Eine ausgewogene Ernährung hat direkten Einfluss auf den Blutglucosespiegel, die Insulinsensitivität und die Blutfettwerte. Deshalb gilt sie als zentrale Säule in der Behandlung und Prävention von Typ-2-Diabetes.

Im Folgenden werden daher einige sog. Ernährungstrends auf Basis wissenschaftlicher Daten genauer betrachtet.

Intervallfasten: Beim Intervallfasten wird die Nahrungsaufnahme auf bestimmte Zeitfenster beschränkt, etwa nach dem 16:8-Prinzip: 16 Stunden fasten, acht Stunden essen. Weitere Varianten sind das Alternate-Day-Fasting, bei dem abwechselnd ein Fastentag und ein normaler Tag folgen, oder die 5:2-Diät, bei der die Energie an zwei Tagen pro Woche auf maximal 500–600 kcal reduziert wird.

Studien zeigen, dass Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern, das Gewicht reduzieren und teilweise den Langzeitblutzucker (HbA1c) senken kann. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat verschiedene Formen des Fastens mit einer kontinuierlichen Kalorienreduktion verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Alternate-Day-Fasting kurzfristig zwar etwas wirksamer zur Gewichtsreduktion beiträgt als eine kontinuierliche Kalorienreduktion. Langfristig führt es jedoch weder zu einer stärkeren Gewichtsabnahme, noch schützt es besser vor Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen. „Jede extreme Diät oder Ernährungsänderung kann riskant sein. So kann Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, zu Unterzuckerungen führen. Daher sind alle Diäten vor allem bei Menschen mit Diabetes nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert“, betont Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Low-Carb-Diät: Bei der Low- Carb-Diät werden Kohlenhydrate (teils) deutlich reduziert. Weniger Kohlenhydrate bedeuten geringere Blutglucose- und Insulinspitzen, der Körper nutzt dann verstärkt Fett und Ketonkörper als Energiequelle.

Forschungen des DDZ zeigen: Eine kohlenhydratarme Ernährung kann bei Typ-2-Diabetes Gewicht und Blutglucosekontrolle verbessern und Blutfettwerte günstig beeinflussen. Langfristig gleichen sich die Vorteile ggü. anderen Ernährungsweisen wie der kalorienreduzierten Ernährung jedoch an. Bei Typ-1-Diabetes ist die Studienlage deutlich begrenzter, hier ist eine enge Abstimmung mit Ärztinnen und Ärzten nötig, da das Risiko für Unterzuckerungen oder lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidosen) steigt.

Wichtig: Wer Low Carb ausprobiert, sollte die Qualität der Lebensmittel im Blick behalten. Ein hoher Anteil tierischer Fette und Proteine kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Für Menschen mit Diabetes und Nierenerkrankungen ist eine stark kohlenhydratarme Ernährung nicht zu empfehlen.

Vegan: Richtig umgesetzt, werden bei der veganen Ernährung viele ballaststoffreiche Lebensmittel mit vielen sekundären Pflanzenstoffen gegessen, die sich günstig auf den Stoffwechsel auswirken. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann eine vegane Ernährung das Körpergewicht senken, die Blutglucosekontrolle verbessern und auch Blutdruck und Blutfette positiv beeinflussen. Studien zu Langzeiteffekten oder zu Typ-1-Diabetes fehlen aber bislang.

Allerdings erfordert die vegane Ernährung eine sorgfältige Nährstoffplanung und Supplementation, da sonst insb. bei Vitamin B12, Jod, Eisen, Vitamin D, n-3-Fettsäuren und Calcium ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht. Auch mit einer gesunden, pflanzenbetonten Ernährung können ähnliche Vorteile erzielt werden, ergänzt Dr. Janett Barbaresko, Wissenschaftlerin am Institut für Biometrie und Epidemiologie am DDZ. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse stehen hierbei im Mittelpunkt. Eine aktuelle Beobachtungsstudie des DDZ zeigt, dass dies mit einer geringeren Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes verbunden ist.

Jede der genannten Ernährungsweisen kann also Vorteile bieten – entscheidend ist, ob sie sich langfristig in den Alltag integrieren lässt und mit Medikamenten sowie Begleiterkrankungen abgestimmt ist. Eine individuelle Anpassung ist notwendig.

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum, Pressemeldung vom 13.10.2025




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf den Seiten M650 bis M651.


Welche Ernährung ist die richtige bei Diabetes mellitus? Forschende des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) haben sich die wissenschaftlichen Fakten zu Ernährungstrends wie Intervallfasten, Low-Carb-Diät und veganer Kost genauer angesehen. Sie erklären, welche Ernährungsweisen helfen können, den Blutglucosespiegel und das Gewicht zu verbessern – und wo Chancen und Risiken liegen.


Eine ausgewogene Ernährung hat direkten Einfluss auf den Blutglucosespiegel, die Insulinsensitivität und die Blutfettwerte. Deshalb gilt sie als zentrale Säule in der Behandlung und Prävention von Typ-2-Diabetes.

Im Folgenden werden daher einige sog. Ernährungstrends auf Basis wissenschaftlicher Daten genauer betrachtet.

Intervallfasten: Beim Intervallfasten wird die Nahrungsaufnahme auf bestimmte Zeitfenster beschränkt, etwa nach dem 16:8-Prinzip: 16 Stunden fasten, acht Stunden essen. Weitere Varianten sind das Alternate-Day-Fasting, bei dem abwechselnd ein Fastentag und ein normaler Tag folgen, oder die 5:2-Diät, bei der die Energie an zwei Tagen pro Woche auf maximal 500–600 kcal reduziert wird.

Studien zeigen, dass Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern, das Gewicht reduzieren und teilweise den Langzeitblutzucker (HbA1c) senken kann. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat verschiedene Formen des Fastens mit einer kontinuierlichen Kalorienreduktion verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Alternate-Day-Fasting kurzfristig zwar etwas wirksamer zur Gewichtsreduktion beiträgt als eine kontinuierliche Kalorienreduktion. Langfristig führt es jedoch weder zu einer stärkeren Gewichtsabnahme, noch schützt es besser vor Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen. „Jede extreme Diät oder Ernährungsänderung kann riskant sein. So kann Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, zu Unterzuckerungen führen. Daher sind alle Diäten vor allem bei Menschen mit Diabetes nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert“, betont Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Low-Carb-Diät: Bei der Low- Carb-Diät werden Kohlenhydrate (teils) deutlich reduziert. Weniger Kohlenhydrate bedeuten geringere Blutglucose- und Insulinspitzen, der Körper nutzt dann verstärkt Fett und Ketonkörper als Energiequelle.

Forschungen des DDZ zeigen: Eine kohlenhydratarme Ernährung kann bei Typ-2-Diabetes Gewicht und Blutglucosekontrolle verbessern und Blutfettwerte günstig beeinflussen. Langfristig gleichen sich die Vorteile ggü. anderen Ernährungsweisen wie der kalorienreduzierten Ernährung jedoch an. Bei Typ-1-Diabetes ist die Studienlage deutlich begrenzter, hier ist eine enge Abstimmung mit Ärztinnen und Ärzten nötig, da das Risiko für Unterzuckerungen oder lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidosen) steigt.

Wichtig: Wer Low Carb ausprobiert, sollte die Qualität der Lebensmittel im Blick behalten. Ein hoher Anteil tierischer Fette und Proteine kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Für Menschen mit Diabetes und Nierenerkrankungen ist eine stark kohlenhydratarme Ernährung nicht zu empfehlen.

Vegan: Richtig umgesetzt, werden bei der veganen Ernährung viele ballaststoffreiche Lebensmittel mit vielen sekundären Pflanzenstoffen gegessen, die sich günstig auf den Stoffwechsel auswirken. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann eine vegane Ernährung das Körpergewicht senken, die Blutglucosekontrolle verbessern und auch Blutdruck und Blutfette positiv beeinflussen. Studien zu Langzeiteffekten oder zu Typ-1-Diabetes fehlen aber bislang.

Allerdings erfordert die vegane Ernährung eine sorgfältige Nährstoffplanung und Supplementation, da sonst insb. bei Vitamin B12, Jod, Eisen, Vitamin D, n-3-Fettsäuren und Calcium ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht. Auch mit einer gesunden, pflanzenbetonten Ernährung können ähnliche Vorteile erzielt werden, ergänzt Dr. Janett Barbaresko, Wissenschaftlerin am Institut für Biometrie und Epidemiologie am DDZ. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse stehen hierbei im Mittelpunkt. Eine aktuelle Beobachtungsstudie des DDZ zeigt, dass dies mit einer geringeren Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes verbunden ist.

Jede der genannten Ernährungsweisen kann also Vorteile bieten – entscheidend ist, ob sie sich langfristig in den Alltag integrieren lässt und mit Medikamenten sowie Begleiterkrankungen abgestimmt ist. Eine individuelle Anpassung ist notwendig.

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum, Pressemeldung vom 13.10.2025




Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf den Seiten M650 bis M651.


Ernährungstrends: Intervallfasten, Low Carb oder Vegan bei Diabetes mellitus

Eine ausgewogene Ernährung hat direkten Einfluss auf den Blutglucosespiegel, die Insulinsensitivität und die Blutfettwerte. Deshalb gilt sie als zentrale Säule in der Behandlung und Prävention von Typ-2-Diabetes.

Im Folgenden werden daher einige sog. Ernährungstrends auf Basis wissenschaftlicher Daten genauer betrachtet.

Intervallfasten: Beim Intervallfasten wird die Nahrungsaufnahme auf bestimmte Zeitfenster beschränkt, etwa nach dem 16:8-Prinzip: 16 Stunden fasten, acht Stunden essen. Weitere Varianten sind das Alternate-Day-Fasting, bei dem abwechselnd ein Fastentag und ein normaler Tag folgen, oder die 5:2-Diät, bei der die Energie an zwei Tagen pro Woche auf maximal 500–600 kcal reduziert wird.

Studien zeigen, dass Intervallfasten bei Typ-2-Diabetes die Insulinsensitivität verbessern, das Gewicht reduzieren und teilweise den Langzeitblutzucker (HbA1c) senken kann. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat verschiedene Formen des Fastens mit einer kontinuierlichen Kalorienreduktion verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Alternate-Day-Fasting kurzfristig zwar etwas wirksamer zur Gewichtsreduktion beiträgt als eine kontinuierliche Kalorienreduktion. Langfristig führt es jedoch weder zu einer stärkeren Gewichtsabnahme, noch schützt es besser vor Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen. „Jede extreme Diät oder Ernährungsänderung kann riskant sein. So kann Intervallfasten bei Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen, zu Unterzuckerungen führen. Daher sind alle Diäten vor allem bei Menschen mit Diabetes nur mit ärztlicher Begleitung empfehlenswert“, betont Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Low-Carb-Diät: Bei der Low- Carb-Diät werden Kohlenhydrate (teils) deutlich reduziert. Weniger Kohlenhydrate bedeuten geringere Blutglucose- und Insulinspitzen, der Körper nutzt dann verstärkt Fett und Ketonkörper als Energiequelle.

Forschungen des DDZ zeigen: Eine kohlenhydratarme Ernährung kann bei Typ-2-Diabetes Gewicht und Blutglucosekontrolle verbessern und Blutfettwerte günstig beeinflussen. Langfristig gleichen sich die Vorteile ggü. anderen Ernährungsweisen wie der kalorienreduzierten Ernährung jedoch an. Bei Typ-1-Diabetes ist die Studienlage deutlich begrenzter, hier ist eine enge Abstimmung mit Ärztinnen und Ärzten nötig, da das Risiko für Unterzuckerungen oder lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen (Ketoazidosen) steigt.

Wichtig: Wer Low Carb ausprobiert, sollte die Qualität der Lebensmittel im Blick behalten. Ein hoher Anteil tierischer Fette und Proteine kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Für Menschen mit Diabetes und Nierenerkrankungen ist eine stark kohlenhydratarme Ernährung nicht zu empfehlen.

Vegan: Richtig umgesetzt, werden bei der veganen Ernährung viele ballaststoffreiche Lebensmittel mit vielen sekundären Pflanzenstoffen gegessen, die sich günstig auf den Stoffwechsel auswirken. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kann eine vegane Ernährung das Körpergewicht senken, die Blutglucosekontrolle verbessern und auch Blutdruck und Blutfette positiv beeinflussen. Studien zu Langzeiteffekten oder zu Typ-1-Diabetes fehlen aber bislang.

Allerdings erfordert die vegane Ernährung eine sorgfältige Nährstoffplanung und Supplementation, da sonst insb. bei Vitamin B12, Jod, Eisen, Vitamin D, n-3-Fettsäuren und Calcium ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung besteht. Auch mit einer gesunden, pflanzenbetonten Ernährung können ähnliche Vorteile erzielt werden, ergänzt Dr. Janett Barbaresko, Wissenschaftlerin am Institut für Biometrie und Epidemiologie am DDZ. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse stehen hierbei im Mittelpunkt. Eine aktuelle Beobachtungsstudie des DDZ zeigt, dass dies mit einer geringeren Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes verbunden ist.

Jede der genannten Ernährungsweisen kann also Vorteile bieten – entscheidend ist, ob sie sich langfristig in den Alltag integrieren lässt und mit Medikamenten sowie Begleiterkrankungen abgestimmt ist. Eine individuelle Anpassung ist notwendig.

Quelle: Deutsches Diabetes-Zentrum, Pressemeldung vom 13.10.2025


Diesen Artikel finden Sie auch in ERNÄHRUNGS UMSCHAU 11/2025 auf den Seiten M650 bis M651.
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Veröffentlicht: 12.11.2025

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