Für jeden US-Dollar, den die OECD-Länder in effektive Präventionsmaßnahmen gegen Übergewicht investieren, werden bis zu 5,6 US-Dollar an wirtschaftlichem Outcome hinzugewonnen. Dies hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) errechnet[1]. Der Bericht Heavy Burden of Obesity: The Economics of Prevention steht kostenlos zum Download bereit.

Die AutorInnen konstatieren aufgrund ihrer Berechnungen, dass Übergewicht und die damit assoziierten Erkrankungen in OECD-Ländern die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,7 Jahre verringern – von minus einem Jahr in Japan bis zu minus vier Jahren in Mexiko. SchülerInnen mit Normalgewicht hätten eine um 13 % bessere Chance, gute Schulleistungen zu erbringen. Die weite Verbreitung von Übergewicht (mehr als jede/r 2. Erwachsene im Durchschnitt der 36 OECD-Länder) mindere die Produktivität in der Erwerbsbevölkerung erheblich; umgekehrt könnte durch gelungene Präventionsmaßnahmen die Produktivität in den OECD-Ländern um eine Leistung vergleichbar 134 000 Vollzeiterwerbsbeschäftigten gesteigert werden.

Als Beispiel eines veränderten Lebensmittelangebots zeigt der Bericht: Eine 20 %ige Energiereduktion in energiedichten Lebensmitteln würde die Anzahl nicht-übertragbarer Erkrankungen um 1,1 Mio. Fälle pro Jahr senken, 13,2 Mrd. US-Dollar Gesundheitsausgaben einsparen und das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % wachsen lassen.

Als ökonomisch erfolgreichste Maßnahmen erwiesen sich laut der Daten der OECD-Staaten die Regulierung lebensmittelbezogener Werbung, die Kennzeichnung von Lebensmitteln und GV-Menüs nach Gesundheitswert, Kampagnen in den Massenmedien und Maßnahmen zur Bewegungsförderung am Arbeitsplatz.

In der Langfassung des Berichts finden sich ergänzend zu den Berechnungen ausführliche wissenschaftliche Daten zu den Wirkungen von Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen sowie -strategien in den OECD-Ländern.

Literatur:


1. OECD: Heavy burden of obesity: the economics of prevention. A quick guide for policy makers. OECD 2019.

Kurzfassung: ⇒ www.oecd.org/health/health-systems/Heavy-burden-of-obesity-Policy-Brief-2019.pdf

Langfassung: ⇒ www.oecd-ilibrary.org/sites/67450d67-en/index.html?itemId=/content/publication/67450d67-en 




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 4/2020 auf Seite M195.




Für jeden US-Dollar, den die OECD-Länder in effektive Präventionsmaßnahmen gegen Übergewicht investieren, werden bis zu 5,6 US-Dollar an wirtschaftlichem Outcome hinzugewonnen. Dies hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) errechnet[1]. Der Bericht Heavy Burden of Obesity: The Economics of Prevention steht kostenlos zum Download bereit.

Die AutorInnen konstatieren aufgrund ihrer Berechnungen, dass Übergewicht und die damit assoziierten Erkrankungen in OECD-Ländern die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,7 Jahre verringern – von minus einem Jahr in Japan bis zu minus vier Jahren in Mexiko. SchülerInnen mit Normalgewicht hätten eine um 13 % bessere Chance, gute Schulleistungen zu erbringen. Die weite Verbreitung von Übergewicht (mehr als jede/r 2. Erwachsene im Durchschnitt der 36 OECD-Länder) mindere die Produktivität in der Erwerbsbevölkerung erheblich; umgekehrt könnte durch gelungene Präventionsmaßnahmen die Produktivität in den OECD-Ländern um eine Leistung vergleichbar 134 000 Vollzeiterwerbsbeschäftigten gesteigert werden.

Als Beispiel eines veränderten Lebensmittelangebots zeigt der Bericht: Eine 20 %ige Energiereduktion in energiedichten Lebensmitteln würde die Anzahl nicht-übertragbarer Erkrankungen um 1,1 Mio. Fälle pro Jahr senken, 13,2 Mrd. US-Dollar Gesundheitsausgaben einsparen und das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % wachsen lassen.

Als ökonomisch erfolgreichste Maßnahmen erwiesen sich laut der Daten der OECD-Staaten die Regulierung lebensmittelbezogener Werbung, die Kennzeichnung von Lebensmitteln und GV-Menüs nach Gesundheitswert, Kampagnen in den Massenmedien und Maßnahmen zur Bewegungsförderung am Arbeitsplatz.

In der Langfassung des Berichts finden sich ergänzend zu den Berechnungen ausführliche wissenschaftliche Daten zu den Wirkungen von Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen sowie -strategien in den OECD-Ländern.

Literatur:


1. OECD: Heavy burden of obesity: the economics of prevention. A quick guide for policy makers. OECD 2019.

Kurzfassung: ⇒ www.oecd.org/health/health-systems/Heavy-burden-of-obesity-Policy-Brief-2019.pdf

Langfassung: ⇒ www.oecd-ilibrary.org/sites/67450d67-en/index.html?itemId=/content/publication/67450d67-en 




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OECD: „Heavy Burden of Obesity“: Politische Strategien gegen das Übergewicht

Für jeden US-Dollar, den die OECD-Länder in effektive Präventionsmaßnahmen gegen Übergewicht investieren, werden bis zu 5,6 US-Dollar an wirtschaftlichem Outcome hinzugewonnen. Dies hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) errechnet[1]. Der Bericht Heavy Burden of Obesity: The Economics of Prevention steht kostenlos zum Download bereit.

Die AutorInnen konstatieren aufgrund ihrer Berechnungen, dass Übergewicht und die damit assoziierten Erkrankungen in OECD-Ländern die Lebenserwartung um durchschnittlich 2,7 Jahre verringern – von minus einem Jahr in Japan bis zu minus vier Jahren in Mexiko. SchülerInnen mit Normalgewicht hätten eine um 13 % bessere Chance, gute Schulleistungen zu erbringen. Die weite Verbreitung von Übergewicht (mehr als jede/r 2. Erwachsene im Durchschnitt der 36 OECD-Länder) mindere die Produktivität in der Erwerbsbevölkerung erheblich; umgekehrt könnte durch gelungene Präventionsmaßnahmen die Produktivität in den OECD-Ländern um eine Leistung vergleichbar 134 000 Vollzeiterwerbsbeschäftigten gesteigert werden.

Als Beispiel eines veränderten Lebensmittelangebots zeigt der Bericht: Eine 20 %ige Energiereduktion in energiedichten Lebensmitteln würde die Anzahl nicht-übertragbarer Erkrankungen um 1,1 Mio. Fälle pro Jahr senken, 13,2 Mrd. US-Dollar Gesundheitsausgaben einsparen und das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 % wachsen lassen.

Als ökonomisch erfolgreichste Maßnahmen erwiesen sich laut der Daten der OECD-Staaten die Regulierung lebensmittelbezogener Werbung, die Kennzeichnung von Lebensmitteln und GV-Menüs nach Gesundheitswert, Kampagnen in den Massenmedien und Maßnahmen zur Bewegungsförderung am Arbeitsplatz.

In der Langfassung des Berichts finden sich ergänzend zu den Berechnungen ausführliche wissenschaftliche Daten zu den Wirkungen von Präventions- und Gesundheitsmaßnahmen sowie -strategien in den OECD-Ländern.

Literatur:

1. OECD: Heavy burden of obesity: the economics of prevention. A quick guide for policy makers. OECD 2019.

Kurzfassung: ⇒ www.oecd.org/health/health-systems/Heavy-burden-of-obesity-Policy-Brief-2019.pdf

Langfassung: ⇒ www.oecd-ilibrary.org/sites/67450d67-en/index.html?itemId=/content/publication/67450d67-en 


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Veröffentlicht: 08.04.2020

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