitikerInnen, ProduzentInnen und KonsumentInnen erfordern, zeigte Oßenbrink anschaulich anhand eines Projekts zum Gartenbau in der Metropolregion Hamburg.

Abschließend präsentierte Dr. Dennis Schlehuber, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Umwelt und Ressourcennutzung bei Fraunhofer UMSICHT, mögliche Technologien und Innovationen für eine nachhaltige urbane Agrikultur, genauer: die Chancen und Herausforderungen der gebäudeintegrierten Pflanzenkultivierung. Mit dieser Methode wird lokal, ressourceneffizient und nah am Verbrauchenden Gemüse angebaut. Bei Fraunhofer UMSICHT wird hierzu seit circa 10 Jahren unter dem Dachkonzept inFarming geforscht.

Fazit des Tages: Um nachhaltigere Ernährung, die für die Generation Z von zentraler Bedeutung ist, in die Praxis zu transferieren, braucht es einen systemischen Blick.

Fabienne Erben, Anja Fries, Mahshid Naisiri, David Rotzinger, Luisa Saur, Lars Zühlke

Projektteam ProPHN der Hochschule Fulda







Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 1/2023 auf Seite M12.


Mit dieser Frage beschäftigte sich das Projektteam Pro PHN der Hochschule Fulda auf der wissenschaftlichen Fachtagung „Junges Forum“ Ende November 2022. Das „Junge Forum“, ein Forschungsprojekt im Studiengang Public Health Nutrition der HS Fulda, setzt sich selbst aus Studierenden der Generation Z zusammen. Neben der Betrachtung des Status Quo standen Einblicke in die Politik, die Kommunikation mit Jugendlichen sowie mögliche Umsetzungen und technologische Innovationen im urbanen Raum im Mittelpunkt der Vorträge.


Dr. Carmen Priefer, Leiterin des Arbeitsbereichs „Nachhaltige Ernährung“ am Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe, führte in den aktuellen Stand der Forschung ein. Herausforderungen wie die Unterrepräsentation der sozialen Dimension in der Ernährungsforschung sowie der Mangel an handlungsorientiertem Wissen für gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigerer Ernährung standen im Mittelpunkt. Am MRI selbst werden u. a. soziale Auswirkungen der Ernährung untersucht sowie durch transformationsorientierte Forschung Veränderungsprozesse unterstützt.

Stephanie Wunder, Leiterin des Teams Ernährung/Sustainable Food bei Agora Agrar (Teil des Agora Thinktank), erläuterte die Chancen und Herausforderungen bei der Transformation des Ernährungssystems. Den Fokus legte sie auf bisherige Herausforderungen in der Ernährungspolitik, z. B. dass es kaum sektorenübergreifende Politikansätze gibt, wenig ambitionierte Maßnahmen und fehlende Evaluationen. Ein Paradigmenwechsel ist notwendig: Weg vom mündigen Verbrauchenden hin zur Gestaltung der Ernährungsumgebung. „Entscheidend ist, die gute und nachhaltige Wahl zur leichten Wahl zu machen“, so Stephanie Wunder.

Edwina Ludewig, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung an der Europa Universität Flensburg und PHN-Absolventin, erläuterte anhand eigener Forschungsergebnisse, wie Jugendliche erreicht und zu einer nachhaltigeren Ernährung aktiviert werden können. Insbesondere das soziale Umfeld, Unterstützung in Peer-Groups und Familien sowie Bezugspersonen als Vorbilder können förderlich sein. Auch die Adressierung von lebensnahen und interessanten Argumenten für nachhaltige Ernährung scheint ein Schlüsselfaktor für die Zielgruppe zu sein. Ebenfalls sollten die individuellen Hindernisse der Zielgruppe ernst genommen werden. „Nachhaltige Ernährung muss kostengünstig, einfach und geschmacklich akzeptabel sein“, so Edwina Ludewig.

Ole Oßenbrink, Arbeitsgruppe Growing Knowledge sowie AG Grün, Gesellschaft und Gesundheit der Hochschule Osnabrück, führte in die urbane AgriKultur als Möglichkeit für resiliente Stadtentwicklung und Nahrungsmittelversorgung ein. Zentral hierbei: partizipative Ansätze zur Einbindung verschiedener Stakeholder. Dass innovative Projekte eine transdisziplinäre Arbeitsweise, einen hohen Kommunikationsbedarf sowie die Unterstützung verschiedener Behörden, PolitikerInnen, ProduzentInnen und KonsumentInnen erfordern, zeigte Oßenbrink anschaulich anhand eines Projekts zum Gartenbau in der Metropolregion Hamburg.

Abschließend präsentierte Dr. Dennis Schlehuber, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Umwelt und Ressourcennutzung bei Fraunhofer UMSICHT, mögliche Technologien und Innovationen für eine nachhaltige urbane Agrikultur, genauer: die Chancen und Herausforderungen der gebäudeintegrierten Pflanzenkultivierung. Mit dieser Methode wird lokal, ressourceneffizient und nah am Verbrauchenden Gemüse angebaut. Bei Fraunhofer UMSICHT wird hierzu seit circa 10 Jahren unter dem Dachkonzept inFarming geforscht.

Fazit des Tages: Um nachhaltigere Ernährung, die für die Generation Z von zentraler Bedeutung ist, in die Praxis zu transferieren, braucht es einen systemischen Blick.

Fabienne Erben, Anja Fries, Mahshid Naisiri, David Rotzinger, Luisa Saur, Lars Zühlke

Projektteam ProPHN der Hochschule Fulda







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Public Health Nutrition: GenZ – Nachhaltigere Ernährung als Wegweiser für die Zukunft?

Dr. Carmen Priefer, Leiterin des Arbeitsbereichs „Nachhaltige Ernährung“ am Max Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe, führte in den aktuellen Stand der Forschung ein. Herausforderungen wie die Unterrepräsentation der sozialen Dimension in der Ernährungsforschung sowie der Mangel an handlungsorientiertem Wissen für gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigerer Ernährung standen im Mittelpunkt. Am MRI selbst werden u. a. soziale Auswirkungen der Ernährung untersucht sowie durch transformationsorientierte Forschung Veränderungsprozesse unterstützt.

Stephanie Wunder, Leiterin des Teams Ernährung/Sustainable Food bei Agora Agrar (Teil des Agora Thinktank), erläuterte die Chancen und Herausforderungen bei der Transformation des Ernährungssystems. Den Fokus legte sie auf bisherige Herausforderungen in der Ernährungspolitik, z. B. dass es kaum sektorenübergreifende Politikansätze gibt, wenig ambitionierte Maßnahmen und fehlende Evaluationen. Ein Paradigmenwechsel ist notwendig: Weg vom mündigen Verbrauchenden hin zur Gestaltung der Ernährungsumgebung. „Entscheidend ist, die gute und nachhaltige Wahl zur leichten Wahl zu machen“, so Stephanie Wunder.

Edwina Ludewig, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung an der Europa Universität Flensburg und PHN-Absolventin, erläuterte anhand eigener Forschungsergebnisse, wie Jugendliche erreicht und zu einer nachhaltigeren Ernährung aktiviert werden können. Insbesondere das soziale Umfeld, Unterstützung in Peer-Groups und Familien sowie Bezugspersonen als Vorbilder können förderlich sein. Auch die Adressierung von lebensnahen und interessanten Argumenten für nachhaltige Ernährung scheint ein Schlüsselfaktor für die Zielgruppe zu sein. Ebenfalls sollten die individuellen Hindernisse der Zielgruppe ernst genommen werden. „Nachhaltige Ernährung muss kostengünstig, einfach und geschmacklich akzeptabel sein“, so Edwina Ludewig.

Ole Oßenbrink, Arbeitsgruppe Growing Knowledge sowie AG Grün, Gesellschaft und Gesundheit der Hochschule Osnabrück, führte in die urbane AgriKultur als Möglichkeit für resiliente Stadtentwicklung und Nahrungsmittelversorgung ein. Zentral hierbei: partizipative Ansätze zur Einbindung verschiedener Stakeholder. Dass innovative Projekte eine transdisziplinäre Arbeitsweise, einen hohen Kommunikationsbedarf sowie die Unterstützung verschiedener Behörden, PolitikerInnen, ProduzentInnen und KonsumentInnen erfordern, zeigte Oßenbrink anschaulich anhand eines Projekts zum Gartenbau in der Metropolregion Hamburg.

Abschließend präsentierte Dr. Dennis Schlehuber, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Umwelt und Ressourcennutzung bei Fraunhofer UMSICHT, mögliche Technologien und Innovationen für eine nachhaltige urbane Agrikultur, genauer: die Chancen und Herausforderungen der gebäudeintegrierten Pflanzenkultivierung. Mit dieser Methode wird lokal, ressourceneffizient und nah am Verbrauchenden Gemüse angebaut. Bei Fraunhofer UMSICHT wird hierzu seit circa 10 Jahren unter dem Dachkonzept inFarming geforscht.

Fazit des Tages: Um nachhaltigere Ernährung, die für die Generation Z von zentraler Bedeutung ist, in die Praxis zu transferieren, braucht es einen systemischen Blick.

Fabienne Erben, Anja Fries, Mahshid Naisiri, David Rotzinger, Luisa Saur, Lars Zühlke

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Artikelfakten

Veröffentlicht: 11.01.2023

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