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Peer-Review-Verfahren | Eingegangen: 07.04.2015 | Akzeptiert: 01.07.2015

Einleitung


In Studien zu Ernährungseinstellun-gen und -verhalten von Studentinnen und Studenten spielt die Fachzugehö-rigkeit der Befragten selten eine Rolle. Soziologische Studien weisen jedoch darauf hin, dass es an Universitäten verschiedene Fachkulturen gibt, die sich u. a. auch in unterschiedlichen Essvorlieben äußern können. Die vor-liegende Untersuchung prüft, ob sich Student/-innen verschiedener Studi-enfächer auch in ihren Ernährungs-orientierungen, d. h. Bündeln von Einstellungen, Präferenzen und Ab-neigungen in Bezug auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten, unterscheiden. In einer Stichprobe von Studierenden (N = 1593) aus sieben verschiedenen Fächern wurden empirisch grundlegende Ernährungs-orientierungen ermittelt, welche ebenso wie Vorlieben für bestimmte Speisen geschlechts- und studien-gangspezifisch unterschiedlich stark ausgeprägt waren.

Zusammenfassung


An der Universität Bonn wurden im Dezember 2011 1593 Studentinnen und Studenten aus sieben verschiedenen Fachrichtungen zu ihren Einstellungen, Vorlieben und Abneigungen im Hinblick auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten befragt. Fünf grundlegende Orientierungen im Bereich der Ernäh-rung wurden ermittelt: Gesundheits-, Zubereitungs- und Genussorientierung, Nahrungsaufnahme als Nebensache und die Verbindung von Essen mit positi-ven als auch negativen Emotionen. Die Ausprägung dieser Orientierungen und Vorlieben für bestimmte Speisen stehen in Zusammenhang mit Studienfach und Geschlecht. Studentinnen haben einen emotionaleren Bezug zum Essen, bereiten Mahlzeiten lieber selbst zu und legen mehr Wert auf gesunde Ernährung als ihre männlichen Kommilitonen. Student/-innen naturwissenschaftlicher Fächer sind Qualität und Essgenuss relativ unwichtig, während geistes-, sozial- und ernäh-rungswissenschaftliche Student/-innen Essen als genussvolles Gemeinschaftser-lebnis verstehen und gesundheitsbewusster sind. Studiengänge als Determinante von Ernährungsorientierungen können in Studien mit studentischen Populatio-nen ein wichtiges Differenzierungskriterium darstellen.

Schlüsselwörter: Ernährungsorientierungen, Ernährungsverhalten, Gender, Studienfach, Varianzanalyse, Hauptkomponentenanaly




Introduction


Subject area is rarely considered a differentiating factor in research on university students’ nutrition attitudes and behavior. However, sociological studies point out that there are different “subject cultures” in universities, manifesting themselves among other things in different food preferences. This paper investigates whether students in different subject areas also differ in their nutrition orientations, i.e. clusters of attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities. Basic nutrition orientations were empirically identified in a sample of university students (N = 1 593) from seven different departments. Like food preferences, nutrition orientations manifested themselves differently according to subject of study and gender.

Summary


The paper reports results from a survey on attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities of 1 593 male and female students from seven departments at the University of Bonn in Germany in December 2011. Five basic nutrition orientations were identified: orientation towards health, food preparation, and pleasure, the perception of eating as a minor matter and the association of eating with both positive and negative emotions. The intensity of these orientations, as well as preferences for certain foodstuffs were related to the subject of study and gender. While the association of food with emotions was higher among female students, they also liked preparing their own meals and valued healthy eating higher than male students. Students of the natural sciences considered food quality and pleasure as rather unimportant, whereas students of the humanities, social and nutrition sciences perceived eating as an enjoyable common activity and attached higher value to a healthy diet. Subject areas as a determinant of nutrition orientations constitute an important factor in studies among university students.

Keywords: nutrition orientations, nutritional behavior, gender; subject area, analysis of variance, principal component analysis




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in Ernährungs Umschau 08/15 von Seite 444 bis 451.




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Peer-Review-Verfahren | Eingegangen: 07.04.2015 | Akzeptiert: 01.07.2015

Einleitung


In Studien zu Ernährungseinstellun-gen und -verhalten von Studentinnen und Studenten spielt die Fachzugehö-rigkeit der Befragten selten eine Rolle. Soziologische Studien weisen jedoch darauf hin, dass es an Universitäten verschiedene Fachkulturen gibt, die sich u. a. auch in unterschiedlichen Essvorlieben äußern können. Die vor-liegende Untersuchung prüft, ob sich Student/-innen verschiedener Studi-enfächer auch in ihren Ernährungs-orientierungen, d. h. Bündeln von Einstellungen, Präferenzen und Ab-neigungen in Bezug auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten, unterscheiden. In einer Stichprobe von Studierenden (N = 1593) aus sieben verschiedenen Fächern wurden empirisch grundlegende Ernährungs-orientierungen ermittelt, welche ebenso wie Vorlieben für bestimmte Speisen geschlechts- und studien-gangspezifisch unterschiedlich stark ausgeprägt waren.

Zusammenfassung


An der Universität Bonn wurden im Dezember 2011 1593 Studentinnen und Studenten aus sieben verschiedenen Fachrichtungen zu ihren Einstellungen, Vorlieben und Abneigungen im Hinblick auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten befragt. Fünf grundlegende Orientierungen im Bereich der Ernäh-rung wurden ermittelt: Gesundheits-, Zubereitungs- und Genussorientierung, Nahrungsaufnahme als Nebensache und die Verbindung von Essen mit positi-ven als auch negativen Emotionen. Die Ausprägung dieser Orientierungen und Vorlieben für bestimmte Speisen stehen in Zusammenhang mit Studienfach und Geschlecht. Studentinnen haben einen emotionaleren Bezug zum Essen, bereiten Mahlzeiten lieber selbst zu und legen mehr Wert auf gesunde Ernährung als ihre männlichen Kommilitonen. Student/-innen naturwissenschaftlicher Fächer sind Qualität und Essgenuss relativ unwichtig, während geistes-, sozial- und ernäh-rungswissenschaftliche Student/-innen Essen als genussvolles Gemeinschaftser-lebnis verstehen und gesundheitsbewusster sind. Studiengänge als Determinante von Ernährungsorientierungen können in Studien mit studentischen Populatio-nen ein wichtiges Differenzierungskriterium darstellen.

Schlüsselwörter: Ernährungsorientierungen, Ernährungsverhalten, Gender, Studienfach, Varianzanalyse, Hauptkomponentenanaly




Introduction


Subject area is rarely considered a differentiating factor in research on university students’ nutrition attitudes and behavior. However, sociological studies point out that there are different “subject cultures” in universities, manifesting themselves among other things in different food preferences. This paper investigates whether students in different subject areas also differ in their nutrition orientations, i.e. clusters of attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities. Basic nutrition orientations were empirically identified in a sample of university students (N = 1 593) from seven different departments. Like food preferences, nutrition orientations manifested themselves differently according to subject of study and gender.

Summary


The paper reports results from a survey on attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities of 1 593 male and female students from seven departments at the University of Bonn in Germany in December 2011. Five basic nutrition orientations were identified: orientation towards health, food preparation, and pleasure, the perception of eating as a minor matter and the association of eating with both positive and negative emotions. The intensity of these orientations, as well as preferences for certain foodstuffs were related to the subject of study and gender. While the association of food with emotions was higher among female students, they also liked preparing their own meals and valued healthy eating higher than male students. Students of the natural sciences considered food quality and pleasure as rather unimportant, whereas students of the humanities, social and nutrition sciences perceived eating as an enjoyable common activity and attached higher value to a healthy diet. Subject areas as a determinant of nutrition orientations constitute an important factor in studies among university students.

Keywords: nutrition orientations, nutritional behavior, gender; subject area, analysis of variance, principal component analysis




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Geschlechts- und studiengangspezifische Unterschiede in den Ernährungsorientierungen von Studentinnen und Studenten

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Peer-Review-Verfahren | Eingegangen: 07.04.2015 | Akzeptiert: 01.07.2015

Einleitung

In Studien zu Ernährungseinstellun-gen und -verhalten von Studentinnen und Studenten spielt die Fachzugehö-rigkeit der Befragten selten eine Rolle. Soziologische Studien weisen jedoch darauf hin, dass es an Universitäten verschiedene Fachkulturen gibt, die sich u. a. auch in unterschiedlichen Essvorlieben äußern können. Die vor-liegende Untersuchung prüft, ob sich Student/-innen verschiedener Studi-enfächer auch in ihren Ernährungs-orientierungen, d. h. Bündeln von Einstellungen, Präferenzen und Ab-neigungen in Bezug auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten, unterscheiden. In einer Stichprobe von Studierenden (N = 1593) aus sieben verschiedenen Fächern wurden empirisch grundlegende Ernährungs-orientierungen ermittelt, welche ebenso wie Vorlieben für bestimmte Speisen geschlechts- und studien-gangspezifisch unterschiedlich stark ausgeprägt waren.

Zusammenfassung

An der Universität Bonn wurden im Dezember 2011 1593 Studentinnen und Studenten aus sieben verschiedenen Fachrichtungen zu ihren Einstellungen, Vorlieben und Abneigungen im Hinblick auf Ernährung und damit verbundene Aktivitäten befragt. Fünf grundlegende Orientierungen im Bereich der Ernäh-rung wurden ermittelt: Gesundheits-, Zubereitungs- und Genussorientierung, Nahrungsaufnahme als Nebensache und die Verbindung von Essen mit positi-ven als auch negativen Emotionen. Die Ausprägung dieser Orientierungen und Vorlieben für bestimmte Speisen stehen in Zusammenhang mit Studienfach und Geschlecht. Studentinnen haben einen emotionaleren Bezug zum Essen, bereiten Mahlzeiten lieber selbst zu und legen mehr Wert auf gesunde Ernährung als ihre männlichen Kommilitonen. Student/-innen naturwissenschaftlicher Fächer sind Qualität und Essgenuss relativ unwichtig, während geistes-, sozial- und ernäh-rungswissenschaftliche Student/-innen Essen als genussvolles Gemeinschaftser-lebnis verstehen und gesundheitsbewusster sind. Studiengänge als Determinante von Ernährungsorientierungen können in Studien mit studentischen Populatio-nen ein wichtiges Differenzierungskriterium darstellen.

Schlüsselwörter: Ernährungsorientierungen, Ernährungsverhalten, Gender, Studienfach, Varianzanalyse, Hauptkomponentenanaly


Introduction

Subject area is rarely considered a differentiating factor in research on university students’ nutrition attitudes and behavior. However, sociological studies point out that there are different “subject cultures” in universities, manifesting themselves among other things in different food preferences. This paper investigates whether students in different subject areas also differ in their nutrition orientations, i.e. clusters of attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities. Basic nutrition orientations were empirically identified in a sample of university students (N = 1 593) from seven different departments. Like food preferences, nutrition orientations manifested themselves differently according to subject of study and gender.

Summary

The paper reports results from a survey on attitudes, preferences and aversions in the field of nutrition and related activities of 1 593 male and female students from seven departments at the University of Bonn in Germany in December 2011. Five basic nutrition orientations were identified: orientation towards health, food preparation, and pleasure, the perception of eating as a minor matter and the association of eating with both positive and negative emotions. The intensity of these orientations, as well as preferences for certain foodstuffs were related to the subject of study and gender. While the association of food with emotions was higher among female students, they also liked preparing their own meals and valued healthy eating higher than male students. Students of the natural sciences considered food quality and pleasure as rather unimportant, whereas students of the humanities, social and nutrition sciences perceived eating as an enjoyable common activity and attached higher value to a healthy diet. Subject areas as a determinant of nutrition orientations constitute an important factor in studies among university students.

Keywords: nutrition orientations, nutritional behavior, gender; subject area, analysis of variance, principal component analysis


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Veröffentlicht: 14.08.2015

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