free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 08.07.2019 / Überarbeitung angenommen: 16.12.2019

Gesundheit als Anreiz für res­sourcenschonende Ernährung


Umwelt und Gesundheit – diese beiden globalen Handlungsfelder können und müssen zusammen angegangen werden, denn: Eine ressourcenschonende Ernährung ist häufig auch eine gesündere [1-4]. Vor allem fleischreduzierte Ernährungsweisen [5] wie die „Nordic Diet“ [6] oder die „Mediterranean Diet“ [7] haben verhältnismäßig geringe Umweltwirkungen. Ein pflanzlich-basierter Ernährungsstil weist im Vergleich zu einer regulären Mischkost ein ökologisches Reduktionspotenzial von ca. 20–30 % auf [8−9, ergänzt um eigene Berechnungen]. Bei einzelnen Indikatoren lässt sich sogar eine deutlich höhere Reduktion feststellen (z. B. Landnutzung bis zu 40 % [10], NH3-Emissionen bis zu 89 % [11]). Je weniger tierische Proteine konsumiert werden, desto höher ist das Einsparpotenial. Allerdings können auch manche Lebensmittel, die einer gesundheitsförderlichen Ernährung dienen, eine hohe Umweltwirkung haben, so etwa einige Gemüsearten oder Nüsse [12], manche Früchte, Fisch und Meeresfrüchte [13].

Praxisakteure der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) können nicht mit dieser spezifischen Bewertung allein gelassen werden. Es sind Bilanzierungsverfahren und passende Instrumente notwendig, die helfen, ressourcenextensive Lebensmittel und Gerichte zu benennen und vergleichbar zu machen sowie transparent Alternativen aufzuzeigen.

Abstract


Jede Kostform hat Auswirkungen auf den individuellen Gesundheitsstatus, die Umwelt und soziale Aspekte. Insbesondere ökologische und soziale Belange werden im Alltag der Außer-Haus-Verpflegung in der Regel nur vage abgeschätzt, eine systematische Nachhaltigkeitsbewertung von Speisen findet zumeist nicht statt. Seit Mai 2018 unterstützt der hier vorgestellte Menü-Rechner Akteure in unterschiedlichen Verpflegungseinrichtungen bei der Nachhaltigkeitsbewertung. Das Instrument wurde im Rahmen des NAHGAST-Projektes1 ( www.nahgast.de) in Kooperation mit fünf Praxispartnern entwickelt und durch insgesamt 120 Rezepturen getestet und validiert. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über Nachhaltigkeitsbewertungen ausgewählter Rezepturen (Gerichte mit Fisch und Fleisch, sowie vegetarische und vegane Gerichte) und stellt heraus, welche Effekte sich für die ökologische, gesundheitliche und soziale Dimension zeigen.

Schlüsselwörter: Nachhaltige Ernährung, Nutritional Footprint, Gesundheit, Umwelt, Außer-Haus-Verpflegung, Onlinetool, Menü-Rechner




Peer-Reviewed / Manuscript (original contribution) received: 08.07.2019 / Revision accepted: 16.12.2019

Healthy, environmentally friendly and socially responsible – how an online tool helps to cook more sustainably


Abstract


Every diet has an impact on an individual’s health status, the environment as well as on social aspects. In particular, ecological and social concerns are usually only vaguely assessed in the daily routines of out-of-home catering and a systematic sustainability assessment of meals is usually not carried out. Since May 2018, the menu calculator presented in this paper has been supporting stakeholders in various catering establishments with their sustainability assessment. The tool was developed within the NAHGAST project1 (⇒ www.nahgast.de) in cooperation with five practice partners and tested and validated by a total of 120 recipes. This article provides an overview of selected recipes’ sustainability assessments (meals with fish and meat as well as vegetarian and vegan meals) and highlights the effects on the ecological, health and social dimensions.

Keywords: sustainable nutrition, nutritional footprint, health, environment, out-of-home catering

Full text PDF (free version)




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2020 von Seite M399 bis M405.




free access to english version



Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 08.07.2019 / Überarbeitung angenommen: 16.12.2019

Gesundheit als Anreiz für res­sourcenschonende Ernährung


Umwelt und Gesundheit – diese beiden globalen Handlungsfelder können und müssen zusammen angegangen werden, denn: Eine ressourcenschonende Ernährung ist häufig auch eine gesündere [1-4]. Vor allem fleischreduzierte Ernährungsweisen [5] wie die „Nordic Diet“ [6] oder die „Mediterranean Diet“ [7] haben verhältnismäßig geringe Umweltwirkungen. Ein pflanzlich-basierter Ernährungsstil weist im Vergleich zu einer regulären Mischkost ein ökologisches Reduktionspotenzial von ca. 20–30 % auf [8−9, ergänzt um eigene Berechnungen]. Bei einzelnen Indikatoren lässt sich sogar eine deutlich höhere Reduktion feststellen (z. B. Landnutzung bis zu 40 % [10], NH3-Emissionen bis zu 89 % [11]). Je weniger tierische Proteine konsumiert werden, desto höher ist das Einsparpotenial. Allerdings können auch manche Lebensmittel, die einer gesundheitsförderlichen Ernährung dienen, eine hohe Umweltwirkung haben, so etwa einige Gemüsearten oder Nüsse [12], manche Früchte, Fisch und Meeresfrüchte [13].

Praxisakteure der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) können nicht mit dieser spezifischen Bewertung allein gelassen werden. Es sind Bilanzierungsverfahren und passende Instrumente notwendig, die helfen, ressourcenextensive Lebensmittel und Gerichte zu benennen und vergleichbar zu machen sowie transparent Alternativen aufzuzeigen.

Abstract


Jede Kostform hat Auswirkungen auf den individuellen Gesundheitsstatus, die Umwelt und soziale Aspekte. Insbesondere ökologische und soziale Belange werden im Alltag der Außer-Haus-Verpflegung in der Regel nur vage abgeschätzt, eine systematische Nachhaltigkeitsbewertung von Speisen findet zumeist nicht statt. Seit Mai 2018 unterstützt der hier vorgestellte Menü-Rechner Akteure in unterschiedlichen Verpflegungseinrichtungen bei der Nachhaltigkeitsbewertung. Das Instrument wurde im Rahmen des NAHGAST-Projektes1 ( www.nahgast.de) in Kooperation mit fünf Praxispartnern entwickelt und durch insgesamt 120 Rezepturen getestet und validiert. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über Nachhaltigkeitsbewertungen ausgewählter Rezepturen (Gerichte mit Fisch und Fleisch, sowie vegetarische und vegane Gerichte) und stellt heraus, welche Effekte sich für die ökologische, gesundheitliche und soziale Dimension zeigen.

Schlüsselwörter: Nachhaltige Ernährung, Nutritional Footprint, Gesundheit, Umwelt, Außer-Haus-Verpflegung, Onlinetool, Menü-Rechner




Peer-Reviewed / Manuscript (original contribution) received: 08.07.2019 / Revision accepted: 16.12.2019

Healthy, environmentally friendly and socially responsible – how an online tool helps to cook more sustainably


Abstract


Every diet has an impact on an individual’s health status, the environment as well as on social aspects. In particular, ecological and social concerns are usually only vaguely assessed in the daily routines of out-of-home catering and a systematic sustainability assessment of meals is usually not carried out. Since May 2018, the menu calculator presented in this paper has been supporting stakeholders in various catering establishments with their sustainability assessment. The tool was developed within the NAHGAST project1 (⇒ www.nahgast.de) in cooperation with five practice partners and tested and validated by a total of 120 recipes. This article provides an overview of selected recipes’ sustainability assessments (meals with fish and meat as well as vegetarian and vegan meals) and highlights the effects on the ecological, health and social dimensions.

Keywords: sustainable nutrition, nutritional footprint, health, environment, out-of-home catering

Full text PDF (free version)




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2020 von Seite M399 bis M405.


Gesund, umweltfreundlich und sozialverträglich – wie ein Onlinetool hilft nachhaltiger zu kochen

free access to english version

Peer-Review-Verfahren / Manuskript (Original) eingereicht: 08.07.2019 / Überarbeitung angenommen: 16.12.2019

Gesundheit als Anreiz für res­sourcenschonende Ernährung

Umwelt und Gesundheit – diese beiden globalen Handlungsfelder können und müssen zusammen angegangen werden, denn: Eine ressourcenschonende Ernährung ist häufig auch eine gesündere [1-4]. Vor allem fleischreduzierte Ernährungsweisen [5] wie die „Nordic Diet“ [6] oder die „Mediterranean Diet“ [7] haben verhältnismäßig geringe Umweltwirkungen. Ein pflanzlich-basierter Ernährungsstil weist im Vergleich zu einer regulären Mischkost ein ökologisches Reduktionspotenzial von ca. 20–30 % auf [8−9, ergänzt um eigene Berechnungen]. Bei einzelnen Indikatoren lässt sich sogar eine deutlich höhere Reduktion feststellen (z. B. Landnutzung bis zu 40 % [10], NH3-Emissionen bis zu 89 % [11]). Je weniger tierische Proteine konsumiert werden, desto höher ist das Einsparpotenial. Allerdings können auch manche Lebensmittel, die einer gesundheitsförderlichen Ernährung dienen, eine hohe Umweltwirkung haben, so etwa einige Gemüsearten oder Nüsse [12], manche Früchte, Fisch und Meeresfrüchte [13].

Praxisakteure der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) können nicht mit dieser spezifischen Bewertung allein gelassen werden. Es sind Bilanzierungsverfahren und passende Instrumente notwendig, die helfen, ressourcenextensive Lebensmittel und Gerichte zu benennen und vergleichbar zu machen sowie transparent Alternativen aufzuzeigen.

Abstract

Jede Kostform hat Auswirkungen auf den individuellen Gesundheitsstatus, die Umwelt und soziale Aspekte. Insbesondere ökologische und soziale Belange werden im Alltag der Außer-Haus-Verpflegung in der Regel nur vage abgeschätzt, eine systematische Nachhaltigkeitsbewertung von Speisen findet zumeist nicht statt. Seit Mai 2018 unterstützt der hier vorgestellte Menü-Rechner Akteure in unterschiedlichen Verpflegungseinrichtungen bei der Nachhaltigkeitsbewertung. Das Instrument wurde im Rahmen des NAHGAST-Projektes1 ( www.nahgast.de) in Kooperation mit fünf Praxispartnern entwickelt und durch insgesamt 120 Rezepturen getestet und validiert. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über Nachhaltigkeitsbewertungen ausgewählter Rezepturen (Gerichte mit Fisch und Fleisch, sowie vegetarische und vegane Gerichte) und stellt heraus, welche Effekte sich für die ökologische, gesundheitliche und soziale Dimension zeigen.

Schlüsselwörter: Nachhaltige Ernährung, Nutritional Footprint, Gesundheit, Umwelt, Außer-Haus-Verpflegung, Onlinetool, Menü-Rechner


Peer-Reviewed / Manuscript (original contribution) received: 08.07.2019 / Revision accepted: 16.12.2019

Healthy, environmentally friendly and socially responsible – how an online tool helps to cook more sustainably
Abstract

Every diet has an impact on an individual’s health status, the environment as well as on social aspects. In particular, ecological and social concerns are usually only vaguely assessed in the daily routines of out-of-home catering and a systematic sustainability assessment of meals is usually not carried out. Since May 2018, the menu calculator presented in this paper has been supporting stakeholders in various catering establishments with their sustainability assessment. The tool was developed within the NAHGAST project1 (⇒ www.nahgast.de) in cooperation with five practice partners and tested and validated by a total of 120 recipes. This article provides an overview of selected recipes’ sustainability assessments (meals with fish and meat as well as vegetarian and vegan meals) and highlights the effects on the ecological, health and social dimensions.

Keywords: sustainable nutrition, nutritional footprint, health, environment, out-of-home catering

Full text PDF (free version)


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2020 von Seite M399 bis M405.
Verschlagwortet mit: Onlinetool, Umwelt, Online

News zum Thema des Artikels

Becken in dem Algen produziert werden

Lesetipp Heft 5/2026: Mikroalgen als Rohstoffquelle für die Lebensmittelindustrie

Ein deutsches Forschungsteam zeigt, wie Spirulina nachhaltig produziert, schonend verarbeitet und direkt für innovative Lebensmittel genutzt werden kann. Der neue Bioraffinerie-Ansatz eröffnet neue Möglichkeiten für pflanzliche Produkte der Zukunft …
weiterlesen

Gelbe Paprika wird auf einem Holzbrett geschnitten, rundherum weiteres Gemüse und Salat

Lesetipp Heft 5/2026: Projekt „KidZ“ zeigt Wege zu gesunder und nachhaltiger Seniorenverpflegung

Das Projekt „KidZ – Köstlich in die Zukunft“ verfolgt einen Setting-Ansatz mit dem Ziel, nachhaltige und alltagstaugliche Verpflegungskonzepte in Senioreneinrichtungen zu etablieren …
weiterlesen

vegetarische Würstchen auf einem Teller

Lesetipp Heft 4/2026: Neue essbare Proteinfilme verbessern Textur pflanzlicher Wurstalternativen

Forschende zeigen, wie innovative Proteinhüllen für mehr Stabilität, bessere Textur und die gewünschte „Knackigkeit“ sorgen – und damit die Akzeptanz bei Verbraucher*innen steigern …
weiterlesen

Artikelfakten

Rubrik: Peer Review
Veröffentlicht: 14.07.2020

Dieser Artikel erscheint in

Artikel teilen

Weitere Artikel zum Thema

20.05.2026
Ahead of Print

Chancen und Herausforderungen nachhaltiger Ernährungsverpflegung in Kindertagesstätten

Das Ernährungssystem ist erheblich an der Überschreitung planetarer Belastungsgrenzen beteiligt. Eine nachhaltige Ernährung kann negative Auswirkungen globaler Klima- und Umweltveränderungen reduzieren und gleichzeitig positive Effekte auf Ernährungsweise und Gesundheit … weiterlesen

06.05.2026
Ahead of Print

Soziale Unterschiede in der nachhaltigen Ernährung junger Menschen in Deutschland

In der Diskussion um eine nachhaltigere Ernährung wird der jungen Generation häufig ein hohes Transformationspotenzial zugeschrieben. Denn junge Menschen hinterfragen ihren Fleischkonsum, sind einer vegetarischen und veganen Ernährung gegenüber aufgeschlossen und verzic … weiterlesen

Regionale Hülsenfrüchte in der Ernährung

Teil 1 Einführung: Mehr Hülsenfrüchte auf den Teller Es gibt viele Gründe, warum weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte auf dem Teller nachhaltig und gesund sind. Hülsenfrüchte liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß (nicht nur) für eine vegetarische oder vegane Ernähr … weiterlesen

15.09.2025

Lebensmittelbasierte Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche und Planetare Gesundheit

Update der Optimierten Mischkost Der globale Klimawandel erfordert einen Paradigmenwechsel in der Ernährung. In der vorliegenden Studie wurde die Nachhaltigkeit des lebensmittelbasierten Ernährungskonzepts der Optimierten Mischkost (OMK) für Kinder und Jugendliche unter … weiterlesen

15.09.2025

Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch

Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigeren Ernährung Im Interview mit der ERNÄHRUNGS UMSCHAU erläutern die Beiratsmitglieder Prof. Dr. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie, Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. D … weiterlesen

15.09.2025

WBAE-Gutachten Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln: Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) hat am 22.07.2025 sein Gutachten zum Thema „Mehr Auswahl am gemeinsamen Tisch: Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln als Beitrag zu einer nachhaltigen Ernähru … weiterlesen

Der Bildungsort Esstisch

Gemeinsames Essen als Bildungsanlass  Mahlzeiten bieten Kindern die Möglichkeit für zahlreiche Lernerfahrungen. Sie lernen verschiedene Lebensmittel kennen und üben durch Ausprobieren und Selber-Machen, ihren Körper und dessen Bedürfnisse zu spüren. Wichtig ist ein … weiterlesen

13.08.2025

Neue Studiengänge rund um Lebensmittel

Hochschule Osnabrück erweitert ihr Studienangebot Die Hochschule Osnabrück hat ihr Studienangebot im Bereich Ernährung und Lebensmittel grundlegend weiterentwickelt. Zum Wintersemester 2025/2026 starten insgesamt fünf neue oder überarbeitete Studiengänge, die sich an de … weiterlesen