Wie und was wir essen, hat sich über die letzten Jahrzehnte hinweg teils erheblich verändert. Ein Wandel des Essverhaltens ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen, teilweise ganz unterschiedlichen Ländern zu beobachten [1–4]. Insbesondere der Wandel innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte von einem hohen Konsum von komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen hin zu einer vielfältigen Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Zucker hat viel Beachtung gefunden und wird auch als ‘nutrition transition‘ bezeichnet [3, 5–9]. Häufig wird in diesem Zusammenhang ein „traditionelles“ Essverhalten mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit verbunden [3, 7], wohingegen ein „modernes“ Essverhalten mit Übergewicht und chronischen Erkrankungen assoziiert wird [10]. Der Beitrag beschreibt die Bedeutung von traditionellem und modernem Essverhalten in einem Ländervergleich mit 10 beteiligten Nationen.

Einleitung


So eingängig diese Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten auf den ersten Blick sein mag, eine allgemein anerkannte Definition existiert bisher nicht in der wissenschaftlichen Literatur. Vielmehr werden verschiedene Aspekte zur Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten herangezogen. Ein zentraler Aspekt ist dabei, WAS Menschen essen. So wird häufig ein hoher Konsum von Fleisch, Zucker, Ölen und Fetten einem modernen Essverhalten zugeschrieben, während ein hoher Konsum von Ballaststoffen und Getreide einem traditionellen Essverhalten zugerechnet wird [3, 7–9, 11]. Wenn man jedoch das aktuelle Essverhalten in westlichen Gesellschaften mit dem vor rund 100 Jahren vergleicht, dann wird unmittelbar deutlich, dass es darüber hinaus erhebliche Unterschiede gibt, WIE gegessen wird. Heutzutage essen beispielsweise mehr Menschen auch außer Haus [3, 4]. Der internationale Vergleich zeigt ferner, dass „traditionelles“ Essverhalten, je nach geografischer Region oder ethnischer Gruppe, ganz unterschiedlich ausgestaltet wird; und das sowohl bzgl. WAS als auch WIE man „traditionell“ isst. Während der Konsum von Milchprodukten in Ländern wie der Türkei eher einem traditionellen Essverhalten zuzuordnen ist [12], ist dies in anderen Ländern, wie Japan [13], Ghana [14] oder China [15] Teil eines „modernen“ Essverhaltens. ...




Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2023 auf den Seiten M106 bis M114.




Wie und was wir essen, hat sich über die letzten Jahrzehnte hinweg teils erheblich verändert. Ein Wandel des Essverhaltens ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen, teilweise ganz unterschiedlichen Ländern zu beobachten [1–4]. Insbesondere der Wandel innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte von einem hohen Konsum von komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen hin zu einer vielfältigen Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Zucker hat viel Beachtung gefunden und wird auch als ‘nutrition transition‘ bezeichnet [3, 5–9]. Häufig wird in diesem Zusammenhang ein „traditionelles“ Essverhalten mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit verbunden [3, 7], wohingegen ein „modernes“ Essverhalten mit Übergewicht und chronischen Erkrankungen assoziiert wird [10]. Der Beitrag beschreibt die Bedeutung von traditionellem und modernem Essverhalten in einem Ländervergleich mit 10 beteiligten Nationen.

Einleitung


So eingängig diese Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten auf den ersten Blick sein mag, eine allgemein anerkannte Definition existiert bisher nicht in der wissenschaftlichen Literatur. Vielmehr werden verschiedene Aspekte zur Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten herangezogen. Ein zentraler Aspekt ist dabei, WAS Menschen essen. So wird häufig ein hoher Konsum von Fleisch, Zucker, Ölen und Fetten einem modernen Essverhalten zugeschrieben, während ein hoher Konsum von Ballaststoffen und Getreide einem traditionellen Essverhalten zugerechnet wird [3, 7–9, 11]. Wenn man jedoch das aktuelle Essverhalten in westlichen Gesellschaften mit dem vor rund 100 Jahren vergleicht, dann wird unmittelbar deutlich, dass es darüber hinaus erhebliche Unterschiede gibt, WIE gegessen wird. Heutzutage essen beispielsweise mehr Menschen auch außer Haus [3, 4]. Der internationale Vergleich zeigt ferner, dass „traditionelles“ Essverhalten, je nach geografischer Region oder ethnischer Gruppe, ganz unterschiedlich ausgestaltet wird; und das sowohl bzgl. WAS als auch WIE man „traditionell“ isst. Während der Konsum von Milchprodukten in Ländern wie der Türkei eher einem traditionellen Essverhalten zuzuordnen ist [12], ist dies in anderen Ländern, wie Japan [13], Ghana [14] oder China [15] Teil eines „modernen“ Essverhaltens. ...




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Homogen oder heterogen? Die Bedeutung von traditionellem und modernem Essverhalten im Ländervergleich

Wie und was wir essen, hat sich über die letzten Jahrzehnte hinweg teils erheblich verändert. Ein Wandel des Essverhaltens ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen, teilweise ganz unterschiedlichen Ländern zu beobachten [1–4]. Insbesondere der Wandel innerhalb der letzten fünf Jahrzehnte von einem hohen Konsum von komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen hin zu einer vielfältigen Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Zucker hat viel Beachtung gefunden und wird auch als ‘nutrition transition‘ bezeichnet [3, 5–9]. Häufig wird in diesem Zusammenhang ein „traditionelles“ Essverhalten mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit verbunden [3, 7], wohingegen ein „modernes“ Essverhalten mit Übergewicht und chronischen Erkrankungen assoziiert wird [10]. Der Beitrag beschreibt die Bedeutung von traditionellem und modernem Essverhalten in einem Ländervergleich mit 10 beteiligten Nationen.

Einleitung

So eingängig diese Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten auf den ersten Blick sein mag, eine allgemein anerkannte Definition existiert bisher nicht in der wissenschaftlichen Literatur. Vielmehr werden verschiedene Aspekte zur Unterscheidung zwischen „traditionellem“ und „modernem“ Essverhalten herangezogen. Ein zentraler Aspekt ist dabei, WAS Menschen essen. So wird häufig ein hoher Konsum von Fleisch, Zucker, Ölen und Fetten einem modernen Essverhalten zugeschrieben, während ein hoher Konsum von Ballaststoffen und Getreide einem traditionellen Essverhalten zugerechnet wird [3, 7–9, 11]. Wenn man jedoch das aktuelle Essverhalten in westlichen Gesellschaften mit dem vor rund 100 Jahren vergleicht, dann wird unmittelbar deutlich, dass es darüber hinaus erhebliche Unterschiede gibt, WIE gegessen wird. Heutzutage essen beispielsweise mehr Menschen auch außer Haus [3, 4]. Der internationale Vergleich zeigt ferner, dass „traditionelles“ Essverhalten, je nach geografischer Region oder ethnischer Gruppe, ganz unterschiedlich ausgestaltet wird; und das sowohl bzgl. WAS als auch WIE man „traditionell“ isst. Während der Konsum von Milchprodukten in Ländern wie der Türkei eher einem traditionellen Essverhalten zuzuordnen ist [12], ist dies in anderen Ländern, wie Japan [13], Ghana [14] oder China [15] Teil eines „modernen“ Essverhaltens. …


Den vollständigen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 2/2023 auf den Seiten M106 bis M114.

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Rubrik: Special
Veröffentlicht: 15.02.2023

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